Stellenabbau bei BMW
Nach VW und Mercedes streicht nun BMW Arbeitsplätze. Der Münchner Autobauer kommt aber besser durch die Krise als seine deutschen Wettbewerber.
BMW-Logo© Ivo Mayr
Die Krise auf dem Automobilmarkt trifft nun auch den Hersteller BMW. Bis Ende kommenden Jahres sollten 8.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, wie CORRECTIV aus Unternehmenskreisen erfahren hat. Der Großteil werde auf die Verwaltungen in Deutschland entfallen, die direkte Produktion werde eher ausgenommen. Über den Umbau hatte zuerst die Nachrichtenagentur dpa berichtet.
Nötig sind die Einschnitte aus Sicht des neuen BMW-Chefs Milan Nedeljković, weil das Geschäft in China wegbricht, wie ein Insider berichtete. Lokale Hersteller wie BYD und Xpeng bauen mit Kampfpreisen ihre Position auf ihrem Heimatmarkt auf Kosten von BMW, VW und Mercedes aus. Die Lage habe sich in den vergangenen sechs Monaten verschlechtert, es sei dort praktisch kein Geld mehr zu verdienen.
Autobranche in der Krise
Ohne die Einnahmen aus dem Geschäft in China wächst der wirtschaftliche Druck auf den Konzern. Die Werke von BMW in Deutschland sind dem Vernehmen nach zwar gut ausgelastet. Allerdings seien die indirekten Bereiche – also Verwaltungen und Entwicklung – aus heutiger Sicht zu üppig aufgestellt, wie es im Konzern hieß. Daher müssten dort Stellen gestrichen werden. Das Unternehmen äußerte sich nicht dazu.
Mit dem Sparpaket folgt BMW dem Branchentrend: Die Autoindustrie steckt in einer tiefen Krise, auch weil Wettbewerber aus China stärker nach Europa drängen. Volkswagen und Mercedes wollen daher Teile ihrer Produktion nach Osteuropa verlegen, weil dort die Lohnkosten niedriger sind. Dies wird massive Folgen für die Belegschaften haben.
Volkswagen will sein laufendes Sparprogramm ausweiten und den geplanten Stellenabbau auf mindestens 100.000 Jobs verdoppeln – ein Gutteil davon in Deutschland. Zudem erwägt VW-Chef Oliver Blume die Schließung der Werke Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau.
Einigung im Schnelldurchgang
Die Mercedes-Führung verhandelt mit dem Betriebsrat über die Streichung von weiteren 5.000 bis 6.000 Arbeitsplätzen hierzulande. Der Konzern äußert sich nicht dazu. Zuletzt hatten bereits 5.500 Mitarbeiter einem freiwilligen Abfindungsprogramm zugestimmt.
Anders als die Wettbewerber war BMW bisher von Einschnitten beim Personal verschont geblieben. Die Lage habe sich aber verschärft, betonte ein Insider. Nachdem Nedeljković die Leitung des Vorstands im Mai von seinem Vorgänger Oliver Zipse übernommen hatte, nahm er Gespräche mit dem Betriebsrat auf. Innerhalb von sechs Wochen hätten sich die beiden Seiten auf die Grundzüge des Sparpakets geeinigt.
Ein BMW-Insider sagte dazu: Dies zeige, dass die Mitbestimmung auch in der Krise funktionieren könne. Bei VW und Mercedes hatte es zuletzt massive Auseinandersetzungen zwischen Betriebsrat und Management gegeben.
Redigatur & Faktencheck: Sebastian Haupt
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