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Tania Röttger

Leiterin CORRECTIV.Faktencheck

Tania befasst sich seit ihrem Berufseinstieg mit Fakten. Für die Request Initiative half sie NGOs in London dabei, sich mithilfe von Auskunftsrechten Informationen zu beschaffen. Zurück in Deutschland stellte sie eine Urteilsdatenbank zum Presserecht für Netzwerk Recherche und CORRECTIV zusammen. Sie ist Co-Autorin eines Ratgebers zu Auskunftsrechten und gibt Workshops zu diesem Thema. Von Januar 2016 bis Dezember 2017 volontierte sie bei CORRECTIV. 

E-Mail: tania.roettger(at)correctiv.org
Twitter: @tanroet

Bewertung: unbelegt

Notre-Dame: Warum das Bild mit den lächelnden Männern kein Fake ist

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Manche Medien meinten, das Bild sei eine Fälschung. (Foto: Sputnik)

von Tania Röttger

Nach dem Brand der Notre-Dame kursierte ein Foto zweier lächelnder Männer auf Facebook und Twitter. Einige Medien bezeichneten das Bild als Fake. Das stimmt aber nicht.

Wir veröffentlichten am 16. April einen Artikel über Gerüchte, die nach dem Feuer von Notre-Dame auf Facebook und Twitter kursierten. Darunter war auch das Bild von zwei Männern, die lächelnd eine Absperrung nahe Notre-Dame verlassen, das Feuer ist im Hintergrund zu sehen. Das Bild wurde mit dem angeblichen Kontext geteilt, die Männer seien Muslime und würden sich über den Brand freuen. Wir recherchierten die Quelle, ein Artikel auf der englischsprachigen Webseite von Sputniknews, und fanden keine Hinweise darauf, dass das Bild eine Fälschung war.

In unserem Artikel steht folglich: „Die Fotos sind offenbar echt, aber es handelt sich um eine nicht belegbare Unterstellung, dass die Männer sich über den Brand freuten. Der Kontext – zum Beispiel ob die Männer wegen der medialen Aufmerksamkeit oder etwas anderem lächelten – ist nicht bekannt.“

Weil andere Medien das Bild als Fake bezeichnen, und uns Leser immer wieder darauf hinweisen, beschreiben wir hier, wie wir zu unserem Urteil gekommen sind.

Forensiker einer Universität meinen, das Bild sei eine Montage

Kurz nach unserem Artikel veröffentlichte die US-Faktencheck-Organisation Politifact einen Artikel, laut dem das Bild ein Fälschung sei – die Organisation vergab die härteste Bewertung: „Pants on Fire“. In dem Artikel bezieht sich Politifact auf Forscher des Zentrums für Medienforensik der Universität Colorado. Sie sagten demnach, dass man mit bloßem Auge durch Heranzoomen an die rechte Wange des rechts stehenden Mannes erkennen könne, dass die beiden Männer in das Bild hineingeschnitten wurden. Außerdem sei das Bild schon auf Twitter erschienen, bevor Sputnik es veröffentlicht hatte.

Auch die Webseite Volksverpetzer bewertete das Bild daraufhin als Fälschung. Die Autoren kontaktierten laut ihrem Artikel dieselben Forscher, die das Bild gegenüber Politifact als Fälschung eingeschätzt hatten. In Bildmontagen verwiesen sie darauf, dass Teile der Ohren fehlen würden.

So begründet die Webseite „Volksverpetzer“ ihr Urteil, das Bild sei ein Fake.

Doch ähnliche Verzerrungen finden sich auch an anderen Stellen des Bildes, wenn man heranzoomt. Das liegt wohl an der schlechten Qualität.

(Screenshot und Markierung: CORRECTIV)

Was zeigen Forensik-Tools?

Daraufhin untersuchten wir das Bild noch einmal genauer. Unter anderem mit dem Tool Fotoforensics, mit dem man unter bestimmten Voraussetzungen herausfinden kann, ob ein Bild nachträglich bearbeitet wurde.

Zum Beispiel kann man damit die sogenannte Error Level Analysis anwenden. Sie speichert das Bild in einer komprimierten Fassung ab. So sollen Pixel sichtbar werden, die sich in ihrer Art unterscheiden, etwa weil zwei unterschiedliche Aufnahmen übereinander geschnitten wurden. Doch wenn das Bild nur in einer verarbeiteten Fassung vorliegt, weil es etwa auf Server geladen wurde, die Metadaten löschen oder das Bild komprimieren, sind diese Tools weniger aussagekräftig, so wie in diesem Fall.

Beim Umkehren der Farben erkennt man aber auch hier Details, die mit dem bloßen Auge schwer zu erkennen sind. Zum Beispiel werden so einzelne Haare sichtbar. Das per Photoshop zu fälschen, in der Schnelligkeit, wäre sehr schwierig. Auf Sputnik ist das Bild Teil eines Live-Tickers und wurde am 15. April um 21:29 Uhr eingebettet. Das Feuer war am frühen Abend ausgebrochen.

Screenshot des Tools Fotoforensics und Markierung: CORRECTIV

Beim Invertieren der Farben wird auch bei der Version, die Sputnik ursprünglich veröffentlicht hat, sichtbar, dass feine Haarsträhnen zu sehen sind.

Weiteres Material von Sputnik

Wir haben außerdem Sputnik angeschrieben. Die Presseabteilung schickte uns ein Video und das Originalbild. Auf dem Video erkennt man andere Personen, die auf dem Foto zu sehen waren. Außerdem möglicherweise einen der Männer, der gerade das abgesperrte Areal nahe der Kirche verlässt.

Screenshot aus dem Video, das Sputnik uns geschickt hat. (Markierung und Screenshot: CORRECTIV)

Die Presseabteilung erklärte außerdem: Die Fotos stammen von einer Sputnik-Reporterin, die nur mit einem Handy ausgestattet vor Ort war. Sie schickte Fotos und Videos an die Redaktion.

Das Originalbild enthält außerdem Metadaten, laut denen das Bild an dem Ort aufgenommen wurde, von dem es stammen soll.

Diese Metadaten hat das Tool Fotoforensic aus dem Foto ausgelesen, das Sputnik uns zugeschickt hat.

Metadaten können zwar auch gefälscht werden, aber sie sind Teil einer Reihe von Indizien, die zu unserem Fazit führt: Es gibt keine erkennbaren Hinweise darauf, dass das Bild gefälscht ist. Auch die Faktencheck-Organisationen Nieuwscheckers und Lead Stories kamen zu diesem Urteil. Und Politifact hat inzwischen den Titel ihres Artikels angepasst und die gegensätzlichen Bewertungen unter dem Text aufgeführt, wenn auch die Wertung nicht verändert.

Unsere Bewertung:
Unbelegt: Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Bild gefälscht ist.

Notre-Dame in Flammen: Diese Fakes, Gerüchte und Spekulationen zum Ausbruch des Feuers sind im Umlauf

COLLAGE Notre Dame
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COLLAGE Notre Dame
Einige Posts und Artikel zum Brand des Notre-Dame, die nach dem Ausbruch auf Facebook und Twitter geteilt wurden. Screenshots / Collage: CORRECTIV

von Till Eckert , Tania Röttger

Lachende Menschen vor der brennenden Kathedrale, Menschen laufen auf dem Gebäude herum – ein „islamistischer Anschlag“? Unmittelbar nach Ausbruch des Feuers im Notre-Dame häuften sich Spekulationen, Fotos werden ohne Kontext verbreitet. Bislang ist die Brandursache jedoch nicht geklärt.

Das Dach der Notre-Dame, eine der bekanntesten Kathedralen der Welt und Wahrzeichen Frankreichs, ging am Montag, 15. April, in Flammen auf. Die Pariser Polizei meldete das um 19.16 Uhr auf Twitter. Fotos und Videos des Brandes verbreiteten sich zügig auf Sozialen Netzwerken – und das ist im Grunde genommen auch alles, was bisher dazu bekannt ist. Während Medien weltweit über den aktuellen Stand des Feuers berichteten, bildeten sich an anderer Stelle schnell Theorien und Spekulationen zum Ausbruch, genauer: ob es vielleicht absichtlich gelegt wurde.

Es dauerte nicht lange, bis erstmals die Theorie fiel, es handele sich um einen „islamistischen Anschlag“ – angeheizt wurde diese Behauptung durch Fake- und Satire-Accounts, die sich etwa als CNN oder Fox News bezeichneten oder deutsche Blogs wie Philosophia Perennis und Journalistenwatch; bei letzterem wird ein Artikel mit „Notre-Dame: Haben wir einen Krieg in Europa?“ betitelt. Die Theorie von der angeblich absichtlichen Brandstiftung trug sich weiter, gestützt werden sollte sie durch Postings und Kommentare auf Facebook und Twitter, die alte Artikel, aus dem Kontext gerissene Fotos oder irreführende Fotos teilten.

CORRECTIV kooperiert im Vorfeld der EU-Wahl für das Projekt FactCheckEU mit 18 Faktencheck-Redaktionen in Europa. Mithilfe der französischen Partnerinnen hat CORRECTIV einige Gerüchte, Behauptungen und Spekulationen zum Thema überprüft.

1. Es gibt keine Belege dafür, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde – und auch keine für einen Terroranschlag

Englischsprachige Seiten wie etwa Infowars schreiben bezugnehmend auf einen Tweet des Journalisten Christopher Hale, „ein Arbeiter“ habe berichtet, dass das Feuer „absichtlich“ gelegt wurde – den Tweet hat Hale schnell gelöscht, der Artikel ist noch online. Der deutsche Blog Journalistenwatch greift die Behauptung auf.

Die Staatsanwaltschaft in Paris hat laut der Presseagentur AFP Ermittlungen wegen „fahrlässiger Brandstiftung“ eingeleitet und befrage Bauarbeiter. Die AFP schreibt außerdem: „Der Brand könnte nach Einschätzung der Feuerwehr mit den Arbeiten zusammenhängen. Der Brand schien von den Baugerüsten auszugehen, die auf dem Dach installiert waren.“ Doch bis die Brandursache abschließend geklärt und Ermittlungen abgeschlossen sind, bleibt dies reine Spekulation. Verschiedene Blogs und Facebook-Posts – wie in diesem Beispiel zu sehen – unterstellen der französischen Polizei suggestiv eine Verschwörung, weil sie so rasch von Fahrlässigkeit ausging.

Wenige Stunden nach Ausbruch des Feuers twitterten ein falscher CNN-Twitteraccount und ein falscher Fox-News-Twitteraccount, es habe sich beim Feuer um einen „Terroranschlag“ gehandelt – wofür es keine Beweise gibt und laut bisherigem Ermittlungsstand auch keinen Anhaltspunkt. Der gemeinnützige Faktencheck-Verein Mimikama erstellte Screenshots von beiden Tweets, mittlerweile wurden beide Fake-Accounts gelöscht.

Screenshots der Tweets der Fake-„CNN“- und „Fox-News“-Accounts. Screenshots: Mimikama

2. Keine Belege für Verbindungen zu vorigen Vandalismus-Fällen in französischen Kirchen

Mehrere Artikel bringen den Brand der Notre-Dame in Verbindung zu Berichten über andere Fälle von Vandalismus in Kirchen. Ende März berichteten mehrere Medien wie die FAZ und  die Welt über eine Bekanntgabe des französischen Innenministeriums. Demnach gab es im Jahr 2018 1063 „Handlungen“, die sich gegen Christen richteten, darunter anscheinend vor allem Fälle von Vandalismus an Kirchen. Die französische Faktencheck-Organisation CheckNews hatte darüber berichtet. Vandalismus ist allerdings vielfältig und reicht von eingeschmissenen Fenstern über satanische Graffiti hin zu gestohlenen Kirchengütern.  

Tatsächlich brannten in Frankreich auch drei Kirchen in den vergangenen Monaten: Saint Sulpice brannte im März in Paris, eine Kirche brannte im Januar in Grenoble und im August brannte eine in Rennes – allerdings war letzterer ein Unfall, zu dem Fall in Grenoble bekannten sich Anarchisten, die Ermittler sind jedoch skeptisch, und im Fall der Saint Sulpice sind Ursachen, eventuelle Täterschaft oder Motive noch unklar.

Blogs wie Compact Online, Vera Lengsfeld und Tichys Einblick bringen diese Fälle in Verbindung mit dem gestrigen Brand. Compact schreibt zum Beispiel: „War der Brand wirklich ein Unfall? In Frankreich werden durchschnittlich pro Tag zwei Kirchen geschändet.“

Ähnlich äußerte sich auch der französische Politiker Philippe Karsenty in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Allerdings unterbrach der Moderator ihn daraufhin und mahnte, keine Spekulationen aufzustellen.

3. Auf Fotos lächelnden Menschen kann nicht unterstellt werden, sie freuten sich über den Brand

Mehrere Beiträge und Artikel verbreiten Fotos von lächelnden Menschen in der Umgebung von Notre-Dame. Ziel ist offenbar, zu unterstellen, dass sie sich über den Brand in der katholischen Kirche freuen.

Ein Foto von zwei Männern, die unter einem Absperrband hindurchgehen und lächeln, teilt unter anderem der Facebook-Account „Konrads Erben“. Das Foto erschien ursprünglich um 21.29 Uhr auf der englischsprachigen Seite von Sputniknews, die Seite schrieb darüber: „Evakuierung läuft im Notre-Dame-Areal.“

Das Posting von „Konrads Erben“ mit dem Foto der zwei Männer, die sich von der Notre-Dame fortbewegen und lächeln. Screenshot: CORRECTIV
Das Foto der beiden lächelnden Männer bei „Sputniknews“, überschrieben ist es mit: „Evakuierung läuft im Notre-Dame-Areal.“ Screenshot: CORRECTIV

Auch ein Artikel des Blogs Vadhajtasok mit einem Titelbild, das zwei posierende Männer zeigt, wird bei Facebook geteilt. Das Foto ist offenbar ebenfalls echt und stammt von einem AFP-Fotograf. CNN hatte ein Bild, das kurz vorher oder nachher entstanden sein muss und einen der Männer zeigt um 21.37 Uhr auf Twitter geteilt.

Titelbild eines Blog-Artikels von Vadhajtasok. Screenshot: CORRECTIV
Tweet auf dem Twitter-Kanal von CNN. Screenshot: CORRECTIV

Die Fotos sind offenbar echt, aber es handelt sich um eine nicht belegbare Unterstellung, dass die Männer sich über den Brand freuten. Der Kontext – zum Beispiel ob die Männer wegen der medialen Aufmerksamkeit oder etwas anderem lächelten – ist nicht bekannt.

4. Nein, es wurde kein Auto mit Benzintanks und Dokumenten auf Arabisch in der Nähe des Notre-Dame gefunden

Unter dem im vorherigen Punkt erwähnten Posting von „Konrads Erben“ teilen einige Nutzer kommentarlos einen Artikel der englischen Tageszeitung The Telegraph mit der Überschrift „Benzintanks und arabische Dokumente, die nahe der Kathedrale Notre-Dame in Paris in einem nicht gekennzeichneten Auto gefunden wurden, entfachen Terrorängste“ – sie suggerieren damit, es sei ein aktueller Artikel, der mit dem Brand in Verbindung stünde.

Einige Nutzer teilen einen alten Artikel der englischen Tageszeitung „The Telegraph“ kommentarlos und suggerieren so, er stünde mit dem Brand in Verbindung. Screenshot: CORRECTIV

Doch der Artikel des Telegraph ist vom 8. September 2016. Der Fall hat demnach nichts mit dem Brand zu tun. Der Telegraph selbst stellt das in einem Disclaimer oberhalb des Textes klar:

Disclaimer des „Telegraph“: Der Artikel über Benzintanks in einem Auto nahe des Notre-Dame hat nichts mit dem Brand zu tun. Screenshot: CORRECTIV

5. Nein, es stand kein Mensch auf der Kathedrale, nachdem das Feuer ausbrach – auch kein Gelbwesten-Demonstrant lief darauf herum

Mehrere Nutzer teilen ein Posting einer französischen Nutzerin mit einem Foto der brennenden Kathedrale. Es wirkt, als stünde eine Person auf der Kathedrale, die Nutzerin markierte das und schreibt dazu: „Kann das wer erklären?“

Der Facebook-Post einer Nutzerin, der suggeriert, auf der Kathedrale stünde eine Person. Screenshot: CORRECTIV

Die französischen Kollegen des Faktencheck-Projekts der AFP beschäftigten sich mit dem Foto und schreiben dazu: „Es ist in Wirklichkeit die ‘Jungfrau der Anlegestelle’ am Portal der Kathedrale, die einzige große Statue des Tores, die während der Revolution nicht zerstört wurde.“ Es handelt sich demnach nicht um einen Menschen, sondern eine Statue.

Tweet des Faktencheck-Projekts der AFP zur angeblichen Person auf dem Dach der Kathedrale. Screenshot: CORRECTIV

Die Nutzerin verlinkt in ihrem Post zudem auf einen Tweet mit der Behauptung, ein Video zeige eine Person im Djellaba, einem Gewand, das beispielsweise in Marokko getragen wird; diese laufe 30 Minuten nach Ausbruch des Feuers an der Außenseite eines Turms der Kathedrale herum. Dieser Tweet bezieht sich wiederum auf einen anderen Tweet des Journalisten Sotiri Dimpinoudis, in dem ein kurzer Videoausschnitt aus dem spanischen Fernsehsender rtve zu sehen ist. Dimpinoudis behauptet, darin sei Demonstrant der Gelbwesten zu sehen.

Der Tweet des Journalisten Sotiri Dimpinoudis, in dem er behauptet, ein Demonstrant der Gelbwesten sei eine halbe Stunde nach Ausbruch des Feuers an einem der Türme zu sehen. Screenshot: CORRECTIV

Doch weder trägt die Person im Video einen Djellaba, noch handelt es sich um einen Demonstrant der Gelbwesten. In diesem Video der US-Nachrichtenkanals CNBC ist ab Minute 42 zu sehen, dass die Person wieder ohne Weste in Begleitung einer weiteren Person zurückkommt – und an der Stelle zu arbeiten beginnt. Beide Personen tragen einen hell-glänzenden Helm, wie ihn sonst die „Sampeurs Pompiers Paris“ tragen. Es handelt sich demnach offensichtlich um Feuerwehrleute.

Bewertung: falsch

Falschmeldung über Zahlung von Jens Spahn an Anwälte

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GERMANY-POLITICS-CDU-CONGRESS
Eine Falschmeldung bringt Jens Spahn in Verbindung mit Millionen-Ausgaben für Anwälte. (Bild vom 7. Dezember 2018; John MACDOUGALL / AFP)

von Tania Röttger

Das Team Wallraff hat in einer Dokumentation Missstände in Psychiatrien aufgedeckt. In dem Zusammenhang kursiert seit Tagen die Meldung, Jens Spahn habe Millionen an Anwälte gezahlt, damit diese die Ausstrahlung verhindern. Das stimmt aber nicht.

Die RTL-Dokumentation „Undercover in Psychiatrien und Jugendhilfe“ vom 18. März erreichte ein Millionen-Publikum – viele waren entsetzt über die Zustände in den gezeigten Psychiatrien.

Am 19. März veröffentlichte ein Nutzer einen Facebook-Beitrag, laut dem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) „ungefähr 2,5 Millionen Euro“ ausgegeben habe, um die Ausstrahlung der Sendung zu verhindern. Bisher wurde der Beitrag mehr als 2.600 Mal geteilt.

Screenshot vom Facebook-Post

Tatsächlich hatte Wallraff selbst erzählt, dass so viele Anwaltschreiben wie noch nie versucht hätten, die Sendung zu stoppen. „Aber wir senden ja jetzt erst recht“, so der Journalist.

Die Bild berichtete darüber – daher kommt auch ein Teil der Bildmontage in dem Facebook-Beitrag. Allerdings hat Jens Spahn oder das Ministerium damit nichts zu tun – sie haben kein Geld an Anwälte gezahlt. Das waren die Psychiatrie-Betreiber.

Artikel in der Bild (Screenshot: CORRECTIV)

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums wies die Behauptungen entschieden zurück. Auch RTL entkräftete das Gerücht per E-mail. So habe es ungefähr 30 Anwaltsschreiben gegeben, allerdings keines vom Gesundheitsministerium oder Jens Spahn. Die meisten kamen demnach von einem Vivantes Krankenhaus.

Email der RTL-Sprecherin
Unsere Bewertung:
Falsch. Jens Spahn hat keine Anwälte bezahlt, um die Wallraff-Dokumentation zu verhindern. Die Anwaltsschreiben kamen vor allem von im Beitrag genannten Krankenhäusern.

Bewertung: unbelegt

Keine Belege für Behauptungen über Glyphosat in Tampons

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Glyphosat in Tampons: eine erschreckende Vorstellung – jedoch ohne wissenschaftliche Belege. (Bild: Eme / Pixabay)

von Tania Röttger

Seit Jahren erscheinen immer wieder verstörende Artikel, die behaupten, 85 Prozent der Tampons enthielten Glyphosat. Wir haben den Ursprung der Behauptung gefunden, aber keine Belege dafür.

Der Artikel „Krebs-Epidemie: 85% der Tampons enthalten krebsverursachendes Glyphosat“ erschien im November 2018 auf der Webseite Unser Planet. Gerade wird er wieder auf Facebook geteilt, insgesamt bereits mehr als 2700 Mal.

Wer nach der Behauptung sucht, dass 85 Prozent der Tampons Glyphosat enthalten, stößt auf die Aussagen des argentinischen Forschers Damian Marino. Er gehört der Universität La Plata an. Am Rande einer Konferenz im Oktober 2015 sagte er das laut einem Medienbericht und einem Facebook-Post.

Das Problem: Eine Studie dazu findet sich nicht. Im selben Jahr (Juli 2015) kam allerdings eine Studie über Glyphosat heraus, an der Damian Marino mitgearbeitet hat.

Dabei ging es um Glyphosat und dessen Abbauprodukt AMPA in Grund- und Abwasser, nahe landwirtschaftlich genutzten Flächen. Glyphosat wird unter anderem im Baumwollanbau eingesetzt, Tampons bestehen aus Baumwolle.

Es ist möglich, dass  die Forscher im Rahmen der Studie Tampons getestet haben, allerdings stehen etwaige Ergebnisse und Methodik nicht im veröffentlichten Text. Auch in seinen anderen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zwischen 2013 und 2018, in denen es um Glyphosat und AMPA ging, kamen Baumwoll-Produkte nicht vor.

Marino belegt seine Aussage nicht

Wir haben über die Universität den Kontakt von Damian Marino erhalten und ihn gefragt, ob er seine Aussage mit einer Studie belegen kann. Er antwortete, dass er gerade viel zu tun habe. Wir schrieben ihm noch zwei Mal, bekamen aber keine Antwort. Der Forscher konnte seine Behauptungen also nicht mit einer veröffentlichten Studie belegen.

Daher ist die Aussage nicht überprüfbar, weil nicht klar ist, was die Belege dafür sind. Relevant wäre zum Beispiel, wie viele Tampons getestet wurden und wie.

Das ist anscheinend keinem Medium aufgefallen – weder der Webseite Unser Planet, noch Russia Today noch der Taz – die alle im Jahr 2015 über die Aussagen von Damian Marino berichteten, und sie als Studienergebnisse darstellten, anscheinend ohne zu prüfen, ob es dafür Belege gibt. Die Cosmopolitan schreibt gar von „mehreren Studien“, die  „in 85 Prozent aller Damen-Monatshygiene-Artikel Glyphosat nachgewiesen“ hätten – doch die Studien sind nirgends zu finden.

So bleibt der Mythos bestehen. In einem Taz-Artikel von August 2018 stand zum Beispiel wieder: „Im Jahr 2015 fand ein Forscherteam der argentinischen Universität La Plata in einem Großteil konventioneller Tampons und Binden Glyphosatrückstände.“

Untersuchungen in Deutschland?

Tampons gelten nicht als medizinische oder kosmetische Produkte, und werden deshalb nicht regelmäßig von staatlichen Instituten geprüft.

Allerdings hat das Bayerische Gesundheitsamt im Jahr 2016 „Hygieneartikel aus Baumwolle“ auf Glyphosat und AMPA getestet. Insgesamt 25 Proben, darunter Damenhygieneprodukte, Wattepads und Windeln. In drei Proben haben die Forscher Glyphosat und AMPA gefunden,wie eine Sprecherin der Behörde per Email mitteilte. Die höchsten Werte hatten demnach Bio-Wattepads, die 0,512 mg/kg Glyphosat und AMPA enthielten.

Email vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Für die Bewertung gingen die Ergebnisse an das Bundesamt für Risikobewertung. Das Amt hat sich schon oft mit Glyphosat beschäftigt. Demnach war der Gehalt von Glyphosat und auch die Aufnahme über die Haut sehr gering – nämlich „mehrere Größenordnungen unter der duldbaren täglichen Aufnahmemenge“, wie das Bundesamt für Risikobewertung auf Anfrage per Email schreibt.

Email vom Bundesamt für Risikobewertung

Das Magazin Ökotest testet immer mal wieder Tampons. Einmal hat die Redaktionauf Grund einer Leseranfrage Tampons auch nach Glyphosatrückständen untersucht, allerdings keine gefunden. Daher habe man das nicht mehr weiter getestet, wie eine Pressesprecherin des Verlags auf Anfrage schreibt.

Email von Ökotest

Das heißt: In den Fällen, in denen in Deutschland Tampons auf Glyphosat untersucht wurden, traf die Aussage, dass 85 Prozent mit Glyphosat verseucht seien, nicht zu.

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Unsere Bewertung:
Unbelegt. Seit 2015 hält sich die Behauptung, 85 Prozent der Tampons enthielten Glyphosat. Das ist jedoch mit keiner Studie belegt worden.

Bewertung: teilweise falsch

Falscher Titel bei Artikel über UN-Studie zur Erwärmung der Arktis

NORWAY-LIFESTYLE-TOURISM-SURFING-WEATHER-ARCTIC
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NORWAY-LIFESTYLE-TOURISM-SURFING-WEATHER-ARCTIC
Das Eis in der Arktis geht zurück, aber dass sie im Sommer 2030 eisfrei sein wird, ist nicht belegt. (Bild vom 5. März 2018, Lofoten Inseln in Norwegen; OLIVIER MORIN / AFP)

von Tania Röttger

Ist die Arktis ab 2030 eisfrei? Das behauptet „Focus Online“ – überspitzt dabei aber eine Pressemitteilung.

Am 25. März titelte Focus Online: „Schmelze nicht mehr zu stoppen – Dramatische UN-Studie: Die Arktis ist ab 2030 im Sommer eisfrei“. Auf Facebook enthält der Titel nicht den Zusatz „im Sommer“.

So erscheint der Artikel auf Facebook. (Screenshot: CORRECTIV)

Mehr als 1400 Mal wurde der Artikel auf Facebook geteilt, einige haben ihn als potenzielle Falschmeldung gemeldet.

Wir haben recherchiert. Es gibt die besagte UN-Studie, und dazu eine Pressemitteilung vom 13. März. Die drückt die Erkenntnisse allerdings etwas vorsichtiger aus. Dort steht: „Klimamodelle sagen voraus, dass bei der jetzigen CO2-Emissionsrate, die Arktis im Sommer ab den 2030er Jahren eisfrei sein wird.“ Das heißt: es sind Klimamodelle, und die Berechnung gilt nicht „ab 2030“, sondern „ab den 2030ern“.

Screenshot aus der UN-Pressemitteilung

In der 56-seitigen Studie selbst taucht die 2030er-Aussage nur einmal auf. Dabei steht der Hinweis, dass verschiedene Klimamodelle zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Das hat ein Aufsatz von Alexandra Jahn und anderen im Jahr 2016 thematisiert, der heißt: „Wie kalkulierbar ist das Timing der eisfreien Arktis?“ Eine eisfreie Arktis wird dort definiert als „weniger als 1 Million Quadratkilometer Eis“. Und eine Schlussfolgerung ist: Es gibt eine Vorhersageunsicherheit von 20 Jahren, wenn es darum geht, die erste eisfreie Arktis vorherzusagen. 

Screenshot aus dem Aufsatz

Sie kann früher kommen, aber auch später.

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Eine bestimmte Jahreszahl als Tatsache darzustellen, ist irreführend.

Bewertung: größtenteils richtig

Ja, ein Kardinal hat im Jahr 2002 gesagt, Abtreibung sei ein schlimmerer moralischer Skandal als sexueller Missbrauch

AUSTRALIA-VATICAN-CRIME-PELL-RELIGION
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AUSTRALIA-VATICAN-CRIME-PELL-RELIGION
Kardinal George Pell am 27. Februar 2019 auf dem Weg ins Gericht in Melbourne. © Con Chronis / AFP

von Tania Röttger

Das Zitat eines wegen Missbrauchs verurteilten Kardinals verbreitet sich auf Facebook. Da manche sich fragten, ob es stimmt, haben wir recherchiert.

Die Facebook-Seite „Politik und Zeitgeschehen“ veröffentlichte am 20. März 2019 eine Bildmontage mit einem Zitat: „Abtreibung ist schlimmer als Kindesmissbrauch“. Gesagt haben soll das Kardinal George Pell. Dazu der Text: „Sagt der, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde…. Leider werden diese widerlichen Wesen nie hart genug bestraft. Während die Opfer lebenslänglich bekommen.“ Der Beitrag wurde fast 3000 Mal geteilt. Nutzer haben ihn als potenzielle Falschmeldung gemeldet.

Screenshot von Facebook

Unsere Recherche ergab aber, dass das Zitat größtenteils stimmt. Der australische Kardinal George Pell hatte während des Weltjugendtages der römisch-katholischen Kirche in Toronto 2002  eine ähnliche Aussage im Jahr 2002 getroffen. Laut eines Berichts der kanadischen Zeitung The Globe and Mail vom 25. Juli 2002 habe er gesagt, dass Abtreibung ein „schlimmerer moralischer Skandal“ sei als der Missbrauchs-Skandal in der katholischen Kirche.

Es war eine Reaktion auf die Frage des  Jugendlichen Greg Rickert aus Kentucky, wie man reagieren solle, wenn man nach den Missbrauchs-Skandalen in der katholischen Kirche gefragt werde.

Der anwesende Journalist habe Pell danach gefragt, was er damit meine. Daraufhin habe Pell geantwortet: „Weil [Abtreibung] immer eine Zerstörung von menschlichem Leben ist.“

Medien: Pell bestätigte Aussage mit Statement

Im Anschluss berichteten Medien darüber, zum Beispiel der australische Sydney Morning Herald am 29. Juli 2002. Der Herald erhielt auch eine weitere Bestätigung des Zitats. Als der Kardinal am 2. August in Australien landete, sagte er demnach: „Ich rücke von meinen Aussagen nicht ab.“

Aus einem Text des Sydney Morning Herald. Screenshot: CORRECTIV

Zudem äußerte sich Pell in einem Statement zu der Kontroverse. Er meinte, seine Aussage sei aus dem Kontext gerissen worden, aber er leugnete nicht, dass er sie getätigt hatte. Vielmehr Der Herald und The Age berichteten, dass Pell sich dadurch rechtfertigte, dass die Medien über manche moralische Skandale – wie die Abtreibung – zu wenig berichten würden.

Aus einem Text von The Age. Screenshot: CORRECTIV

Verurteilung wegen sexuellem Missbrauch

Im Dezember 2018 wurde Pell wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Jungen verurteilt. Das kam offiziell allerdings erst Ende Februar heraus, das australische Gericht hatte bis dahin eine Nachrichtensperre verhängt. In dem Zusammenhang wurde auch sein Statement wieder thematisiert. Inzwischen wurden mehrere Journalisten und Verlage angeklagt, die sich nicht an die Nachrichtensperre gehalten hatten.

Unsere Bewertung:
Die Behauptung stimmt größtenteils. Pell hatte im Jahr 2002 gesagt, Abtreibung sei ein größerer moralische Skandal als Missbrauch.

Bewertung: teilweise falsch

Migrationspakt: Interne Dokumente zur rechtlichen Bindung geben nicht die Meinung der EU-Kommission wieder

HUNGARY-NETHERLANDS-DIPLOMACY-POLITICS
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HUNGARY-NETHERLANDS-DIPLOMACY-POLITICS
Unganrns Außenminister Peter Szijjarto am 11.März bei einer Pressekonferenz in Budapest (Photo by ATTILA KISBENEDEK / AFP)

von Tania Röttger

Im Moment kursieren Berichte über geheime Dokumente, laut denen der Migrationspakt doch rechtlich bindend sei. Die Dokumente existieren, geben aber die Meinung eines einzelnen Mitarbeiters des Juristischen Dienstes der Europäischen Kommission wieder, nicht die offizielle Einschätzung.

Der UN-Migrationspakt ist wieder Thema. Unter anderem auf der Webseite Tichys Einblick, wo am 21. März ein Artikel mit diesem Titel erschien: „Der unverbindliche Migrationspakt – plötzlich doch verbindlich!“

„Geheime Dokumente“ sollen belegen, dass der Juristische Dienst der Europäischen Kommission meint, der Migrationspakt sei doch rechtlich bindend. Obwohl in der Debatte über das Dokument zuvor immer wieder von der Kommission betont wurde, dass dies nicht der Fall sei.

Wegen unterschiedlicher Bedenken waren acht EU-Mitgliedstaaten nicht zur Migrationspakt-Zeremonie nach Marrakesh gefahren (Ungarn, Österreich, Italien, Lettland, Polen, Slowakai, Bulgarien, Tschechien). Bei der späteren Abstimmung  hatten Tschechien, Polen und Ungarn gegen den Pakt gestimmt.

Unsere Recherche ergab: Die Dokumente gibt es – aber der EU zufolge präsentieren sie nicht die offizielle Meinung der Europäischen Kommission, sondern die Meinung einer Einzelperson.

Dokumente an ungarische Medien geleakt

Anscheinend wurden die Dokumente zunächst dem ungarischen Fernsehsender M1 zugespielt, der am 9. März darüber berichtete. Das ungarische Außenministerium unter Außenminister Péter Szijjártó, veröffentlichte am Tag darauf eine Pressemitteilung, in der Außenminister Szijjártó von der „größten Lüge Brüssels“ sprach – der Juristische Dienst der EU arbeite heimlich daran, den Pakt für alle Mitgliedstaaten binden zu machen. Darüber berichtete am 10. März auch die österreichische Webseite Der Standard.

Am 11. März fragte eine Journalistin eines ungarischen Mediums den Pressesprecher der Europäischen Kommission bei einer Pressekonferenz, was es mit den Dokumenten auf sich habe. (Im Video zu sehen ab Minute sechs.) Sprecher Margaritis Schinas antwortete, er könne dazu nichts sagen, im Haus arbeiteten viele Leute, die viel schrieben, allerdings würde das in keiner Weise die offizielle Position der Kommission wiedergeben.

Das ungarische Außenministerium gab sich mit dieser Antwort nicht zufrieden, und legte am 18. März mit einer zweiten Pressemitteilung nach (auf Englisch): „Es gibt Beweise dafür, dass sie den UN Kompakt für Migration rechtlich verpflichtend machen wollen“.

Offizielle Position: Migrationspakt rechtlich nicht bindend

Auf Anfragen von CORRECTIV am 14. und 20. März hatten die Sprecher der EU-Kommission das besagte Dokument nicht herausgegeben. Inzwischen hat aber die österreichische Webseite Unzensuriert die zehn Seiten veröffentlicht. Sie wurden demnach mit einer Telefon-Scanner-App fotografiert.

Natasha Bertaud, Sprecherin der EU Kommission, sagte heute am Telefon gegenüber CORRECTIV: „Das ist die Meinung von einer Person. Es ist nicht die offizielle Position des Juristischen Dienstes.“

Anders als etwa auf der Webseite Tichys Einblick behauptet, sind die am Anfang des Dokuments genannten Personen, zum Beispiel der Botschafter der EU-Delegation in New York, nicht die Autoren, sondern die Empfänger.

Screenshot von dem internen Dokument

Autor ist Lucio Gussetti, der laut Organigramm im Juristischen Dienst für Außenbeziehungen zuständig ist. Direktor des Juristischen Diensts ist ein anderer, nämlich Luis Romero Requena.

In dem Dokument selbst geht es zunächst um die Beziehungen zwischen der EU, den EU-Mitgliedstaaten und der UN; danach wird der Prozess nachgezeichnet, wie der UN-Migrationspakt initiiert, verhandelt und beschlossen wurde; schließlich folgen verschiedene Betrachtungen über EU-Gerichtsverfahren, die etwa die Kooperation zwischen der EU und den Mitgliedstaaten thematisieren.

EU-Kommissions-Sprecherin Bertaud sagte auch, dass Federica Mogherini, EU-Außenbeauftragte, dem ungarischen Außenminister Szijjártó bereits gechrieben habe, um ihm zu versichern, dass die offizielle Position der Kommission weiterhin sei, dass der Migrationspakt nicht rechtlich bindend ist. Dies stehe schließlich auch im Migrationspakt selbst.

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Teilweise falsch. Das interne Dokument existiert, allerdings gibt es nicht die offizielle Position der Europäischen Kommission wieder.