Nein, die Fifa hat Argentinien im Juli nicht offiziell von der WM 2030 ausgeschlossen
Fifa-Präsident Infantino hat Argentinien angeblich von der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2030 ausgeschlossen. Seine angebliche Rede dazu ist jedoch nicht echt.
Der Weltfußballverband Fifa (Fédération Internationale de Football Association) hat angeblich Argentinien wegen unsportlichen Verhaltens im WM-Finale von der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft der Männer im Jahr 2030 ausgeschlossen. Das wird in einigen Videos behauptet, die auf Tiktok kursieren.
Andere Videos in englischer Sprache zeigen vermeintlich eine Ansprache von Fifa-Präsident Gianni Infantino, in der er erklärt, dass Argentinien nicht an der nächsten Weltmeisterschaft teilnehmen dürfe.

Angebliche Rede Infantinos zum Ausschluss Argentiniens ist nicht echt
Allerdings ist zu erkennen, dass Infantinos Lippenbewegungen teils gar nicht zu dem passen, was er sagt. Und auch inhaltlich hakt es: So heißt es, Argentinien dürfe noch 2027 beim „Copa América“ antreten. Das ist das südamerikanische Pendant der Fußball-Europameisterschaft (EM). 2027 wird das Turnier aber gar nicht ausgetragen, sondern, wie auch die EM, alle vier Jahre. Das nächste Mal also 2028. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass mit dem Video etwas nicht stimmt.
Vermutlich stammen die kurzen Schnittbilder aus dem Fake-Video aus dem Jahr 2022. Damals hatte Infantino eine Ansprache zur WM in Katar gehalten. Ein angeblicher Ausschluss Argentiniens kam darin nicht vor. Die Kleidung ist dieselbe und auch der lila Hintergrund verweist auf die WM 2022; das Design der WM 2026 war dagegen grün. Gut zu erkennen ist auch der Schriftzug hinter Infantinos rechtem Ohr: „Qatar“ (Deutsch: Katar). Der Tiktok-Nutzer, der das Fake-Video veröffentlichte, hat es zudem als KI-generiert gekennzeichnet.

Für die Behauptung, dass die Fifa Argentinien von der WM 2030 ausgeschlossen habe, finden sich bislang auch sonst keinerlei Belege. Es gibt keine derartigen Pressemitteilungen oder Medienberichte dazu (Stand: 7. August 2026). Auf unsere Anfrage reagierte die Fifa bis zur Veröffentlichung nicht. Auf der Webseite der Fifa ist Argentinien weiter als Gastgeberland angegeben, das automatisch für die WM 2030 qualifiziert ist.
Entscheidung in Disziplinarverfahren steht noch aus
Infantino hatte Medienberichten zufolge einen Brief an den Präsidenten des argentinischen Fußballverbands geschrieben, in dem er zum Gewinn der Silbermedaille gratulierte und die Siege Argentiniens unter anderem als Ergebnis von Professionalität und harter Arbeit bezeichnete.
Allerdings hat die zuständige Fifa-Kommission Disziplinarverfahren gegen den argentinischen Fußballverband sowie gegen argentinische und einen spanischen Spieler eingeleitet. Eine Entscheidung steht noch aus (Stand: 06.08.2026). Beim Finale zwischen den beiden Mannschaften war es besonders von argentinischer Seite zu unsportlichem Verhalten mit körperlichen Übergriffen gekommen. So drehte sich zum Beispiel fast die gesamte Mannschaft bei der Übergabe des Pokals an Spanien demonstrativ weg.
Redigatur: Kimberly Nicolaus, Max Bernhard
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