Ein Bild auf Facebook zeigt das Logo der schweizerischen Tageszeitung Neue Zürcher Zeitung (NZZ), darunter steht ein Text, der mit dem Satz beginnt: „Frau Baerbock ist in ihrem Persönlichkeitstyp das Produkt der westdeutschen Wohlstandsverwahrlosung.“ Ein Nutzer kommentiert unter dem Facebook-Beitrag: „So ein Artikel in unserer Presse [ist] undenkbar.“ Das Bild suggeriert, der abschätzige Text stamme von der NZZ.

Wer nach den Worten aus dem angeblichen Artikel sucht, etwa bei Google oder DuckDuckGo, findet den Text in mehreren Foren und Kommentarspalten, allerdings nicht auf der Webseite der NZZ.
Die älteste Stelle, an der wir den Text fanden, ist auf dem Blog Lokalo. In einem Kommentar vom 9. Juli schreibt der Nutzer „Weber“ den gesamten Text. Am Schluss stehen die Worte: „Quelle: Neue Züricher Zeitung“. Mit dem „i“ in „Zürcher“ enthalten sie einen Schreibfehler.
Kommentar unter einem Artikel über Baerbock
Eine Anfrage bei der NZZ ergibt, dass die Zeilen nicht aus einem Artikel der Zeitung stammen, sondern aus einem Kommentar. Ein Sprecher schreibt uns: „Ich kann Ihnen bestätigen, dass es sich um einen Leserkommentar zum Artikel ‘Badet Baerbock gerne lau? Die grüne Kanzlerkandidatin bleibt Antworten schuldig – zu ihrem Charakter und ihren Überzeugungen’ vom 4. Juni 2021 handelt.“

Redigatur: Uschi Jonas, Sarah Thust
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.

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