Faktencheck

Nein, diese Fotos zeigen nicht, wie Julia Klöckners Elektroauto mit einem Transporter zu Wahlkampfauftritten gebracht wird

Auf Facebook kursieren Bilder von einem Auto, das mit Wahlwerbung für die CDU-Politikerin Julia Klöckner beklebt ist. Es steht auf der Ladefläche eines Transporters. Einige Nutzer schließen daraus, dass Klöckner ein E-Auto per Transporter zu ihren Wahlkampfauftritten bringen lasse. Das ist falsch.

von Steffen Kutzner

Klöckner Collage
Julia Klöckner hat zwar ein elektrisches Auto mit Eigenwerbung darauf, aber es wird nicht mit einem Transporter zu Wahlkampfauftritten gebracht (Quelle: Facebook / Julia Klöckner, Collage: CORRECTIV.Faktencheck)
Behauptung
Ein Foto zeige, dass die CDU-Politikerin Julia Klöckner ein elektrisches Wahlkampfauto per Transporter zu ihren Auftritten bringen lasse.
Bewertung
Falscher Kontext
Über diese Bewertung
Falscher Kontext. Das Bild zeigt die Erstauslieferung eines Elektroautos von einer Werkstatt zu Julia Klöckner nach Hause. Das Auto wird Angaben einer CDU-Referentin zufolge nicht auf diese Weise zu Wahlkampfauftritten transportiert.

„Wenn man sein elektrisches Wahlkampfauto mit dem Diesel zum ‚Auftritt‘ an den Marktplatz fahren lässt, sieht das so aus“, behauptet ein Facebook-Nutzer. Dazu teilt er ein Bild eines Oldtimers (ein alter Fiat 500), der beklebt ist mit Werbung für die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner (CDU) und im Inneren eines Transporters steht. Der Beitrag wurde bereits mehr als 4.100 Mal geteilt. Es kursieren weitere ähnliche Beiträge mit dieser Behauptung auf Facebook und Twitter.

Foto und Behauptung in einem Twitter-Beitrag vom 4. September (Quelle: Twitter)

Julia Klöckner veröffentlichte die Fotos des E-Autos selbst in Sozialen Netzwerken

Unsere Recherche ergab: Das Bild zeigt die Erstauslieferung des Wagens zu der Politikerin nach Hause, nachdem er beklebt wurde. Eine Referentin von Julia Klöckner teilte uns mit, das Auto werde nicht auf diese Weise zu Wahlkampfauftritten transportiert. 

Der Facebook-Beitrag von Julia Klöckner mit den Fotos des Wagens (Quelle: Facebook / Julia Klöckner)

Klöckner selbst teilte das Foto am 2. September auf Instagram und Facebook, zusammen mit einigen anderen Fotos vom Ausladen des Wagens. Dazu schrieb sie: „Und da rollt er raus – der kleine Oldtimer. Umgerüstet zum E-Auto.“ Davon dass der Wagen zu einem Wahlkampfauftritt transportiert worden sei, schreibt sie nichts. „Der Motor des schönen Oldtimers war kaputt, deshalb haben Profis – statt den ‚Kleinen‘ zu verschrotten, wie jemand sagte – dem kleinen Fiat einen E-Antrieb ermöglicht“, schrieb Klöckner in einem Kommentar zu ihrem Facebook-Beitrag.


Referentin: Klöckners Wagen wird nicht regelmäßig durch die Gegend transportiert

Wir fragten zu dem Hintergrund des Fotos bei Julia Klöckners Büro nach. Eine Referentin teilte uns mit, dass auf den Fotos die Erstauslieferung zu Klöckner nach Hause zu sehen ist, nachdem das Auto für sie hergerichtet wurde. Klöckners Referentin erklärt uns per E-Mail: „Der Wagen wurde beklebt von jemandem, dessen Laden über 40 Kilometer weg ist. Die Reichweite des Autos geht aber nicht über 40 Kilometer, deshalb der einmalige Transport nach Bad Kreuznach.“ 

Der zum E-Auto umgerüstete Wagen hänge bei Klöckner zu Hause an der Steckdose und sie nutze ihn für Termine in der Nähe. „Und das natürlich ohne Transporter.“ 

Belegt wird die Aussage, dass der Wagen aus der Werkstatt kam, auch durch die Firma, der der weiße Transporter gehört: Auf der Seite ist die Aufschrift „Depot3“ zu lesen. Das ist der Name einer Autowerkstatt in Mülheim-Kärlich, die auf die Restaurierung von Oldtimern spezialisiert ist. Der Ort ist tatsächlich mehr als 80 Kilometer von Julia Klöckners Wohnort (Bad Kreuznach) entfernt. 

Redigatur: Uschi Jonas, Alice Echtermann





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