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Alice Echtermann

Faktencheckerin

Alice wurde Journalistin, weil sie alles genau wissen möchte. Deshalb prüft sie für den CORRECTIV-Faktencheck täglich Meldungen im Netz auf ihre Richtigkeit. Während ihres Volontariates beim Weser-Kurier in Bremen schrieb sie über Filterblasen-Effekte und Algorithmen. Später, als Onlineredakteurin, recherchierte sie, wie Facebook instrumentalisiert wird, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Für eine Reportage über ihren Heimat-Stadtteil in Bremen wurde sie 2019 mit dem Dritten Preis des Ralf-Dahrendorf-Preis für Lokaljournalismus ausgezeichnet.

E-Mail: alice.echtermann(at)correctiv.org
Twitter: @echt_alice

Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis), Weibchen beim Fressen von Blättern am Baum
Das Sumatra-Nashorn ist nicht weltweit ausgestorben, aber stark bedroht. (Foto: imageBROKER / Terry Whittaker / FLPA / dpa)

von Alice Echtermann

In einem Instagram-Beitrag von „Faktastisch“ wird behauptet, nachdem das letzte Sumatra-Nashorn in Malaysia gestorben sei, sei die Art nun „offiziell ausgestorben“. Das ist falsch – sie ist in Malaysia ausgestorben, anderswo gibt noch Tiere, wenn auch nur wenige. 

Im November 2019 berichteten Medien über den Tod des letzten Sumatra-Nashorns in Malaysia. Das Weibchen namens Iman sei an Krebs gestorben. Daraufhin veröffentlichte die Seite „Faktastisch“, die Nachrichten und kurze Fakten über verschiedene Themen verbreitet, am 25. November auf Instagram ein Bild, in dem es heißt: „Malaysias letztes Sumatra-Nashorn ist gestorben. Damit ist die Tierart jetzt offiziell ausgestorben.“

Der Beitrag hat bereits mehr als 186.500 Likes (Stand: 22. Januar 2020). Die Formulierung von „Faktastisch“ kann so verstanden werden, dass es nun weltweit kein einziges Sumatra-Nashorn mehr gebe. Das stimmt nicht, wie auch Nutzer auf Instagram bereits in den Kommentaren angemerkt haben. 

Der Beitrag von „Faktastisch“ auf Instagram. (Screenshot am 22. Januar 2020: CORRECTIV)

Der Link, der in dem Instagram-Post unten links als Quelle angegeben wird, funktioniert nicht. Was stimmt, ist, dass das letzte Sumatra-Nashorn in Malaysia im November 2019 gestorben ist. Das Umweltministerium des Bundesstaates Sabah hatte bereits Ende 2017 mitgeteilt, bei dem Weibchen sei Krebs im Uterus diagnostiziert worden. 

In den Medienberichten über den Tod des Tieres, zum Beispiel bei National Geographic oder dem Spiegel, wird jedoch stets erwähnt, dass noch andere Exemplare der Nashorn-Art auf Sumatra, also in Indonesien, leben. So steht es auch in einer Pressemitteilung des WWF von November 2019. Die Art sei aber stark vom Aussterben bedroht. Die „letzte Hoffnung“ sei die Sumatra-Nashorn-Allianz der indonesischen Regierung mit dem WWF, der Weltnaturschutzunion IUCN, National Geographic, der International Rhino Foundation und Global Wildlife Conservation. Sie solle die wild lebenden Tiere schützen und ein Zuchtprogramm vorantreiben. 

Laut dieser Initiative (Sumatran Rhino Rescue) gibt es aktuell weniger als 80 Sumatra-Nashörner weltweit. Offiziell ausgestorben ist die Art aber noch nicht. 

Unsere Bewertung:
Falsch. Das Sumatra-Nashorn ist nicht ausgestorben. Die Art ist vom Aussterben bedroht, es gibt aber noch Tiere in Indonesien. 

Controlled Burn In Wildlife Management Area
In Australien gibt es kein Verbot kontrollierter Brände, sie werden regelmäßig durchgeführt. Allerdings wird seit Jahren diskutiert, ob sie stärker eingesetzt werden sollten. (Symbolfoto: dpa picture alliance / Mitch Kezar)

von Alice Echtermann

Im Kontext der Buschbrände in Australien wird immer wieder die Behauptung verbreitet, die Grünen seien Schuld an der starken Ausbreitung der Feuer – denn sie hätten das kontrollierte Abbrennen von Unterholz gestoppt, das eingesetzt werde, um großen Bränden vorzubeugen. Das ist nicht richtig. 

In gleich zwei Artikeln auf der Webseite Epoch Times wird den Grünen in Australien die Schuld am Ausmaß der Buschbrände der vergangenen Monate gegeben. In einem Artikel mit dem Titel „Die Waldbrände in Australien – Desaster durch Verordnungswut der Grünen“ heißt es, um Buschbrände zu verhindern, hätten bereits die Ureinwohner Australiens kontrolliert Feuer gelegt. Diese Maßnahmen seien vor 20 Jahren durch die Grünen abgeschafft worden: „Das Verbot der vorsorglichen Brände auf Druck der Grünen führte zu einem Desaster.“ Nach großen Waldbränden 2016 sei das Abbrennen dann vorgeschrieben worden. Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 600 Mal auf Facebook geteilt. Die Behauptung, die Grünen hätten ein Verbot der kontrollierten Brände erwirkt, ist jedoch falsch.

Der zweite Text mit dem Titel „Australischer Feuerwehrverband: Der Klimawandel ist nicht an der Brandkatastrophe schuld“ wurde mehr als 2.300 Mal geteilt. Darin wird eine Mitteilung eines Verbands der Freiwilligen Feuerwehr im Bundesstaat New South Wales zitiert, und ebenfalls behauptet: „Das kontrollierte Abbrennen wurde von der Grünen Ideologie gestoppt, weil dem jeweils eine Menge Bodenfauna zum Opfer fiel.“ Auch die Behauptung, die Grünen hätten die kontrollierten Brände gestoppt, ist falsch.

Kontrolliertes Abbrennen von Unterholz oder trockenen Blättern wird in Australien laut dem Forscher David Bowman von der University of Tasmania als „prescribed burning“, „hazard reduction burning“ oder auch „fuel reduction burning“ bezeichnet. Solche Brände werden je nach Region unterschiedlich regelmäßig durchgeführt. Im Bundesstaat Western Australia gibt der Parks and Wildlife Service sogar explizit Tipps für die Planung eines solchen Feuers und zeigt auf seiner Webseite, wo am jeweiligen Tag Brände geplant sind. 

Der Guardian hat bereits im November in einem Faktencheck die Vorwürfe gegen die australischen Grünen untersucht, die offenbar auch in Australien weit verbreitet sind, und kam zu dem Schluss, dass sie haltlos seien: Allein in New South Wales habe der National Parks and Wildlife Service 2018 und 2019 Brandmaßnahmen auf mehr als 139.000 Hektar durchgeführt. 

Meldung des Feuerwehrverbands ist von 2013

Die Meldung des Feuerwehrverbands Volunteer Firefighters Association aus New South Wales, die die Epoch Times in dem Artikel vom 14. Januar 2020 zitiert und auch verlinkt, stammt von September 2013. Tatsächlich steht darin, der Verband weise die Behauptung von „grünen Alarmisten“ zurück, dass vor allem der Klimawandel für Buschbrände in der Region verantwortlich sei. „Die wahre Schuld liegt bei den Grünen und ihrer Ideologie, weil sie fortwährend unsere Bemühungen zur Gefahrenreduzierung [hazard reduction] in den kühleren Monaten untergraben und Landbesitzer davon abhalten, ihr Land zu säubern, um das Buschfeuer-Risiko zu reduzieren.“ 

Diese Meldung hat jedoch mit den Buschfeuern in der Saison 2019/2020 nichts zu tun. Die Feuerwehr gibt den Grünen darin außerdem vor allem die Schuld an der Bürokratie, die sie zu durchlaufen habe, um ein präventives Feuer genehmigt zu bekommen. Von einem Verbot ist nicht die Rede. 

Verbot vor 20 Jahren?

Auch zu der Behauptung, die Feuer seien vor 20 Jahren verboten und erst 2016 wieder eingeführt worden, konnten wir keine Quellen finden. Google-Suchen nach „prescribed burnings Australia“ und „hazard reduction burning Australia“ zwischen 2000 und 2016 führen zu zahlreichen Treffern, aus denen hervorgeht, dass die Feuer nicht verboten waren. Eine Auswertung für das australische Parlament von 2002 nannte die kontrollierten Brände als das wichtigste Mittel, um das Risiko von Buschfeuern zu reduzieren. Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass sie sie nicht völlig verhindern können: Unter extremen Bedingungen könne das Feuer auch über Land mit sehr wenig brennbarem Material ziehen. Die kontrollierten Brände sollten nicht uniform angewendet werden, sondern die Frequenz und Größe sollte sich nach der Beschaffenheit der jeweiligen Region richten. 

Grüne: Wir unterstützen Brände zur Gefahrenreduzierung

Die grüne Partei Australiens (The Greens) widerspricht aktuell auf ihrer Webseite der Behauptung, sie verhindere des Legen kontrollierter Brände: „Die Australischen Grünen unterstützen Brände zur Gefahrenreduzierung und Gegenbrände [um ein existierendes Feuer einzudämmen, Anm. d. Red.], um die Auswirkungen von Buschfeuern zu reduzieren, wenn sie von der besten wissenschaftlichen, ökologischen und Notfallexpertise begleitet werden.“ Die Grünen greifen auch die Vorwürfe gegen sie in einer Art Faktencheck auf und schreiben, die Anschuldigungen seien falsch. 

Die Grünen waren in Australien noch nie an der Regierung. Generell fanden wir bei der Recherche keine Hinweise, dass sie ein Verbot von kontrollierten Bränden gefordert haben. Allerdings weisen die Grünen stets darauf hin, dass die Feuer umweltverträglich sein müssten. Auf der Webseite der Grünen in New South Wales heißt es, die kontrollierten Brände müssten gut geplant und ökologisch verträglich sein. Dasselbe schreiben auch die Grünen im Bundesstaat Victoria auf ihrer Webseite.

In eigener Sache

Angriffe auf die Faktencheck-Redaktion von CORRECTIV

Hassnachrichten, Beleidigungen und Drohungen: Wie wir angegriffen werden und wie wir uns gemeinsam dagegen wehren können

ZUM ARTIKEL

Es gibt gesetzliche Regularien für den präventiven Umgang mit Buschfeuern, über die das australische Umweltministerium auf seiner Webseite informiert. Das Gesetz ist von 1999. Auch dort ist nirgends von einem Verbot kontrollierter Feuer die Rede. Teilweise sei aber nach dem nationalen Umweltrecht eine Genehmigung nötig. 

Über die Effektivität der kontrollierten Brände wird in Australien diskutiert, Forscher wollen sie aktuell noch besser untersuchen. Der Forscher David Bowman schrieb in seinem Artikel 2014, die Maßnahmen seien zwar wichtig, aber auch teuer und gefährlich. 

Ein Streitthema in Australien

Seit Jahren ist es in Australien also ein Streitthema, ob es mehr oder weniger dieser kontrollierten Brände geben sollte. So berichtete ABC im Februar 2019, ein ehemaliger Feuerwehrchef aus Victoria habe mehr solcher Maßnahmen gefordert. Viele seien zu zögerlich damit. In einem weiteren Medienbericht von ABC vom 6. Januar 2020 kommen ebenfalls Experten zu Wort, nach deren Meinung es zu wenig kontrollierte Brände gibt. In dem Artikel sagt derselbe Experte jedoch auch, dass die Grünen zu Unrecht beschuldigt würden.

Denn es gebe viele Erklärungen, warum die kontrollierten Brände selten ausgeführt werden, zum Beispiel, dass sich manche Gegenden nicht dafür eignen würden. Außerdem, wie der ehemalige Feuerwehr-Commission Greg Mullins aus New South Wales im November 2019 in einem Meinungsbeitrag im Sydney Morning Herald schrieb, hielten wärmere und trockene Wetterbedingungen mit höherer Feuergefahr die Behörden davon ab. Es sei oft entweder zu nass, zu trocken oder zu windig, um das Unterholz sicher zu verbrennen. „Den ‘Greenies’ die Schuld am Stop dieser wichtigen Maßnahmen zu geben, ist eine bekannte, populistische, aber unwahre Behauptung“, so Mullins. 

Weitere Behauptungen über die Buschfeuer in Australien haben wir hier überprüft.

Unsere Bewertung:
Falsch. Die Grünen haben kontrollierte Brände zur Vorbeugung von Buschfeuern in Australien nicht gestoppt. 

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Die Falschmeldung ist offenbar ein Versuch, Nutzerdaten abzugreifen. (Symbolbild: Pixabay)

von Alice Echtermann

Derzeit kursiert ein Artikel auf Facebook, in dem behauptet wird, ein 8-jähriges Mädchen sei in Kleve entführt worden. Wer auf den Link klickt, bekommt eine Warnung vor Phishing. Die Meldung selbst ist außerdem falsch. 

Eine Webseite namens Feedbizz.com hat einen Artikel veröffentlicht mit der Überschrift: „In Kleve wurde ein 8-jähriges Mädchen entführt. Erkennen Sie den Entführer? Es gibt ein Video von der Überwachung.“ Auf Facebook ist in der Vorschau des Links ein blondes Mädchen zu sehen. 

Kleve ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen. Unsere Recherche zeigt: Dort gibt es aktuell keine solche Entführung. Der Artikel ist offenbar eine Betrugsmasche.

So sieht der Link zu der Meldung auf Facebook aus. Die Behauptung in der Überschrift ist falsch, es gab keine Entführung. (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)
Die Überschrift des Artikels. (Screenshot: CORRECTIV)

In einer archivierten Version ist der Inhalt des Artikels sichtbar. Darin wird behauptet, ein Mädchen, die mal Julie S., mal Julia S. genannt wird, sei am 21. Januar 2020 um 10 Uhr in einem Einkaufszentrum entführt worden. Sie habe es mit ihren Eltern und ihrem Bruder besucht, die Polizei sei eingeschaltet worden. 

Unter dem Artikel kommentieren Menschen mit Namen aus dem englischsprachigen Raum, wie Patrick Connor oder James Brown, Dinge wie: „Ich habe es an alle meine Freunde geschickt.“ Teils sind die Kommentare in sehr schlechtem Deutsch geschrieben, auch der Text selbst enthält viele Fehler. 

Beispiel für Kommentare unter dem Artikel. (Screenshot: CORRECTIV)

Phishing-Warnung vom Browser

Der Link zu dem Text wird derzeit auf Facebook verbreitet, wer jedoch darauf klickt, bekommt vom Internetbrowser Chrome sofort eine Warnung vor sogenanntem Phishing: „Google Safe Browsing hat kürzlich Phishingaktivitäten auf feedbizz.com festgestellt. Phishingwebsites geben sich als andere Websites aus, um Sie zu täuschen.“

Warnhinweis des Internetbrowsers Google Chrome beim Versuch, die Webseite zu öffnen. (Screenshot: CORRECTIV)

Das Foto des blonden Mädchens, das in dem Artikel zu sehen ist, stammt aus einem ganz anderen Kontext und ist viele Jahre alt. Laut der Bildersuchmaschine Tineye tauchte das Foto erstmals 2012 auf einer slowakischen Webseite auf, in dem Artikel geht es um einen Anschlag in Toulouse, bei dem ein Mädchen namens Miriam getötet worden sei. Über den Anschlag in berichteten 2012 auch deutsche Medien wie der Spiegel. Über Bilder-Rückwärtssuchen fanden wir das Foto des Mädchens zudem in einem englischsprachigen Artikel von März 2019, der sieben Jahre später auf die Tat zurückblickt. 

Es gab keine Entführung in Kleve

Auf Facebook gibt es bereits einen Warnhinweis eines Journalisten aus Nordrhein-Westfalen, Guido Schulmann, vor der Meldung von Feedbizz.com. Es sei eine Falschmeldung, die mit verschiedenen Ortsangaben (Kleve, Emmerich) verbreitet werde. Wer den Artikel öffne und das Video ansehe, verbreite den Text auch ungewollt weiter an seine Kontakte. 

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CORRECTIV hat bei der Polizei in Kleve nachgefragt, und tatsächlich ist dort kein Fall einer Entführung eines 8-jährigen Mädchens bekannt. Es handele sich nach Einschätzung der Polizei um eine Falschmeldung, schreibt uns Sprecherin Corinna Saccaro per E-Mail.

Die E-Mail der Pressestelle der Polizei Kleve. (Screenshot: CORRECTIV)

Phishing ist laut Bundesinnenministerium eine Form des Identitätsdiebstahls (PDF, Seiten 8 und 26). Nutzer sollen dazu bewogen werden, ihre Zugangsdaten zu Internet-Banking, Bezahldiensten, sozialen Netzwerken, Einkaufsportalen oder ähnliches auf Webseiten einzugeben. Betrüger leiten die Menschen dafür zum Beispiel auf gefälschte Webseiten.

Unsere Bewertung:
Völlig falsch. In Kleve wurde kein Mädchen entführt. Bei der Webseite besteht der Verdacht auf Phishing. 

Australia Wildfires
Im Netz kursieren zahlreiche Behauptungen über die Buschfeuer in Australien. (Foto vom 2. Januar: Robert Oerlemans/AP Photo/dpa)

von Alice Echtermann , Till Eckert

Die Seite „Wochenblick“ spekuliert, ein angeblicher Brandstifter in Australien könnte „IS-Terrorist“ gewesen sein. Einen Beleg dafür gibt es nicht. Der Vorwurf gegen den jungen Mann lautet außerdem nicht Brandstiftung, sondern fahrlässiger Umgang mit Feuerwerk.

Die österreichische Seite Wochenblick spekulierte am 8. Januar, dass ein „IS-Terrorist“ Buschbrände in Australien gelegt haben könnte, liefert aber keinen Beleg dafür. In dem Artikel heißt es lediglich, zwei jungen Männern namens Fadi und Abraham Z. werde vorgeworfen, am 22. Dezember ein Grasfeuer in Guildford, einem Vorort von Sydney, verursacht zu haben. „Tatsächlich hat die islamistische Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bereits im November dazu aufgerufen, den Dschihad durch Brandstiftung voranzutreiben“, schreibt Wochenblick.

Als einzige Quelle gibt die Seite einen Artikel der britischen Boulevardzeitung Daily Mail von November 2019 an, in dem es heißt, der „IS“ habe angeblich dazu aufgerufen, Waldbrände in den USA und Europa zu legen. „Dass diese Forderung nun in Australien umgesetzt wurde, ist ein denkbarer, schrecklicher Verdacht“, so Wochenblick weiter. Einen konkreten Hinweis gibt es für diesen „Verdacht“ aber nicht.

Vorwurf vor Gericht lautet nicht Brandstiftung

Was stimmt, ist, dass es Medienberichte vom 7. Januar über zwei Brüder namens Fadi und Abraham Z. gibt. Sie hätten am 22. Dezember Feuerwerk in einem Park gestartet und ein Grasfeuer ausgelöst. Darüber berichten zum Beispiel Pacific Pundit, der australische Daily Telegraph und The Count. Laut einem weiteren Artikel von Miragenews fand die Gerichtsverhandlung am 7. Januar vor dem Parramatta Local Court statt. In all den Berichten wird nirgends ein islamistischer Hintergrund oder Hinweis auf ein solches Motiv erwähnt.

Auf Nachfrage von CORRECTIV teilt die Pressestelle der lokalen Gerichte in New South Wales per E-Mail mit, es sei nur einer der beiden Männer angeklagt, Abraham Z.. Der Vorwurf gegen ihn laute „fahrlässiger Umgang mit Sprengstoff, um Sachschäden zu verursachen“. Außerdem habe er ein Messer dabei gehabt. Zu weiteren Hintergründen könne man keinen Kommentar abgeben, heißt es in der E-Mail der Pressestelle. Fest steht aber: Es geht bei den Vorwürfen nicht um Brandstiftung und auch nicht um Terror.

Es wurden nicht rund 200 Brandstifter festgenommen

In dem Wochenblick-Text wird außerdem behauptet, es seien bisher etwa 200 Personen wegen Brandstiftung festgenommen worden. Eine Quelle dafür wird nicht genannt. In Medien kursieren dazu unterschiedliche Behauptungen, oft ist auch von 180 Brandstiftern die Rede.

In mehreren der Artikel wird dazu auf Zahlen der Polizei New South Wales verwiesen. Diese veröffentlichte am 6. Januar eine Pressemitteilung, in der steht, dass sie seit dem 8. November 2019 gegen 183 Menschen wegen 205 Buschfeuer-Fällen ermittelte, Verwarnungen aussprach oder Strafanzeige stellte. Die Polizei schlüsselt in der Mittelung aber auch genauer auf:

  • Gegen 24 Personen wurde wegen mutmaßlich absichtlich angezündeter Buschfeuer ermittelt.
  • Gegen 53 Personen wurde wegen mutmaßlicher Nichteinhaltung eines totalen Feuerverbots ermittelt.
  • Gegen 47 Personen wurde ermittelt, weil sie mutmaßlich eine angezündete Zigarette oder ein Streichholz weggeworfen haben.

Zu den anderen Fällen schreibt die Polizei nichts. Es stimmt demnach zwar, dass Menschen für manche Feuer in der aktuellen Saison die Schuld tragen, oft jedoch aus Fahrlässigkeit. Ob einer der Fälle zu einem der aktuellen großen Feuer führte, schreibt die Polizei nicht. In nur 24 Fällen kann man von mutmaßlicher Brandstiftung sprechen, bei denen absichtlich Feuer gelegt worden sei.

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Diese Zahlen gelten allerdings nur für den Bundesstaat New South Wales, einen von sieben. Die Faktenchecker von AFP haben für einen Artikel (14. Januar) recherchiert, gegen wie viele Personen in dieser Buschfeuer-Saison in ganz Australien wegen Brandstiftung ermittelt wurde. Für Victoria liegen keine Daten vor – zählt man alle anderen Fälle zusammen, die die Polizeistationen AFP mitteilten, kommt man auf deutlich weniger als 180 Personen. Sie sollen Brände „absichtlich“ oder „rücksichtslos“ verursacht haben. Manche Bundesstaaten teilten Daten seit September 2019 mit, andere für einen kürzeren Zeitraum.

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Der Mann ist nicht wegen Brandstiftung angeklagt, es gibt keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Außerdem wurden nicht 200 Brandstifter festgenommen.

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Diese Kombination von zwei Karten wird derzeit im Netz verbreitet. Sie soll angeblich zeigen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen einer geplanten Bahnstrecke und den Buschbränden in Australien. (Screenshot: CORRECTIV)

von Alice Echtermann

Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer geplanten Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke und den Buschbränden in Australien? Behauptungen im Netz sollen dies andeuten. Eine ähnliche Falschmeldung kursierte bereits 2018 über Feuer in Kalifornien.

Auf Facebook kursiert aktuell ein Bild, das Karten von Australien und Kalifornien mit Gebieten von Bränden zeigen soll. Daneben werden Karten mit angeblich geplanten Verläufen von „Hochgeschwindigkeitsbahnen“ gelegt. Damit wird angedeutet, die Brände seien absichtliche Rodungen gewesen, um Platz für Bahnstrecken zu machen. Einer der Facebook-Beiträge vom 10. Januar wurde bereits mehr als 1.000 Mal geteilt.

Der Facebook-Beitrag mit den Karten, die angeblich einen Zusammenhang zwischen Buschbränden und dem Bau von Bahnstrecken zeigen. (Screenshot und Schwärzungen: CORRECTIV)

Die Verschwörungstheorie in Bezug auf Kalifornien kursierte im November 2018. Die Karte oben links mit den roten Flächen stammt von der California of Forestry and Fire Protection, die sie im November 2018 auf Twitter veröffentlichte. Sie zeigt nicht die Ausdehnung der Feuer, sondern Bereiche, in denen eine „red-flag“-Warnung vor Brandgefahr herrschte.

Einen Zusammenhang mit dem Verlauf der Hochgeschwindigkeitsbahn gibt es außerdem nicht, die falsche Behauptung wurde bereits 2018 entlarvt, zum Beispiel von den Faktencheckern von Snopes. Die Bahnkarte stammt demnach von der Webseite „America 2050“ und ist veraltet. Eine neuere Karte zeige, dass der Streckenverlauf nicht annähernd mit den roten Feldern übereinstimme. Auf der Seite Metabunk legten Nutzer die Karten grafisch übereinander und zeigten so, dass sie nicht zueinander passen.

Legt man die Karten von Kalifornien übereinander, ist die Übereinstimmung nicht vorhanden. (Quelle: Metabunk, Screenshot: CORRECTIV)

Auch im Fall von Australien ist an der Theorie nichts dran. Eine Google-Bildersuche zeigt, dass die Karte unten rechts von der australischen Regierung stammt. Sie soll einen möglichen Verlauf einer Hochgeschwindigkeits-Bahn an der Ostküste zeigen, von Melbourne bis Brisbane. Die Karte unten links soll die Feuer zeigen, die angebliche Übereinstimmung ist jedoch nur mit gutem Willen erkennbar. Andere, vollständige Karten der Feuer in Australien, zum Beispiel von My Fire Watch oder von der Nasa zeigen, dass die Feuer nicht entlang der möglichen Bahnstrecke verlaufen – und dass es auch an vielen anderen Orten brennt, an denen keine Bahnen geplant sind.

Die Feuer in Australien laut einem Datenportal der Nasa (Ansicht zeigt die Feuer der letzten sieben Tage, abgerufen am 13. Januar 2020 um 17:45 Uhr). (Screenshot: CORRECTIV)
Die Karte mit dem möglichen Verlauf einer Bahnstrecke im Süden Australiens. (Screenshot: CORRECTIV)
Nähere Ansicht des Südens Australiens im Nasa-Datenportal. (Screenshot am 13. Januar 2020 um 17:45 Uhr: CORRECTIV)

Zum gleichen Ergebnis kam am 10. Januar auch Buzzfeed in dem Faktencheck zu der Behauptung, die offenbar auch auf Englisch ihre Kreise auf Instagram, Youtube, 4chan und Tiktok zieht.

Der Facebook-Nutzer, der das Foto am 10. Januar in Deutschland verbreitete, ist übrigens auch der Ansicht, dass in Australien und Kalifornien keine echten Waldbrände wüten, sondern dass dort und auch in Kalifornien Laserwaffen eingesetzt wurden.

Unsere Bewertung:
Falsch. Die Waldbrände in Kalifornien und Australien verlaufen nicht entlang der geplanten Bahnstrecke.

Collage ohne Titel
Über Ausbruch und Hintergründe der aktuellen australischen Buschfeuer sind mehrere Behauptungen im Umlauf. (Foto: Glen Moray / Picture Alliance, Collage: CORRECTIV)

von Alice Echtermann , Till Eckert

Australien kämpft derzeit gegen hunderte Buschbrände. Menschen und Tiere sind gestorben oder wurden verletzt. Zum Ausbruch der Feuer gibt es im Netz viele Behauptungen, darunter ist eine sehr prominent: dass vor allem Brandstiftung der Auslöser für die Feuer sei, nicht der Klimawandel.

Satellitenfotos der Nasa zeigen große Rauchwolken über dem Meer. Medien weltweit berichten über die Zerstörung, die die Buschfeuer in Australien seit Wochen anrichten. Am 21. November 2019 berichtete die World Meteorological Organization von „katastrophalen Zuständen“ mit dutzenden von Bränden, angefeuert durch hohe Temperaturen, Wind und Trockenheit. Seitdem reißen die Meldungen über die Brände nicht ab. 

Laut der australischen Meteorologie-Behörde war das Jahr 2019 das wärmste und trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1910. Die Regenfälle seien die geringsten seit 1900 gewesen, seit konsistente Aufzeichnungen begannen. Dennoch verbreitet sich im Netz unter anderem die Behauptung, der Klimawandel habe nichts mit den Buschbränden zu tun. 

Wir haben einige der Behauptungen, die im Umlauf sind, überprüft: 

1. Buschbrände seien hauptsächlich von Menschen verursacht, nicht durch den Klimawandel

Mehrere Webseiten veröffentlichten in den vergangenen Tagen Artikel, in denen behauptet wird, Auslöser der Brände in Australien sei hauptsächlich Brandstiftung. So zum Beispiel Connectiv Events (mehr als 500 Mal auf Facebook geteilt) oder Schweizer Morgenpost (mehr als 1.800 Mal auf Facebook geteilt). 

In den Artikeln werden jeweils Zahlen zu den angeblich festgenommenen Brandstiftern genannt. So ist entweder von mehr als 180 (zum Beispiel hier) oder von rund 200 Menschen (zum Beispiel hier) die Rede. Diese Behauptung kursiert nicht nur in Deutschland.

In mehreren der Artikel wird dazu auf Zahlen der Polizei New South Wales verwiesen. Diese veröffentlichte am 6. Januar eine Pressemitteilung, in der steht, dass sie seit dem 8. November 2019 gegen 183 Menschen wegen 205 Buschfeuer-Fällen ermittelte, Verwarnungen aussprach oder Strafanzeige stellte. Die Polizei schlüsselt in der Mittelung aber auch genauer auf:

  • Gegen 24 Personen wurde wegen mutmaßlich absichtlich angezündeter Buschfeuer ermittelt.
  • Gegen 53 Personen wurde wegen mutmaßlicher Nichteinhaltung eines totalen Feuerverbots ermittelt.
  • Gegen 47 Personen wurde ermittelt, weil sie mutmaßlich eine angezündete Zigarette oder ein Streichholz weggeworfen haben.

Zu den anderen Fällen schreibt die Polizei nichts. Es stimmt demnach zwar, dass Menschen für manche Feuer in der aktuellen Saison die Schuld tragen, oft jedoch aus Fahrlässigkeit. Ob einer der Fälle zu einem der aktuellen großen Feuer führte, schreibt die Polizei nicht. In nur 24 Fällen kann man von mutmaßlicher Brandstiftung sprechen, bei denen absichtlich Feuer gelegt worden sei. 

Diese Zahlen gelten allerdings nur für den Bundesstaat New South Wales, einen von sieben. 

Es gibt mehrere Auslöser für Waldbrände

Die Faktenchecker von AFP haben für einen Artikel (14. Januar) recherchiert, gegen wie viele Personen in dieser Buschfeuer-Saison wegen Brandstiftung ermittelt wurde. Für Victoria liegen keine Daten vor – zählt man alle anderen Fälle zusammen, die die Polizeistationen AFP mitteilten, kommt man auf deutlich weniger als 180 Personen. Sie sollen Brände „absichtlich“ oder „rücksichtslos“ verursacht haben. Manche Bundesstaaten teilten Daten seit September 2019 mit, andere für einen kürzeren Zeitraum. 

Das Umweltbundesamt schrieb in einem Bericht über Waldbrände in Deutschland 2018: „In Fällen, in denen eine Ursache bestimmt werden kann, sind im Wesentlichen zwei Faktorenkomplexe von besonderer Bedeutung für das Waldbrandgeschehen: Zum einen das menschliche Handeln (Brandstiftung und Fahrlässigkeit) und zum anderen das Klima – bzw. Witterungsgeschehen.“ Zu letzterem schreibt das Bundesamt außerdem: „Klima und Witterung beeinflussen zusammen mit den lokalen Gegebenheiten (wie dem Vorhandensein von brennbarem Material) die Disposition einer Waldfläche für die Entzündung und in Folge das weitere Brandgeschehen (Feuerausbreitung).“

Die Regierung des Bundesstaats South Australia nennt aber auch weitere typische Auslöser für Waldbrände, darunter Fehler in elektrischen Anlagen, die eine Überhitzung verursachen, oder Blitzeinschläge. Bei aktuellen großen Feuern in den Bundesstaaten Victoria und New South Wales bezeichneten die Feuerwehrleute Steve Warrington und Ben Shepherd in Medienberichten hauptsächlich Blitze als Ursache. Auch die australische Meteorologie-Behörde schreibt in einem Infoartikel über „bushfire weather“, in manchen Regionen Australiens seien Blitze die Hauptursache für Buschbrände. Wir haben dazu bei den zuständigen Feuerwehrbehörden angefragt, bis zum Erscheinen dieses Artikels jedoch keine Antwort erhalten. 

Längere Buschfeuer-Saisons und häufiger „Brandwetter“

Dürreperioden und schlimme Waldbrände gab es in Australien schon häufiger, zum Beispiel im Januar 1994, im Dezember 2001 und im Oktober 2013, wie einem Sonderbericht der Meteorologie-Behörde von Dezember 2019 zu entnehmen ist. Vergleichbar mit 2019 seien am ehesten die Zustände im Oktober/November 1968 (Seite 19-20). 

Doch die Intensität der Buschfeuer nimmt in der Langzeitbetrachtung zu. So schrieb das australische Bushfire and Natural Hazard Cooperative Research Centre Mitte Dezember: „Die Tendenz zu intensiveren Brandsaisons und immer früher auftretender Feuergefahr ist ein klarer Trend im australischen Klima, aufgrund von reduzierten oder weniger zuverlässigen Regenfällen in der kühlen Saison und steigenden Temperaturen.“ 

Auch laut dem jüngsten Langzeit-Klimabericht (State of the Climate 2018) der australischen Meteorologie-Behörde und des Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (Csiro) nimmt die Länge der Buschfeuer-Saison zu, und es kommt häufiger zu sogenanntem „Brandwetter“ (fire weather) (Seite 2). In der Auswertung heißt es klar: „Der Klimawandel, inklusive steigender Temperaturen, trägt zu diesen Veränderungen bei“ (Seite 5). Dem Bericht zufolge hat sich das australische Klima seit 1910 um etwas mehr als ein Grad Celsius erwärmt, was zu einer erhöhten Häufigkeit von extremer Hitze (extreme heat events) führe.

Die Anomalien der Oberflächen-Lufttemperatur in Australien (Abweichungen vom Durchschnitt) zeigen, dass die Temperaturen steigen. (Quelle: Australian Bureau of Meteorology, Screenshot: CORRECTIV)
Die Zahl extremer Hitzetage pro Jahr nimmt seit 1910 zu. (Quelle: Australian Bureau of Meteorology, Screenshot: CORRECTIV)

Im Südosten und Südwesten Australiens nahmen laut dem Bericht die Regenfälle ab, in Teilen des Nordens nahmen sie zu. Acht der zehn wärmsten Jahre Australiens seit Beginn der Aufzeichnungen seien seit 2005 aufgetreten.

Die Zahl gefährlicher „Buschfeuer-Wetter-Tage“ in Victoria (Süden Australiens) im Frühling nimmt tendenziell zu. (Quelle: Australian Bureau of Meteorology, Screenshot: CORRECTIV)

Sicher ist, dass steigende Temperaturen und Trockenheit bessere Voraussetzungen für größere und intensivere Feuer schaffen. Pauschal lässt sich weder sagen, es trage allein der Mensch durch Brandstiftung oder Fahrlässigkeit Schuld an den aktuellen Großfeuern in Australien, noch der Klimawandel – beide Faktoren spielen eine Rolle. 

2. Angebliche Brandstiftung durch „IS-Terrorist“?

Die österreichische Seite Wochenblick spekulierte am 8. Januar, dass ein „IS-Terrorist“ Buschbrände in Australien gelegt haben könnte, liefert aber keinen Beleg dafür. In dem Artikel heißt es lediglich, zwei jungen Männern namens Fadi und Abraham Z. werde vorgeworfen, am 22. Dezember ein Grasfeuer in Guildford, einem Vorort von Sydney, verursacht zu haben. „Tatsächlich hat die islamistische Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bereits im November dazu aufgerufen, den Dschihad durch Brandstiftung voranzutreiben“, schreibt Wochenblick

Als einzige Quelle gibt die Seite einen Artikel der britischen Boulevardzeitung Daily Mail von November 2019 an, in dem es heißt, der „IS“ habe angeblich dazu aufgerufen, Waldbrände in den USA und Europa zu legen. „Dass diese Forderung nun in Australien umgesetzt wurde, ist ein denkbarer, schrecklicher Verdacht“, so Wochenblick weiter. Einen konkreten Hinweis gibt es für diesen „Verdacht“ aber nicht. 

Was stimmt, ist, dass es Medienberichte vom 7. Januar über zwei Brüder namens Fadi und Abraham Z. gibt. Sie hätten am 22. Dezember Feuerwerk in einem Park gestartet und ein Grasfeuer ausgelöst. Darüber berichten zum Beispiel Pacific Pundit, der australische Daily Telegraph und The Count. Laut einem weiteren Artikel von Miragenews fand die Gerichtsverhandlung am 7. Januar vor dem Parramatta Local Court statt. In all den Berichten wird nirgends ein islamistischer Hintergrund oder Hinweis auf ein solches Motiv erwähnt. 

Auf Nachfrage von CORRECTIV teilt die Pressestelle der lokalen Gerichte in New South Wales per E-Mail mit, es sei nur einer der beiden Männer angeklagt, Abraham Z.. Der Vorwurf gegen ihn laute „fahrlässiger Umgang mit Sprengstoff, um Sachschäden zu verursachen“. Außerdem habe er ein Messer dabei gehabt. Zu weiteren Hintergründen könne man keinen Kommentar abgeben, heißt es in der E-Mail der Pressestelle. Fest steht aber: Es geht bei den Vorwürfen nicht um Brandstiftung und auch nicht um Terror. 

3. Die Feuer seien absichtlich gelegt worden, um den Weg für eine Bahnstrecke freizumachen

Auf Facebook kursiert außerdem ein Bild, das Karten von Australien und Kalifornien mit Gebieten von Bränden zeigen soll. Daneben werden Karten mit angeblich geplanten Verläufen von „Hochgeschwindigkeitsbahnen“ gelegt. Damit wird angedeutet, die Brände seien absichtliche Rodungen gewesen, um Platz für Bahnstrecken zu machen. Einer der Facebook-Beiträge vom 10. Januar wurde bereits mehr als 1.000 Mal geteilt.

Der Facebook-Beitrag mit den Karten, die angeblich einen Zusammenhang zwischen Buschbränden und dem Bau von Bahnstrecken zeigen. (Screenshot und Schwärzungen: CORRECTIV)

Die Verschwörungstheorie in Bezug auf Kalifornien kursierte im November 2018. Die Karte oben links mit den roten Flächen stammt von der California of Forestry and Fire Protection, die sie im November 2018 auf Twitter veröffentlichte. Sie zeigt nicht die Ausdehnung der Feuer, sondern Bereiche, in denen eine „red-flag“-Warnung vor Brandgefahr herrschte. 

Einen Zusammenhang mit dem Verlauf der Hochgeschwindigkeitsbahn gibt es außerdem nicht, die falsche Behauptung wurde bereits 2018 entlarvt, zum Beispiel von den Faktencheckern von Snopes. Die Bahnkarte stammt demnach von der Webseite „America 2050“ und ist veraltet. Eine neuere Karte zeige, dass der Streckenverlauf nicht annähernd mit den roten Feldern übereinstimme. Auf der Seite Metabunk legten Nutzer die Karten grafisch übereinander und zeigten so, dass sie nicht zueinander passen.

Legt man die Karten von Kalifornien übereinander, ist die Übereinstimmung nicht vorhanden. (Quelle: Metabunk, Screenshot: CORRECTIV)

Auch im Fall von Australien ist an der Theorie nichts dran. Eine Google-Bildersuche zeigt, dass die Karte unten rechts von der australischen Regierung stammt. Sie soll einen möglichen Verlauf einer Hochgeschwindigkeits-Bahn an der Ostküste zeigen, von Melbourne bis Brisbane. Die Karte unten links soll die Feuer zeigen, die angebliche Übereinstimmung ist jedoch nur mit gutem Willen erkennbar. Andere, vollständige Karten der Feuer in Australien, zum Beispiel von My Fire Watch oder von der Nasa zeigen, dass die Feuer nicht entlang der möglichen Bahnstrecke verlaufen – und dass es auch an vielen anderen Orten brennt, an denen keine Bahnen geplant sind. 

Die Feuer in Australien laut einem Datenportal der Nasa (Ansicht zeigt die Feuer der letzten sieben Tage, abgerufen am 13. Januar 2020 um 17:45 Uhr). (Screenshot: CORRECTIV)
Die Karte mit dem möglichen Verlauf einer Bahnstrecke im Süden Australiens. (Screenshot: CORRECTIV)
Nähere Ansicht des Südens Australiens im Nasa-Datenportal. (Screenshot am 13. Januar 2020 um 17:45 Uhr: CORRECTIV)

Zum gleichen Ergebnis kam am 10. Januar auch Buzzfeed in dem Faktencheck zu der Behauptung, die offenbar auch auf Englisch ihre Kreise auf Instagram, Youtube, 4chan und Tiktok zieht. 

Der Facebook-Nutzer, der das Foto am 10. Januar in Deutschland verbreitete, ist übrigens auch der Ansicht, dass in Australien und Kalifornien keine echten Waldbrände wüten, sondern dass dort und auch in Kalifornien Laserwaffen eingesetzt wurden.

Experte geht von Desinformationskampagne aus

Falsche Behauptungen über den Ausbruch und Hintergründe der Buschbrände verbreiten sich außer in Deutschland laut Medienberichten weltweit. Auch die US-amerikanischen Faktenchecker von Snopes haben einen Artikel dazu veröffentlicht. 

Laut einer Analyse eines Forschers der Queensland University of Technology, die der britische Telegraph und der Guardian zitieren, gibt es Anzeichen für eine „Desinformationskampagne“. So werde der Hashtag „#ArsonEmergency“ (Deutsch: Brandstiftungs-Notstand) auf Twitter gezielt von Accounts verbreitet, die den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel leugnen.

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Am 4. Januar 2020 kam es bei Demonstrationen und Gegendemonstrationen in Köln zu Auseinandersetzungen. (Symbolfoto: Michael Philipp / Pixabay)

von Alice Echtermann

Facebook-Nutzer behaupten, bei der Demonstration in Köln anlässlich des WDR-Satire-Liedes „Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau“ sei es zu „Menschenjagden“ und Gewalt gegen ältere Frauen gekommen. Dafür gibt es keine Belege. 

Die Facebook-Seite „Eltern gegen Gewalt“ hat am 4. Januar einen Beitrag veröffentlicht, in dem behauptet wird, bei einer Demonstration in Köln seien „ältere Menschen, überwiegend Frauen, von linksradikalen Schlägertruppen der Antifa verprügelt und verletzt“ worden. Drei ältere Frauen seien von 70 Personen angegriffen worden, angeblich mit „heftigen“ Schlägen auf den Kopf, Rücken, in den Magen und ins Gesicht. Ein älterer Mann habe eine Platzwunde am Kopf erlitten – von ihm und seinem Kopfverband wird ein Foto gezeigt. Der Beitrag wurde bisher mehr als 3.300 Mal geteilt. 

Eine andere Facebook-Seite namens „Befreiter Blick“ griff das Thema auf und behauptete in einem eigenen Beitrag am 4. Januar zudem, es sei in Köln zu „Menschenjagden“ gekommen. „Ein Mob von mehreren hundert Linksradikalen jagte alte Menschen und Kinder durch die Stadt“, steht auf einem Bild mit Text dazu. Dieser Beitrag wurde mehr als 2.000 Mal geteilt.   

Für die Behauptungen gibt es nach CORRECTIV-Recherchen keine Belege. 

Der Facebook-Beitrag von „Eltern gegen Gewalt“. (Screenshot: CORRECTIV)

Der Hintergrund: Kurz nach Weihnachten 2019 entbrannte eine Debatte um ein Video des WDR (privater Mitschnitt). Der WDR hatte das Kinderlied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ satirisch abgeändert, so dass es darin unter anderem hieß „meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau“. Das führte laut Medienberichten (zum Beispiel WDR und Zeit Online) am 4. Januar 2020 zu Demonstrationen in Köln. Laut Polizei waren unter den Demonstranten gegen den WDR Personen aus dem „politisch rechten Spektrum“. Die Gegendemonstrationen seien von mehreren Aktionsbündnissen organisiert worden, darunter „Köln gegen rechts“. Einige WDR-Mitarbeiter erhielten laut WDR Morddrohungen. 

Medienberichte und Videos zeigen keine Jagdszenen

In zwei Berichten der Bild (hier und hier), die die Facebook-Seite „Befreier Blick“ als angebliche Quellen für eine „Menschenjagd“ verlinkt, ist nirgends die Rede von solchen Vorfällen. In einem Bild-Artikel ist ein Video eines Tumults zu sehen, bei dem Demonstranten „Nazi-Schweine“ rufen und die Polizei einen Mann zu Boden ringt – aber keine Jagdszenen. In einem ebenfalls von „Befreiter Blick“ verlinkten Beitrag des Blogs 1984 wird von „Menschenjagden“ geschrieben, aber ohne Belege; die Videos, die gezeigt werden, zeigen keine solchen Szenen. Eines der Videos wurde allerdings bereits von Youtube gelöscht, den Inhalt konnten wir daher nicht mehr einsehen.

Der Facebook-Beitrag von „Befreiter Blick“. (Screenshot: CORRECTIV)

Wir fanden bei der Recherche ein weiteres, langes Video auf der Seite Invidious, das mit „Hetzjagd durch Köln nach der Demo am 4.1.2020“ überschrieben ist. Der Nutzer, der es hochgeladen hat, heißt Kevin Gabbe – auf seinem (nicht verifizierten) Twitter-Profil bezeichnet er sich als „patriotischer Aktivist und Blogger“. Das Video zeigt den Weg einer kleinen Gruppe Demonstranten durch die Stadt. Etwa ab Minute 13:48 ist ein kurzes Gerangel mit Demonstranten in der Nähe des Kölner Doms zu sehen, man hört laute „Nazis raus“-Rufe. Man hört mutmaßlich eine Frau mit kurzen grauen Haaren zu einem Polizisten sagen „der hat mich geschlagen“, zu sehen ist die Szene aber nicht. 

Polizei eskortierte Gruppe bis zu einem Parkhaus

Die kleine Gruppe, zu der auch zwei Frauen gehören, sucht Schutz bei der Polizei. Einer der Polizisten rät, das Filmen einzustellen, um nicht zu provozieren. Die Person hinter der Kamera filmt aber weiter. Weil ein Mann darauf besteht („Die kennen mich, die lauern auf mich, ich bin recht bekannt“, ab Minute 18:50), wird die kleine Gruppe dann von einigen Polizisten zum Parkhaus an der Kölner Philharmonie eskortiert. Sie gehen zügig, aber rennen nicht. Das Video zeigt, dass am Weg viele Menschen stehen, die „Nazis raus“ rufen. Am Ende im Parkhaus sagt ein Mann „Mannomann, das ist ‘ne Hetzjagd“ und ein anderer Mann betont: „Ja genau, das war wirklich eine Hetzjagd auf Menschen“. 

Anhand des Videos ist zwar nachvollziehbar, dass die Situation für die Personen bedrohlich wirkte, aber dass sie im Wortsinn gejagt werden, ist darin nicht zu sehen. Die Polizei Köln hat außerdem „keine Kenntnisse“ von solchen Vorfällen, teilte uns ein Sprecher per E-Mail mit.

Auch für einen körperlichen Angriff von 70 Personen auf drei ältere Frauen mit Schlägen gegen den Kopf oder in den Bauch, wie er von „Eltern gegen Gewalt“ auf Facebook beschrieben wird, konnten wir keine Belege finden. Die Behauptungen stammen wahrscheinlich aus dem Artikel einer Frau auf der Seite Pressecop24 mit der Überschrift „Die Schande von Köln: Hetzjagd auf drei Frauen“. Derselbe Text erschien unter anderem auch bei Philosophia Perennis. Darin behauptet die Autorin, dass sie und zwei weitere Frauen angeblich von 70 Personen daran gehindert wurden, zur Demonstration gegen den WDR zu gelangen. Sie seien verfolgt, beschimpft und bespuckt worden. Was an diesem Bericht der Wahrheit entspricht, lässt sich nicht prüfen. Von Schlägen ist dort aber nicht die Rede. 

Polizei hat „keine Kenntnis“ von solchen Vorfällen

Wir haben die Polizei Köln am 6. Januar gefragt, ob ihr Vorfälle bekannt sind, wie sie in den zwei Facebook-Beiträgen beschrieben wurden. Wir haben ihr die beiden Beiträge vorgelegt. Am 10. Januar antwortete uns die Pressestelle, es habe bisher neun Anzeigen wegen Körperverletzungen gegeben. In seiner E-Mail geht der Sprecher der Polizei jedoch nur auf zwei Fälle näher ein, die bereits in der Pressemitteilung der Polizei vom 4. Januar berichtet wurden: Zum einen sei ein Mann festgenommen worden, weil er versucht habe, Menschen anzugreifen, die zur Kundgebung am Appellhofplatz wollten. Er habe ein Messer dabei gehabt, es aber nicht als Waffe eingesetzt. Außerdem habe es am Nachmittag eine „Tumultlage“ in der Trankgasse gegeben, mit zwölf Personen. Zwei seien durch Schläge leicht verletzt worden. Außerdem sei ein Messer sichergestellt worden, das aber nicht eingesetzt worden war. 

Die E-Mail des Sprechers der Polizei Köln. (Screenshot: CORRECTIV)

Auf eine erneute Nachfrage, was mit den konkret auf Facebook geschilderten Fällen sei, antwortete der Polizeisprecher, von solchen Vorfällen habe die Polizei „keine Kenntnis“. 

Unsere Bewertung:
Unbelegt. Es gibt keine Belege dafür, dass Menschen in Köln durch die Straßen gejagt wurden oder dass drei ältere Frauen von 70 Personen angegriffen und geschlagen wurden. Die Polizei hat „keine Kenntnisse“ von solchen Vorfällen.

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Dieses Bild mit einer falschen Behauptung verbreitete die Initiative Hallo Meinung auf Facebook. (Screenshot und Collage: CORRECTIV)

von Alice Echtermann

Eine Initiative namens „Hallo Meinung“ fordert Menschen auf, den Rundfunkbeitragsservice mit Anfragen zu fluten. Die Aktion soll ein Protest gegen die Gebühren sein. Jetzt behaupten die Macher, sie seien erfolgreich, denn der Service habe mitgeteilt, überlastet zu sein. Das eine hat mit dem anderen aber nichts zu tun. 

Die Initiative Hallo Meinung behauptet am 8. Januar auf Facebook, sie habe dafür gesorgt, dass der Rundfunkbeitragsservice Probleme mit einer Flut von Anfragen habe. Hallo Meinung schreibt: „Breaking News. Seit eben verkündet die ‘GEZ’ auf ihrer offiziellen Homepage die Teilkapitulation“. Es werde darauf hingewiesen, dass kurzfristige Antworten nicht garantiert werden könnten. 

Hallo Meinung behauptet, die Probleme des Beitragsservice seien eine Konsequenz der eigenen „Gebührenaktion“. Seit Dezember 2019 ruft die Initiative dazu auf, den Service mit möglichst vielen Anfragen und Post zu fluten und so in seiner Arbeit zu behindern. Der Facebook-Beitrag vom 8. Januar wurde mehr als 5.000 Mal geteilt. Die Information über die angebliche „Teilkapitulation“ des Beitragsservice ist allerdings falsch.

Der Facebook-Beitrag von Hallo Meinung. (Screenshot am 13. Januar 2020: CORRECTIV)

Hinweis auf der Webseite ist mindestens von April 2019

Die Mitteilung, dass es zu einem „erhöhten Aufkommen von Anrufen und schriftlichen Anfragen“ komme, steht auf der Webseite des Rundfunkbeitragsservice bereits seit April 2019. Das geht aus dem Internet Archive hervor, wo die Mitteilung auf der Startseite am 4. April 2019 das erste Mal gespeichert wurde. Sie kann also keine Konsequenz der Gebührenaktion von Hallo Meinung sein. 

Ein Sprecher des Rundfunkbeitragsservice, Christian Gärtner, bestätigte dies CORRECTIV ebenfalls auf Nachfrage per E-Mail. Der Hinweis stamme von April 2019. Der Grund sei ein Meldedatenabgleich im Jahr 2018 gewesen, durch den viele neue potenzielle Beitragszahler angeschrieben worden seien. Da habe es viele Rückmeldungen gegeben. Außerdem habe das Bundesverfassungsgericht 2018 entschieden, dass Nebenwohnungen vom Rundfunkbeitrag befreit werden können. Auch das habe zu vielen Anträgen geführt. „Die Aktion von Hallo Meinung ist offenkundig eine Störaktion“, so Gärtner. Solche Aktionen gebe es immer wieder, und der Beitragsservice sei dafür gut aufgestellt. 

Wer steht hinter Hallo Meinung?

Hinter Hallo Meinung steht der Video-Blogger Peter Weber. Laut Recherchen der WDR-Sendung Monitor (Juli 2019) ist er Unternehmer und kommt aus Schwarzenbruck (Bayern). In dem Beitrag wird berichtet, dass der dortige Gemeinderat sich von den Ansichten, die Weber in seinen Videos verbreitet, im Sommer 2019 distanzierte. Daraufhin seien Politiker von Facebook-Nutzern bedroht und beleidigt worden. 

Nach der Monitor-Sendung sprach Weber von „Manipulation“, die mit „Zwangsgebühren“ finanziert werde. In seinen Beiträgen auf Youtube kommt zum Beispiel auch der rechte Youtuber „Neverforgetniki“ zu Wort. Die Initiative Hallo Meinung sagt über sich selbst, sie sei auf kein politisches Spektrum beschränkt: „Wir wollen ALLE Perspektiven beleuchten, egal ob links, Mitte, oder konservativ.“

Auch der Anwalt Joachim Steinhöfel rief auf seiner Webseite zu einem Boykott beziehungsweise einer Störaktion des Rundfunkbeitrags auf („Weihnachtsgrüße an den Beitragsservice“ / „Neujahrsgrüße an den Beitragsservice“). Er verwies dabei auf Hallo Meinung und gab der Initiative ein Interview. Steinhöfel schreibt unter anderem für Portale wie Tichys Einblick und Die Achse des Guten. Er behauptet auf seiner Webseite ebenfalls, die „Gebührenaktion“ trage angesichts der Mitteilung des Beitragsservice über das erhöhte Aufkommen von Anfragen offenbar „erste Früchte“. Er wurde von seinen Lesern bereits darauf hingewiesen, dass der Hinweis auf der Webseite schon länger zu finden ist und veröffentlichte unter seinem Artikel ein Update, ließ den Text ansonsten aber unverändert. 

Unsere Bewertung:
Falsch. Die Mitteilung von der Überlastung des Rundfunkbeitragsservice ist keine Konsequenz der Aktion von „Hallo Meinung“. 

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Dieses Bild ist kein Foto, sondern eine Grafik, die Daten über einen ganzen Monat zeigt. Sie stammt von dem Australier Anthony Hearsey, der sie auf Instagram veröffentlichte. (Original-Grafik: Anthony Hearsey. Collage: CORRECTIV)

von Alice Echtermann

Auf Facebook kursiert ein Bild von Australien mit roten Markierungen, die für Feuer stehen sollen. Es wird fälschlich als „Nasa-Aufnahme” bezeichnet. Es handelt sich aber nicht um ein Foto. 

Mehrere Facebook-Nutzer verbreiten derzeit eine Grafik, die wie eine Luftaufnahme von Australien mit glühend roten Buschfeuern aussieht. Am 5. Januar veröffentlichte ein Nutzer die Grafik und schrieb dazu: „Das ist Australien von einem Nasa-Satelliten“. Sein Beitrag wurde mehr als 700 Mal geteilt. Einen Tag später verbreitete ein anderer Nutzer die Grafik mit dem Kommentar: „Diese Nasa-Aufnahme zeigt einen brennenden Kontinent!“ Sein Beitrag wurde rund 200 Mal geteilt. Und in einem Facebook-Beitrag vom 7. Januar (auch rund 200 Mal geteilt) hat jemand der Grafik die Aufschrift „Bild von der Nasa“ hinzugefügt. 

Die Behauptungen, man sehe hier eine Nasa-Aufnahme und die Quelle sei ein Nasa-Satellit, sind irreführend, weil sie andeuten, dass es sich um ein Foto handelt. In den Kommentaren wiesen andere Facebook-Nutzer bereits darauf hin, dass das Bild eine 3D-Visualisierung sei. Eine Nutzerin verlinkte einen Artikel der US-Faktenchecker von Snopes, in dem dies erklärt wird. 

Der Facebook-Beitrag bezeichnet das Bild als Nasa-Aufnahme. (Screenshot am 8. Januar 2020 und Schwärzung: CORRECTIV)

Australien-Grafik enthält Daten der Nasa über einen ganzen Monat

Die Visualisierung wurde von dem australischen Fotografen Anthony Hearsey am 5. Januar auf Instagram veröffentlicht. Er nutzte dafür nach eigenen Angaben Daten aus dem „Fire Information for Resource Management System“ der US-Raumfahrtbehörde Nasa zwischen dem 5. Dezember 2019 und 5. Januar 2020. Diese basieren auf Satellitenaufnahmen, es handelt sich aber nicht um ein Foto, sondern um eine Grafik, die aus den Daten über einen ganzen Monat entstanden ist. 

Hearsey beschrieb die Grafik selbst auf Instagram als „3D Visualisierung der Feuer in Australien“. Die Grafik zeige alle Gebiete, die von Buschfeuern betroffen waren. „Der Maßstab ist ein bisschen übertrieben“, erklärt er außerdem, und: „Beachtet auch, dass nicht all diese Gebiete immer noch brennen“.

Der Instagram-Beitrag des Fotografen Anthony Hearsey. (Screenshot am 6. Januar 2020: CORRECTIV)

Buschbrände in Australien wüten seit Wochen

Als er bemerkte, dass sein Beitrag sich teils mit falscher Deutung verbreitete, änderte Hearsey die Beschreibung auf Instagram und betonte nochmals, dass es sich nicht um ein Foto handele, sondern um eine Daten-Zusammenstellung. 

Anthony Hearsey erklärt, es handele sich bei seinem Bild nicht um Foto, sondern um eine Art Grafik. (Screenshot am 7. Januar 2020: CORRECTIV)

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Was stimmt: In Australien wüten seit Wochen schlimme Waldbrände, über die auch deutsche Medien und die Nasa berichten

„Luftaufnahmen“ von Waldbränden führten schon öfter zu Missverständnissen. Auch als 2019 weltweit über die Brände im Amazonas-Gebiet berichtet wurde, nutzten Medien Satellitendaten der Nasa. Damals kursierte im Netz der Vorwurf, die Bilder seien falsch und die Medien stellten die Situation absichtlich übertrieben dar – dem war nicht so, wie unser Faktencheck zeigte. Auch bei den Bildern damals handelte es sich um Visualisierungen aus dem Online-Tool des „Fire Information for Resource Management System“, nicht um Fotos.  

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Dies ist kein Satellitenfoto, sondern eine Visualisierung der Feuer in Australien über einen längeren Zeitraum.

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Die Meinungsfreiheit ist in Deutschland im Grundgesetz verankert – und das hat sich nicht geändert. (Symbolbild: Peter Dargatz / Pixabay)

von Alice Echtermann

Die Schweizer Morgenpost behauptet in einem Artikel, mit der Rede- und Meinungsfreiheit in Deutschland sei es jetzt vorbei. Das ist falsch, das Grundgesetz wurde nicht geändert. In dem Artikel geht es wohl um das Netzwerkdurchsetzungsgesetz.

Am 6. Januar 2018 veröffentlichte die Seite Schweizer Morgenpost einen Artikel, in dem in der Überschrift behauptet wird, in Deutschland sei das Grundgesetz geändert worden, so dass es die Meinungsfreiheit nicht mehr gebe. Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 5.900 Mal auf Facebook geteilt, in letzter Zeit wieder verstärkt. 

Im Text geht es um ein Gesetz, das angeblich am 1. Januar in Kraft getreten sei und mit dem Webseiten Geldstrafen von bis zu 50 Millionen Euro drohten, wenn sie „angebliche Hassrede“ nicht sofort entfernen. Weiter schreibt die Schweizer Morgenpost, dieses Gesetz habe seinen Ursprung bei den Nationalsozialisten im Dritten Reich, sei bezeichnend für den „Rechtsruck der etablierten Parteien“ und orientiere sich an einer Anweisung von Adolf Hitler. Beleidigungen von Muslimen seien demnach unerwünscht. 

Es handelt sich bei dem Bericht um eine Falschmeldung. 

Der Artikel der Schweizer Morgenpost. (Screenshot: CORRECTIV)

Es geht um das NetzDG

Das Grundgesetz wurde nicht geändert. Das Gesetz, das gemeint ist, ist vermutlich das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG). Das trat jedoch schon am 1. Oktober 2017 in Kraft. Es enthält unter anderem die Vorschrift, dass Betreiber von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter in der Regel „einen offensichtlich rechtswidrigen Inhalt innerhalb von 24 Stunden nach Eingang der Beschwerde“ entfernen oder den Zugang zu ihm sperren müssen. Der Bußgeldrahmen bei Verstößen liegt für juristische Personen (also für die Unternehmen, die die Plattformen betreiben) bei bis zu 50 Millionen Euro. 

Das NetzDG geht weder auf eine Anweisung von Adolf Hitler oder das Dritte Reich zurück, noch ändert es Artikel 5 des Grundgesetzes, in dem es heißt: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ 

Diesem Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit werden laut Grundgesetz Schranken gesetzt durch die „Vorschriften der allgemeinen Gesetze“, die „gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend“ und das „Recht auf persönliche Ehre“. 

Das NetzDG bezieht sich ausdrücklich nur auf rechtswidrige Inhalte, die von Sozialen Netzwerken entfernt werden müssen. Das seien Inhalte, die Straftaten nach dem Strafgesetzbuch darstellen, zum Beispiel nach Paragraf 86, das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, oder Paragraf 130, Volksverhetzung.

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Die Behauptung, in Deutschland werde die Meinungsfreiheit eingeschränkt, ist ein verbreitetes Narrativ der Desinformation. Wie die Verbreiter dieser Irreführungen vorgehen, haben wir kürzlich in einem Hintergrundbericht erklärt. 

Die Schweizer Morgenpost ist bekannt dafür, Falschmeldungen zu verbreiten

Die Schweizer Morgenpost bezeichnet sich selbst als „unbestechlich, frei und überparteilich“. Links- und rechtsextreme Meinungen hätten auf der Webseite nichts zu suchen, schreiben die Autoren in den Regeln für Nutzerkommentare. Das Schweizer Medium Blick veröffentlichte im vergangenen Jahr einen Bericht über die Seite: Sie verbreite systematisch Hetze und manipuliere ihre Leser. Dahinter stehe ein Deutscher namens Ralph Boldini, der in der Schweiz lebe. 

Auch CORRECTIV hat bereits mehrfach in Faktenchecks Falschmeldungen der Schweizer Morgenpost entlarvt, zum Beispiel als die Seite behauptete, gehackte E-Mails würden Angela Merkel in Verbindung mit einem Geldwäsche-Skandal bringen – oder dass die EU die Aufnahme von 300 Millionen Migranten aus Afrika vereinbart habe. Letztere Nachricht war eine der ersten Falschinformationen über den UN-Migrationspakt und wurde von zahlreichen anderen Medien aufgegriffen.  

Unsere Bewertung:
Falsch. Das Grundgesetz wurde nicht geändert, die Meinungsfreiheit wurde nicht abgeschafft.

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In der Nacht vom 31. Dezember 2019 auf den 1. Januar 2020 kam es in Leipzig laut Polizei zu Ausschreitungen, bei denen auch Polizisten verletzt wurden. (Symbolfoto: Torsten Töller / Pixabay)

von Alice Echtermann

Auf Facebook behaupten Nutzer, ein Polizist, der bei Krawallen in der Silvesternacht in Leipzig-Connewitz verletzt wurde, sei gestorben. Das ist eine Falschmeldung. 

Am 5. Januar veröffentlichte ein Facebook-Nutzer ein Bild mit Text, in dem behauptet wird, der Polizist, der in Leipzig von Linken attackiert worden sei, sei laut seiner Schwester gestorben. Das Bild wurde von mehreren Nutzern verbreitet; allein dieser Beitrag wurde mehr als 1.700 Mal geteilt. 

In den Kommentaren weisen andere Nutzer bereits darauf hin, dass es sich um eine Falschmeldung handelt. Der Polizist ist nicht gestorben.

Einer der Facebook-Beiträge mit der Behauptung. (Screenshot: CORRECTIV)

Ein Sprecher der Polizei Leipzig, Uwe Voigt, bestätigt uns in einer E-Mail, die Meldung sei ein „Fake“. „Der Beamte konnte das Krankenhaus verlassen und befindet sich auf dem Weg der Besserung.“ Der 38-Jährige sei aber durch den Einsatz von Gewalt bewusstlos gewesen, habe stark geblutet und habe danach operiert werden müssen. 

Am frühen Morgen des 1. Januar 2020 hatte die Polizei Leipzig per Pressemitteilung bekannt gegeben, ein 38-jähriger Beamter sei bei den Einsätzen in der Silvesternacht schwer verletzt worden. Er habe das Bewusstsein verloren und sei im Krankenhaus angeblich notoperiert worden. 

Erste Polizeimeldung erweckte falschen Eindruck 

Einen Tag später wurde klar, dass damit ein falscher Eindruck erweckt wurde. In einer Pressemeldung des Landeskriminalamts vom 2. Januar ist von der Notoperation keine Rede mehr. Darin heißt es, der Beamte und seine Kollegen seien von 20 bis 30 teils vermummten Personen angegriffen worden. Ein Beamter sei dabei schwer verletzt worden. Er „musste zur Behandlung in das Universitätsklinikum Leipzig verbracht werden, wo er stationär aufgenommen wurde“.

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Daraufhin berichtete die Taz (2. Januar) unter Berufung auf Krankenhauskreise, es habe keine Not-OP, sondern einen Eingriff am Ohr des Beamten mit lokaler Betäubung gegeben. Ein Polizeisprecher, Andreas Loepki, bestätigte gegenüber dem Spiegel, dass der Mann am Ohr operiert wurde.

Uwe Voigt stellt in seiner E-Mail an CORRECTIV klar: „Eine Not-OP im engeren Sinne der ärztlichen Handlung gegen eine lebensgefährliche Verletzung lag nicht vor. Hier ist unsere Pressemeldung offenkundig nicht ganz eindeutig und es wäre besser gewesen, von einem dringlich erforderlichen Eingriff zu sprechen […].“ Allerdings sei die Verletzung nicht geringfügig gewesen. Die Versorgung sei sofort nötig gewesen, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Die E-Mail des Polizeisprechers Uwe Voigt. (Screenshot: CORRECTIV)

Auch die Faktenchecker von Mimikama haben den Facebook-Beitrag mit der Behauptung, der Polizist sei gestorben, bereits geprüft und als Falschinformation eingestuft. 

Unsere Bewertung:
Völlig falsch. Der Polizist, der in der Silvesternacht in Leipzig verletzt wurde, ist nicht gestorben.

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Dieses Foto wird im Netz verbreitet – die Aufschrift auf dem Transparent ist eine Fälschung. (Screenshot und Collage: CORRECTIV)

von Alice Echtermann

Ein satirisches Kinderlied des WDR, in dem es heißt „meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau“, löst Proteste aus. Im Netz kursiert ein Foto, das angeblich ein Banner der Umweltbewegung Fridays for Future zeigt, auf dem „Oma“ Gewalt angedroht wird. Das Foto wurde jedoch manipuliert. 

Haben Demonstranten von Fridays for Future ein Transparent mit der Aufschrift „Oma, du alte Umweltsau mach dich vom Acker, bevor ich dich verhau“ getragen? Ein Foto, das dies angeblich zeigt, kursiert im Netz. Es wurde Ende Dezember von verschiedenen Nutzern auf Facebook geteilt. Sie schreiben dazu Kommentare wie „Wenn man seine Dummheit öffentlich zur Schau stellt“ oder „bei sowas unternimmt Facebook nichts“ – das zeigt, dass sie das Foto für echt halten. 

Es ist jedoch eine Fälschung. Die Aufschrift des Transparents wurde manipuliert, um Stimmung zu machen. Auch mehrere Nutzer weisen in Kommentaren auf Facebook darauf hin, dass das Foto bearbeitet ist.  

Ein Facebook-Beitrag mit dem manipulierten Foto. (Screenshot: CORRECTIV)

Der Hintergrund: Kurz nach Weihnachten 2019 entbrannte eine Debatte um ein Video des WDR. Der WDR hatte das Kinderlied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ satirisch abgeändert, so dass es darin unter anderem hieß „meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau“. 

Das sorgte laut Medienberichten (zum Beispiel WDR und Zeit Online) für Proteste, die in der ersten Januarwoche 2020 zu Demonstrationen in Köln führten. Laut Polizei waren unter den Demonstranten gegen den WDR Personen aus dem rechten politischen Spektrum. Die Gegendemonstrationen seien von mehreren Aktionsbündnissen organisiert worden, darunter „Köln gegen rechts“. Einige WDR-Mitarbeiter erhielten laut WDR Morddrohungen. 

Der WDR hat das Online-Video gelöscht. Wie die Redaktion von WDR2 am 27. Dezember auf Facebook mitteilte, geschah dies vor allem, um den Vorwurf, man habe Kinder instrumentalisiert, auszuräumen. Das Video ist aber noch zum Beispiel auf Youtube zu finden. 

Die Stellungnahme von WDR2 auf Facebook. (Screenshot: CORRECTIV)

Außer dem von Medien zitierten Satz „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, das sind tausend Liter Super jeden Monat, meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau“ singt ein Mädchenchor darin außerdem unter anderem: „Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett […], weil Discounterfleisch so gut wie gar nix kostet, meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau. Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert […], stattdessen macht sie jetzt zehnmal im Jahr ‘ne Kreuzfahrt, meine Oma ist doch keine Umweltsau!“ Am Ende des Liedes ist kurz die Stimme von Greta Thunberg zu hören: „We will not let you get away with this“. 

Erika Steinbach teilte das manipulierte Foto

Das manipulierte Foto von den Fridays-for-Future-Demonstranten wurde auch am 30. Dezember auf Twitter von der ehemaligen CDU-Politikerin Erika Steinbach verbreitet. Etwas später am selben Tag schob Steinbach hinterher, es sei „doch nur Satire“ – in ihrem ersten Tweet ist diese Einordnung aber nicht erkennbar. 

Der erste Tweet von Erika Steinbach mit dem gefälschten Foto. (Screenshot: CORRECTIV)

Zahlreiche Nutzer wiesen unter Erika Steinbachs Tweet auf die Fälschung hin. Auch der Blog Volksverpetzer und die Faktenchecker der DPA berichteten darüber. 

Das Originalfoto stammt von Fridays for Future Konstanz. Über Twitter teilte die Initiative am 31. Dezember mit, das Bild sei einem Schülerblog entnommen worden. Der Blog-Artikel ist noch im Netz zu finden; er stammt von Februar 2019 und enthält das Originalfoto und noch ein Bild, das das Transparent aus anderer Perspektive zeigt. Es trägt die Aufschrift „Fridays for Future Konstanz“. 

Das Originalbild auf einem Schülerblog aus Konstanz. (Screenshot: CORRECTIV)
Unsere Bewertung:
Völlig falsch. Das Foto wurde manipuliert, im Original hat das Transparent eine andere Aufschrift.