Filzdecke Ruhr

Filzdecke Ruhr – die Daten

Die Filzdecke im Ruhrgebiet ist dicht. Wie intransparent die Daten hinter der Filzdecke sind, haben wir bei der Recherche erfahren.

von David Schraven, Stefan Laurin

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Für unsere Geschichte über die Verflechtungen der kommunalen Unternehmen mit der Lokalpolitik im Ruhrgebiet haben wir 43 Beteiligungsberichten der Städte, Kreise und des Regionalverbands Ruhr ausgewertet. Wir haben 19 Anfragen an Stadtverwaltungen gesendet und zum Teil nichtöffentlichen und öffentliche Unterlagen von Ratssitzungen analysiert. Wir haben Berichte der Unternehmen selbst gesammelt und auf ihren Internetseiten gestöbert. Insgesamt haben wir in der Zeit von Weihnachten 2014 bis März 2015 weit über 100 Quellen gesammelt.

Die Qualität der Angaben ist sehr unterschiedlich: Einige Beteiligungsberichte sind über fünf Jahre alt, wie die von Dorsten oder der Stadt Moers, und wurden seither nicht mehr aktualisiert. Positiv sind uns die Städte Dortmund und Kamen aufgefallen: sie verfügen über die aktuellsten Beteiligungsberichte. Bei den meisten Städten allerdings läuft es wie in Duisburg: Die Beteiligungsberichte sind zwei bis drei Jahre alt und dementsprechend nicht unbedingt aktuell. Im Fall von Bochum wusste selbst die Pressestelle nicht, dass es nur einen veralteten Beteiligungsbericht für die örtlichen kommunalen Unternehmen gibt.

Einige Städte, wie Moers, Marl oder Xanten, haben nicht auf unsere Anfragen reagiert. Sie haben sich einfach weggeduckt. Auch so sieht Transparenz im Ruhrgebiet aus. Aus diesen Kommunen kamen keine Informationen.

Weitere Probleme bei den gesammelten Daten ergeben sich aus aktuellen Entwicklungen. In den vergangenen Wochen gab es Fraktionsaustritte, Todesfälle und Umbenennungen von Fraktionen oder Gruppen. Nicht in jedem Fall konnten wir die Datensätze entsprechend anpassen.

An dem Gesamtbild ändern die beschriebenen Datenlücken allerdings wenig, lediglich Details werden nicht auf dem neuesten Stand sein. Weil es diese Daten nicht gibt oder die verfügbaren Daten nicht aktuell sind.

Zudem bitten wir um Verständnis. Menschen machen Fehler – auch wir – und trotz mehrfacher Kontrolle rechnen wir damit, dass wir nicht alle Fehler in den Datensätzen ausgemerzt haben.

Wir sind deswegen aus allen oben genannten Gründen für Korrekturen und Anregungen sehr dankbar und werden sie umgehend in den VEB Atlas Ruhr einarbeiten.

Wenn jemanden etwas auffällt, möge er uns eine kurze Email senden: filzdecke.ruhr@correctiv.org

Zusammen kriegen wir den VEB-Atlas vielleicht aktueller hin als es mit den vorliegenden Daten der Städte möglich ist.

Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.

Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!

Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.

Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.