Gesellschaft

Nein, das World Economic Forum schafft Mode nicht bis 2030 ab

Bye, bye Modetrends? Laut einem Blog-Artikel sollen nach dem Willen des World Economic Forum alle Menschen ab 2030 nur noch Uniform tragen. Doch dafür finden sich keinerlei Belege. Das WEF dementiert die Behauptung.

von Kimberly Nicolaus

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Das World Economic Forum steht immer wieder im Mittelpunkt von Verschwörungsmythen und Falschinformation (Quelle: Markus Schreiber / Picture Alliance / Associated Press)
Behauptung
Das Weltwirtschaftsforum habe gesagt: „Alle Menschen werden eine Uniform tragen.“ Mode würde bis 2030 abgeschafft werden.
Bewertung
Frei erfunden. Für das angebliche Zitat gibt es keine Belege. Die Pressestelle des Weltwirtschaftsforums dementiert die Behauptung.

Schluss mit Schlaghose, Puffärmeln und Tennissocken. Glaubt man Beiträgen im Netz, hat das World Economic Forum (Weltwirtschaftsforum, WEF) Modetrends ein Ablaufdatum verpasst: das Jahr 2030. Angeblich, so heißt es in einem Blog-Artikel von Secretnews, sagte das WEF: „Alle Menschen werden eine Uniform tragen.“ Die Behauptung kursiert auch in Italien.

Das WEF ist eine internationale Organisation, die einmal im Jahr eine Konferenz in Davos veranstaltet. Dort versammeln sich Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, nach eigenen Angaben, um Kooperationen aufzubauen. Die Organisation und ihr Gründer Klaus Schwab sind immer wieder Ziel von Falschinformation.

Nun soll es also der Mode an den Kragen gehen? Nein, auch das ist eine Falschnachricht.

Twitter-Beitrag mit einer Falschbehauptung über das World Economic Forum.
Ein Blog-Artikel mit Falschinformationen über das Weltwirtschaftsforum verbreitet sich auf Twitter, teilweise zusammen mit einem Bild aus der Verfilmung des dystopischen Romans „1984“ von George Orwell (Quelle: Twitter; Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV.Faktencheck)

Das WEF schafft Mode bis 2030 nicht ab

Auf Twitter verbreitet sich die Falschnachricht mit einem Screenshot des Secretnews-Artikels. Die Internetseite hat kein Impressum, wer dessen Inhalte verantwortet, ist unklar. Woher das angebliche Zitat stammen soll, steht nicht im Artikel. Mit einer Verlinkung wird lediglich auf den Bericht „The Future of Urban Consumption in a 1.5 °C World“ verwiesen. 

Dieser stammt jedoch nicht vom WEF, sondern von der Leeds Universität in Großbritannien und C40 Cities, einem Netzwerk aus knapp hundert Großstädten weltweit, das nach eigenen Angaben gemeinsam Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise erarbeitet. Davon, dass Mode bis 2030 abgeschafft werden würde, steht nichts in dem Bericht. 

Eine Google-Suche mit dem angeblichen Zitat auf Deutsch und Englisch führt ebenfalls zu keinen relevanten Suchergebnissen. Die Pressestelle des WEF schrieb uns auf Anfrage, dass das angebliche Zitat nicht vom WEF stamme. 

Redigatur: Matthias Bau, Steffen Kutzner

Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.

Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!

Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.

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