Novel Coronavirus 2019-nCoV Virus
Eine Darstellung des neuen Coronavirus vom US-amerikanischen Center for Disease Control and Prevention. Es gibt gegen das Virus bisher kein Heilmittel, anderslautende Versprechen sind falsch. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS)

von Alice Echtermann

Auf mehreren Webseiten wird Chlordioxid als Heilmittel für das neue Coronavirus beworben. Es schalte das Virus aus, wenn man es in einer Lösung trinke. Diese Behauptung ist falsch und gefährlich: Chlordioxid ist gesundheitsschädlich. 

Auf der Webseite Connectiv Events behauptet der Autor Rainer Taufertshöfer am 28. Januar, eine Studie besage, dass Chlordioxid-Lösungen das Coronavirus inaktivieren würden. Das wiederholt er auch auf seiner eigenen Webseite. Der Autor gibt konkrete Dosierungsempfehlungen und empfiehlt sein eigenes „Fachseminar“ zum Thema. Auch auf der Webseite Alpenschau heißt es, Chlordioxid helfe gegen das Coronavirus. 

Diese Versprechen sind falsch. Es gibt laut WHO bisher kein Mittel gegen das Coronavirus, man könne nur die Krankheitssymptome behandelt und zur Vorbeugung auf Hygiene achten. Chlordioxid ist ein Desinfektionsmittel, das industriell zum Beispiel zum Bleichen von Textilien verwendet wird. Die Einnahme ist für Menschen sehr gefährlich und hilft nicht gegen Krankheiten. 

Die Studie von 2005, die in dem Artikel von Connectiv Events zitiert wird, bezog sich auf eine andere Coronavirus-Art, das SARS-Virus. Es ging jedoch nie darum, dass Menschen Chlordioxid trinken sollten. Sondern um das Überleben des SARS-Virus unter anderem in Wasser, und die Frage, wie effektiv Desinfektionsmittel wie Chlor oder Chlordioxid das Virus darin abtöten können. 

Gesundheitsbehörden warnen seit Jahren vor der Gefahr durch die Trinklösungen

Die Trinklösungen mit Chlordioxid werden auch Miracle Mineral Supplement, Master Mineral Solution oder Miracle Mineral Solution (MMS) genannt. Das Gerücht, sie würden verschiedene Krankheiten heilen, hält sich im Internet hartnäckig. Gesundheitsbehörden warnen seit Jahren davor. Die US-amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA schrieb erst im Dezember 2019, die Versprechen einer angeblichen Heilung von Autismus, Krebs, HIV, Hepatitis, Grippe oder anderen Krankheiten seien falsch. Chlordioxid sei Bleiche, es mache Menschen krank, die Einnahme sei gefährlich. 

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Auch die Verbraucherzentrale (2019), das Bundesamt für Risikobewertung (2012) und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (2014) warnen seit Jahren vor dem Mittel und vor einer „erheblichen Gesundheitsgefahr“, die von der Einnahme für Menschen und Tiere ausgehe. Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte stufte 2015 zwei MMS-Produkte als bedenklich ein: „Den Giftnotrufzentralen liegen Fälle von Erbrechen, Atemstörungen und Hautverätzungen bei der Einnahme von MMS vor. Auch in Großbritannien, Kanada, Frankreich, der Schweiz und den USA wurden nach Einnahme von MMS unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, Nierenversagen, Verätzungen der Speiseröhre sowie Atemstörungen durch Schäden an roten Blutkörperchen beobachtet.“ 

Warnung vor den Wirkungen von MMS (Chlordioxid) von der Verbraucherzentrale. (Screenshot: CORRECTIV)

Das neue Coronavirus brach im Dezember 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan aus und verbreitet sich seitdem auch in anderen Ländern. Es gibt nach offiziellen Angaben bisher mehr als 31.500 bestätigte Infektionen und 638 Todesopfer, davon nur eines außerhalb von China. Mehr als 1.700 Menschen waren infiziert und sind bereits wieder gesund (Stand: 7. Februar 2020).

Rund um das neuartige Coronavirus kursieren viele Falschmeldungen und Desinformationen. Das sind unsere bisherigen Faktenchecks dazu:

Unsere Bewertung:
Falsch. Die Einnahme von Chlordioxid hilft nicht gegen das Coronavirus oder gegen andere Krankheiten. Es ist gesundheitsschädlich.

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Symbolbild: Pillen. (Quelle: Bru-nO/Pixabay)

von Steffen Kutzner

Auf Facebook und Youtube wird derzeit behauptet, Ernährungsministerin Julia Klöckner wolle Vitamin D verbieten. Das ist weder richtig, noch möglich. Sie will lediglich die Höchstwerte in Nahrungsergänzungsmitteln in der EU vereinheitlichen.

In einem Youtube-Video wird behauptet, Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (CDU), wolle Vitamin D verbieten. Klöckner finde den Zugang zu Vitamin D „zu einfach“ und man bekomme „zu hohe Dosen“ (ab Minute 7:02). 

Das ist so jedoch nicht richtig. Klöckner möchte den Handel mit Nahrungsergänzungsmitteln regulieren und einheitliche Höchstmengen festlegen. Das Youtube-Video des Kanals „Rohe Energie“ wurde seit Anfang Mai 2020 mehr als 216.000 Mal angeklickt. Es handelt sich um einen Blog für vegane Ernährung. In der Beschreibung des Videos werden zahlreiche Links zu Webseiten gesetzt, die Vitamin-Produkte verkaufen. 

Auch der Arzt Michael Spitzbart griff die Behauptung am 11. Mai in einem Facebook-Beitrag auf. Er hatte in der Vergangenheit wiederholt irreführende oder falsche Behauptungen verbreitet – zum Beispiel, dass Vitamin C Viren „abtöten“ könne.

Vitamin D zu verbieten, wie es im Titel des Youtube-Videos heißt, ist nicht möglich, weil der Körper Vitamin D von selbst bildet. Die Behauptung basiert auf dem Vorschlag Klöckners, laut dem für den Handel mit Nahrungsergänzungsmitteln – also auch Vitamin-D-Präparaten – EU-Richtlinien eingeführt werden sollen. 

Am 20. April 2020 hatte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Pressemitteilung herausgegeben, in der Klöckners Forderungen an die EU-Kommission festgehalten sind. Es geht dabei um „verbindliche europäische Regeln für Nahrungsergänzungsmittel“ und „Höchstgehalte für Vitamine und Mineralstoffe“. 

Es ging also um Nahrungsergänzungsmittel im Allgemeinen und nicht nur um Vitamin-D-Präparate. Eine starke Überdosierung von Vitamin D durch solche Präparate kann gesundheitsschädlich sein. Es drohen laut Bundesinstitut für Risikobewertung unter anderem Nierenverkalkung und Nierensteine. Wie die Verbraucherzentrale Niedersachsen 2018 mitteilte, gibt es gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwerte weder auf Bundes- noch auf EU-Ebene.

Reaktion auf falsche Werbeversprechen

Klöckner reagiert mit ihrem Vorstoß auch auf Behauptungen von Anbietern von Nahrungsergänzungsmitteln, diese würden Schutz vor dem Coronavirus bieten.  Gesundheitsbezogene Werbung wie die Aussage „schützt vor Viren“ sei verboten. „Man spielt nicht mit der Angst der Menschen. Diese Geschäftemacher dürfen keinen Erfolg haben!“, wird Klöckner zitiert. 

Weiter heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums: „Es gibt kein Nahrungsergänzungsmittel, das eine Infektion mit dem Virus verhindern kann. […] Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen gegen COVID-19 beweisen.“

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Ein Kooperationspartner des Youtube-Kanals, die Xucker GmbH, hat sich offenbar von dem Video distanziert. So findet sich in der Beschreibung auf Youtube der Hinweis, man empfinde „die falschen Behauptungen darin als problematisch“. „Die frühere Zusammenarbeit mit dem veganen Blog ‘Rohe Energie’ ist in Folge dieses Videos beendet.“

Vitamin D wurde in der Vergangenheit schon häufiger als vermeintliches Heil- oder Schutzmittel gegen SARS-CoV-2 angepriesen. Überprüft haben wir die Behauptungen etwa hier und hier. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten irgendeinen Einfluss auf eine Infektion mit dem Coronavirus hat. Das gelte auch für alle anderen Infekte, schrieb uns Jürgen Floege, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, im Zusammenhang mit einer anderen Recherche im April 2020.

Auszug aus der E-Mail von Jürgen Floege, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. (Screenshot: CORRECTIV)

Fazit: Julia Klöckner möchte nicht Vitamin D verbieten, sondern hat die EU-Kommission aufgefordert, einheitliche Höchstwerte für Nahrungsergänzungsmittel festzulegen.

Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. Julia Klöckner will Vitamin D nicht verbieten, sondern den Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln regulieren.

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Drohte das sächsische Kultusministerium Eltern mit „Kindesentzug“ durch das Ordnungsamt, wenn sie einer Unterschriftenpflicht nicht nachkommen? Die Behauptung kursiert im Netz und ist größtenteils richtig – das Ministerium ruderte jedoch zurück. (Symbolbild: Pexels / CC0)

von Till Eckert

Im Netz kursiert die Behauptung, das sächsische Kultusministerium habe Eltern mit „Kindesentzug“ gedroht, wenn verpflichtende Unterschriften einer Gesundheitsbestätigung für die Schule fehlen. Das stimmt großteils – das Ministerium spricht von einer „unglücklichen Formulierung“.

In mehreren Blog-Artikeln wird berichtet, Sachsen drohe Eltern mit Kindesentzug, wenn sie ihren Kindern nicht eine tägliche Gesundheitsbestätigung in die Schule mitgeben sollten (hier und hier). Als Beleg dafür wird jeweils ein Elternbrief des sächsischen Kultusministeriums vom 16. Mai angegeben. Er ist unterschrieben von Christian Piwarz, Staatsminister für Kultus in Sachsen.

Auf Seite zwei geht es um eine tägliche Gesundheitsbestätigung für Kinder, die man auf der Coronavirus-Webseite Sachsens herunterladen kann. Sie muss im Rahmen der Corona-Maßnahmen täglich unterschrieben von Eltern abgegeben werden. Sie bestätigen damit, dass das Kind oder die Personen, die mit ihm zusammen leben, keine Covid-19-Symptome zeigen.

Die Artikel beziehen sich auf einen Unterpunkt im Brief des Kultusministeriums. Darin ist zu lesen: „Sie als Eltern sind verpflichtet, Ihr Kind umgehend von der Schule abzuholen, wenn Ihre Unterschrift für den konkreten Tag fehlt. Sofern Sie dem nicht nachkommen, ist die Schule in letzter Konsequenz verpflichtet, das Ordnungsamt einzuschalten – bis zur Inobhutnahme Ihres Kindes.“ 

Aus dem Brief des sächsischen Kultusministeriums an Eltern. (Screenshot: CORRECTIV)

Die Seite Wochenblick spekuliert in ihrem Artikel, dass mit dieser Regelung angeblich „Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen gefügig gemacht werden“ sollen. Mit der Teilnahme an Demonstrationen durch die Eltern hat das Ganze aber nichts zu tun. Es geht um die Dokumentation des Gesundheitszustands der Kinder.

Kultusministerium: Brief ist echt, Formulierung „unglücklich“

Sprecherin Susann Meerheim vom Kultusministerium bestätigte CORRECTIV die Echtheit des Briefs telefonisch. Man habe Eltern damit jedoch vor allem sensibilisieren und keine Drohung aussprechen wollen: „Das mit der ‘Inobhutnahme’ war eine unglückliche Formulierung, die wir in unserem Blog inzwischen wieder gerade gezogen und aktualisiert haben“, sagt Meerheim. 

In dem Blog ist unter der Frage „Was passiert, wenn Eltern der Verpflichtung nicht nachkommen?“ aktuell zu lesen: „Das wiederholte Fehlen der Unterschrift kann unter Umständen auch ein Signal für häusliche Probleme, ggf. sogar eine Vernachlässigung sein, das heißt: der andauernden oder wiederholten Unterlassung fürsorglichen Handelns. In solchen Fällen kann in letzter Konsequenz gemäß § 50a Abs. 1 SächsSchulG die Einschaltung des Jugendamtes erfolgen.“

Meerheim sagt, man verstehe die Sorgen der Eltern, es gehe dabei allerdings nicht um Haftungsfragen, sondern um die Information für die Einrichtungen, ob die Kinder gesund sind.

Gerichtliche Verfahren zu Verhältnismäßigkeit der Gesundheitsbestätigung dauern an

Der Elternbrief löste dennoch eine Debatte aus. Auch der MDR berichtete darüber. Ein Vater hatte dem Medienbericht zufolge den Sinn einer Gesundheitsbestätigung in Frage gestellt; sie stelle einen Eingriff in die Grundrechte dar. Das Verwaltungsgericht Leipzig hatte sie daraufhin für „unverhältnismäßig“ erklärt. Das Kultusministerium fechtet diese Entscheidung jedoch an. 

Das Verwaltungsgericht Chemnitz schätzt die Unterschriftsabgabe laut MDR in einem zweiten Fall, in dem eine Frau geklagt hatte, als zumutbar für Eltern ein. Ein Antrag der Frau auf vorläufigen Rechtsschutz wurde abgelehnt. Das Chemnitzer Gericht bestätigte uns gegenüber einen entsprechenden Beschluss vom 25. Mai per E-Mail. „Inhaltlich hat das Verwaltungsgericht Chemnitz die Abgabe der Gesundheitsbestätigung für verhältnismäßig und zulässig erachtet“, schreibt Sprecher Jeannot Reichert.

Ein gerichtlicher Streit um die Gesundheitsbestätigung dauert demnach an. 

Unsere Bewertung:
Größtenteils richtig. Der Elternbrief ist echt, das Kultusministerium spricht von einer „unglücklichen Formulierung“.

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Symbolbild: Ziege. (Quelle: NickyPe/Pixabay)

von Steffen Kutzner

John Magufuli, der Präsident Tansanias, hat in einer auf Youtube kursierenden Rede behauptet, dass in seinem Land unter anderem eine Papaya, ein Huhn und eine Ziege positiv auf das Coronavirus getestet worden wären. Es gibt viele Gründe für Zweifel an dieser Aussage.

Tansanias Präsident John Magufuli hat behauptet, in seinem Land seien unter anderem Proben einer Papaya, einer Ziege und eines Frankolinhuhns mit erfundenen Namen versehen und im Labor positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Getestet worden seien Magufulis Behauptungen zufolge auch Proben von Motoröl und einem Schaf, die negativ gewesen seien, sowie einer Zibetfrucht und eines Kaninchens. Diese seien ohne eindeutigen Befund gewesen, sagt er in einer Rede, die am 7. Mai auf Youtube hochgeladen und seither 60.000 Mal aufgerufen worden war. Auch die Nachrichtenagentur Reuters griff die Behauptung Magufulis auf. 

In einem Facebook-Post, in dem die Rede aufgegriffen wurde, wird behauptet, Christian Drosten hätte den Test entwickelt. „Es war schon immer eine große Diskussion, wie genau der PCR-Test bezüglich Covid-19 ist“, schreibt der Nutzer. Es gebe Befürchtungen, der Test sei „nicht effektiv“. Da jedoch nicht klar ist, welcher Test in Tansania eingesetzt wurde, ist die Behauptung, es sei dieselbe Art von Tests wie in Deutschland, nur Spekulation. 

In einem Faktencheck hat CORRECTIV drei deutsche Universitätskliniken zu dem dort eingesetzten PCR-Test befragt. Alle teilten mit, dass der Test sehr genau sei. „Falsch positive“ Ergebnisse, also der Nachweis des Coronavirus wenn es eigentlich gar nicht vorhanden ist, seien „nahezu ausgeschlossen“, so die Experten. 

Magufulis Aussagen fehlt zudem entscheidender Kontext: Die gängigen PCR-Tests auf den Coronavirus SARS-CoV-2 wurden für die Anwendung bei Menschen konzipiert. 

PCR-Tests liefern bei Papayas keine zuverlässigen Ergebnisse

Karsten Becker, Direktor des Instituts für medizinische Mikrobiologie der Universitätsmedizin Greifswald, schreibt auf eine Anfrage von CORRECTIV: „PCR-basierte Tests können die Nukleinsäure des Virus vom Testprinzip her in den verschiedensten Materialien nachweisen“. Allerdings könne das Untersuchungsmaterial die Testreaktion negativ beeinflussen und insbesondere zu falsch-negativen Befunden führen. Denn die Reaktion in den Tests müsse „immer für das zu untersuchende Material evaluiert werden, bevor man valide Testergebnisse bekommen kann“, so Becker. 

Auszug der E-Mail von Karsten Becker, Direktor des Instituts für medizinische Mikrobiologie der Universitätsmedizin Greifswald. (Screenshot: CORRECTIV)

Das bedeutet: Wird ein Test, der eigentlich für die Verwendung beim Menschen entwickelt und evaluiert wurde, für Ziegen, Papayas und Motoröl verwendet, ist das Testergebnis – ob positiv oder negativ – in jedem Fall zweifelhaft.

Infektion von Pflanzen „in höchstem Maße unwahrscheinlich“ 

Abgesehen davon, dass die PCR-Tests nicht für Papayas ausgelegt sind, ist Magufulis Schlussfolgerung, die Papaya sei offenbar vom Coronavirus befallen, fragwürdig. 

Uwe Truyen, Professor für Tierhygiene und Tierseuchenbekämpfung an der Universität Leipzig schrieb uns: „Dass ein Virus Säugetiere und Pflanzen befällt und sich in beiden Wirten vermehren kann, ist nie beschrieben worden und in meinen Augen auch völlig unmöglich.“

Auszug aus der E-Mail von Uwe Truyen. (Screenshot: CORRECTIV)

Und auch Christina Wege, Leiterin der Forschungseinheit Molekulare und Synthetische Pflanzenvirologie der Universität Stuttgart, erklärt dazu: „Meines Wissens gibt es keinen einzigen Fall, in dem ein Säugetiervirus in einer Pflanze aktiv ist bzw. eine Pflanze aktiv befällt und sich darin vermehrt/ausbreitet.“ 

Auszug der E-Mail von Christina Wege, Leiterin der Forschungseinheit Molekulare und Synthetische Pflanzenvirologie der Universität Stuttgart. (Screenshot: CORRECTIV)

Hühner nicht infizierbar, Ziegen noch ungeprüft

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hat zum Coronavirus und Tieren bereits erste Erkenntnisse durch Infektionsstudien in Schweinen, Hühnern, Flughunden und Frettchen gewonnen. Schon am 2. April veröffentlichte das Institut eine Pressemitteilung, in der es heißt, Flughunde und Frettchen seien empfänglich für eine Infektion, Schweine und Hühner dagegen nicht. 

Eine Pressesprecherin des FLI erklärt gegenüber CORRECTIV, der Grund dafür sei, dass die für eine Infektion notwendigen Zellrezeptoren bei Vögeln nicht gut passen würden. Damit ist die Aussage von John Magufuli, es sei auch ein Frankolinhuhn positiv getestet worden, ebenfalls zweifelhaft. 

Auszug aus der E-Mail des FLI. (Screenshot: CORRECTIV)

Warum der Kontext von Proben wichtig ist

Ein Kontext, den John Magufuli in seiner Rede weglässt, ist, dass ein positiver Test nicht zwingend bedeutet, dass eine Infektion da vorliegt, wo die Probe entnommen wurde. Das Virus kann laut Studien auch auf Karton, Edelstahl oder Kunststoff nachgewiesen werden, das bedeuten aber nicht, dass diese Stoffe „infiziert“ wären. Sondern nur, dass das Virus auf der Oberfläche vorhanden ist, weil zum Beispiel jemand vorher darauf gehustet hat. Dasselbe gilt für Papayas, deren Isolation Magufuli ironisch vorschlägt. (ab 1:56 im Video) 

Auch das FLI weist darauf hin, dass ein alleiniger Nachweis des Virus im Fell oder auf den Schleimhäuten einer Ziege nicht gleichbedeutend sei mit einer Infektion. Eine Übertragung sei zum Beispiel auch durch Anniesen möglich. „Eine solche Übertragung bedeutet nicht, dass eine Infektion in dem Tier angeht und es zu einer relevanten Virusvermehrung kommen muss.“

Auszug aus der E-Mail des FLI. (Screenshot: CORRECTIV)

Falsche Handhabung als Fehlerquelle

Magufuli unterstellt in seiner Rede, dass entweder die Mitarbeiter des Labors bestochen wurden, oder dass die importierten Testkits manipuliert sein müssen. Er forderte die WHO auf, etwas dagegen dieses „schmutzige Spiel“ zu unternehmen. (ab 2:35 im Video

Zur Fehlerquelle von falschen Testergebnissen haben wir im April für einen Faktencheck deutsche Universitätskliniken um Einschätzung gebeten. Corinne Klett vom Zentralinstitut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin am Klinikum Stuttgart schrieb dazu: „Als Fehlerquelle kommt vor allem die Präanalytik in Frage, also bspw. ungenügende Abstrichtechnik, Probenverwechslung oder auch zu lange Lagerung bzw. Transportzeiten.“

Welche Tests in Tansania verwendet wurden, ist unklar

Laut ZDF wurden die Tests vom Africa CDC und der Stiftung des Alibaba-Gründers Jack Ma bereit gestellt. CORRECTIV hat die Africa Centres for Disease Control and Prevention ebenfalls angeschrieben, um herauszufinden, welche Art von Coronatests benutzt worden sein sollen und von welchem Hersteller sie stammten. Wir haben jedoch keine Antwort erhalten. Auch das Medical Stores Department antwortete uns nicht auf diese Fragen. Das Medical Stores Department ist die tansanische Behörde, die im Land für die Verteilung von medizinischem Equipment an Krankenhäuser zuständig ist.

Jedoch wären die Angaben der Behörden Tansanias auch mit Vorsicht zu genießen. Präsident Magufuli leugnet laut Medienberichten die Gefährlichkeit des Virus und hat für die Bekämpfung von Covid-19 Gebete, eine Kräutermischung und das Inhalieren von Wasserdampf empfohlen. Die Faktenchecker von Africa Check haben das bereits als nutzlos entlarvt.

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Am 25. Mai hatte Tansania laut WHO 509 bestätigte Corona-Fälle und 21 Tote. Seit 17 Tagen wurden keine neuen Fälle mehr gemeldet. Tansania ist eines der wenigen Länder Afrikas, die nicht täglich neue Zahlen an die WHO melden. Die US-Botschaft in Tansanias größter Stadt Daressalam bewertete das Risiko, sich dort mit Covid-19 zu infizieren am 13. Mai als „extrem hoch“; Krankenhäuser seien „seit Wochen überfüllt“.

Fazit

Die Aussagen John Magufulis lassen sich nicht belegen, zumal unklar ist, welche Art von Tests verwendet wurde. Ein positiver Test bedeutet zudem nicht zwingend, dass eine Infektion da vorliegt, wo die Probe entnommen wurde.

Die gängigen PCR-Tests auf SARS-CoV-2 sind nicht für die Anwendung an Papayas oder Ziegen ausgelegt, sondern für Menschen, daher sind die Ergebnisse bei dieser Anwendung zweifelhaft. Das FLI und Wissenschaftler verschiedener Universitäten bestätigten uns, dass eine natürliche Übertragung des Coronavirus in das Innere von Pflanzen und Früchten sehr unwahrscheinlich sei. Auch Hühner seien nachweislich nicht infizierbar. Ob Ziegen infiziert werden können, ist bisher noch unklar, laut FLI aber unwahrscheinlich.

Unsere Bewertung:
Unbelegt. Es ist unklar, welche Tests verwendet wurden.

SWITZERLAND WORLD ECONOMIC FORUM WEF 2019
Bill Gates am 22. Januar 2019 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz. Einen Tag später gab er dem Fernsehsender CNBC ein Interview. (Symbolfoto: picture alliance/KEYSTONE)

von Cristina Helberg

In der Telegram-Gruppe „QAnons Channel Germany“ wird ein aus dem Kontext gerissenes Zitat von Bill Gates verbreitet. Angeblich habe er in einem Interview verraten, er wolle alle Menschen impfen und so einen Gewinn von 2.000 Prozent machen. Das ist irreführend verkürzt.

„Bill Gates hat am Mittwoch bei CNBC verraten, warum er uns alle impfen will: Für einen Gewinn von 2000 Prozent“, schrieb am 20. Mai ein Nutzer in die deutsche Telegram-Gruppe „QAnons Channel Germany“. Dazu veröffentlichte er einen zehn Sekunden langen Videoausschnitt als angeblichen Beleg. Der Post wurde laut den Angaben bei Telegram mehr als 116.00 Mal gesehen. Wir haben die Behauptung geprüft. 

Das Video ist ein Ausschnitt eines Fernsehinterviews des US-amerikanischen Senders CNBC mit dem Microsoft-Gründer Bill Gates am 23. Januar 2019 beim Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz. 

Die Reporterin fragt Bill Gates zu Beginn des Videos mit Verweis auf einen kürzlich von ihm erschienen Artikel: „Sie haben in den letzten zwei Jahrzehnten 10 Milliarden Dollar in Impfungen investiert und Sie haben die Rentabilität der Investition ausgerechnet. Könnten Sie uns die Zahlen erklären?“

Bill Gates antwortet darauf: „Es ist ziemlich beeindruckend, wenn man diese Impfstoffe nimmt, sie sehr preiswert macht, […] ein Liefersystem entwickelt, so dass sie wirklich die Abdeckung da draußen bekommen, rettet man buchstäblich Millionen von Leben. […] Wir sehen eine phänomenale Erfolgsgeschichte. Es waren hundert Milliarden, die die Welt insgesamt investiert hat, unsere Stiftung etwas mehr als 10 Milliarden, aber wir haben das Gefühl, dass es einen Mehrwert von mehr als zwanzig zu eins gegeben hat. Wenn man sich also nur den wirtschaftlichen Nutzen anschaut, ist das eine ziemlich starke Zahl im Vergleich zu allem anderen, der menschliche Nutzen in Millionen von geretteten Leben […]“. 

Der Teil der Antwort, in dem deutlich wird, dass Bill Gates als Wertsteigerung den immateriellen Wert geretteter Leben betrachtet, ist in der Telegram-Nachricht abgeschnitten. So wird suggeriert, Bill Gates wolle durch Impfprogramme extrem hohe finanzielle Gewinne machen. 

Die Reporterin fragt in dem Interview weiter nach: „Ich denke, die Zahlen, die Sie durchgespielt haben, waren, wenn Sie das Geld in den S&P 500 [Anmerkung der Redaktion: Aktienindex von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen] investiert und die Dividende reinvestiert hätten, würden Sie auf etwa 17 Milliarden Dollar kommen, aber Sie denken, es sind 200 Milliarden Dollar? 

Bill Gates antwortet: „Hier, ja. Wissen Sie, kleinen Kindern zu helfen, zu leben, die richtige Ernährung zu bekommen, einen Beitrag für ihre Länder zu leisten, das hat eine Rückvergütung, die über jeden typischen finanziellen Ertrag hinausgeht”.

Bill Gates veröffentlichte Artikel in Wall Street Journal 

Bei dem von der Reporterin zu Beginn erwähnten Artikel, handelt es sich um einen Text, den Bill Gates wenige Tage vor dem CNBC-Interview, am 16. Januar 2019, im Wall Street Journal veröffentlicht hatte.

Darin schreibt er über seine Investitionen in drei internationalen Gesundheitsorganisationen: Die Impfallianz Gavi, den Global Fund und die Global Polio Eradication Initiative (GPEI). Diese hätten mit ihrem Ziel, Leben zu retten und Leid zu beenden, nicht nur alle Erwartungen übertroffen, sondern seien auch in einem traditionellen Sinn von Investitionen erfolgreich gewesen: „Sie haben eine Menge Wohlstand geschaffen, denn wenn die Menschen nicht krank im Bett liegen, können sie zur Arbeit oder zur Schule gehen.“

Darauf folgt ein Gedankenexperiment von Gates, in dem er auf ein Rechenmodell des Copenhagen Consensus Center verweist. 

„Nehmen wir an, unsere Stiftung hätte nicht in Gavi, den Global Fund und GPEI investiert und stattdessen diese 10 Milliarden Dollar in den S&P 500 gesteckt und versprochen, den Rest 18 Jahre später den Entwicklungsländern zukommen zu lassen. In der vergangenen Woche hätten diese Länder etwa 12 Milliarden Dollar erhalten, inflationsbereinigt, oder 17 Milliarden Dollar, wenn wir die reinvestierten Dividenden mit einbeziehen.“

Weiter rechnet Gates vor, eine Investition der 10 Milliarden Dollar in Energieprojekte in den Entwicklungsländern hätte eine Rendite von 150 Milliarden Dollar gebracht. Eine Investition der Summe in Infrastruktur 170 Milliarden Dollar. 

„Durch Investitionen in globale Gesundheitsinstitutionen haben wir jedoch all diese Renditen übertroffen: Die 10 Milliarden Dollar, die wir für die Bereitstellung von Impfstoffen, Medikamenten, Moskitonetzen und anderen Hilfsgütern in den Entwicklungsländern zur Verfügung stellten, brachten einen geschätzten sozialen und wirtschaftlichen Nutzen von 200 Milliarden Dollar“, so Gates. 

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Die Telegram-Gruppe „QAnons Channel Germany“, in der die falsche Behauptung verbreitet wurde, hat mehr als 22.000 Abonnenten. „QAnon“ ist ein Netzwerk US-amerikanischer Verschwörungsanhänger, die glauben, es gebe einen „Tiefen Staat“ („Deep State“) von Eliten, und Donald Trump gehe gegen diese vor. Teil dieses Mythos ist auch die Behauptung, eine Elite aus Politikern und Stars entführe Kinder in unterirdische Lager, um sie dort sexuell zu missbrauchen und das Stoffwechselprodukt Adrenochrome aus Ihnen zu sammeln und sich so zu verjüngen. 

Immer wieder tauchen in diesem Zusammenhang Falschmeldungen auf, zum Beispiel Bilder dieser angeblichen Untergrundlager, die wir unter anderem hier geprüft haben.

Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. Das Zitat ist irreführend verkürzt. Bill Gates bezieht sich auf einen theoretischen sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert durch Gesundheitshilfe.

Keime
Dieses Foto kursiert auf Facebook. Es zeigt angeblich Keime, die von einem Mundschutz stammen und belegen sollen, dass das Tragen einer Maske gesundheitsgefährdend sei. (Screenshot: CORRECTIV)

von Kathrin Wesolowski

Auf Facebook kursiert ein Foto einer Petrischale voller Keime. Es soll beweisen, dass ein Mundschutz der Gesundheit schade. Im Text dazu werden Symptome beschrieben, die nach dem Tragen auftreten sollen. Die Behauptungen sind teilweise unbelegt und irreführend.

Auf Facebook kursiert seit mehreren Wochen ein Foto, das angeblich eine Petrischale voller Keime zeigt. In dem Text dazu wird behauptet, dass sich diese Keime nach dem siebenstündigen Tragen einer Atemmaske angesammelt hätten. Laut dem Bild handelte es sich vermutlich um einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske). Mit dem Text Angeblich sollen uns diese Masken schützen! Leider ist das Gegenteil der Fall wird suggeriert, dass ein solcher Mundschutz gesundheitsschädlich sei. Zudem werden mehrere Symptome aufgezählt, die das Tragen angeblich hervorruft, so wie Atemnot oder Hautprobleme. 

Das Bild wurde von verschiedenen Personen auf Facebook geteilt, zum Beispiel hier und hier. Beide Beiträge wurden am 16. Mai veröffentlicht und insgesamt mehr als 46.000 Mal geteilt.  Auch in der Telegram-Gruppe Geheimnis der Gesundheit mit mehr als 6.500 Mitgliedern wurde es geteilt. CORRECTIV überprüfte die Behauptungen: Sie sind unbelegt und teilweise falsch. 

Erste Behauptung: Am Mundschutz sammeln sich zahlreiche Keime

In dem Text zu dem Foto einer Petrischale voller Keime wird behauptet, dass von einem Mundschutz, der sieben Stunden lang getragen wurde, ein Abstrich genommen wurde und nach 24 Stunden in einem Brutschrank zahlreiche Keime entstanden seien. Es wird suggeriert, dass diese Keime gefährlich seien.

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) schrieb dazu per E-Mail auf eine Anfrage von CORRECTIV: „Welche Keime das sind, ist aus der Kultur alleine nicht zu erkennen. Die Kulturplatte würde aber auch so aussehen, wenn man darauf spucken würde. Im Mundraum und den Atemwegen sind eben viele Bakterien bei jedem von uns. Man bezeichnet das als die normale ,Flora’. Diese Bakterien haben aber keinen Krankheitswert.”

E-Mail von der Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. (Screenshot: CORRECTIV)

Mundschutz muss regelmäßig gewechselt werden

Wie wir in einem Faktencheck bereits recherchiert haben, ist der richtige Umgang mit dem Mund-Nasen-Schutz wichtig. Wenn die Maske nach längerem Tragen feucht sei, sollte sie gewechselt werden, schrieb uns Marieke Degen vom Robert-Koch-Institut. Es könne zu einer Kontamination der Maske mit der Mund-Rachen-Flora kommen – also mit Bakterien. „Systematische und vergleichbare Studien gibt es hierzu bislang aber nicht”, schrieb sie zudem.

Der Mundschutz muss regelmäßig gewechselt und – im Falle einer wiederverwendbaren Maske aus Stoff – gereinigt werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt, selbstgenähte Masken nach der Nutzung in einem Beutel luftdicht verschlossen aufzubewahren oder sofort zu waschen. Idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad. 

Bewertung: Das Foto der Petrischale belegt nicht, dass sich gesundheitsgefährdende Keime in der Maske sammeln.

Zweite Behauptung: Mundschutz ruft Atemnot hervor durch Einatmen des ausgeatmeten CO2 

Diese Behauptung haben wir bereits in einem anderen Faktencheck überprüft. Sie ist falsch. 

Eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts schrieb dazu per E-Mail an CORRECTIV: „Dass man mehr CO2 einatmet, stimmt nicht, dass die Atmung behindert wird, schon.“ 

Und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) erklärte uns, dass ein Mund-Nasen-Schutz aus Stoff die Zusammensetzung der eingeatmeten Luft nicht ändere. „Alle Moleküle der Raumluft, und das sind im wesentlichen Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid, können die Maske passieren und werden nicht abgefiltert.“

Der Ursprung der Behauptung über CO2 ist eine Studie an der Technischen Universität München aus dem Jahr 2005, die sich mit der „Rückatmung von Kohlendioxid bei Verwendung von Operationsmasken als hygienischer Mundschutz an medizinischem Fachpersonal“ beschäftigte. Die Studie kam damals zu dem Ergebnis, dass CO2 beim Ausatmen durch eine OP-Maske nur teilweise entweichen könne. „Dieser Effekt führte zu dem Ergebnis, dass die Probanden Luft einatmeten, deren CO2-Gehalt höher war als derjenige der umgebenden Raumluft“, schrieb die Autorin. Dadurch steige die Kohlendioxid-Konzentration im Blut. (PDF, S. 35)

Das könne zu einer Zunahme der Reaktionszeit und Abnahme der Leistungsfähigkeit führen. Die Autorin der Studie empfahl Herstellern von OP-Masken deshalb, ihre Produkte durchlässiger für Kohlendioxid zu machen. (PDF, S. 41 und 42)

Die Studie beschäftigte sich ausschließlich mit zwei Modellen von OP-Masken, also dem klassischen Mund-Nasen-Schutz (PDF, S.18 bis 20). Das Tragen von filtrierenden Halbmasken (FFP-Masken) oder selbstgenähten Masken wurde nicht untersucht. Sowohl der medizinische Mund-Nasen-Schutz als auch die filtrierenden Halbmasken sind durch das Deutsche Institut für Normierung (DIN) zertifiziert und zugelassen. Beide Zertifizierungen wurden zuletzt 2009 überarbeitet, also vier Jahre, nachdem die Studie an der TU München erschienen ist.

Bewertung: Die Behauptung ist falsch, durch das Tragen eines Mundschutzes atmet man nicht zu viel CO2 ein. 

Dritte Behauptung: Mundschutz löst Bronchialbeschwerden und Gerstenkörner aus

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin  schrieb CORRECTIV per E-Mail, dass Bronchialbeschwerden beispielsweise bei einer normalen Baumwollmaske nicht auftreten. „Die zum Maskenbau benutzten Stoffe sollten ,biokompatibel’ sein, so nennt es die EN 14683 Norm.“ 

„Biokompatibilität“ ist in der Norm eine Anforderung, die die Verträglichkeit ohne negative oder unerwünschte Nebenwirkungen zusichern soll. Das heißt, um zugelassen zu werden, müssen medizinische Masken frei von Nebenwirkungen sein – das schließt Bronchialbeschwerden ein. 

Selbstgenähte Stoffmasken sind nicht zertifiziert und können aus verschiedenem Material sein, daher kann nicht geprüft werden, ob sie Beschwerden verursachen können.

Auszug aus der Norm EN 14483. (Screenshot: CORRECTIV)

In dem Text wird zudem behauptet, dass das Tragen von Mund-Nasen-Schutz ein Gerstenkorn, also eine akute Entzündung durch eine bakterielle Infektion am Augenlid, hervorrufen könne. Dass dies eine Nebenwirkung des Masketragens sein könnte, verneint die DGP. Ein Mund-Nasen-Schutz berührt beim ordnungsgemäßen Tragen auch nicht die Augen. 

Bewertung: Die Behauptungen sind laut DGP größtenteils falsch. Ein medizinischer Mundschutz muss Normen entsprechen, daher löst er keine Bronchialbeschwerden und auch kein Gerstenkorn aus.

Vierte Behauptung: Hautjucken und Pickelbildung sind Symptome nach dem Tragen eines Mundschutzes

Auf Anfrage von CORRECTIV schrieb die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, dass Hautjucken entstehen könne, wenn jemand auf das Material des Mund-Nasen-Schutzes allergisch sei. Hier weist die DGP nochmals auf die Biokompatibilität hin. 

Zudem könne jede Hautbedeckung am Körper zu Pickelbildung führen. „Das ist im Gesichtsbereich keine Ausnahme, aber auch kein besonderes Problem.“

Auszug aus der E-Mail der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. (Screenshot: CORRECTIV)

Bewertung: Die Behauptung ist teilweise falsch, weil Kontext fehlt. Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz führt nur bei Allergien gegen das Material des Mundschutzes zu Hautjucken. Zudem können bei jeder Art von Hautbedeckung Pickel auftreten.

Fazit: Die Behauptungen sind unbelegt und teilweise falsch. Das Foto der Petrischale belegt nicht, dass sich gesundheitsgefährdende Keime in der Maske sammeln. Die pauschale Behauptung, durch das Tragen eines Mundschutzes atme man mehr CO2 ein, ist falsch. Zudem treten die beschriebenen Symptome nicht auf, wenn keine Allergie besteht und der Mund-Nasen-Schutz ordnungsgemäß getragen wird.

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Das Foto belegt nicht, dass ein Mundschutz die Gesundheit gefährdet; die Behauptungen sind zudem irreführend.

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Blanko-Version der satirischen Benachrichtigungskarte. (Collage: CORRECTIV)

von Steffen Kutzner

Auf Whatsapp und Twitter macht ein Foto einer Benachrichtigungskarte die Runde, die angeblich von der WHO stammt. Die Karte verbindet mehrere Verschwörungstheorien miteinander und ist vermutlich als Satire gedacht, wird aber missverstanden.

Auf Whatsapp, Facebook und Twitter wird das Foto einer Benachrichtigungskarte geteilt, die das Logo der WHO trägt und angeblich über den verpassten Besuch eines Impfteams informiert. Das Kartendesign erinnert an die Benachrichtigungskarten, die Paketboten hinterlassen, wenn der Empfänger nicht angetroffen wurde. Das Blau der WHO und das des Logistikunternehmens Hermes ähneln sich zudem sehr, wie auch eine Bilderrückwärtssuche mit der Suchmaschine Yandex zeigt.

Es handelt sich bei der Karte um Satire, die jedoch von manchen Nutzern offenbar missverstanden wird. Leserinnen und Leser schickten uns das Bild per Whatsapp zu. Auf Facebook wurde das Bild gepostet mit den Worten: „Warten wir in Ruhe ab, wie lange es dauert bis auch diese #Theorie durch die #Wirklichkeit bestätigt wird!“

Anspielung auf verschiedene Verschwörungstheorien

Auf der Karte wird auf verschiedene Mythen rund um das Coronavirus angespielt. So könne man Termine für die Impfung unter einer fiktiven Kundenhotline vereinbaren, die angeblich zu Microsoft gehört – ein Seitenhieb auf Bill Gates, der Gegenstand etlicher Falschmeldungen ist, zu denen wir etwa hier und hier Faktenchecks veröffentlicht haben. 

Die auf der Karte angegebene Webseite existiert nicht, unter der Telefonnummer erreicht man ein Faxgerät und der Barcode ist mit zwei von drei getesteten Smartphone-Apps zwar lesbar, führt aber zu keinem hinterlegten Produkt. Die Telefonnummer enthält zudem vier Mal die Nummer 23, die Verschwörungstheoretiker mit dem angeblichen Geheimbund der Illuminaten in Zusammenhang stellen

Sollte man erneut nicht angetroffen werden, so heißt es auf der Karte, würde die Impfdosis noch sieben Werktage aufbewahrt werden, „danach werden wir 5G gegen Sie einsetzen.“ Auch der neue Mobilfunkstandard 5G war in den letzten Monaten immer wieder Anlass für Falschmeldungen, die wir unter anderem hier und hier überprüft hatten.

Foto der Benachrichtigungskarte, die auf Whatsapp kursiert. (Quelle: This is it/Twitter)

Dass die Karte nicht wirklich von der WHO stammt, lässt sich auch daraus ableiten, dass „SARS-CoV-2“ falsch geschrieben ist und sich auf angebliche „Besatzungsmächte“ bezogen wird, die am 15. Mai einen „Beschluß“ [sic] zur Impfpflicht gefasst hätten. Die angebliche Kontrolle der BRD durch die Besatzungsmächte des Zweiten Weltkrieges und die Vorstellung einer ebenfalls auf der Karte erwähnten „BRD GmbH“ stammt aus dem Kontext der so genannten Reichsbürger. Der Verfassungsschutz schreibt dazu: „In ihrer Gesamtheit ist die Szene der ‘Reichsbürger’ und ‘Selbstverwalter’ als staatsfeindlich einzustufen.“

Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland, außer gegen die Masern, nicht. Auch existiert noch kein Impfstoff gegen SARS-CoV-2. Der 15. Mai war das Datum, das Verschwörungstheoretiker wie Attila Hildmann als Beginn der so genannten Neuen Weltordnung ausgerufen hatten.

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Die Benachrichtigungskarte wurde zuerst am Abend des 17. Mai 2020 von dem Twitter-Account „This is it“ gepostet, der kurz danach unter demselben Tweet auch die Blanko-Version veröffentlichte. Laut Profil des Accounts gehört er einem nicht namentlich genannten freien Satire-Autor „von Postillon bis extra3“. 

Fazit: Die Benachrichtigungskarte ist offensichtlich als Seitenhieb auf die vielen verschiedenen Verschwörungstheorien gemeint, die im Zuge der Corona-Pandemie kursieren. 

Unsere Bewertung:
Völlig falsch. Die Benachrichtigungskarte ist Satire.

Symbolbild Maske
Auf Facebook und Whatsapp verbreiten sich teilweise falsche Behauptungen zum Tragen von Masken. (Symbolbild: Adam Nieścioruk / Unsplash)

von Lea Weinmann

In den Sozialen Netzwerken verbreitet sich ein Flyer, der vor angeblichen Gesundheitsgefahren beim Tragen von Masken warnt. Die Behauptungen darin sind falsch oder stark verkürzt dargestellt. Der Autor des Papiers zweifelt die Existenz des Coronavirus generell an, sagt er gegenüber CORRECTIV.

Das Foto eines Informationspapiers zum Thema Masken verbreitet sich auf Facebook. Auf diesem Flyer werden verschiedene angeblich gesundheitsschädliche Gefahren aufgelistet, die beim Tragen von Masken entstehen würden. Der Facebook-Beitrag wurde am 15. Mai veröffentlicht und bisher mehr als 3.700 Mal geteilt.

Auch über Whatsapp wird der Aushang offensichtlich verbreitet. Die Behauptungen darin sind jedoch teilweise falsch.

Ein Foto dieses Flyers verbreitet sich auf Facebook und Whatsapp. Die Behauptungen zum Tragen von Masken sind jedoch teilweise falsch. (Quelle: Facebook, Screenshot: CORRECTIV)

Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Maskentypen, die allesamt während der Covid-19-Pandemie zum Einsatz kommen: Community- oder Stoffmasken (auch Mund-Nasen-Bedeckung genannt), medizinische OP-Masken (auch Mund-Nasen-Schutz genannt) und die filtrierenden Halbmasken (FFP-Masken). Die beiden letzteren sind für den Einsatz im medizinischen Bereich vorgesehen.

Unser Faktencheck bezieht sich deshalb vorrangig auf die Stoffmasken, die meist aus handelsüblichen Stoffen genäht werden und für den privaten Gebrauch gedacht sind.

Erste Behauptung: Man atme seine Atemluft wieder ein und habe dadurch mehr Kohlendioxid und Stickoxide im Blut

Das ist falsch.

In dem Aushang sind keine Belege für diese Behauptungen genannt. Sie könnten aber auf einer 15 Jahre alten Studie beruhen. Tatsächlich erschien im Jahr 2005 – also lange vor der Corona-Pandemie – eine Studie an der Technischen Universität (TU) München, die sich mit der „Rückatmung von Kohlendioxid bei Verwendung von Operationsmasken als hygienischer Mundschutz an medizinischem Fachpersonal“ beschäftigte.

Studie untersuchte zwei Modelle von OP-Masken

Die Studie kam damals zu dem Ergebnis, dass das CO2 beim Ausatmen durch die OP-Maske nur teilweise entweichen könne. „Dieser Effekt führte zu dem Ergebnis, dass die Probanden Luft einatmeten, deren CO2-Gehalt höher war als derjenige der umgebenden Raumluft.“ Dadurch steige die Kohlendioxid-Konzentration im Blut (PDF, Seite 35). Die Autorin der Studie empfahl Herstellern von OP-Masken damals, ihre Produkte durchlässiger für Kohlendioxid zu machen (PDF, Seite 41 und 42).

Die Untersuchung beschäftigte sich allerdings ausschließlich mit zwei Modellen von OP-Masken, also dem klassischen Mund-Nasen-Schutz (PDF, Seite 18 bis 20). Das Tragen von filtrierenden Halbmasken (FFP-Masken) oder selbstgenähten Stoffmasken wurde nicht untersucht. Seit 2005 gab es keine weitere Studie mehr, die zu ähnlichen Ergebnissen kam.

Außerdem schreibt die Autorin selbst am Ende: „Eine kompensatorische Erhöhung der Atemfrequenz oder ein Abfall der Sauerstoffsättigung wurde dabei nicht nachgewiesen.“

Verschiedene Experten widersprechen der Behauptung

Dominic Dellweg, Experte bei der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), schreibt auf Anfrage von CORRECTIV: „Die Maske ändert die Zusammensetzung der eingeatmeten Luft nicht. Alle Moleküle der Raumluft; und das sind im wesentlichen Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid; können die Maske passieren und werden nicht abgefiltert.“

Eine eng anliegende Maske habe keinen „wesentlichen Totraum“ – Totraum meint die Menge an Luft, die nach der Ausatmung in der Maske bleibt und wieder eingeatmet wird. Wenn eine Maske eng am Gesicht anliege, sei dieser zu vernachlässigen, schreibt Dellweg: „Daher kommt es nicht zu einem Anstieg von CO2 im Blut.“ Auch Stickstoff beziehungsweise Stickoxid-Konzentrationen würden durch die Maske nicht beeinflusst, da Stickstoff gar nicht am Gasaustausch [Anm. d. Red: also dem Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid beim Atmen] teilnehme.

Die München Klinik, ein Verbund städtischer Krankenhäuser in der Landeshauptstadt, hat die Behauptung zu Kohlendioxid in einem Facebook-Beitrag ebenfalls als falsch bewertet. CO2 sei ein Gas, das nicht am Stoff hängen bleibe. Mit jedem Atemzug komme genug frische, sauerstoffreiche Luft in die Lungen, heißt es in dem Beitrag vom 19. Mai.

Die München Klinik erklärt am 19. Mai auf Facebook: Die Behauptung, unter Masken sammele sich gefährliches CO2, sei falsch. (Quelle: Facebook, Screenshot: CORRECTIV)

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) widerspricht auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail: „Dass man mehr CO2 einatmet stimmt nicht, dass die Atmung behindert wird, schon.“

Zweite Behauptung: Man atme weniger Sauerstoff ein, die Lunge sei nicht mehr „belüftet“, das fördere Lungenkrankheiten

Diese Behauptung ist teilweise falsch, teilweise unbelegt.

Richtig ist, dass man beim Tragen von Stoffmasken schlechter Luft bekommt – das kann jeder nachvollziehen, der beim Einkaufen schon eine Maske benutzt hat. Die RKI-Sprecherin bestätigt das in ihrer E-Mail. Mund-Nasen-Bedeckungen, also Stoffmasken, umfassten eine sehr weite Bandbreite von Materialien und Verarbeitungsweisen, schreibt sie. Mehrlagige, sehr dichte und enganliegende Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen, könne gerade für ältere Menschen oder für Menschen mit Lungenkrankheiten sehr anstrengend sein.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in Stuttgart schreibt in einer Stellungnahme zum Thema Masken Anfang Mai: „Eine geringere Luftdurchlässigkeit ist in der Regel mit einer besseren Filterleistung verbunden, erhöht aber auch die Belastung der Atempumpe. Bei der Materialauswahl sollte darauf geachtet werden, dass längeres (dauerhaftes) Atmen durch die anliegende Maske möglich ist.“

Per E-Mail ergänzt DGP-Experte Dellweg: „Jede Atemmaske hat einen gewissen Luftwiderstand. Gesunde Menschen können diesen erhöhten Widerstand aber problemlos kompensieren, eine Minderbelüftung der Lunge findet so nicht statt. Somit werden auch keine Lungenkrankheiten gefördert.“

Patienten mit schweren Lungen- oder Herzerkrankungen sollten sich jedoch individuell durch ihren Arzt beraten lassen – um zu klären, ob der Atemwiderstand einer Maske die Atmung behindere.

Unklar ist, ob das langzeitige Tragen von Atemmasken insgesamt das Risiko, krank zu werden, erhöhen könnte. In einer Studie von 2015, die den Gebrauch von Stoffmasken im Vergleich zu medizinischen Masken untersuchte, sollten Mitarbeiter vietnamesischer Krankenhäuser während ihrer gesamten Schicht einen Mundschutz tragen. Eine Gruppe nutzte einen medizinischen Mundschutz, die andere Gruppe einen Stoffmundschutz. Einer Kontrollgruppe wurde freigestellt, ob sie einen Mundschutz tragen wollte. Das Ergebnis nach vier Wochen: Die Rate aller Atemwegserkrankungen und grippeähnlichen Erkrankungen war in der Gruppe mit Stoffmasken am höchsten (PDF, Seite 1).

In der Diskussion zur Studie heißt es: „Die physikalischen Eigenschaften einer Stoffmaske, die Wiederverwendung, die Häufigkeit und Wirksamkeit der Reinigung sowie die erhöhte Feuchtigkeitsspeicherung können möglicherweise das Infektionsrisiko für HCWs [Anm. d. R.: Health Care Workers] erhöhen“ (PDF, Seite 6).

Dritte Behauptung: Wenn man die Maske länger als eine halbe Stunde trage, werde sie durch Bakterien verkeimt

Das ist grundsätzlich möglich.

Eine Mund-Nasen-Bedeckung sollte spätestens dann gewechselt werden, wenn sie durch die Atemluft durchfeuchtet ist, rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einem Merkblatt zum Thema Masken: „Denn dann können sich zusätzliche Keime ansiedeln.“

Auch das RKI empfiehlt, Masken zu wechseln, wenn sie feucht geworden sind. Es könne sonst zu einer Kontamination der Maske mit der Mund-Nasen-Rachenflora kommen, bei der man sich mit Bakterien infizieren könne. „Systematische und vergleichbare Studien gibt es hierzu bislang aber nicht“, schreibt die RKI-Sprecherin.

Das RKI rät in seiner E-Mail, den Mundschutz nicht dauerhaft, sondern zeitlich begrenzt zu tragen, zum Beispiel beim Einkauf oder in Bus und Bahn. „Ein MNB (Anm. d.R.: Mund-Nasen-Bedeckung) ist nicht dauerhaft erforderlich“, schreibt die Sprecherin.

Zudem muss der Mundschutz regelmäßig gewechselt und gereinigt werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt, selbstgenähte Masken nach der Nutzung in einem Beutel luftdicht verschlossen aufzubewahren oder sofort zu waschen. Idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad.

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Vierte Behauptung: Die Maske kann keine Viren zurückhalten

Auch das stimmt nach bisherigen Erkenntnissen so nicht, die Datenlage zu Stoffmasken ist aber sehr gering.

In dem „Infopapier“ sind auch dafür keine Belege genannt. Wie einer unserer früheren Faktenchecks zeigt, könnte sich die Behauptung auf eine kontrollierte Untersuchung von vier Patienten stützen, die Anfang April veröffentlicht wurde. Die Patienten haben je fünfmal ohne Mundschutz, mit chirurgischem Mundschutz, mit einer Stoffmaske und noch einmal ohne Mundschutz in eine Petrischale gehustet.

Die im Versuch gemessene Viruslast in der Petrischale nach dem Husten mit und ohne Mundschutz hat sich laut den Autoren nicht wesentlich verändert. Das Ergebnis bei einem Mundschutz aus Baumwolle war dabei in zwei der vier Ergebnisse besser als das bei einem chirurgischen Mundschutz.

Infektiologe zweifelt Aussagekraft der Studie an

Abschließend schreiben die Autoren der Studie: „Dieses Experiment beinhaltete keine N95-Masken und spiegelt nicht die tatsächliche Übertragung der Infektion durch Patienten mit Covid-19 wider, die verschiedene Arten von Masken tragen. Wir wissen nicht, ob Masken die zurückgelegte Strecke der Tröpfchen beim Husten verkürzen. Es sind weitere Studien erforderlich, um zu empfehlen, ob Gesichtsmasken die Übertragung des Virus von asymptomatischen Personen oder von Personen mit Verdacht auf Covid-19, die nicht husten, verringern.“

Dem Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks sagte der Infektiologe Bernd Salzberger des Universitätsklinikums Regensburg im April, er halte die Studie nicht für einen Beweis für die Unwirksamkeit von Masken. Das starke Husten in die Maske sei nicht mit einer realen Situation zu vergleichen. Im Alltag würde der Mundschutz vor allem helfen, beim Sprechen Tröpfchen aufzufangen, so der Infektiologe.

Schutzwirkung für andere laut RKI wissenschaftlich nicht belegt, aber plausibel

Das RKI erklärt auf seiner Webseite, das Risiko, andere Personen durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, könne mit einer Mund-Nasen-Bedeckung verringert werden (Fremdschutz). Allerdings macht das Institut auch deutlich: „Eine solche Schutzwirkung ist bisher nicht wissenschaftlich belegt, sie erscheint aber plausibel.“

In einem RKI-Bulletin vom 7. Mai zum Thema Masken steht zudem: „Die Filterwirkung von MNB [Anm. d. Red: Mund-Nasen-Bedeckung] auf Tröpfchen und Aerosole wurde nur in wenigen Studien untersucht und war im Vergleich zu medizinischem MNS geringer“ (PDF, Seite 3 und 4). Wegen der unterschiedlichen Materialien und fehlender Daten zur Schutzwirkung seien Mund-Nasen-Bedeckungen „nicht für den Arbeitsschutz empfohlen“, schreibt das RKI. Bei einem Hustenstoß sei die Filterwirkung – sowohl von selbstgenähten Stoffmasken als auch von OP-Masken – reduziert.

Stoffmasken schützen nicht den Träger

Generell schützen selbstgenähte Stoffmasken den Träger nicht vor einer Infektion durch andere, informiert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Sie sind nur als Spuckschutz gedacht und sollen damit die Weiterverbreitung von Viren eindämmen. Dadurch solle jedoch kein „trügerisches Sicherheitsgefühl“ entstehen, warnt die BZgA. Sowohl das RKI, als auch die BZgA bekräftigen, dass eine Maske zusätzlich zu den bisherigen Empfehlungen in bestimmten Situationen getragen werden sollte. Das Tragen einer Maske hebe die Empfehlungen bezüglich Kontaktreduktion, Abstandhalten, Händehygiene und Husten- und Nies-Etikette nicht auf (PDF, Seite 4).

Fazit

Die Behauptungen, die auf dem Flyer als „Medizinische Information“ verbreitet werden, sind teilweise falsch oder es fehlen Daten.

Verbreitet wurde das Papier von einem Daniel Stoica, der laut dem Papier dem „Studienkreis 5BN“ angehört. 5BN steht offensichtlich für „5 biologische Naturgesetze“, die auch auf dem Flyer erwähnt werden. Dahinter steht ein Denkansatz, mit dem sich angeblich alle Krankheiten „von der Erkältung bis zum Krebs“ erklären ließen. Auf einer anderen Webseite dazu steht, es gehe darum, „zu zeigen, wie biologische Organismen gemäß den 5 biologischen Naturgesetzen funktionieren“.

Am Telefon hat Stoica gegenüber CORRECTIV bestätigt, dass er den Flyer „um den 10. Mai“ per E-Mail an die Mitglieder seines Vereins verschickt habe. „Irgendjemandem muss es dann gut gefallen haben und dann hat es jemand hochgeladen.“ Er sei selbst kein Arzt, sondern habe den Inhalt mit dem Arzt Franz Gradnig, der im Nachbarort praktiziere, zusammengestellt – um die Leute vor den Masken zu warnen. Im unteren Teil des Aushangs sind Name und Adresse von Gradnig genannt, einem „Praktischen Arzt“ in Fürstenfeld (Österreich).

Zum Ende unseres Telefonats zweifelte Stoica die Existenz des Coronavirus an: „Sie kriegen 1.000 Euro, wenn Sie mir eine wissenschaftliche Arbeit liefern, die belegt, dass es das Virus gibt und es die Krankheit Covid-19 auslöst.“

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Unter Stoffmasken sammelt sich kein gefährliches CO2, und sie fördern auch keine Lungenkrankheiten.

Titelbild
Screenshot des Bildes, das auf Facebook kursiert. (Quelle: Facebook, Screenshot: CORRECTIV)

von Kathrin Wesolowski

Auf einem in den Sozialen Netzwerken geteilten Bild wird behauptet, dass Mundschutz für Kleinkinder gefährlich sei. Es drohe eine Atemlähmung. Diese Behauptungen sind falsch.

Auf Facebook kursiert seit mehreren Wochen ein Bild, unter anderem mit der Überschrift Mundschutz: Kleinkinder gar nicht!”. In dem Text dazu wird behauptet, dass Mundschutz für Kinder unter zwölf Jahren ungeeignet und für Kinder unter sechs Jahren gefährlich sei. In dem Bild wird zudem behauptet, Kinder könnten den CO2-Ausstoß nicht kontrollieren und würden nicht merken, wenn sie zu wenig Luft einatmen würden. Zudem führe das wiederholte Einatmen von CO2 zu Atemlähmung.

Das Bild wurde von verschiedenen Personen bei Facebook geteilt, zum Beispiel hier und hier, beide Beiträge wurden am 22. April veröffentlicht. Die Behauptungen darin sind falsch. Das Tragen einer Maske ist für Kinder nur in ganz bestimmten Fällen gesundheitsschädlich. 

Erste Behauptung: Mundschutz sei für Kinder unter zwölf Jahren ungeeignet und für Kinder unter sechs Jahren gefährlich

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin schrieb per E-Mail an CORRECTIV: Für gesunde Kinder, die ein Jahr oder älter sind, sind solche Masken ungefährlich, solange das Kind wach ist und man es nicht zwingt, die Masken auf zu behalten, wenn es diese nicht mehr haben will.“

Da man Kindern den Sinn einer Maske erst ab einem Alter von drei oder vier Jahren erklären könne, ist die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin gegen eine Maskenpflicht von Kindern. Eine passende Altersgrenze sei für die Akademie noch unklar.

E-Mail des Generalsekretärs Hans-Iko Huppertz von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin. (Screenshot: CORRECTIV)

Fazit: Diese Behauptung ist größtenteils falsch. 

Zweite Behauptung: Mundschutz führt durch wiederholtes Einatmen von CO2 zur Atemlähmung

Wie wir in einem Faktencheck bereits überprüften, ist auch die Behauptung, Kinder könnten den CO2-Ausstoß nicht kontrollieren und würden nicht merken, wenn sie zu wenig Luft einatmen, falsch. Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin teilte uns per E-Mail mit, dies sei völliger Unsinn, wenn das Kind gesund und wach ist“.

Auszug aus der E-Mail der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin. (Screenshot: CORRECTIV)

Allerdings schrieb uns 3M, ein Hersteller verschiedener Masken, per E-Mail, er rate dringend davon ab, dass Kleinkinder und Säuglinge filtrierende Atemschutzmasken tragen. Dabei drohe Erstickungsgefahr.

RKI: Durch Mundschutz atmet man nicht mehr CO2 ein

In unserem Faktencheck überprüften wird zudem, ob man beim Tragen eines Mundschutzes zu viel CO2 einatme. Eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI) schrieb dazu per E-Mail an CORRECTIV: „Dass man mehr CO2 einatmet stimmt nicht, dass die Atmung behindert wird, schon.“ Wie in unserem Faktencheck berichtet, beschäftigte sich im Jahr 2005 eine Studie an der Technischen Universität München mit der „Rückatmung von Kohlendioxid bei Verwendung von Operationsmasken als hygienischer Mundschutz an medizinischem Fachpersonal“.

Studie von 2005: CO2 könne bei OP-Masken nur teilweise entweichen

Die Studie kam damals zu dem Ergebnis, dass das CO2 beim Ausatmen durch eine OP-Maske nur teilweise entweichen könne. „Dieser Effekt führte zu dem Ergebnis, dass die Probanden Luft einatmeten, deren CO2-Gehalt höher war als derjenige der umgebenden Raumluft“, schrieb die Autorin. Dadurch steige die Kohlendioxid-Konzentration im Blut. (PDF, S. 35)

Das könne zu einer Zunahme der Reaktionszeit und Abnahme der Leistungsfähigkeit führen. Die Autorin der Studie empfahl Herstellern von OP-Masken, ihre Produkte durchlässiger für Kohlendioxid zu machen. (PDF, S. 41 und 42)

Studie bezieht sich nicht auf FFP-Masken oder selbstgenähten Mundschutz

Die Studie beschäftigte sich ausschließlich mit zwei Modellen von OP-Masken, also dem klassischen Mund-Nasen-Schutz (PDF, S.18 bis 20). Das Tragen von filtrierenden Halbmasken (FFP-Masken) oder selbstgenähten Masken wurde nicht untersucht.

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Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) schrieb auf eine Anfrage von CORRECTIV per E-Mail, dass ein Mund-Nasen-Schutz aus Stoff die Zusammensetzung der eingeatmeten Luft nicht ändere. Alle Moleküle der Raumluft, und das sind im wesentlichen Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid, können die Maske passieren und werden nicht abgefiltert.

In den meisten Bundesländern gilt eine Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren

In einer E-Mail an CORRECTIV schrieb Anja Ströhlein, Pressesprecherin des Herstellers 3M für verschiedene Maskenarten: „Die EN149 Norm setzt klare Grenzen für den Ein- und Ausatemwiderstand von Atemschutzmasken – die Norm 14683 entsprechend für chirurgische Masken.“ Man könne deshalb davon ausgehen, dass es bei der korrekten Handhabung nicht zu einer Ansammlung von Kohlendioxid unter dem Atemschutz komme.

In Deutschland gilt in den meisten Bundesländern die Maskenpflicht erst für Kinder ab sechs Jahren. Einige Bundesländer machen eigene Vorgaben: In Sachsen beispielsweise müssen Kinder Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie dazu in der Lage sind. Das liegt im Ermessen der Eltern. In Sachsen-Anhalt gilt eine Maskenpflicht ab zwei Jahren, bei Verstößen droht aber kein Bußgeld.

Fazit: Ein Mundschutz führt nicht zu Atemlähmungen bei Kindern, wenn sie gesund und wach sind.

Unsere Bewertung:
Falsch. Das Tragen einer Maske ist für Kinder nicht gefährlich.

Luc Montagnier im Interview mit dem französischen Sender CNews.
Luc Montagnier im Interview mit dem französischen Sender CNews. (Quelle: Youtube / Screenshot: CORRECTIV)

von Alice Echtermann

Immer wieder wird eine Behauptung des Virologen Luc Montagnier als angeblicher Beleg herangezogen, dass das Coronavirus in einem Labor hergestellt wurde. Montagnier sagte, das Virus enthalte Gen-Sequenzen von HIV. Zahlreiche Wissenschaftler haben diese Behauptung jedoch widerlegt. 

In einem Artikel vom 18. April schrieb die Seite Sputnik-News: „Nobelpreis-Virologe Montagnier: Neues Coronavirus stammt aus Labor“. Der Text wurde laut dem Analysetool Crowdtangle bisher mehr als 4.000 Mal auf Facebook geteilt. Die These, die darin vertreten wird, wurde bereits mehrfach von Wissenschaftlern widerlegt. 

Der weltweit anerkannte Virologe Luc Montagnier behauptete im April in einem französischen Interview, das neuartige Coronavirus enthalte teils identische Sequenzen wie HIV. Er schlussfolgerte daraus, dass SARS-CoV-2 nur in einem Labor hergestellt worden sein könne. 

Montagnier sagte in dem Interview, das mit deutschen Untertiteln auch auf Youtube auftaucht, er arbeite nicht im Labor, sondern am Computer. „Wir sind zu der Schlussfolgerung gekommen, das der Virus manipuliert wurde. Ein Teil, ein Modell des Virus, ein klassisches Modell, dass der Virus von der Fledermaus kam. Aber auf dieses Modell hat man Sequenzen des HIV-Virus zugefügt.“ Er wisse nicht, wer das getan habe, aber es sei „die Arbeit von Professionellen, von Molekular-Biologen“. „Das genetische Material des Virus ist ein langer Streifen RNA, an einem bestimmten Platz hat man kleine Sequenzen von HIV eingebaut. Aber diese Sequenzen sind zwar klein, aber sie haben trotzdem eine Bedeutung.“

Luc Montagnier erhielt 2008 den Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung des HI-Virus, das die Krankheit Aids auslöst. Der inzwischen 88-jährige Virologe steht laut Medienberichten aufgrund von Behauptungen zur Wirksamkeit von Homöopathie oder zur Heilung von HIV und Aids immer wieder in der Kritik. 

Auch die aktuellen Behauptungen zum neuartigen Coronavirus reihen sich da mit ein. 

Besonders deutlich wurde Virologe Christian Drosten im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“. Auf eine Frage der Wissenschaftsjournalistin nach Montagnier und seinen Behauptungen, sagte Drosten: „Es ist schwierig für einen aktiven Wissenschaftler in der Virologie zu sagen, dass ein Nobelpreisträger im Fach Virologie Unsinn verbreitet. Aber das ist kompletter Unsinn.“

Wissenschaftliches Paper wurde zurückgezogen

Ihren Ursprung nahm die Theorie wohl mit einem Artikel von indischen Wissenschaftlern, der Ende Januar auf den Preprint-Server BioRXIV hochgeladen wurde. Es handelte sich um einen sogenannten Preprint, eine Arbeit, die noch nicht von anderen Wissenschaftlern überprüft worden war. Sie befeuerte den Mythos, das Coronavirus sei nicht natürlichen Ursprungs, weil es darin hieß, man habe bei vier Insertionen im Genom des Coronavirus Ähnlichkeiten zu Sequenzen von HIV-1 gefunden. Insertionen sind eine Art von Gen-Mutation, bei der ein zusätzliches Nukleotid (DNA-Abschnitt) in eine DNA-Sequenz eingefügt wird.

Die Autoren haben den Artikel jedoch Anfang Februar zurückgezogen. In einem Kommentar schrieb einer von ihnen, Prashant Pradhan, vor vier Monaten, man habe nicht die Absicht gehabt, Verschwörungstheorien zu nähren. Das war also vor Montagniers TV-Interview im April. 

In einer Studie vom 14. Februar, die im Journal Emerging Microbes & Infections veröffentlicht wurde, wird zudem explizit widersprochen: HIV-1 habe nicht zum Genom des neuartigen Coronavirus beigetragen. Der Text bezieht sich direkt auf die Arbeit der indischen Forscher: Sie impliziere, dass das Coronavirus generiert worden sein könnte, mit Genfragmenten aus dem Genom von HIV-1. Ihre eigene Analyse der vier Insertionen habe aber keinerlei Belege dafür geliefert, schreiben die Autoren.

Auszug aus Studie
Auszug aus dem Bericht im Journal Emerging Microbes & Infections (Screenshot: CORRECTIV)

Die Insertionen seien gar nicht spezifisch für HIV-1, sondern beim Abgleich mit einer Datenbank bekomme man Treffer für viele verschiedene Lebensformen, zum Beispiel auch Bakterien, erklären die Forscher weiterhin.

Suchergebnisse in der Viren-Datenbank zum Abgleich der Gen-Sequenzen.
Suchergebnisse in der Viren-Datenbank zum Abgleich der Gen-Sequenzen. (Screenshot: CORRECTIV)

Zu demselben Ergebnis kamen auch Faktenchecks der Seiten European Scientist und Health Feedback. In letzterem Artikel zitierten die Autoren den Virologen Trevor Bedford, der auf Twitter Ende Januar schrieb, die verglichenen Gen-Sequenzen seien so kurz, dass die Wahrscheinlichkeit, dass man Ähnlichkeiten bei anderen Organismen, einschließlich HI-Viren, finde, sehr hoch sei. „Die beobachteten Insertionen sind komplett vereinbar mit natürlicher Evolution dieser Viren in Fledermäusen.“ 

Auszug aus dem Faktencheck von Health Feedback.
Auszug aus dem Faktencheck von Health Feedback. (Screenshot: CORRECTIV)

Wissenschaftler: Alles deutet auf natürlichen Ursprung des Virus hin

Bereits im Februar hatten zudem zahlreiche Wissenschaftler betont, alles deute auf einen natürlichen Ursprung des Virus hin.

In einem Artikel im Journal Nature (17. März) erklärte eine weitere Gruppe von Forschern, was im Genom des Coronavirus gegen die Theorie spreche, es sei im Labor erschaffen worden.

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Ein „starker Beleg“ sei, dass die Interaktion des Virus mit den menschlichen ACE2-Rezeptoren „nicht ideal“ sei. Dies deute darauf hin, dass es durch „natürliche Auslese“, also Evolution zustande kam. Plausibel sind laut den Wissenschaftlern zwei Szenarien – entweder sei die Veränderung des Virus in einem tierischen Wirt vor der Übertragung auf den Menschen geschehen, oder erst danach, also im Menschen selbst. Im ersten Szenario sei es wahrscheinlich, dass Fledermäuse als „Reservoir“ des Virus dienten. Doch auch bei Schuppentieren (Pangolins) kämen Coronaviren vor, die SARS-CoV-2 sehr ähnlich seien.  

Die Forscher kommen zum Schluss: „Unsere Analyse zeigt klar, dass SARS-CoV-2 kein Laborkonstrukt oder absichtlich manipuliertes Virus ist.“ 

Unsere Bewertung:
Falsch. Mehrere Wissenschaftler stellen klar: Es wurden keine Sequenzen von HIV im Labor in das Coronavirus eingefügt. 

Screenshot YouTube
Screenshot aus dem CNBC-Interview mit Bill Gates. (Quelle: CNBC Television/Youtube, Screenshot: CORRECTIV)

von Steffen Kutzner

Eine Webseite behauptet, Bill Gates habe in einem Interview 700.000 Opfer durch die Corona-Impfung prognostiziert. Gesagt hat er das aber gar nicht.

In einem Interview mit dem US-amerikanischen Fernsehsender CNBC habe Bill Gates 700.000 Opfer durch die Corona-Impfung angekündigt – so wird es in einem Gastbeitrag auf der Webseite von Ken.FM behauptet. In dem Artikel steht: „Er nennt das – Tod oder dauerhafte Behinderung – ‘Seiteneffekte’.“ 

Bill Gates spricht in dem Interview aber nicht von „Opfern“ und auch nicht davon, dass Menschen sterben werden. Es geht unter anderem darum, wie schnell gewöhnlich Ergebnisse in der Impfstoffforschung vorliegen und, dass im Fall des SARS-CoV-2-Impfstoffes besonders ältere Leute profitieren würden, weil sie die am stärksten betroffene Bevölkerungsschicht sind. 

Hochgeladen wurde das Video des Interviews am 9. April 2020 auf den offiziellen Youtube-Kanal des Senders. Der Gastbeitrag auf der Webseite KenFM wurde am 11. Mai 2020 veröffentlicht und zitiert einen Teil des Interviews, einmal in der englischen Version und einmal in einer deutschen Übersetzung. Der zitierte Abschnitt beginnt bei Minute 3:15 im Video.

Auszug aus dem Artikel der Webseite KenFM, in dem der Interviewausschnitt von Bill Gates zitiert wird. (Quelle: KenFM, Screenshot: CORRECTIV)

Irreführende Überschrift: Gates spricht nicht von „Opfern“

Der Gastbeitrag zitiert Gates’ Aussagen in dem Interview korrekt, interpretiert sie aber auf irreführende Weise. 

Wie aus dem Zitat hervorgeht, spricht Bill Gates nicht von „Opfern“, die eine Behinderung oder den Tod erleiden würden, sondern von „Nebenwirkungen“. Er erklärt in dem Interview mit CNBC, dass eine Impfstoffentwicklung vermutlich noch etwa 18 Monate dauern würde, auch wenn es vielversprechende Ansätze gebe. Er weist auch darauf hin, dass es ein Problem sei, dass gewöhnliche Grippeimpfungen bei älteren Menschen oft nicht in dem Maße helfen würden wie bei jüngeren. Im Fall der Impfung gegen das Coronavirus müssten aber besonders ältere Menschen davon profitieren. Dafür müsse man den Impfstoff verstärken, er dürfe aber trotzdem keine stärkeren Nebenwirkungen haben.

Er rechnet dann vor, dass, wenn Nebenwirkungen bei einer von 10.000 Impfungen aufträten, insgesamt 700.000 Menschen betroffen wären, würde man sieben Milliarden Menschen impfen. (Sieben Milliarden sind fast die ganze Weltbevölkerung, die aktuell laut UN bei 7,7 Milliarden Menschen liegt.) Was genau Bill Gates mit Nebenwirkungen meint, sagt er nicht. 

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Die Überschrift des Beitrags auf KenFM ist irreführend, weil die Formulierung „Bill Gates prognostiziert 700.000 Opfer durch Corona-Impfung“ andeutet, dass 700.000 Menschen sterben würden. Die Behauptung wurde auch an anderen Stellen aufgegriffen, unter anderem – in leicht abgewandelter Form – von einem Arzt, dessen Behauptungen wir hier widerlegt haben.

Ein Impfstoff gegen SARS-CoV-2 steht laut Angaben des Robert-Koch-Instituts bisher nicht zur Verfügung. Mehrere Impfstoff-Kandidaten würden derzeit entwickelt und teils auch schon in klinischen Studien geprüft. Es ist aktuell also nicht möglich, vorauszusagen, welcher Impfstoff am Ende zugelassen wird und wie viel Prozent der Geimpften Nebenwirkungen davon bekommen könnten. 

Fazit: Bill Gates spricht in dem Interview nicht von „Opfern“ oder gar, wie impliziert wird, Toten, sondern lediglich von Nebenwirkungen, die er nicht näher bezeichnet. Er tut das jedoch, um zu argumentieren, dass Impfstoffe möglichst keine Nebenwirkungen haben sollten. Die Überschrift des Beitrags ist also irreführend und weckt falsche Befürchtungen.

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Die Überschrift des Beitrags ist irreführend.

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Auf Facebook verbreitet Michael Spitzbart falsche Behauptungen über Bill Gates.. (Quelle: Facebook / Dr. Michael Spitzbart, Screenshot: CORRECTIV)

von Lea Weinmann

Der Arzt Michael Spitzbart schreibt auf Facebook und Instagram, Bill Gates habe zugegeben, dass er mit 700.000 Impfschäden durch einen Covid-19-Impfstoff rechne. Zudem habe er in Indien nach einer „Impfaktion“ 490.000 gelähmte Kinder hinterlassen. Unser Faktencheck zeigt: Die erste Behauptung ist teilweise falsch, die zweite falsch.

Michael Spitzbart behauptet in einem Facebook-Beitrag vom 13. Mai, 490.000 Kinder seien in Folge einer „Polio-Impfaktion“ von Bill Gates in Indien gelähmt worden. Das stimmt nicht, wie unser Faktencheck zu den angeblichen „Impfverbrechen“ von Bill Gates zeigt. Auch die Darstellung, Gates habe „zugegeben“, dass er mit 700.000 Impfschäden durch einen Covid-19-Impfstoff rechne, ist irreführend.

Michael Spitzbart ist laut seiner Webseite Arzt für „präventive und orthomolekulare Medizin“  und hat eine Praxis in Salzburg. Sein Beitrag zu Bill Gates wurde bisher fast 2.500 Mal auf Facebook geteilt. Spitzbart hat ihn auch auf seinem Instagram-Profil veröffentlicht.

Ausschnitt aus dem Facebook-Beitrag von Michael Spitzbart. Er behauptet darin unter anderem, als Folge einer Impfaktion von Bill Gates in Indien seien 490.000 Kinder gelähmt. (Quelle: Facebook, Screenshot: CORRECTIV)

Erste Behauptung: Bill Gates rechnet bei Corona-Impfung mit 700.000 Impfschäden

Bill Gates hat tatsächlich von diesen Zahlen gesprochen, die Schlussfolgerung daraus ist aber irreführend. Spitzbart bezieht sich bei dieser Behauptung auf ein Interview von Bill Gates mit dem US-amerikanischen Sender CNBC. Das Interview ist in dem Beitrag verlinkt und wurde von CNBC erstmals am 9. April in voller Länge (mehr als 26 Minuten) veröffentlicht. Der Ausschnitt des Interviews, auf den sich Spitzbart bezieht, ist hingegen nur wenige Minuten lang.

Auch in einem Gastbeitrag der Seite Ken.FM wurde behauptet, Bill Gates habe 700.000 „Opfer“ durch die Corona-Impfung prognostiziert.

In dem Interview wird Gates gefragt, ob er wirklich denke, dass die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 18 Monate dauern werde (Minute 01:59 in der gekürzten Version). Darauf antwortet er, dass es auch schneller gehen könne, „wenn alles perfekt läuft“ (Minute 02:30), aber „wir wollen keine unrealistische Erwartungen schaffen“.

Man brauche laut Gates einen Impfstoff, der „auch bei älteren Menschen funktioniere“

Dann spricht er darüber, dass es „immer eine große Herausforderung“ sei (Minute 02:40), einen Impfstoff zu entwickeln, der auch bei älteren Menschen wirksam sei. Es habe sich gezeigt, dass der Grippe-Impfstoff bei älteren Menschen nicht so gut wirke wie bei jüngeren. Der Vorteil des Grippe-Impfstoffs für junge Menschen liege mehr darin, dass sie ältere nicht anstecken könnten.

„Hier“, sagt Gates in Bezug auf einen Corona-Impfstoff, „brauchen wir eindeutig einen Impfstoff, der auch bei älteren Menschen funktioniert, weil diese dem größten Risiko ausgesetzt sind“ (ab Minute 03:00). Und weiter: „Das so zu tun, dass man es so verstärkt, dass es auch bei älteren Menschen funktioniert, und es trotzdem keine Nebenwirkungen hat… wenn wir eine von 10.000 Nebenwirkungen haben, sind das weit mehr, 700.000 Menschen, die darunter [weltweit] leiden werden.“

Ausschnitt aus dem Interview von CNBC mit Bill Gates, das der Sender am 9. April auf seiner Webseite veröffentlichte. (Quelle: CNBC, Screenshot: CORRECTIV)

Gates erklärt in dem Interview, warum ein Impfstoff möglichst keine Nebenwirkungen haben sollte

Gates versucht an dieser Stelle also deutlich zu machen, dass ein Impfstoff keine Nebenwirkungen haben dürfte und rechnet vor: Selbst wenn nur eine Person unter 10.000 Nebenwirkungen durch einen Impfstoff hätten, müssten – auf die Weltbevölkerung mit sieben Milliarden Menschen hochgerechnet – 700.000 Menschen unter Nebenwirkungen leiden. Was genau er mit Nebenwirkungen meint, bleibt in dem Interview unklar.

Gates Schlussbemerkung dazu lautet: „Es ist also sehr, sehr schwer, die Sicherheit in einem gigantischen Ausmaß über alle Altersgruppen hinweg – schwanger, männlich, weiblich, unterernährt, bestehende Komorbiditäten – wirklich zu verstehen. In die eigentliche Entscheidung ‘OK, lasst uns diesen Impfstoff der ganzen Welt zu verabreichen’ müssen die Regierungen mit einbezogen werden, denn es werden einige Risiken und Absicherungen nötig sein, bevor darüber entschieden werden kann“ (Minute 03:27). (Hinweis: Im englischen Interview sagt Gates „indemnification“, was sowohl „Entschädigung“ als auch „Absicherung“ bedeuten könnte.)

Schlussfolgerungen aus Interview irreführend

Gates spricht also tatsächlich hypothetisch von 700.000 Menschen, die unter Nebenwirkungen leiden könnten. Es ging ihm allerdings nicht um einen Fakt oder eine Vorhersage, sondern darum, zu zeigen, dass ein Impfstoff gegen Covid-19 möglichst für niemanden Nebenwirkungen haben sollte. Insofern ist es irreführend, daraus zu schlussfolgern, er habe „zugegeben“, mit 700.000 Impfschäden zu rechnen.

Einen Impfstoff gegen Covid-19 gibt es bisher nicht, zahlreiche Kandidaten befinden sich laut RKI noch in der Entwicklung und Testphase.

Zweite Behauptung: In Folge einer „Polio-Impfaktion“ von Bill Gates in Indien seien 490.000 Kinder gelähmt

Das Gerücht, Bill Gates sei Schuld daran, dass in Indien Hunderttausende Kinder in Folge einer Impfung gegen Polio gelähmt seien, hält sich hartnäckig. Wie unser Faktencheck zu seinen angeblichen „Impfverbrechen“ zeigt, ist da aber nichts dran.

Poliomyelitis (kurz: Polio) ist eine Viruskrankheit, die vor allem Kinder unter fünf Jahren betrifft und zu Lähmungen führt. Zur Ausrottung von Polio wurde unter anderem von der WHO und Unicef 1988 die Global Polio Eradication Initiative gegründet, der sich später auch die Bill & Melinda Gates Stiftung anschloss. Ein wichtiger Baustein ihrer Strategie war die routinemäßige Immunisierung der Bevölkerung durch Impfungen. Genutzt wurde dafür vor allem ein oraler Impfstoff, der mindestens dreimal verabreicht wird.

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Die Polio-Fallzahlen weltweit sind in der Folge dieser Bemühungen laut WHO um über 99 Prozent gesunken, von schätzungsweise 350.000 Fällen im Jahr 1988 auf 175 Fälle im Jahr 2019. Es gibt immer noch Polio-Fälle in Pakistan und afrikanischen Ländern – die Zahlen liegen im zweistelligen Bereich.

Indien führte ab 1995 Impfungen im Rahmes des „Pulse Polio“-Programms durch und wurde 2014 für „poliofrei“ erklärt. Laut Datenportal der WHO trat der letzte Fall wilder Polio in Indien 2011 auf.

Oraler Polio-Impfstoff kann in seltenen Fällen Erkrankung verursachen – die Fallzahlen sind sehr gering

In seltenen Fällen könne es jedoch dazu kommen, dass das Impfstoff-Virus, das in abgeschwächter Form in oralen Impfstoffen vorhanden ist, selbst Lähmungen auslöst, erklärt die WHO. Die Viren würden von den geimpften Menschen ausgeschieden – und wenn sie in Gemeinschaften ohne Immunität zirkulieren, können sie mutieren und zur Gefahr werden. Man spricht dann von „circulating vaccine-derived poliovirus (cVDPV)“.

Die Fallzahlen sind jedoch sehr gering. Laut den Daten der Polio Eradication Initiative gab es dieses Jahr weltweit 54 Fälle wilder Polio und 101 Fälle von Impfstoff-Polio. Keiner davon war in Indien (Stand: 13. Mai). Das Datenportal der WHO zeigt, dass in Indien bisher insgesamt nur 17 Fälle von cVDPV dokumentiert wurden (alle 2009 und 2010). Dies bestätigte die WHO auch auf Nachfrage von CORRECTIV per E-Mail.

Um Polio zu entdecken, werden Lähmungssymptome bei Kindern genau dokumentiert – sie können verschiedene Ursachen haben

Die Zahl von 490.000 Kindern, die angeblich in Indien gelähmt wurden, hat keine Verbindung zu Impfstoff-basierter Polio.

Sie stammt offenbar aus einer Studie von August 2018. Darin geht es um Fälle von Lähmungen ohne Nachweis von Polio (Nonpolio Acute Flaccid Paralysis, NPAFP). Zwischen 2000 und 2017 sei dies bei 640.000 Kindern in Indien registriert worden. Die Wissenschaftler merken an, diese Zahl liege 491.000 Fälle höher als normalerweise zu erwarten wäre. Sie spekulieren, ob es einen Zusammenhang mit den oralen Polio-Impfstoffen geben könnte, da die NPAFP-Zahlen seit 2012 wieder gesunken seien – parallel zu einer Reduzierung der Impfungen. Für diese Hypothese liefern die Autoren jedoch keinerlei Nachweis. Man kann die 491.000 Fälle also nicht einfach Impfungen zuschreiben.

Tatsächlich zeigt das Datenportal der WHO einen Anstieg der registrierten AFP-Fälle von 2000 bis 2012. Der WHO zufolge ist diese Entwicklung auf eine genauere Erfassung der Fälle zurückzuführen. Acute Flaccid Paralysis (AFP) sei ein Symptom und könne verschiedene Ursachen haben, teilt man uns per E-Mail mit.

AFP-Fälle werden in Indien seit dem Jahr 1997 systematisch erfasst und sind definiert als Lähmung mit unbekannter Ursache bei einem Kind unter 15 Jahren oder Lähmung bei einer älteren Person, bei der ein Verdacht auf Polio besteht (PDF, Seiten 12). Wird ein Fall registriert, werden Stuhlproben im Labor auf Polioviren hin analysiert. Dabei wird auch untersucht, ob Impfstoff-Polio nachweisbar ist (PDF, Seiten 29 und 31).

Mögliche andere Ursachen von Lähmungen könnten laut Polio Eradication Initiative ein Trauma, eine Infektion mit anderen Enteroviren oder ein Schlangenbiss sein. „Die große Mehrheit der AFP-Fälle wird nicht durch Polio verursacht“, schreibt uns die WHO per E-Mail. Als Indien sich dem Status „poliofrei“ näherte, sei die Definition von AFP breiter gefasst worden, um sicherzugehen, dass keine Polioviren mehr zirkulierten. „Als Resultat wurden viel mehr AFP-Fälle klassifiziert.“ Darauf sei der Anstieg der gemeldeten  Fälle in Indien zurückzuführen.

Fazit

Die Behauptungen von Michael Spitzbart sind größtenteils falsch oder irreführend: Bill Gates hat nicht „zugegeben“, dass es 700.000 Impfgeschädigte durch einen Corona-Impfstoff geben wird. Zudem wurden in Folge von Polio-Impfungen in Indien, die Gates finanziell unterstützte, nicht 490.000 Kinder gelähmt.

Der Arzt Michael Spitzbart hat schon in der Vergangenheit wiederholt irreführende Behauptungen über das neuartige Coronavirus verbreitet. Mitte März behauptete er auf seinen Profilen, Vitamin C könne in hoher Dosierung Viren „effektiv abtöten“. Dafür gibt es aber keine Belege – CORRECTIV hat dazu bereits einen Faktencheck veröffentlicht. Ende März verglich er dann das Coronavirus auf irreführende Weise mit Grippeviren.

Unsere Bewertung:
Bill Gates ist nicht verantwortlich für 490.000 gelähmte Kinder in Indien. Er hat auch nicht „zugegeben“, dass es bei einer weltweiten Corona-Impfung 700.000 Impfschäden geben werde.

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Das Video des Youtubers „Coach Cecil“ enthält falsche und unbelegte Behauptungen. (Screenshot: CORRECTIV)

von Cristina Helberg

In einem Video stellt der Youtuber „Coach Cecil“ zahlreiche Behauptungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie auf. Viele davon sind falsch oder unbelegt.

Das Video des Youtubers „Coach Cecil“ vom 1. Mai mit dem Titel „Aufgeflogen: Die wahren Mächte Volksverrat“ beginnt dramatisch. „Heute wird, glaub ich, mein aller heftigstes Video von allen Corona-Videos, die ich überhaupt gemacht habe. […] Es geht um die ganzen Verstrickungen […], von Bill Gates und den ganzen Organisationen wie der Charité, wie dem Robert-Koch-Institut und so weiter. Es wird wirklich dramatisch heute“, sagt der Youtuber aus dem Off. Und er verspricht den Zuhörern: „Ich werde nichts hineininterpretieren, sondern ich werde euch einfach nur die Fakten aufzählen“. 

Dieses Versprechen hält Cecil mit seinem Video jedoch nicht. Unser Faktencheck zeigt: Mehrere seiner Behauptungen beruhen nicht auf Fakten, sondern sind schlichtweg falsch. Am 19. Mai stellte Cecil das Video auf seinem Kanal auf privat. Bis zu diesem Zeitpunkt war es mehr als 839.000 Mal geklickt worden. Andere Kanäle verbreiten das Video weiterhin, unter anderem der Kanal „Schwindelambulanz Sinsheim“ (693.000 Klicks) von Bodo Schiffmann

Der Youtuber „Coach Cecil“ betreibt seinen Kanal seit 2015. In seinen Videos gibt der ehemalige Profi-Basketballer, der eigentlich Cecil Egwuatu heißt, Ernährungstipps und zeigt Sportübungen. Seit der Corona-Pandemie hat er sich in verschiedenen Videos auch zu den Maßnahmen der Regierung geäußert und unter anderem davon gesprochen, dass alle Medien gesteuert seien. Das ZDF berichtete im April, Cecil habe in seinen Videos Nahrungsergänzungsmittel als Mittel gegen Corona beworben. 

Wir haben die wichtigsten Behauptungen in seinem Video vom 1. Mai geprüft. Von den sieben geprüften Behauptungen, die „Coach Cecil“ aufgestellt hat, sind fünf falsch oder teilweise falsch und zwei unbelegt.

1. Behauptung: Bill Gates ist der Hauptsponsor der WHO 

An mehreren Stellen im Video (ab Minute 02:34 und ab Minute 9:40) behauptet Cecil, Bill Gates sei nach dem Absprung der USA der Hauptsponsor der WHO und der zweitgrößte Sponsor sei die Gavi-Allianz, die von Bill Gates gesponsert werde. „Die WHO ist eigentlich wie eine Hausgesundheitsorganisation, er hat wirklich den allergrößten Teil, den er da reinsteckt“, so Cecil. Eine ähnliche Behauptung tauchte auch in einem Video mit zahlreichen Falschbehauptungen von Ken Jebsen auf. Wir haben einen Faktencheck dazu veröffentlicht. 

Korrekt ist, dass die Bill & Melinda Gates Stiftung laut WHO der zweitgrößte Spender nach den USA ist – die Zuwendungen machen 11,41 Prozent der Finanzierung aus. Spenden der Gavi Impfallianz entsprechen 6,49 Prozent. Die Gavi Impfallianz wird selbst zu einem großen Teil von der Gates-Stiftung finanziert (von 2016 bis 2020 zu etwa 17 Prozent; Tabelle „Annual Contributions 31 December 2019“). 

Das Programm-Budget der WHO für 2018/2019 lag insgesamt bei rund 4,4 Milliarden US-Dollar (Seite 5), und für 2020/2021 bei rund 4,8 Milliarden (Seite 6). In den Jahresberichten der WHO wird der Anteil der Bill & Melinda Gates Stiftung deutlich: 2018 spendete sie rund 229 Millionen Dollar für den „General Fund“ der WHO (PDF, Seite 6). 2017 waren es rund 325 Millionen Dollar (PDF, Seite 7).

Fazit: Teilweise falsch. Die Bill & Melinda Gates Foundation ist in den vergangenen Jahren der zweitgrößte Sponsor der WHO gewesen. Die Zuwendungen machen jedoch nicht den „allergrößten Teil“ des Budgets aus.

2. Behauptung: Der italienische Abgeordnete Vittorio Sgarbi habe mit den Gesundheitsbehörden gesprochen und herausgefunden, dass 96 Prozent der Patienten nicht an Corona gestorben seien 

Cecil relativiert seinen Verweis (ab Minute 04:21) auf den Politiker Sgarbi, in dem er sagt: „96 Prozent ist natürlich schon krass. Also ich war bei dem Gespräch mit der Gesundheitsbehörde nicht dabei, also kann ich es nicht hundertprozentig bestätigen“. Trotzdem nutzt er die Behauptung als vermeintlichen Beleg. Wir haben Sgarbis Behauptungen in einem Faktencheck ausführlich geprüft.  

Sgabi bezog sich mit seiner Behauptung auf eine Studie aus Italien, zieht jedoch Schlüsse, die die Studie nicht zulässt. Sie kommt anhand der Analyse von Patientenakten zu dem Schluss, dass von 2.351 Patienten 96,2 Prozent eine oder mehrere Vorerkrankungen hatten. Auf diese Zahl bezieht Sgarbi sich. Für seine Schlussfolgerung, dass diese Menschen alle nicht an Covid-19 starben, ist die Studie aber keine Grundlage.

Fazit: Unbelegt. Vittorio Sgarbi zieht falsche Schlüsse aus einer Studie. Es ist unklar, wie viele Menschen in Italien wirklich ursächlich am Coronavirus starben.

3. Behauptung: Rechtsmediziner Püschel hat „bis zum heutigen Tag“ nicht einen Corona-Fall obduziert, der an und nicht mit Corona gestorben ist 

Das behauptet Cecil im Video ab Minute 04:52. Wir haben das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, wo Klaus Püschel das Institut für Rechtsmedizin leitet, mit den Behauptungen konfrontiert. 

Die Pressestelle antwortete per E-Mail am 13. Mai: „Nein, das stimmt nicht. Bis zum 7. Mai lagen dem Institut für Rechtsmedizin 192 Sterbefälle mit bestätigten Sars-CoV-2 Nachweisen vor. Dabei konnte in 187 Fällen Covid-19 als todesursächlich eruiert werden. Die sorgfältige Untersuchung der Toten findet seit dem 23. März im Institut für Rechtsmedizin statt und belegt, dass es sich bei dem Großteil der Verstorbenen um bereits zuvor körperlich bzw. immunologisch erheblich beeinträchtigte Patientinnen und Patienten handelte.“ 

Fazit: Falsch. Laut Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf starben 187 von 192 obduzierten Personen ursächlich an Covid-19. 

4. Behauptung: In den Statistiken des RKI werden die Genesenen nicht abgezogen 

Cecil zeigt ab Minute (07:25) ein Dashboard des Robert-Koch-Instituts. Darunter hat er geschrieben: „Die Genesenen werden nicht abgezogen“. Oben rechts im Bild ist jedoch deutlich zu erkennen, dass die Genesenen sehr wohl gekennzeichnet sind. Circa 123.500 Genesene steht dort für den 30. April 2020. Die Zahlen der Genesenen wird in dem Dashboard täglich aktualisiert.

Bild aus dem Youtube-Video des Kanals „Coach Cecil“. Oben rechts nennt das Dashboard des Robert-Koch-Instituts die tagesaktuelle Zahl der Genesenen. (Screenshot und Markierung: CORRECTIV)

Auch in den täglichen Lageberichten des RKI wird die Zahl der Genesenen prominent auf der ersten Seite gleich neben den bestätigten Fällen genannten, auch am 30. April war das der Fall. 

Lagebericht des Robert-Koch-Instituts vom 30. April 2020, rechts markiert die Zahl der Genesenen (Screenshot und Markierung: CORRECTIV)

Korrekt ist, dass die Zahl der Genesenen nicht von der Gesamtzahl der bestätigten Fälle abgezogen wird. 

Das Robert-Koch-Institut schreibt dazu auf seiner Webseite: „Daten darüber, ob ein Patient wieder genesen ist, werden nicht offiziell erhoben. Die Erhebung ist auch nicht gesetzlich vorgesehen. Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden und, die keine schweren Symptome hatten, die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind. Das RKI schätzt die Zahl der Genesenen und stellt sie täglich auf dem RKI-Dashboard und im Situationsbericht  zur Verfügung.“

Erklärung auf der Website des Robert-Koch-Instituts. (Screenshot: CORRECTIV)

Auch die John Hopkins Universität führt in ihrem Dashboard Zahlen von Genesenen zusätzlich auf, statt sie abzuziehen. 

Fazit: Teilweise falsch. Cecil suggeriert, das RKI würde absichtlich die Zahl der Genesenen nicht abziehen, um für Angst zu sorgen. Die geschätzte Zahl der Genesenen nennt das RKI jedoch prominent in Lageberichten und im Dashboard. 

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5. Behauptung: Das RKI hat Apotheken verboten, Antikörpertests zu verkaufen und mit 30.000 Euro Strafe gedroht 

Cecil behauptet weiter, das RKI wolle offenbar die Dunkelziffer der bereits Erkrankten gar nicht herausfinden und habe Apotheken verboten, Antikörpertests zu verkaufen (ab Minute 07:45). Das ist falsch. 

Das RKI selbst schreibt auf eine Presseanfrage von CORRECTIV: „Das RKI hat keinen Einfluss auf Tests, die in Apotheken verkauft werden.“ Das bestätigte uns auch das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage: „Die von Ihnen zitierte Behauptung ist falsch und entbehrt jeder Grundlage. Schon rein rechtlich könnte das RKI überhaupt kein Verkaufsverbot in Apotheken durchsetzen.“

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände antwortete auf eine Presseanfrage von CORRECTIV: „Apotheken dürfen in der Tat Antikörpertests derzeit weder an Laien abgeben noch selbst in der Apotheke an Patienten anwenden. Die Verletzung des Abgabeverbots nach § 3 Abs. 4 der Medizinprodukte-Abgabeverordnung kann als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 30.000 Euro geahndet werden. Das bedarf keines spezifischen ‚Verbotes‘ durch das RKI.“ 

Es gibt also ein Verbot, das RKI hat damit aber nichts zu tun. Grund für das Verbot ist laut der Bundesvereinigung die nicht gesicherte Zuverlässigkeit der Antikörpertests. Im Laufe der nächsten Wochen sei aber mit dem Marktzugang zuverlässiger Tests zu rechnen.

Antikörpertests funktionieren grundsätzlich anders als PCR-Tests. Antikörpertests weisen keine aktuelle Infektion nach, sondern untersuchen Blut darauf, ob virusspezifische Antikörper nachweisbar sind. So soll festgestellt werden, ob man schon mit dem Virus infiziert war. Für die PCR-Tests wird ein Nasen-Rachen-Abstrich genommen, mit dem Ziel eine aktuelle Infektion nachzuweisen. 

Fazit: Die Behauptung ist teilweise falsch. Das RKI hat kein Verbot ausgesprochen und wäre dazu gar nicht befugt. Aktuell gilt wegen Unzuverlässigkeit der bisherigen Antikörpertests ein Verkaufsverbot. 

6. Behauptung: Die PCR-Tests sind „sehr, sehr unzuverlässig“, weil oft falsch-positiv

Ab Minute 08:45 behauptet Cecil: „Der Test ist halt mega unzuverlässig, also sehr oft falsch positiv“. Dazu haben wir einen ausführlichen Faktencheck veröffentlicht, nachdem zuvor in Videos behauptet worden war, die in Deutschland genutzten PCR-Tests könnten zu 30 bis 50 Prozent falsch positiven Ergebnissen führen. Dafür hat CORRECTIV Labore von den drei Unikliniken Köln, Stuttgart und Dresden zur Testgenauigkeit befragt. 

Corinne Klett vom Zentralinstitut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin des Klinikums Stuttgart antwortete: „Die Tests am Klinikum Stuttgart weisen eine sehr hohe Qualität mit sehr geringen Fehlerquoten auf. Insbesondere falsch positive Ergebnisse sind nahezu ausgeschlossen.“ Sie verweist jedoch darauf, dass die Abstriche gründlich genommen werden müssten. „In Krankenhäusern mit geschultem Personal sollten diese Fehler jedoch kaum auftreten.“ Weiter schrieb sie per E-Mail: „Die Tests am Klinikum Stuttgart erkennen im niedrigen Virusbereich erkrankte Patienten zu 95%, bei höheren Virus-Konzentrationen liegt die Sensitivität bei annähernd 100%.“

Bislang seien keinerlei Kreuzreaktionen bekannt, die zu falsch positiven Ergebnissen führen könnten. „Deshalb sind falsch positive Corona-PCR-Ergebnisse nahezu auszuschließen. Als Fehlerquelle kommt vor allem die Präanalytik in Frage, also beispielsweise ungenügende Abstrichtechnik, Probenverwechslung oder auch zu lange Lagerung bzw. Transportzeiten.“

Das bestätigte auch Rolf Kaiser vom Institut für Virologie der Universität zu Köln am Telefon: „Unter der Vorgabe, dass der Abstrich richtig genommen wird und das Labor erfahren ist und sauber arbeitet, sind Fehlerquoten von 30 bis 50 Prozent falsch positiven Testergebnissen nicht erklärbar.“ Man könne generell nie ausschließen, dass mal etwas falsch laufe und Fehler passieren, aber dafür gebe es interne Kontrollen im Test und im Labor. „Die Quoten liegen dabei deutlich unter 30 bis 50 Prozent.“

Zu der Behauptung, die Test könnten aus anderen Gründen falsch positiv sein, sagte er: „Die gebräuchlichen aktuellen PCR Test auf den Coronavirus haben kein Problem mit Kreuzreaktionen von bekannten Coronaviren. Dazu hat auch schon ein Ringversuch mehrerer Labore zur Qualitätssicherung stattgefunden.“ 

Labor der Universität Dresden: „Uns sind bislang keine Fälle falsch positiver Befunde bekannt“

Alexander Dalpke, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Technischen Universität Dresden schreibt per E-Mail über sein Labor:  „Uns sind bislang keine Fälle falsch positiver Befunde bekannt“. Auf die Frage von CORRECTIV, ob in deutschen Laboren, die Erfahrung mit PCR-Tests haben und Proben untersuchen, bei denen der Abstrich korrekt genommen wurde, eine Fehlerquote von 30 bis 50 Prozent falsch positiven Tests denkbar sei, antwortete er: „Nein, die RT-PCR sind hochspezifisch (Spezifität sicher im Bereich >95/98%).“ 

Er verweist aber wie seine Kollegen auf das Problem der Abstriche. Je schlechter die Proben genommen würden, desto weiter sinke die Sensitivität. „Es gibt tatsächlich Hinweise, dass Rachenabstriche nur 70% der Erkrankten erkennen.“ Deshalb setze man nur geschultes Personal für die Abstriche ein. Und Dalpke macht auf ein weiteres Problem aufmerksam: „Falsch positive und falsch negative Ergebnisse hängen darüber hinaus davon ab wie die ‘Vortestwahrscheinlichkeit’ ist.“ 

Fazit: Größtenteils falsch. Drei große Labore widersprechen der Behauptung, der PCR-Test sei unzuverlässig und liefere falsch-positive Ergebnisse. 

7. Behauptung: RKI-Präsident Lothar Wieler ist Mitarbeiter der WHO 

Weiter behauptet Cecil, der Präsident des RKI, Lothar Wieler sei „Mitarbeiter der WHO“ (ab Minute 10:21) und die WHO sei „praktisch sein Arbeitgeber“ (ab Minute 09:54 und 12:45). Als vermeintliche Belege führt der Youtuber öffentlich zugängliche Informationen auf der Webseite des RKI an. Dort ist eine Auswahl der Funktionen und Mitgliedschaften von Wieler in verschiedenen internationalen Gremien aufgelistet, darunter auch Expertenkommissionen der WHO. 

Auf Nachfrage schreibt uns das RKI: „Der Präsident des Robert Koch-Instituts ist kein Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation. Herr Wieler erhält keine Zahlungen der WHO für die Funktionen in Gremien der WHO (bei Bedarf werden Reisekosten übernommen).“ 

Auf eine Presseanfrage von CORRECTIV bestätigt die WHO diese Angaben: „Er ist kein Angestellter und könnte keine direkten Zahlungen außer (möglicherweise) Reisekosten erhalten.“

In den öffentlichen Informationen der WHO zu ihrem Budget und der Anzahl ihrer Mitarbeiter finden sich keine personenspezifischen Daten, deshalb können wir die Angaben nicht überprüfen.

Fazit: Die Behauptung ist unbelegt.

Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. „Coach Cecil“ stellt in seinem Video falsche und unbelegte Behauptungen auf.