Nerds

Tintenfische statt Einhörner

Verlagsmenschen sprechen bei programmierenden Journalisten gern von Einhörnern – weil sie so selten auftauchen. Wir haben aber gelernt: Datenjournalisten sind Oktopusse. Unser Meetup-Rückblick.

von Simon Wörpel

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Adriana Homolova, Datenjournalistin unter anderem bei oneworld.nl, sprach auf unserem zweiten DDJ-Meetup in Essen über die Anforderungen an ihren Beruf. Hinter schönen Datenvisualisierungen stecken die vielseitigsten Tätigkeiten: Recherche, Statistik, Analyse, Coding, und natürlich auch eine gehörige Portion Projektmanagement, um alles unter einen Hut zu bringen – vorallem als Freelancerin in diesem Bereich. Um das alles zu jonglieren bräuchten wir am besten acht Arme, eben wie ein Oktopuss.

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Unser Fellow Phil Ninh hat den Vortrag von Adriana wunderbar zusammengefasst.

 Der Datenjournalist und Trainer Michael Hörz aus Berlin erzählte uns von seinen aktuellen Experimenten. Zuletzt hat er sich unter anderem mit Zukunftsdaten beschäftigt und ist mit Journalistenschülern der Frage nachgegangen, wie Berlin sich verändert. Wer als Datenjournalist viel mit Daten aus öffentlicher Verwaltung arbeitet, kennt das Phänomen: Man hängt immer etwas der Zeit hinterher, da Daten oft später erst veröffentlicht werden. Anhand seines Projektes zeigte Michael, was stattdessen Daten aus der Zukunft hergeben können.

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Was tun, wenn Datensätze, die man unbedingt verarbeiten will, noch gar nicht vorliegen? Wir von CORRECTIV wollten wissen,wie es den Sparkassen geht. Doch zu bestimmten Fragestellungen gab es noch keine Daten. Simon Jockers erzählte von der Geschichte hinter unserem CrowdNewsroom, was der Gewinn von User-generierten Daten für journalistische Geschichten sein kann und worauf man achten muss. Denn wenn die User Daten selbst zusammentragen, kann das Fluch und Segen zugleich sein: Bisher unbearbeitete Themenfelder können erschlossen werden, doch diese neuen Daten müssen natürlich von anderen Journalisten verifiziert werden.