Schluss mit Schlaghose, Puffärmeln und Tennissocken. Glaubt man Beiträgen im Netz, hat das World Economic Forum (Weltwirtschaftsforum, WEF) Modetrends ein Ablaufdatum verpasst: das Jahr 2030. Angeblich, so heißt es in einem Blog-Artikel von Secretnews, sagte das WEF: „Alle Menschen werden eine Uniform tragen.“ Die Behauptung kursiert auch in Italien.
Das WEF ist eine internationale Organisation, die einmal im Jahr eine Konferenz in Davos veranstaltet. Dort versammeln sich Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, nach eigenen Angaben, um Kooperationen aufzubauen. Die Organisation und ihr Gründer Klaus Schwab sind immer wieder Ziel von Falschinformation.
Nun soll es also der Mode an den Kragen gehen? Nein, auch das ist eine Falschnachricht.

Das WEF schafft Mode bis 2030 nicht ab
Auf Twitter verbreitet sich die Falschnachricht mit einem Screenshot des Secretnews-Artikels. Die Internetseite hat kein Impressum, wer dessen Inhalte verantwortet, ist unklar. Woher das angebliche Zitat stammen soll, steht nicht im Artikel. Mit einer Verlinkung wird lediglich auf den Bericht „The Future of Urban Consumption in a 1.5 °C World“ verwiesen.
Dieser stammt jedoch nicht vom WEF, sondern von der Leeds Universität in Großbritannien und C40 Cities, einem Netzwerk aus knapp hundert Großstädten weltweit, das nach eigenen Angaben gemeinsam Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise erarbeitet. Davon, dass Mode bis 2030 abgeschafft werden würde, steht nichts in dem Bericht.
Eine Google-Suche mit dem angeblichen Zitat auf Deutsch und Englisch führt ebenfalls zu keinen relevanten Suchergebnissen. Die Pressestelle des WEF schrieb uns auf Anfrage, dass das angebliche Zitat nicht vom WEF stamme.
Redigatur: Matthias Bau, Steffen Kutzner
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.

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