Laut “Halle-Leaks.de” schickten Flüchtlinge 4,2 Milliarden Euro deutscher Steuergelder in Herkunftsländer. Das ist nicht richtig. Wir erklären, warum.

Am 28. Februar 2018 veröffentlichte der Blog „Halle-Leaks.de“ einen Beitrag mit folgender Schlagzeile: „Arme Flüchtlinge müssen zur Tafel, weil sie im Jahr Milliarden Eurer Steuern in die Heimat schicken“.

Weiter heißt es, Migranten hätten im vergangenen Jahr laut einem Bericht der „WirtschaftsWoche“ rund 4,2 Milliarden Euro an ihre Familien in den Herkunftsländern überwiesen.

Wer aufmerksam liest, findet die Unstimmigkeit – war in der Überschrift noch von Flüchtlingen die Rede, spricht „Halle Leaks“ später von Migranten.

Wer hat denn nun die 4,2 Milliarden Euro Heimatüberweisungen getätigt? Wir haben nachgefragt.

Menschen, die hier arbeiten

„Halle Leaks“ bezieht sich im Beitrag auf einen Artikel der „WirtschaftsWoche“ von August 2017. In diesem heißt es: im Jahr 2016 wurden 4,2 Milliarden Euro aus Deutschland in Heimatländer verschickt – von in Deutschland arbeitenden Migranten.

Die „WirtschaftsWoche“ bezog sich hierbei auf Daten von der Bundesbank. Auf Anfrage schickte uns die Bundesbank diese Daten zu.

Wir können bestätigen: Im Jahr 2016 überwiesen Arbeitnehmer mit ausländischer Staatsangehörigkeit 4,2 Milliarden Euro in Herkunftsländer. Dabei handelt es sich nur um Arbeitnehmer, welche bereits länger als ein Jahr in Deutschland leben.

Vor allem nach Europa

Ein Großteil der Heimatüberweisungen ging nach Europa (3,4 Milliarden Euro), gefolgt von Asien (491 Millionen Euro) und Afrika (177 Millionen Euro).

Unsere Bewertung: Der Titel sowie die Aussagen des Artikels sind falsch. Bei den 4,2 Milliarden Euro Heimatsüberweisungen handelt es sich weder um deutsche Steuergelder, noch wurden sie speziell von Flüchtlingen getätigt.

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