Druck im Kessel: Wie trifft mich die Wärmewende?
Bis 2040 will Baden-Württemberg klimaneutral sein – ohne Wärmewende klappt das nicht. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern haben wir recherchiert: Wie gelingt nachhaltiges und bezahlbares Heizen im eigenen Zuhause – und wo hakt es? Wie gehen Städte und Gemeinden damit um? Im Herbst waren wir mit dem SWR vor Ort und eröffneten PopUp Studios in Stuttgart, Vaihingen an der Enz und Lörrach.
Ein Projekt von CORRECTIV und SWR
Ob Mietwohnung oder Eigenheim: Wie gelingt nachhaltiges und bezahlbares Heizen in Baden-Württemberg?
Baden-Württemberg ist Vorreiterland in der Wärmeplanung: Hunderte Kommunen haben schon geprüft, wie ihre Bürgerinnen und Bürger klimaneutral heizen können. Jetzt steht vielerorts ein großer Umbau bevor. Einige Menschen sind verunsichert: Ist der Gaskessel noch zukunftsfest? Können Altbauten auf eine Wärmepumpe umstellen? Kommt das angekündigte Wärmenetz wirklich? Spätestens, wenn die alte Heizung kaputt ist, müssen sich Eigentümer diesen Fragen stellen. Mieterinnen und Mieter haben dagegen kaum Einfluss auf Dämmung und Heizart.
CORRECTIV und SWR haben daher gefragt: Welche Erfahrungen machen Bürgerinnen und Bürger mit der Wärmewende? Was bedeuten die Pläne der Kommunen für das eigene Zuhause? Welche Interessen und Konflikte bremsen nachhaltiges und bezahlbares Heizen aus?
Jede und jeder in Baden-Württemberg konnte sich an unserem Projekt „Druck im Kessel: Wie trifft mich die Wärmewende?“ vom 17. September bis 8. November 2025 ganz einfach beteiligen. Ob Eigenheim oder Mietwohnung: Über unser Umfrage-Tool CrowdNewsroom teilten uns Bürgerinnen und Bürger mit, wie gut ihre aktuelle Wärmeversorgung funktioniert und ob bei ihnen ein Heizungstausch ansteht. Mit wenigen Klicks konnten sie Erfolge und Probleme beschreiben und weitere Hinweise zur Wärmewende zuhause abgeben. Die Umfrage konnten die Menschenie entweder mobil ausfüllen – oder sie haben uns in einem PopUp Studio besucht, vor Ort geantwortet und mit uns gesprochen.
Im Oktober und November haben CORRECTIV und SWR PopUp Studios in Stuttgart, Lörrach und Vaihingen eröffnet. Bürgerinnen und Bürger konnten die Redaktionen zu festen Öffnungszeiten in der Innenstadt besuchen und berichten, was sie bewegt. Reporterinnen und Reporter werteten ihre Erfahrungen ausund recherchierten Hintergründe: Was bedeuten die Wärmeplanungen der Kommunen für das eigene Zuhause? Welche Rolle spielen kleine und große Energieunternehmen? Sind die Kosten der Wärmewende gerecht verteilt? Wir haben nicht nur berichtet, sondern auch Räume für Diskussion geschaffen: Mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm vor Ort.
Die Termine:
- 14. bis 22.Oktober: Vaihinger Markt 30, 70563 Stuttgart
- 28. bis 31. Oktober: Stuttgarter Str. 17, 71665 Vaihingen an der Enz
- 4. bis 8. November: u. Wallbrunnstraße 2, 79539 Lörrach
Bei kostenlosen Veranstaltungen und Ausflügen tauschten sich Bürgerinnen und Bürger mit Experten, Verantwortlichen und unserem Team aus. Wir haben Heizmythen aufgedeckt, über Energiepolitik diskutiert und Heizungskeller besucht.
Veranstaltungen
Bei kostenlosen Veranstaltungen und Ausflügen tauschten sich Bürgerinnen und Bürger mit Experten, Verantwortlichen und unserem Team aus. Wir haben Heizmythen aufgedeckt, über Energiepolitik diskutiert und Heizungskeller besucht.
Erstes PopUp Studio: Stuttgart-Vaihingen
Vom 14. bis 22. Oktober 2025 waren wir in einem Ladenlokal am Vaihinger Markt 30 in 70563 Stuttgart vor Ort. – Eine Stadt, die schon 2035 klimaneutral werden will. Im CrowdNewsroom berichteten uns dutzende Menschen, was das Ziel für ihren Alltag bedeutet. Beim Eröffnungsevent sprachen Journalistinnen und Bürger politische Verantwortliche auf Hürden wie zähe Förderprozesse und schleppende Bauanträge an.
In den folgenden Tagen besuchten viele weitere Stuttgarterinnen und Stuttgarter unser Studio. Die Gespräche zeigten: Viele wollen ihre Heizung tauschen. Einigen fehlt das Geld. Was aber alle haben, sind Fragen. Kann ich das Angebot für eine Wärmepumpe auf versteckte Kosten prüfen? Was muss ich beim Förderantrag beachten? Wie hole ich alle Wohnungseigentümer in meinem Mehrfamilienhaus ins Boot?
Im Studio brachten wir Stuttgarterinnen und Stuttgarter mit Experten zusammen: Die Verbraucherzentrale, das Energieberatungszentrum und ein Handwerksverband besuchten uns. Auch Bürgerinnen und Bürger teilten ihr Wissen: So luden Wärmepumpenbesitzer zur Besichtigung ihrer Heizungskeller ein, lokale Initiativen stellten ihre Pläne für Wärmenetze in Bürgerhand vor. Zum Abschluss diskutierten wir auf einem Podium, ob die Klimaneutralität bis 2035 noch zu schaffen ist – und was Stadt, Land und Bund tun müssen, um die Wärmewende anzukurbeln.
Eindrücke aus den Veranstaltungen in Stuttgart








Beiträge des SWR in Stuttgart
Zweites PopUp Studio: Vaihingen an der Enz
Vom 28. bis 31. Oktober 2025 eröffnete unser Studio in einem Fachwerkhaus in der Stuttgarter Str. 17 in 71665 Vaihingen an der Enz, mitten in der Altstadt. Die Kulisse war Programm: Viele Wohnhäuser sind hier Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte alt, teils mit museumsreifer Heiztechnik. Ob denkmalgeschütztes Schindelhaus oder 70er-Jahre-Bungalow: Die Wärmewende im Altbau gilt als Herausforderung und treibt viele Menschen in Vaihingen um.
Zum Auftakt klärte „Energiesparkommissar“ Carsten Herbert die wichtigsten Fragen rund um klimafreundliches Heizen im Bestand. Bekannt durch seine Youtube-Videos, füllte er die Peterskirche mit einem Vortrag über „die Heizung von morgen“. Das Versprechen: Es gibt eine passende Wärmepumpe für jedes Haus. Was das konkret für Bürgerinnen und Bürger bedeutet, beantworteten Energieberater beim Wärmewende Speed Dating am Folgetag.
Höhepunkt der PopUp Woche in Vaihingen war der Aufstieg auf den Vaihinger Kirchturm. Gemeinsam mit dutzenden Bürgerinnen und Bürgern erkundeten wir das Solarpotenzial der Altstadt – und wie sich PV-Anlagen und Wärmepumpen denkmalgerecht ins Stadtbild einfügen. Was wir aus Vaihingen mitnehmen: Die Wärmewende bedroht historische Orte nicht. Im Gegenteil: Klimaschutz ist Denkmalschutz. Denn wo Wetterextreme zunehmen, bedrohen sie auch Altstädte.
Eindrücke aus den Veranstaltungen in Vaihingen








Beiträge des SWR aus Vaihingen
Drittes PopUp Studio: Lörrach
Vom 4. bis zum 8. November 2025 waren wir in der Volkshochschule, untere Wallbrunnstr. 2 in 79539 Lörrach vor Ort: Eine Stadt, die bis 2040 fast alle Bürgerinnen und Bürger durch grüne Wärmenetze versorgen will. Wie die Bevölkerung den Abschied von der Gasheizung sieht, diskutierten wir bei einer Fishbowl-Diskussion mit Experten und Verantwortlichen. Die zentralen Fragen: Wer bezahlt den Umbau? Und was kann Lörrach von der Nachbarstadt Basel lernen?
Wie es die Schweiz macht, schauten wir uns bei einem Ausflug zur „Erdwärme Riehen“ genauer an. Vom Bohrkopf bis zum Speicher zeigte das Unternehmen, wie es Geothermie für Wärmenetze gewinnt. Weil viele Menschen sich um Erdbeben sorgen, ging es auch um die Messtechniken, mit denen die „Erdwärme Riehen“ vor jeder Bohrung den Boden untersucht.
Fakten gab es während des PopUps in Lörrach ebenso rund um die Wärmepumpe: Bei einem Abendvortrag erklärte Experte Dr. Marek Miara vom Fraunhofer Institut, warum die klimafreundliche Heizart effizienter als Öl und Erdgas ist und wie sogar große Wohnblocks umgerüstet werden können. Welche Heizoptionen Bürgerinnen und Bürger zuhause haben, das konnten sie am Schlusstag mit einem Energieberater klären – und danach mit SWR und CORRECTIV auf die Wärmewende zuhause anstoßen.
Eindrücke aus den Veranstaltungen in Lörrach









Beiträge des SWR aus Lörrach
Artikel zur Wärmewende
Beiträge vom SWR
Fragen & Antworten
Ist es kalt, brauchen alle Bürgerinnen und Bürger eine verlässliche Heizung. Viele Menschen machen sich Sorgen: Bleibt Wärme zuhause bezahlbar? Wie stemme ich den Heizungstausch? Wo finde ich neutrale Informationen? Mit dem Projekt „Druck im Kessel – Wie trifft mich die Wärmewende?“ haben CORRECTIV und SWR eine offene Debatte gestartet: Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürger recherchierten wir, was die besten Lösungen für das Heizen zuhause sind – ob Einfamilienhaus oder Mietwohnung, ob Land oder Stadt, ob vermögend oder mit kleinem Budget.
Deutschland soll bis 2045 klimaneutral werden, Baden-Württemberg will es schon bis 2040 schaffen. Doch ohne Wärmewende klappt das nicht. Denn veraltete Heizsysteme und die fossilen Brennstoffe Öl und Gas dominieren noch immer. Damit sich das ändert, sollen bis spätestens 2028 alle Kommunen in Deutschland prüfen, wie sie ihre Wärmeversorgung klimaneutral umbauen können. Wie viele erneuerbare Wärmequellen gibt es, welche Nachbarschaften brauchen ein Wärmenetz, wo passen Wärmepumpen? Viele Städte und Gemeinden im Vorreiterland Baden-Württemberg haben schon fertig geplant. Für die Umsetzung sind alle gefragt: Neben Verwaltung und Energieunternehmen ganz besonders auch Hausbesitzerinnen und -besitzer.
SWR und CORRECTIV haben gefragt: Wie können die Menschen im Land nachhaltig und bezahlbar heizen – und wo hakt es? Im CrowdNewsroom konnten Bürgerinnen und Bürger von Hürden und Erfolgen berichten. Unsere Reporterinnen und Reporter gingen Hinweisen nach und recherchierten Hintergründe: Wie weit ist die Wärmeplanung der Kommunen und wie gelingt die Umsetzung? Welche Konflikte und Interessen bremsen nachhaltiges und bezahlbares Heizen aus?
Durch den CORRECTIV CrowdNewsroom kann sich eine große Zahl von Menschen an journalistischen Recherchen beteiligen. Die Online-Plattform lädt Bürgerinnen und Bürger ein, Informationen und Erfahrungen in einem digitalen Dialog mit Journalistinnen und Journalisten zu teilen. So entstehen Geschichten, an denen Leserinnen und Leser von Anfang an entscheidend beteiligt sind.
Durch die Teilnahme konnten Menschen der Redaktion berichten, wie die Wärmewende zuhause klappt und wo es hakt. Rund 2.000 Menschen haben sich beteiligt. So haben wir von Erfolgsgeschichten erfahren und konnten Missständen auf den Grund gehen. Wir haben Hinweise aufgenommen und sie zum Thema gemacht.
Vom 17. September bis 8. November 2025 konnten Bürgerinnen und Bürger den CrowdNewsroom online ausfüllen. Parallel dazu besuchten wir ein ganzes Stadtviertel in Stuttgart-Vaihingen, um zur Teilnahme am CrowdNewsroom einzuladen und über das Projekt zu informieren. Danach eröffneten wir unser erstes PopUp Studio in Stuttgart (14. bis 22. Oktober). Anschließend ging es nach Vaihingen an der Enz (28. bis 31. Oktober) und zum Schluss nach Lörrach (4. bis 8. November). In allen Städten konnten die Redaktionen zu festen Öffnungszeiten besucht werden, zudem führten wir Veranstaltungen und Ausflüge durch.
Parallel zu unserer Haustüraktion und den PopUp Studios haben CORRECTIV und SWR multimedial über die Wärmewende in Baden-Württemberg berichten: Wir veröffentlichten online Hintergrundrecherchen und haben in Radio und Fernsehen über das gesendet, was die Menschen in Sachen Wärme bewegt.
Vom 14. bis 22. Oktober: Vaihinger Markt 30, 70563 Stuttgart
Vom 28. bis 31. Oktober: Stuttgarter Str. 17, 71665 Vaihingen an der Enz
Vom 4. bis 8. November: u. Wallbrunnstraße 2, 79539 Lörrach
In den PopUp Studios waren Journalistinnen und Journalisten von SWR und CORRECTIV vor Ort. Wir klärten Fragen rund um das Projekt, sprachen über Erfolge und Erfahrungen bei der Wärmewende und begleiteten sie beim Ausfüllen des CrowdNewsrooms. Zudem entstanden im PopUp Studio Radio- und Fernsehbeiträge. Auch Veranstaltungen täglich fanden statt.
Team & Kontakt
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