Gesellschaft

Nein, Edeka schenkt schulpflichtigen Kindern nicht 250 Euro

Angeblich bekommen Schülerinnen und Schüler von Edeka 250 Euro geschenkt. Die Behauptung wird in hunderten Facebook-Gruppen geteilt. Von dieser Aktion hat Edeka jedoch noch nie gehört.

von Steffen Kutzner

Ekeda Lebensmittel Einzelhandel Geschäft Logo an einer Filiale mit Slogan, Wir lieben Lebensmittel
Edeka wird, wie auch andere Supermärkte, immer wieder zum Ziel von Betrugsaktionen (Quelle: Michael Bihlmayer / Chromorange / Picture Alliance)
Behauptung
Schulpflichtige Kinder bekämen von Edeka 250 Euro.
Bewertung
Frei erfunden. Edeka hat von der angeblichen Aktion noch nie gehört. Es handelt sich um einen Versuch, Daten zu stehlen.

Schulpflichtige Kinder, so heißt es in etlichen Beiträgen auf Facebook, sollen von Edeka 250 Euro erhalten. Warum, unter welchen Bedingungen, oder ob es sich um Gewinnspiele oder Gutscheine handelt, bleibt offen. 

Der angegebene Einsendeschluss variiert, ist aber meistens auf ein Datum Mitte oder Ende Mai gelegt. Dazu werden oft Links zu der angeblichen Aktion geteilt. Zu trauen ist ihnen aber nicht. 

In etlichen Facebook-Gruppen werden momentan von Fake-Profilen Beiträge zu der angeblichen Aktion verbreitet, oft mit einem dubiosen Link (Quelle: Facebook; Screenshot und Schwärzungen: CORRECTIV.Faktencheck)

Wir haben die Pressestelle von Edeka kontaktiert. Dort hat man von der angeblichen Aktion noch nie gehört, wie uns eine Sprecherin schreibt.

Bluereen Media Ltd. versucht laut Verbraucherschutz, Daten abzugreifen

Die Links, die oft in den Kommentaren vom Beitragsersteller selbst gepostet werden, führen nach einer Weiterleitung zu einer Webseite, die zwar aussieht, als gehöre sie zu Edeka, auf der jedoch im Kleingedruckten auf die Bluereen Media Ltd. hingewiesen wird:

Die angebliche Edeka-Aktion ist Datendiebstahl von einer Werbefirma, die immer wieder mit solchen Fake-Gewinnspielen auffällt (Quelle: Bluereen Media LTD; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Bereits in der Vergangenheit haben wir vor Fake-Gewinnspielen der Bluereen Media Ltd. gewarnt. Dabei werden lediglich Daten abgegriffen, die zu unerwünschten Werbeanrufen und Spam-Mails führen, schreibt der Verbraucherschutz über das Unternehmen. 

Vor solchen Phishing-Versuchen mit gefälschten Gewinnspielen warnen unter anderem Facebook, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und die Verbraucherzentrale. Wie Sie fragwürdige Webseiten und Gewinnspiele erkennen, lesen Sie hier.

Auch die Facebook-Profile, die die angebliche Aktion teilen, sind häufig nicht seriös. Oft handelt es sich um nicht verifizierte Accounts, der erst unmittelbar vor dem fraglichen Beitrag erstellt wurden und keinerlei andere Beiträge veröffentlicht haben. Auch das ist ein Warnsignal.

Tipps, um gefälschte Facebook-Seiten zu erkennen:

  • Ist das Facebook-Profil mit einem blauen Haken verifiziert?
  • Gibt es ein Impressum?
  • Wie viele Follower hat die Seite?
  • Wann wurde die Seite erstellt?

Redigatur: Gabriele Scherndl, Viktor Marinov

Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.

Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!

Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.

Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.