Nerds

Einfach mal was nachbauen

Warum Berliner Buslinien klicken, was so schön am Nachahmen ist und wie wir mit ein paar Mausklicks ganz automatisch spannende Daten-Themen kreieren können.

von Simon Wörpel

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Moritz Klack berichtete von seiner Arbeit beim Interaktiv-Team der Berliner Morgenpost. Eines der aufwändigeren und bekannteren Projekte des Teams der vergangenen Monate war eine interaktive Fahrt auf Berlins Buslinie M29. Moritz erzählte von der Entstehung dieser Anwendung mit einem großen Team aus Journalisten, Entwicklern und Designern. Hier wurde schnell klar, dass für solch große Projekte viel Manpower nötig ist, die sich kleinere Redaktionen nicht leisten können oder wollen – doch Moritz ermutigte zu mehr interaktiven Elementen im Online-Journalismus, auch wenn diese mehr Kosten und Aufwand bedeuten als herkömmliche Texte, denn das seien die Geschichten, die garantiert hohe Klickzahlen bekämen.

Marie Louise-Ticke ist Gründerin der journocode-Gruppe aus dem Umfeld der TU Dortmund. Die angehenden Datenjournalisten, Designer und Entwickler treffen sich regelmäßig und bringen sich gegenseitig neue ddj-Tools bei. Marie lernt seit einiger Zeit im Selbststudium die Scriptsprache R, mit der leicht erlernbare Datenanalysen und -visualisierungen möglich sind. Sie nahm uns unterhaltsam mit auf ihre Entdeckungsreise, die zeigte: Man sollte keine Angst vor’m Programmieren haben, sondern einfach mal anfangen. Denn auch Anfänger können schnell erstaunliche Ergebnisse hervorbringen. Der erste Schritt: Einfach mal nachbauen, was die anderen machen. Dann irgendwas verändern, und schauen, was passiert!

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Maries Kollege (unser DDJ-Fellow Phil Ninh) hat übrigens Maries Vortrag gefilmt.

Zum Abschluss unseres ersten Meetups führte uns Stefan Wehrmeyer in die komplizierte und teilweise verrückte Welt der Datenbefreiung mittels des Informationsfreiheitsgesetzes ein. Stefan betreibt seit 2011 das Portal FragDenStaat.de, eine Plattform, über die Bürger Anfragen an Behörden in Deutschland stellen. Die IFG-Anfragen sind in den vergangenen Jahren rapide gestiegen, was auch an der Entwicklung der Plattform liegt: Nur mit wenigen Mausklicks ist der Antrag an eine Behörde fertig. Das ist gerade für Datenjournalisten interessant – mit wenig Aufwand neue Datensätze anfragen, abwarten, das Thema vergessen und plötzlich inmitten einer Ideen-Flaute eine neue Geschichte auf den Schreibtisch bekommen…

Übrigens: Zum Thema Auskunftsrechte haben wir auch einen eigenen Blog.