Ein Bild auf Facebook zeigt das Logo der schweizerischen Tageszeitung Neue Zürcher Zeitung (NZZ), darunter steht ein Text, der mit dem Satz beginnt: „Frau Baerbock ist in ihrem Persönlichkeitstyp das Produkt der westdeutschen Wohlstandsverwahrlosung.“ Ein Nutzer kommentiert unter dem Facebook-Beitrag: „So ein Artikel in unserer Presse [ist] undenkbar.“ Das Bild suggeriert, der abschätzige Text stamme von der NZZ.

Wer nach den Worten aus dem angeblichen Artikel sucht, etwa bei Google oder DuckDuckGo, findet den Text in mehreren Foren und Kommentarspalten, allerdings nicht auf der Webseite der NZZ.
Die älteste Stelle, an der wir den Text fanden, ist auf dem Blog Lokalo. In einem Kommentar vom 9. Juli schreibt der Nutzer „Weber“ den gesamten Text. Am Schluss stehen die Worte: „Quelle: Neue Züricher Zeitung“. Mit dem „i“ in „Zürcher“ enthalten sie einen Schreibfehler.
Kommentar unter einem Artikel über Baerbock
Eine Anfrage bei der NZZ ergibt, dass die Zeilen nicht aus einem Artikel der Zeitung stammen, sondern aus einem Kommentar. Ein Sprecher schreibt uns: „Ich kann Ihnen bestätigen, dass es sich um einen Leserkommentar zum Artikel ‘Badet Baerbock gerne lau? Die grüne Kanzlerkandidatin bleibt Antworten schuldig – zu ihrem Charakter und ihren Überzeugungen’ vom 4. Juni 2021 handelt.“

Redigatur: Uschi Jonas, Sarah Thust
Welche Recherche sollen wir im kommenden Jahr nicht machen?
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Eine gesellschaftlich relevante Recherche sollte nicht daran scheitern, dass sie aufwendiger wird als zunächst erwartet. Hinter journalistischer Unabhängigkeit stehen am Ende ziemlich konkrete Zahlen. Planen können wir dabei nur mit dem Geld, das uns zur Verfügung steht. Und im Moment reicht das, was während dieser Spendenaktion zusammenkommt, noch nicht.
Diese Spendenaktion ist für unsere Arbeit im kommenden Jahr sehr wichtig. Das heißt: Wirklich jeder Betrag, ob 5, 10, 15 Euro, hilft uns für unsere weitere Arbeit. Wenn Sie können: Bitte unterstützen Sie heute unsere Aktion.
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