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von Inga Wonnemann

Das Video trendet rasch im Netz. Muslime in Leipzig, wähnen rechte Kreise. Tatsächlich zeigt das Video Christen aus Afrika im traditionellen Festtagskostüm. Sie kommen gerade von einer Taufe.

Die Meldung sollte alarmierend klingen. „Heute morgen in #Leipzig Nein — man kann wirklich nicht von einer #Islamisierung, #Umvolkung oder #Verfremdung sprechen…‼ BITTE TEILEN & SEITE LIKEN‼“, postet die Facebook-Seite „Ich will mein Land zurück“ am Samstagabend.

Die Verantwortlichen der Seite zeigen ein Video, in dem eine größere Gruppe Menschen an einer Haltestelle in Leipzig steht. Über 12.000 Mal wurde das Video geteilt, der Ursprungspost hat über 1500 Likes und mehr als 920 Kommentare. Mehrere Menschen dunkler Hautfarbe und dann auch noch Kopftücher – das reichte als vordergründiger Beweis für eine angebliche Islamisierung. Tatsächlich aber handelt es sich bei der Menschengruppe um eritreisch orthodoxe Christen. Sie kamen gerade aus der Kirche – von einer Taufe.

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Der vermeintliche Beweis: die Wartenden an einer Leipziger Haltestelle

Das bestätigt Timotheus Arndt, Mitglied in der Evangelisch Lutherischen Kirchgemeinde Podelwitz-Wiederitzsch. „Am vergangenen Sonnabend, den 9. September 2017, habe ich einige Stunden des Gottesdienstes mit mehreren Taufen, zu dem eigens Priester von Berlin und aus anderen Städten angereist waren, miterlebt“, sagt er CORRECTIV. Und weil die taufenden Pfarrer nur selten nach Leipzig kommen, waren die Festlichkeiten an diesem Samstag größer als sonst.

Auf der Internetseite der Gemeinde ist zu lesen: „Aktiv ist die Kirchgemeinde in vielerlei Hinsicht in der Flüchtlingshilfe. Eritreische orthodoxe Christen unter Leitung von Diakonen, treffen sich zu Gottesdienstlichen Andachten in der Wiederitzscher Kirche.“
Ein weiterer Hinweis auf die Religion der Gruppe: Ihre Kleidung. Die weißen Gewänder sind die traditionelle Kleidung, die Christen aus Eritrea zu Feierlichkeiten wie Taufen tragen.

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Und warum stehen die da jetzt so an der Haltestelle? Weil es nach der Taufe noch ein gemeinsames Essen in der Römisch-Katholischen Pfarrei St. Georg in Leipzig-Gohlis gab. Und von der Evangelisch Lutherische Kirchgemeinde Podelwitz-Wiederitzsch nach Gohlis fährt man am besten mit der Straßenbahn 16 zur Haltestelle Eutritzscher Zentrum. Dort steigt man aus, läuft zur Haltestelle Wittenberger Straße und steigt in den Bus Richtung Gohlis. Genau dort entstand das Video der wartenden Christen.

Schon einmal wurden Christen aus Eritrea für rechte Hetze im Netz benutzt. Im August 2016 ging ein Foto durchs Netz, das vermeintliche Muslime zeigt, die an eine Kirchwand pinkeln. Nach Recherchen von Mimikama stellte sich heraus, dass es orthodoxe Christen aus Eritrea und Äthiopien waren, die vor der Kirche beten.

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Noch ein falscher Fotobeweis

Es ist einfach von #Islamisierung, #Umvolkung oder #Verfremdung zu schwadronieren. Die Wirklichkeit ist anders.

Unsere Bewertung:
In dem Video sind keine Muslime, sondern Christen aus Eritrea nach einem Kirchenbesuch zu sehen.
Coronavirus - Plauen
Proben für Corona-Tests am 30. März im Diagnosticum-Labor im sächsischen Plauen. Dort werden Test zur Abklärung von Infektionskrankheiten nach der PCR-Methode - Polymerase-Ketten-Reaktion - durchgeführt, seit Wochen auch die Tests auf Covid-19. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB)

von Cristina Helberg

In mehreren Youtube-Videos wird behauptet, dass PCR-Tests zum Nachweis von Corona-Infektionen in 30 bis 50 Prozent der Fälle falsche Ergebnisse lieferten. Das Ausmaß der Pandemie werde deshalb überschätzt. Der Virologe Christian Drosten hat den Aussagen bereits öffentlich widersprochen.

Immer wieder taucht in Youtube-Videos zur Corona-Pandemie eine zentrale Behauptung auf: Die angewandten PCR-Tests seien zu 30 bis 50 Prozent falsch positiv. Das behaupten in Youtube-Videos unter anderem Internist Claus Köhnlein (860.000 Aufrufe), Onkologe Heiko Schöning (238.000 Aufrufe) und Heilpraktiker Andreas Schlecht (54.000 Aufrufe). In einem Video ist sogar die Rede von bis zu 80 Prozent falschen Testergebnissen. Mit der Behauptung ist der Vorwurf verbunden, die Corona-Pandemie sei gar nicht so schlimm und die Zahl der Infizierten liege viel niedriger als von offizieller Seite angegeben. 

PCR steht für Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) und wird zur Diagnostik von Infektionskrankheiten eingesetzt. Sogenannte „falsch positive Tests“ sind Tests mit einem positiven Ergebnis, obwohl der Patient sich gar nicht mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hat. 

Wir haben die Behauptung geprüft und eine Presseanfrage an das Robert Koch-Institut geschickt. Das RKI antwortete uns per E-Mail: „Eine Angabe von 30-50 Prozent falsch positiver Tests ist nicht nachvollziehbar.“ Eine genaue Fehlerquote konnte uns das RKI auf Nachfrage nicht nennen: „Leider können wir das nicht auf eine Zahl begrenzen, dazu haben wir nicht die nötigen Daten.“ Die Behörde verwies uns an das zuständige Konsiliarlabor. 

Um wichtige Infektionserreger zu überwachen, gibt es in Deutschland sogenannte nationale Referenzzentren und Konsiliarlabore, die sich jeweils auf die Forschung zu bestimmten Bakterien, Viren oder Parasiten spezialisiert haben. Das Konsiliarlabor für Coronaviren ist das Institut für Virologie der Charité Berlin, geleitet von Christian Drosten. Er hatte gemeinsam mit seinem Team den ersten weltweiten Diagnostiktest entwickelt. Im NDR-Podcast zum Coronavirus hat er sich mehrfach zur Fehlerquote der PCR-Tests geäußert. 

Wie kann es zu falsch positiven Tests kommen? 

Das RKI schrieb uns dazu: „Falsch positive Tests können 1. durch ungewünschte Reaktion mit anderen, nicht-SARS-CoV-2 Erregern, oder 2. durch Kontamination entstehen.“  

Zu möglichen Reaktionen mit anderen Erregern hat sich Christian Drosten ausführlich im NDR-Podcast geäußert (PDF, Folge 16): „Wenn wir eine Patientenprobe testen und die ist positiv, dann ist es dieses neue Coronavirus und auf gar keinen Fall eins der bekannten anderen Coronaviren.“

Theoretisch sei es zwar richtig, dass der Test gegen das alte SARS-Coronavirus reagieren würde, wie zum Beispiel Wolfgang Wodarg in seinem Video behauptete. Allerdings sei das Virus seit 16 Jahren nicht mehr beim Menschen aufgetreten. Auch bei einigen Fledermaus-Coronaviren oder einem Rinder-Coronavirus würde es theoretisch reagieren. Praktisch sei das jedoch irrelevant, weil diese nicht beim Menschen auftreten: „Wir testen mit diesem Test nur das neue Coronavirus beim Menschen.“ 

Weiter sagt Drosten, es sei im Rahmen der PCR-Testentwicklung eine Validierungsstudie mit einer großen Zahl echter Patientenproben durchgeführt worden, mit bekannt positiven Nachweisen anderer Coronaviren und auch aller anderen Erkältungsviren. „Und nicht ein einziges Mal hat es da eine falsch positive Reaktion gegeben. Also dieser Test reagiert gegen kein anderes Coronavirus des Menschen und gegen kein anderes Erkältungsvirus des Menschen.“

Zu der Möglichkeit falsch positiver Tests durch mögliche Kontamination schrieb uns das RKI: „In jeder Diagnostik können unter sehr besonderen Bedingungen falsche Ergebnisse auftreten, was durch die Verwendung geeigneter Kontrollen minimiert wird“. 

Was ist mit falsch negativen Tests? 

„Falsch negative Tests“ meinen Ergebnisse, bei denen infizierte Patienten fälschlicherweise als negativ getestet werden. Auch dazu kursieren Angaben, es gebe 30 Prozent falsch negative PCR-Tests. Virologe Christian Drosten sagt dazu: 

„Die PCR im Rachenabstrich ist nur in der ersten Woche zuverlässig positiv, dann verschwindet bei einigen Patienten im Hals das Virus.“ (PDF, Folge 22) 

Und: „In der zweiten Woche sind die nicht mehr ganz zuverlässig positiv. Dann hat der Patient immer noch Symptome, aber im Hals kann es dann sein, dass der Test das schon nicht mehr nachweisen kann. Das liegt nicht daran, dass der Test nicht gut wäre, sondern das liegt einfach daran, dass das Virus dann im Hals nicht mehr vorhanden ist, wohl aber in der Lunge.“ (PDF, Folge 21) 

Dieses Dilemma habe auch in Wuhan in China für Verunsicherung gesorgt: Viele Patienten mit beginnender Pneumonie seien erst in der zweiten Woche der Erkrankung in die Krankenhäuser gekommen. Ihre Rachenabstriche seien dann nicht mehr zuverlässig positiv gewesen. Deshalbe hätten die Ärzte in Wuhan auf dem Gipfel der Epidemie Diagnosen aufgrund von CT-Bildern der Lunge gestellt. Soweit sei es in Deutschland nicht. „Aber es ist einfach wichtig für Ärzte in Krankenhäusern, das zu wissen, dass späte Patienten im Rachenabstrich nicht mehr zuverlässig positiv sind, wohl aber in der Lunge“, sagt Drosten.

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Der Test an sich ist also nicht fehlerhaft, aber die Entnahme einer Probe aus dem Rachen ab der zweiten Woche nicht mehr sinnvoll. Drosten zieht aus einer noch nicht validierten Studie zu den ersten Münchener Patienten auch den Schluss, dass in der Frühphase der Diagnostik die PCR aus dem Rachen nie falsch-negativ sei (PDF, Folge 10). 

Am 3. April sprach Drosten auch die immer wieder aufgestellte Behauptung über hohe falsch-negative Fehlerquoten an: „Dann sind es aber andere Aspekte, wo ich einfach nur den Kopf schütteln kann. Wo wir eigentlich relativ viel schon wissen, aber auch jetzt immer wieder die gleiche Fehlinformation verbreitet wird. Zum Beispiel habe ich jetzt gerade wieder in einer amerikanischen Zeitung gelesen: 30 Prozent der PCR-Diagnosen sind falsch negativ. Genau diese Meldung kam vor ein paar Wochen aus China auch. Und wir wissen genau, woran das liegt. Die PCR-Diagnostik aus dem Rachen ist nun mal nach der ersten Woche nicht mehr positiv.“ (PDF, Folge 27) 

Unsere Bewertung:
Falsch. Laut RKI ist eine Angabe von 30 bis 50 Prozent falsch positiver Tests „nicht nachvollziehbar“. Falsch negative Tests entstehen laut Christian Drosten, wenn Proben aus dem Rachen genommen werden, aber der Virus dort nicht mehr nachweisbar ist. Mit der Qualität der Tests hängt das nicht zusammen.

Billy collage
Das Originalvideo wurde offenbar von Youtube entfernt, dennoch finden sich dort und auch sonst im Netz einige Mitschnitte des irreführenden Billy-Six-Videos zum Coronavirus. (Screenshot: CORRECTIV)

von Till Eckert

In einem Video, das in Sozialen Netzwerken derzeit stark verbreitet wird, ist der bekannte rechte Blogger Billy Six zu sehen – unter anderem filmt er angeblich in der Charité-Untersuchungsstelle für Coronavirus-Verdachtsfälle. Das stimmt nicht; sein Video führt in die Irre.

„Das ist doch nicht der Ausnahmezustand, der in den Medien beschrieben wird“, leitet Billy Six, ein bekannter und AfD-naher rechter Blogger, in sein Video ein, das derzeit in den Sozialen Netzwerken viral geht (hier auf Youtube, 26.000 Aufrufe; hier und hier auf Facebook, insgesamt mehr als 16.000 Mal geteilt). 

Six behauptet in dem rund 46-minütigen Video anfangs, sich in der augenscheinlich menschenleeren Berliner Charité-Untersuchungsstelle für Coronavirus-Verdachtsfälle zu befinden. In der Mitte des Films führt er zum Virus und dem Vorgehen der deutschen Regierung ein Interview mit einem Zahnarzt. Am Ende behauptet er, vor der Tür der DRK-Klinik in Berlin-Westend zu stehen; er habe erfahren, dass sich dort aktuell keine Coronavirus-Intensivpatienten befinden würden.

Der Clip reiht sich neben dutzende Videos, in denen von angeblichen Experten derzeit irreführende Inhalte zum Coronavirus auf Youtube verbreitet werden. Oft soll eine angebliche Verschwörung aufgedeckt werden, nach der es sich bei der Pandemie nur um Panikmache oder ein Ablenkungsmanöver handele. Unser Faktencheck und die Recherchen der Kollegen vom ZDF und des BR Faktenfuchs zeigen: Auch Six’ Video führt in die Irre. 

Six ist im Video nicht in der Coronavirus-Untersuchungsstelle der Charité

Wir haben die Charité zu dem Video befragt, unter anderem, wo Six sich während der Aufnahmen genau im Klinikum befand. Die Sprecherin Manuela Zingl antwortete per E-Mail: „Die Aufnahmen sind tatsächlich am Campus Virchow-Klinikum entstanden, jedoch handelt es sich hierbei nicht um die Charité-Untersuchungsstelle für Covid-Verdachtsfälle. Zudem sind die Aufnahmen ohne Genehmigung der Charité erfolgt. Die Charité Universitätsmedizin Berlin distanziert sich ganz klar von den Inhalten und Behauptungen, die im Video aufgestellt wurden.“

Die Charité-Untersuchungsstelle befinde sich in einem anderen, separierten Gebäudeteil am Campus Virchow-Klinikum. Covid19-Testungen würden ausschließlich dort durchgeführt. 

Diese Charité-Untersuchungsstelle ist eine von acht Corona-Untersuchungsstellen in Berlin. Eine weitere ist die DRK-Klinik in Berlin-Westend, wo Six am Ende des Videos filmt. 

Sprecherin der DRK-Kliniken widerspricht Six’ Darstellungen

Wir haben auch dort zu Six’ Behauptungen angefragt, unter anderem, ob es stimmt, dass sich dort derzeit keine Coronavirus-Patienten befinden. Six will das in nicht näher erläuterten Gesprächen erfahren haben. Sprecherin Romina Rochow schreibt uns per E-Mail dazu: „Zunächst möchte ich betonen, dass wir uns als DRK Kliniken Berlin ganz klar von den Inhalten und Behauptungen, die im Video aufgestellt wurden, distanzieren. Die DRK Kliniken Berlin betreiben zwei ambulante Abklärungsstellen, um Berlinerinnen und Berliner auf das Coronavirus zu testen – eine dieser Einrichtungen befindet sich am Standort Westend, vor dem Billy Six gefilmt hat.“ 

In den Abklärungsstellen könnten sich Menschen vorstellen, die Atemwegs-Symptome aufweisen und diese abklären lassen wollen. Nach einem Beratungsgespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt werde eine Coronavirus-Diagnostik durchgeführt und die Person werde sofort getestet. „In unserer Corona-Abklärungsstelle am Standort Westend können bis zu 50 Personen pro Tag auf CoVid-19 getestet werden. Aktuell kommen täglich rund 30 Personen, um sich testen zu lassen. Mit Stand heute, 3.04.2020, werden acht CoVid-19-Patienten stationär in den DRK Kliniken Berlin Westend behandelt“, schreibt uns Rochow außerdem.

Six’ Behauptung, es gebe dort derzeit keine Patienten, ist demnach falsch.

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Wie viele Menschen in Deutschland wegen des Coronavirus aktuell im Krankenhaus behandelt werden, ist unklar. Laut Robert-Koch-Institut liegen für 53.351 übermittelte Krankheitsfälle klinische Informationen vor. „Für 1.132 Fälle (2%) ist bekannt, dass sie eine Pneumonie entwickelt haben. Eine Hospitalisierung wurde bei 7.216 (13%) der 54.034 übermittelten COVID-19-Fälle mit diesbezüglichen Angaben angegeben.“ (Stand 2. April) 

Wie die Intensivstationen vieler Krankenhäuser aktuell ausgelastet sind, kann man im Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin nachschauen.

Fazit

Billy Six befindet sich am Anfang des Videos anders als von ihm behauptet nicht in der Charité-Untersuchungsstelle für Coronavirus-Verdachtsfälle. Demnach kann von den Aufnahmen auch kein Schluss auf die Situation in der Coronavirus-Untersuchungsstelle der Charité gezogen werden. 

Das Interview in der Mitte des Films führt Six nicht mit einem Experten der Weltgesundheitsorganisation, des Robert-Koch-Instituts oder generell einem Virologen oder Epidemiologen – sondern mit dem Wiener Zahnarzt Jaroslav Belsky. Dieser spricht in einem anderen Youtube-Video über die „Veräppelung Coronavirus“; es handele sich laut ihm um ein Ablenkungsmanöver, um die „wahren Schweinereien“ der Politik zu verschleiern. 

Schwerpunkt: Coronavirus

Alle Faktenchecks, Hintergründe und Tipps, wie Sie Falschmeldungen besser erkennen.

ZUM SCHWERPUNKT

Es stimmt zudem nicht, dass es keine Coronavirus Patienten in der DRK-Klinik Berlin-Westend geben würde. 

Six behauptet im Video außerdem mehrfach, er habe mit Personal der Kliniken Kontakt gehabt, so seien Mitarbeiter derCharité „sehr kritisch“ gegenüber Medien eingestellt. Keine dieser angeblichen Personen tritt jedoch im Video auf, zudem distanzieren sich laut den Sprecherinnen sowohl die Charité, als auch die DRK-Kliniken von seinen Behauptungen.

Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. Billy Six befindet sich nicht in einer Coronavirus-Untersuchungsstelle und macht irreführende Aussagen zur Situation in Kliniken.

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Michael Spitzbart vergleicht das Coronavirus bei Facebook und Instagram mit dem Grippevirus. (Quelle: Facebook, Screenshot und Collage: CORRECTIV)

von Lea Weinmann

Der Arzt Michael Spitzbart vergleicht das neuartige Coronavirus auf Facebook und Instagram mit dem Grippevirus. Seine Behauptung: Beide Virentypen seien ähnlich gefährlich. Seine Argumente sind jedoch zum Teil irreführend.

In zwei Beiträgen auf Facebook und auf Instagram verbreitet der Arzt Michael Spitzbart verschiedene Behauptungen, die belegen sollen, dass das neuartige Coronavirus nicht gefährlicher als ein herkömmlicher Grippevirus und mit einem solchen vergleichbar sei.

Die Beiträge wurden am 28. und am 31. März auf dem Instagram- (hier und hier) und dem Facebook-Profil (hier und hier) von Michael Spitzbart veröffentlicht. Die Beiträge auf Facebook wurden zusammengenommen bisher mehr als 2.600 Mal in dem Sozialen Netzwerk geteilt (Stand: 2. April). Schon einige Tage zuvor hatte Spitzbart auf seinen Profilen die Behauptung verbreitet, Vitamin C könne in hoher Dosierung Viren „effektiv abtöten“. Dafür gibt es aber keine Belege – CORRECTIV hat dazu bereits einen Faktencheck veröffentlicht.

Was Spitzbart in den aktuellen Beiträgen über das neuartige Coronavirus schreibt, ist zum Teil irreführend. Seine einzelnen Behauptungen im Faktencheck:

Erste Behauptung: Die Sterblichkeitsrate des Coronavirus sei vergleichbar mit der eines Grippevirus, beide lägen bei einem Prozent

Spitzbart behauptet, die medizinischen Fachzeitschriften Lancet, Nature und das The New England Journal of Medicine rechneten bei Covid-19 mit einer Sterblichkeitsrate von einem Prozent – „also wie bei einer normalen Influenza-Grippe“, schreibt er. Quellen für diese Behauptung führt er nicht an.

Das ist irreführend, denn aktuell lassen sich die Sterblichkeitsraten von Covid-19 und Influenza seriös noch nicht vergleichen, weil sie unterschiedlich gemessen werden.

Die WHO schreibt, auf Basis bisheriger Erkenntnisse scheine die Sterblichkeitsrate für Covid-19 höher zu sein als bei Influenza, insbesondere höher als bei der saisonalen Grippe. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gibt es über die Letalität – also den Anteil der Verstorbenen an den tatsächlich Erkrankten – für SARS-CoV-2 noch keine verlässlichen Daten (unter Punkt 8), weil nicht klar ist, wie viele Menschen momentan infiziert sind. Die bisherigen Studien liefern je nach Region und Messzeitpunkt sehr unterschiedliche Werte zwischen 0,8 und 7,7 Prozent, schreibt das Institut.

Das ECDC erklärt, an der saisonalen Grippe würden in Europa wegen der hohen Zahl der Ansteckungen jedes Jahr geschätzt zwischen 15.000 und 75.000 Menschen sterben. Dies sei etwa einer von 1.000 Infizierten (0,1 Prozent).

Die Zahl der Grippetoten wird in Deutschland auf Basis der sogenannten Exzess-Mortalität berechnet, erklärte das RKI in seinem Grippe-Saisonbericht 2018 (Seite 21 und 22). Häufig werde Influenza nicht als Todesursache in den Totenschein eingetragen und „verberge“ sich hinter anderen Vorerkrankungen. Deshalb werde die Sterberate statistisch geschätzt: Experten beobachten, wie viele Menschen in der Grippesaison im Vergleich zu den übrigen Monaten im Jahr sterben. Sollte es in der Zeit einen „Mortalitätsanstieg“ geben, werden diese zusätzlichen Todesfälle der Influenza zugeordnet. Dies wird auch als „Übersterblichkeit“ bezeichnet (PDF, Seite 34).

In der Grippesaison 2017/2018 beispielsweise errechnete man so 25.000 Tote in Deutschland – was eine „ungewöhnlich starke“ Grippewelle gewesen sei, heißt es in dem Bericht des RKI (Seite 7 und 8). In der aktuellen Grippesaison wurden bisher (Stand: 3. April) 377 Todesfälle mit Influenzavirus-Infektion an das Institut übermittelt (Wochenbericht, KW 13/20 Seite 1).

Beim Coronavirus ist es für solche statistischen Schätzungen zu früh. Es werden aktuell nur die Covid-19-positiv getesteten Todesfälle gemeldet.

Zweite Behauptung: In Wuhan gebe es deshalb so viele Covid-19-Tote, weil die dortige schlechte Luftqualität zu Lungenschäden führe

„Die Region Wuhan hat eine katastrophale Luftqualität mit den dadurch verbundenen Vorerkrankungen der Lunge. Natürlich sterben Menschen an COVID-19“, schreibt Spitzbart weiter. Diese Behauptung ist bisher nicht belegt, Forscher vermuten aber einen möglichen Zusammenhang: So bringen epidemiologische Studien (beispielsweise hier und hier) eine erhöhte Feinstaubbelastung mit einer größeren Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen in Verbindung. Bereits im Jahr 2003 ergab eine Studie zu dem Coronavirus, das die Krankheit SARS auslöst, dass die unterschiedlich hohe Zahl der SARS-Todesfälle in China unter Umständen mit der verschieden starken Luftverschmutzung in den Gebieten zusammenhängen könnte.

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Zudem gibt es die These, dass Feinstaubpartikel die Ausbreitung von Viren möglicherweise begünstigen könnten: Forscher verschiedener italienischer Universitäten sowie der italienischen Gesellschaft für Umweltmedizin haben dazu im März ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht, in dem sie diese These auf die schlechte Luftqualität in Norditalien und die dortige hohe Zahl an Covid-19-Patienten übertragen. Belegt ist aber auch diese Überlegung bisher nicht.

Dritte Behauptung: In Italien würden fünfmal mehr Menschen an im Krankenhaus erworbenen multiresistenten Keimen sterben, diese Verstorbenen füllten fälschlicherweise die Corona-Statistik

Die hohen Todeszahlen in anderen Ländern, wie beispielsweise Italien, sind laut Spitzbart angeblich auch auf mangelnde Krankenhaushygiene zurückzuführen: „In Italien sterben 5 x mehr Menschen an den erst im Krankenhaus erworbenen multiresistenten Keimen“, schreibt er und gibt als Quelle das European Center of Desease Control (ECDC) an. Diese Verstorbenen füllten fälschlicherweise die Corona-Statistik, behauptet er. Das ist irreführend.

Es gibt zwar Hinweise darauf, dass die Hygiene in italienischen Krankenhäusern schlechter ist als in anderen Ländern. So sagte beispielsweise ein Gesundheitssoziologe, Claus Wendt, am 24. März gegenüber dem ZDF, dass Italien im europäischen Vergleich besonders schlecht abschneide.

Das ECDC, das Spitzbart anführt, hat im Jahr 2018 auch eine Studie veröffentlicht, in der Todesfälle in Folge aller Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien geschätzt wurden. Die Daten dazu wurden schon im Jahr 2015 erhoben. Zwar kommt die Untersuchung tatsächlich zu dem Ergebnis, dass es in Italien etwa 4,5 Mal so viele Todesfälle gab wie in Deutschland (10.762 Fälle in Italien zu 2.363 Fällen in Deutschland, Seite 61).

Die Studie des ECDC von 2018 schätzte 10.762 Todesfälle in Italien und 2.363 Todesfälle in Deutschland in Folge antibiotikaresistenter Bakterien. (Quelle: ECDC, Screenshot: CORRECTIV)

Doch in der Untersuchung ging es nicht, wie Spitzbart behauptet, um Infektionen, die Menschen sich im Krankenhaus eingefangen haben. Nach Angaben der Autoren stehen lediglich zwei Drittel dieser Infektionen (63,5 Prozent) mit einer medizinischen Behandlung im Zusammenhang (PDF, Seite 61 sowie Angaben des RKI, Frage: „Wie viele Infektionen werden durch multiresistente Erreger verursacht?“).

Umgekehrt machen antibiotikaresistente Bakterien, um die es in der Studie geht, laut RKI auch nur einen Teil aller Krankenhausinfektionen aus. Zahlen zu diesen Infektionen als Beleg für eine mangelnde Krankenhaushygiene anzuführen, ist also irreführend. Wie viele Krankenhausinfektionen (und daraus resultierende Todesfälle) es in Italien wirklich gibt, konnte CORRECTIV nicht herausfinden.

Es gibt zudem keine Belege für die These, dass Krankenhauskeime statt SARS-CoV-2 für die Todesfälle in Italien verantwortlich sind; dies ist Spekulation. Im Widerspruch dazu steht außerdem, dass laut den italienischen Behörden die bestätigten Todesfälle mit dem Coronavirus infiziert waren (Bericht des italienischen Gesundheitsinstituts vom 30. März).

Vierte Behauptung: In Europa messe man aktuell eher eine Untersterblichkeit, nur in Italien sehe man eine Übersterblichkeit bei Menschen über 65 Jahren

Laut dem Portal Euromomo verzeichne aktuell nur Italien eine Übersterblichkeit bei Menschen über 65 Jahren, behauptet Spitzbart außerdem. Sonst messe man „eher eine Untersterblichkeit“.

Das Portal Euromomo (European Mortality Monitoring Project) wertet wöchentlich die Mortalitätsraten europäischer Länder aus. Die interaktiven Karten zeigen, dass in Italien in den Kalenderwochen elf, zwölf und 13 tatsächlich eine (teils sehr hohe) Übersterblichkeit gemessen wurde.

Nach den aktuellsten Daten auf dem Portal Euromomo gab es in Italien und Spanien in der Kalenderwoche 13 eine deutliche Übersterblichkeit. (Quelle: Euromomo, Screenshot: CORRECTIV)

Die Herausgeber machen auf der Homepage deutlich: Die übermäßige Gesamtmortalität in einigen Ländern sei durch eine besonders hohe Übersterblichkeit bedingt, die vor allem in der Altersgruppe der über 65-Jährigen zu beobachten sei (Stand: 3. April). Zudem warnt das Portal, man solle die Zahl der Todesfälle in den letzten Wochen mit Vorsicht interpretieren, da sie ungenau sein könnten und je nachdem, welche Länder an der Auswertung teilnehmen, variieren könnten.

Euromomo mahnt, die Todeszahlen der vergangenen Wochen mit Vorsicht zu interpretieren. (Quelle: Euromomo, Screenshot: CORRECTIV)

Es stimmt also, dass in Italien aktuell laut Euromomo eine Übersterblichkeit bei Menschen im Alter von 65 Jahren an beobachtet wird. Daraus lassen sich aber keine seriösen Schlüsse auf die Entwicklung der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 ziehen.

Die Graphen zur nationalen Sterblichkeit in den europäischen Ländern lassen zudem aktuell keinen Trend erkennen, der darauf hindeutet, dass in Europa aktuell „eher eine Untersterblichkeit“ gemessen werde: Einzelne Graphen liegen unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahren („z-Score“ genannt), die meisten liegen momentan leicht darüber.

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Für Vergleiche mit dem Grippevirus oder Schätzungen zur Sterblichkeitsrate ist die Datenlage rund um das neuartige Coronavirus noch nicht ausreichend.

Klöckner
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sprach im ARD-Morgenmagazin über Maßnahmen, um Erntehelfer während der Corona-Maßnahmen zu gewinnen. (Screenshot: CORRECTIV)

von Cristina Helberg

In einem Whatsapp-Kettenbrief wird behauptet, eine Aussage der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner im ZDF zu Erntehelfern beweise, dass Asylbewerber mehr als 1.100 Euro im Monat hätten. Rentner hätten dagegen nur 600 Euro. Diese Schlussfolgerungen sind falsch.

In einem Whatsapp-Kettenbrief wird behauptet, eine Aussage von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) entlarve, dass Asylbewerber mehr Geld zur Verfügung hätten als Rentner. 

Konkret steht in der Nachricht, die uns von mehreren Lesern zur Überprüfung eingereicht wurde: „Im ZDF kam grad ein Bericht mit der Landwirtschaftsministerin! Es ging um Erntehelfer und jetzt bitte setzen! Rentner und Geringverdiener können sich ja was dazu verdienen!!!!!! Auf die Frage ob man nicht Asylanten nehmen kann kam als Antwort:für Asylanten ist der Dazuverdienst unattraktiv, weil es dann abgezogen wird! Also hat Sie offiziell zugegeben, dass die Asylanten mehr wie 1100 Euro im Monat haben und unsere Rentner ca 600 Euro! Bitte Teilen“. Der identische Text verbreitet sich auch auf Facebook (mehr als 1.400 Mal geteilt). 

Diese Schlussfolgerungen sind falsch. Wir haben sie geprüft. 

Tatsächlich trat Klöckner am 1. April im ARD-Morgenmagazin auf und sprach über fehlende Erntehelfer durch die Corona-Maßnahmen und mögliche Abhilfen. Darüber berichtete auch das ZDF. Die Zuverdienstgrenzen sollen laut der Ministerin unter anderem für Kurzarbeiter und Rentner angehoben werden (ab Minute 01:32), damit die Arbeiter als Erntehelfer für sie attraktiver wird.  

Auf die Frage der Moderatorin (ab 03:19), ob auch Asylbewerber für die Ernte eingesetzt werden könnten, antwortete Klöckner, es gebe viele Asylbewerber, mit oder ohne Arbeitserlaubnis. „Bei denjenigen, die eine Arbeitserlaubnis haben, ist natürlich die Zuverdienstgrenze sehr unattraktiv, was dann abgezogen wird, und hier müssen wir ran […]“. 

Klöckner sagte also nicht, dass Asylbewerber mehr Geld zur Verfügung hätten, sondern, dass für sie aktuell niedrige Zuverdienstgrenzen gelten. Außerdem nannte sie in dem Interview keine konkreten Zahlen, anders als in dem Whatsapp-Brief suggeriert wird. 

Bundeslandwirtschaftsministerium: Aussagen im Whatsapp-Kettenbrief sind falsch 

Auf eine Presseanfrage von CORRECTIV schrieb das Bundeslandwirtschaftsministerium per E-Mail: „Die in der besagten Nachricht gemachten Behauptungen in Bezug auf Aussagen von Bundesministerin Klöckner sind falsch und entbehren jeglicher Grundlage.“  

Richtig sei, dass die Ministerin in dem Interview über mehrere Maßnahmen berichtet habe. So würden Einkommen aus einer Nebenbeschäftigung übergangsweise bis Ende Oktober 2020 nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Und zwar bis zur Höhe des Nettolohns aus dem eigentlichen Beschäftigungsverhältnis. 

Die Hinzuverdienstgrenze bei Vorruheständlern in der gesetzlichen Rentenversicherung würde deutlich angehoben (auf 44.590 statt 6.300 Euro) und in der Alterssicherung der Landwirte vollständig aufgehoben. 

Weiter schreibt das Ministerium: „In keinem unmittelbaren Zusammenhang dazu steht die Antwort der Bundesministerin auf eine spätere Nachfrage der Moderatorin zum Einsatz von Asylbewerbern in der Landwirtschaft. Dort merkte sie an, dass für jene Asylbewerber, die eine Arbeitserlaubnis haben, die Hinzuverdienstgrenze unattraktiv sei. Ein unmittelbarer Bezug zwischen Rentnern und Asylbewerbern wurde in diesem Interview also zu keiner Zeit hergestellt, auch gab es nie eine Aussage zu den in der Nachricht konkret genannten Summen.“    

E-mail des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Presseanfrage von CORRECTIV. (Screenshot: CORRECTIV)

Wie viel dürfen Rentner und Asylbewerber dazuverdienen? 

In Deutschland können Rentner sich nach Erreichen der Regelaltersgrenze etwas hinzuverdienen, ohne dass Ihnen die Rente gekürzt wird. Je nach Geburtsjahr liegt diese Grenze zwischen 65 und 67 Jahren.

Anders ist das bei Menschen im Vorruhestand und Renten wegen Erwerbsminderung. Diese Personen dürfen nur 6.300 Euro jährlich brutto hinzuverdienen, ohne dass der Betrag auf ihre Rente angerechnet wird. Das sind 525 Euro monatlich. Diese Grenze ist für das Jahr 2020 nun deutlich angehoben worden, auf 44.590 Euro jährlich. 

Mitteilung zur Erhöhung der Verdienstgrenze für das Jahr 2020 auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung. (Screenshot: CORRECTIV)

Für Asylbewerber gibt es bisher keine Erhöhung der Zuverdienstgrenze im Rahmen der Corona-Maßnahmen. Aus den Aussagen von Klöckner im Morgenmagazin lässt sich schließen, dass sie sich jedoch dafür einsetzen will. 

Regulär können Asylbewerber, sofern sie eine Arbeitserlaubnis besitzen, laut dem Asylbewerberleistungsgesetz Einnahmen aus Erwerbstätigkeit höchstens bis zur Höhe von 50 Prozent des ihnen zustehenden Regelbedarfs anrechnungsfrei behalten (§7 Absatz 3). Der Regelbedarf liegt aktuell für einen alleinstehenden Menschen in einer Wohnung bei 344 Euro. Dazuverdienen dürfte er sich also höchstens 172 Euro im Monat. 

Das ist deutlich weniger als die 525 Euro, die Vorruheständler schon vor den neuen Maßnahmen pro Monat anrechnungsfrei behalten durften. Durch die Anhebung der Zuverdienstgrenze dürfen Vorruheständler im Jahr 2020 nun sogar knapp 3.715 Euro im Monat ohne Anrechnung behalten. 

CORRECTIV ist spendenfinanziert
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Falsche Behauptungen und aus dem Kontext gerissene Vergleiche zwischen Leistungen für Asylbewerber und Rentner oder Angestellte sind nicht neu. Wir haben in der Vergangenheit bereits ähnliche Behauptungen geprüft.

Unsere Bewertung:
Falsch. Rentner können sich deutlich mehr anrechnungsfrei hinzuverdienen als Asylbewerber.

Female Coronavirus patient Female Coronavirus patient quarantined in The Hague, Netherlands - 17 Mar 2020
March 17, 2020, The Hague, Netherlands: A covid-19 coronavirus patient wears a face mask as she is being quarantined at her home..A 40 years old lady who doesn't want to be named has been tested and confirmed positive to the Covid-19 coronavirus after returning to the Netherlands from her trip in Italy 2 weeks ago has been ordered to stay home to quarantine herself by the local health authority to prevent her from spreading the virus. (Credit Image: © Robin Utrecht/SOPA Images via ZUMA Wire |

von Bianca Hoffmann , Lea Weinmann

Zurzeit wird ein Kettenbrief auf Facebook und Whatsapp geteilt, in dem angeblich ein Artikel eines italienischen Arztes zum Coronavirus zusammenfasst wird. Die Behauptungen sind größtenteils falsch. Zum Beispiel stirbt das Virus nicht bei 26 bis 27 Grad.

Auf Facebook und Whatsapp wird derzeit ein Text mit angeblichen Empfehlungen und Beobachtungen eines italienischen Arztes zum Coronavirus verbreitet, die er bei seiner Arbeit in einem Krankenhaus in Shenzhen, China, gewonnen habe. Nach Angaben von Facebook wurde der Beitrag rund 500 Mal geteilt. Es gibt keine Angaben dazu, wie häufig er bei Whatsapp verschickt wurde, allerdings wiesen uns mehrere Leser im März per E-Mail auf die Nachricht hin.

Das sind die wesentlichen Behauptungen:

  • Corona-Infizierte hätten keine laufende Nase und keinen Auswurf.
  • Coronaviren würden bei 26 bis 27 Grad Celsius absterben, deshalb solle man in die Sonne gehen und viel heißes Wasser und Tee trinken. Heißes Wasser helfe bei der Abtötung aller Viren.
  • Jede normale Atemschutzmaske könne das Virus filtern, weil es so groß sei.
  • Das Virus lebe mindestens zwölf Stunden auf Metalloberflächen und sechs bis zwölf Stunden in Textilien, jedoch nur fünf bis zehn Minuten auf der Haut.
  • Wenn ein Infizierter niese, breite sich das Virus drei Meter weit aus und falle dann zu Boden.
  • Bei einer Lungenentzündung durch Covid-19 bekomme man nach fünf bis sechs Tagen hohes Fieber und Atemnot, man habe das Gefühl, zu ertrinken.
  • Die häufigste Übertragung entstehe durch das Berühren von Türklinken, Busgriffen und anderen Oberflächen.

Für einige der Behauptungen gibt es keine Belege, andere sind nachweislich falsch.

Wer Informationen über das neuartige Coronavirus sucht, sollte am besten auf den Seiten des Robert-Koch-Institutes (RKI), der Weltgesundheitsorganisation WHO oder bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vorbeischauen.

1. Behauptung: Corona-Infizierte hätten keine laufende Nase und keinen Auswurf.

Das ist falsch. Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind die häufigsten Krankheitssymptome von erfassten Covid-19-Fällen in Deutschland Husten (55 Prozent), Fieber (39 Prozent) und Schnupfen (28 Prozent). Auch das Bundesbildungsministerium (BMBF) schreibt in einer Faktencheck-Übersicht zum Coronavirus: „Eine laufende Nase kann ein Symptom für eine Erkrankung an Covid-19 sein, muss aber nicht. Sie kann auch ein Hinweis auf eine Erkältung oder eine andere Art von Infekt sein.“

Laut Bundesbildungsministerium kann auch eine laufende Nase ein Symptom für eine Covid-19-Erkrankung sein. (Quelle: BMBF, Screenshot: CORRECTIV)

Die WHO erwähnt eine „laufende Nase“ ebenfalls explizit als Symptom, das bei manchen Covid-19-Patienten auftrete.

2. Behauptung: Coronaviren würden bei 26 bis 27 Grad absterben. Deshalb solle man in die Sonne gehen und heißes Wasser oder Tee trinken.

In dem Text wird behauptet, Coronaviren würden bei 26 bis 27 Grad – offensichtlich Celsius – absterben. Das ist falsch.

Auch zu dieser Behauptung äußert sich das Bildungsministerium in seiner Faktencheck–Übersicht: Demnach stimmt es nicht, dass Viren bei dieser Temperatur absterben: „Corona-Viren halten höhere Temperaturen als 27 Grad aus. Sie überleben im menschlichen Körper, in dem eine Temperatur von um die 37 Grad herrscht.“

Corona-Viren halten höhere Temperaturen als 27 Grad aus, schreibt das BMBF. (Quelle: BMBF, Screenshot: CORRECTIV)

Die Verbreitung des Virus hat deshalb auch mit dem Wetter nichts zu tun. Die WHO sieht zurzeit keine Belege dafür, dass SARS-CoV-2 sich bei warmem, feuchtem Klima anders verhält als bei kaltem. Es helfe auch nicht, sich der Sonne oder Temperaturen höher als 25 Grad auszusetzen.

Die WHO hat ein Schaubild veröffentlicht, in dem steht, dass sich Covid-19 nicht von den Temperaturen beeinflussen lässt. (Schaubild: WHO)

Viel Wasser oder Tee zu trinken ist zwar generell gesund, die Temperatur hat aber keine Auswirkung auf Coronaviren. Laut WHO kann Trinken eine Infektion mit dem Coronavirus nicht verhindern. Das teilte die Organisation bereits am 8. Februar auf Twitter mit.

3. Behauptung: Jede normale Maske könne das Virus filtern.

Weiter wird in dem Facebook-Post behauptet, jede normale Atemmaske könne das Virus filtern, weil es „ziemlich groß“ sei, mit einem Durchmesser von 400 bis 500 Nanometer. Auch diese Behauptung ist irreführend.

Zum Durchmesser des Virus SARS-CoV-2 gibt es unterschiedliche Angaben: Laut einer Studie aus Wuhan (China) von Januar ist das Virus zwischen 50 und 200 Nanometer groß (PDF, S. 512), im Februar sprach eine andere chinesische Studie im „The New England Journal of Medicine“ von einer Größe zwischen 60 und 140 Nanometern.

Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schreibt, könnte das Risiko, dass man eine andere Person ansteckt, sinken, wenn man einen normalen Mund-Nasen-Schutz (MNS) trägt. Vor allem, weil Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen abgefangen werden. Es gebe jedoch keine wissenschaftlichen Belege für eine Schutzwirkung.  Zudem gebe es keine Belege, dass man durch das Tragen der Maske selbst besser geschützt sei.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erklärt in einer Übersicht, welche Masken wen schützen: Demnach ist ein einfacher Mund-Nasen-Schutz (auch OP-Maske genannt) dazu da, andere zu schützen. Wer sich selbst vor einer Ansteckung schützen will, braucht eine filtrierende Halbmaske (sogenannte FFP2- oder FFP3-Masken).

Die WHO rät jedoch, wegen der weltweiten Knappheit medizinische Masken mit Bedacht zu benutzen, um „die unnötige Verschwendung wertvoller Ressourcen“ zu vermeiden. Der effektivste Weg, sich vor einer Ansteckung zu schützen, seien demnach regelmäßiges Händewaschen, Abstand halten und das Einhalten der Hust- und Nies-Etiquette.

4. Behauptung: Das Virus lebe mindestens zwölf Stunden auf Metalloberflächen und sechs bis zwölf Stunden in Textilien, jedoch nur fünf bis zehn Minuten auf der Haut.

Das ist unbelegt. Die Überlebensfähigkeit des Virus ist bisher unklar, weil die Daten und Angaben verschiedener Institute dazu auseinander gehen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermutet wegen „der strukturellen Ähnlichkeit von SARS-CoV-1 und SARS-CoV-2“, dass die Tenazität, also die Widerstandsfähigkeit der beiden Viren, vergleichbar ist. Laut RKI müsse von einer Überlebensfähigkeit auf Plastik von 72 Stunden bis zu sechs Tagen ausgegangen werden. Das hänge allerdings von der Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit ab.

Eine Gruppe verschiedener US-amerikanischer Universitäten und Institute veröffentlichte im März einen Kurzbeitrag im The New England Journal of Medicine, in dem die Forscher von einer Laborstudie berichten, in der die Überlebensfähigkeit der Virentypen SARS-CoV-1 und SARS-CoV-2 auf unterschiedlichen Oberflächen getestet wurde. Das Ergebnis: Nach vier Stunden fanden die Wissenschaftler keine lebensfähigen SARS-CoV-2-Viren mehr auf Kupfer, nach 24 Stunden nicht mehr auf Pappe und nach 72 Stunden auch nicht mehr auf rostfreiem Stahl und Plastik.

Der Leiter der Virologie der Berliner Charité, Christian Drosten, relativierte die Ergebnisse dieser Studie allerdings in seinem Podcast mit dem NDR am 17. März (Folge 14, Minute 4:16 bis 10:38). Es werde beispielsweise nicht deutlich, wie viel Virus in welcher Form auf die Testoberflächen aufgetragen wurde: „Aber es ist ein großer Unterschied, ob dieses Virus in einem großen oder in einem kleinen Flüssigkeitstropfen ist – oder in einem Tropfen, der fast gar kein Volumen hat“, sagte Drosten.

Zudem kritisierte Drosten, dass es in dem Zeitintervall zwischen acht und 24 Stunden keine Messung mehr gab – und vermutet, dass die Infektiosität nach acht Stunden nicht etwa mit der Oberfläche zusammenhängt, sondern damit, dass das aufgetragene Viruströpfchen zu diesem Zeitpunkt noch nicht „komplett durchgetrocknet“ gewesen sei.

Drosten riet deshalb bei solchen wissenschaftlichen Daten zur Vorsicht: „Die sind nicht falsch. Aber sie sind so simpel, dass die reale Infektion damit wahrscheinlich nicht abgebildet wird.“ Wichtiger als die Sorge, sich über das Anfassen von Türklinken anzustecken, sei es, Abstand von anderen Menschen zu halten, sagte Drosten.

5. Behauptung: Wenn ein Infizierter niest, breitet sich das Virus drei Meter weit aus und fällt dann zu Boden.

In dem Kettenbrief wird außerdem behauptet, das Virus fliege beim Niesen in der Luft drei Meter weit, bevor es zu Boden falle. Das stimmt größtenteils, wobei der Virologe Christian Drosten im NDR-Podcast von zwei Metern sprach.

Wenn jemand huste oder niese, würden feine Tröpfchen in der Luft stehen, erklärt Drosten. Die Reichweite betrage etwa zwei Meter. Die „kleine Virus-Wolke in der Luft“ falle in etwa fünf Minuten zu Boden. „Und wenn man durch diese Wolke in diesen fünf Minuten durchläuft und die eingeatmet hat, dann wird man sich mit einiger Wahrscheinlichkeit infizieren.“ (Podcast vom 27. Februar)

6. Behauptung: Eine Lungenentzündung trete nach fünf bis sechs Tagen auf, Patienten hätten das Gefühl, zu ertrinken

Der angebliche Arzt aus Italien teile laut dem Kettenbrief außerdem seine Einschätzung zu den Symptomen einer durch das Corona-Virus verursachten Lungenentzündung mit. Demnach träten bei einer durch Covid-19 ausgelösten Lungenentzündung fünf bis sechs Tage nach der Infektion hohes Fieber und Atembeschwerden auf. Die Nase sei verstopft, aber nicht wie bei einem Schnupfen, sondern man habe das Gefühl, zu ertrinken.

Diese Schilderung ist etwas ungenau, aber nicht falsch. Irreführend ist der Eindruck, der entsteht, dass die Infizierten immer eine Lungenentzündung bekämen; dem ist nicht so.

Nach Angaben des RKI (Punkt 2) sind die Krankheitsverläufe bei einer Covid-19-Infektion „unspezifisch, vielfältig und variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod“. Daher ließen sich „keine allgemeingültigen Aussagen zum ‘typischen’ Krankheitsverlauf“ machen. Eine Lungenentzündung, im Fachjargon Pneumonie genannt, ist also nicht zwangsläufig die Folge einer Infektion mit SARS-CoV-2. Gemäß bisheriger Studien aus Wuhan (China) verlaufen etwa 14 Prozent der Infektionen schwer (mit Atemnot), aber nicht lebensbedrohlich – und sechs Prozent verlaufen lebensbedrohlich, schreibt das RKI. Außerhalb Chinas gebe es teilweise Beobachtungen, dass der Anteil schwerer Verläufe geringer sei.

Sollte es zu einer Lungenentzündung kommen, trete diese nach etwa vier Tagen ein, schreibt das RKI auf Basis bisheriger wissenschaftlicher Studien (Punkt 9, Stand: 2. April).

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Tatsächlich gibt es jedoch einzelne Berichte, die bestätigen, dass Covid-19-Patienten das Gefühl haben, sie würden ertrinken. So zitierte die italienische Zeitung Il Giornale in einem Artikel vom 11. März eine Ärztin, die über Corona-Patienten erzählte, die im Sterben liegen, es sei, als würden sie langsam ertrinken. Auch die FDP-Politikerin aus Mecklenburg-Vorpommern, Karoline Preisler, die sich mit Covid-19 infiziert hatte, sagte in einem Interview mit der Welt: „Stellen Sie sich vor, Sie ertrinken. So ist das Gefühl.“ (Bezahlschranke, Zitat aus Titel)

7. Behauptung: Die häufigste Übertragung sei das Berühren von Türklinken, Haltegriffen und anderen Oberflächen.

Das ist nach derzeitigem Stand falsch. Eine Übertragung der Viren durch kontaminierte Oberflächen ist laut RKI „prinzipiell nicht ausgeschlossen“. Bisher wisse man aber nicht, welche Rolle sie spiele (Stand: 31. März). Man gehe stattdessen davon aus, dass die „hauptsächliche Übertragung über Tröpfchen erfolgt“. In diesem Zusammenhang wies auch Christian Drosten im NDR-Podcast darauf hin, dass es relevanter sei, Nähe zu anderen Menschen zu vermeiden (Folge 14, Minute 9:31 bis 10:12).

Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. Die Behauptungen des angeblichen italienischen Arztes sind überwiegend falsch oder unbelegt

Sky News Bericht aus Klinik in Bergamo
Das Videomaterial zeigt eine wegen des Coronavirus überlastete Klinik in Bergamo, Italien. (Quelle: Sky News / Youtube 19. März / Screenshot: CORRECTIV)

von Alice Echtermann

Zeigten Medien dieselben Aufnahmen aus einem Krankenhaus und behaupteten mal, es sei in Italien, und mal in den USA? Hinter dieser Verwirrung steckt ein Fehler des Senders CBS News. Er verwendete Aufnahmen aus Bergamo einmal in falschem Kontext. Es gibt keine Belege für absichtliche Irreführung.

Es ist ein beliebtes Narrativ der Desinformation, dass die Medien angeblich die Öffentlichkeit absichtlich manipulieren. Auch aktuell bei der Berichterstattung über das Coronavirus wird ihnen in mehreren Fällen vorgeworfen, zu lügen. Zahlreiche Nutzer auf Facebook teilen aktuell Fotos von Beiträgen des US-Senders CBS News. Darin sind Bilder eines Krankenhauses zu sehen, die je nach Medienbericht angeblich mal Italien und mal New York zugeschrieben wurden.

„Da hatte ein Krankenhaus in Italien und New York wohl den gleichen Innenausstatter…“, schreibt ein Nutzer am 31. März auf Facebook, und zeigt Fotos von Sendungen der US-Sender CBS und ABC. Die Bilder sind offenbar identisch, unter den einen steht Italien (ABC), unter den anderen USA (CBS). 

Die Menschen, die diese Bilder teilen, sehen sie als angeblichen Beweis für Manipulation durch die Medien. So schreibt die Facebook-Seite „Frieden rockt“ am 31. März, dasselbe Bild sei auch von N-TV in einem Bericht über ein Krankenhaus in Italien verwendet worden: „Bisher konnte weder festgestellt werden, wo und wann das Foto wirklich aufgenommen wurde, noch ob es sich vielleicht komplett um Agenturbilder handelt und somit kompletter Fake.“ In dem Beitrag spricht „Frieden rockt“ außerdem von „gestellten Kulissen“ und „Mainstreamlügen“. 

Unsere Recherche zeigt: Tatsächlich ist bei CBS News ein schwerer Fehler passiert; Bildmaterial wurde in falschem Kontext verwendet. Die Aufnahmen zeigen nicht die USA, sondern eine Klinik in Bergamo, Italien. Das Material selbst ist jedoch authentisch. Für eine bewusste Manipulation gibt es keine Belege.

Facebook Post
Ein Facebook-Beitrag zeigt, dass dasselbe Videomaterial eines Krankenhauses in verschiedenem Kontext verwendet wurde. ABC schreibt, es handele sich um Italien, CBS schreibt von den USA. (Screenshot: CORRECTIV)

Eine Suche nach dem N-TV-Artikel, den „Frieden rockt“ erwähnt, zeigt, dass dort tatsächlich am 21. März Videomaterial veröffentlicht wurde, das laut der Beschreibung eine wegen des Coronavirus überlastete Klinik in Bergamo zeigte. 

Video bei n-tv
Das Video auf der Webseite von N-TV. (Screenshot: CORRECTIV)

Dieser Kontext ist korrekt: Das Material zeigt das Papa Giovanni Krankenhaus in Bergamo während der Corona-Krise. Es handelt sich nicht um Archivmaterial, „Stock-Fotos“ oder gar gestellte Aufnahmen, wie manche Nutzer auf Facebook unterstellen. Die Aufnahmen wurden vom Sender Sky News am 19. März auf Youtube veröffentlicht und von zahlreichen Medien aufgegriffen, zum Beispiel von Business Insider am 20. März. 

Videomaterial entstand im Krankenhaus in Bergamo während der Corona-Pandemie

Das Material von Sky News ist identisch mit dem, das N-TV verwendet hat. Bei Minute 1:40 in dem Youtube-Video wird ein Arzt namens Roberto Cosentini interviewt. Er arbeitet laut der Webseite des Papa Giovanni Krankenhauses dort und ist Leiter der Notaufnahme. Außerdem wird bei Minute 3:16 ein Anästhesist namens Lorenzo Grazioli gezeigt – auch er arbeitet in dem Krankenhaus in Bergamo. Er spricht auf Englisch davon, dass der Ausbruch gestoppt werden müsse und dass er sich noch nie in seinem Leben so gestresst gefühlt habe. „Menschen sind kritisch und sterben ohne Behandlung.“ Die Ärzte täten ihr bestes, aber vielleicht sei es nicht genug. 

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Zudem bestätigte eine Pressesprecherin des Krankenhauses in Bergamo auf unsere Anfrage per E-Mail: „Ja, das ist unser Krankenhaus. Sky International hat die Bilder vor ein paar Tagen mit unserer Erlaubnis gedreht.“

E-Mail der Klinik Bergamo
E-Mail der Pressestelle des Krankenhauses in Bergamo. (Screenshot: CORRECTIV)

Schwerer Fehler bei CBS News: Aufnahmen in Bericht über New York verwendet

Der US-Sender CBS News verwendete die Bilder einmal in falschem Kontext. Wie mehrere US-Medien, zum Beispiel die Washington Times am 31. März, berichteten, sprach der Sender hinterher von einem „Bearbeitungsfehler“. Das Material sei sofort von allen Plattformen und aus allen Shows entfernt worden. Es sei am 25. März in der CBS-Show This Morning im falschen Kontext gesendet worden, schreibt die Washington Times weiter. 

Über eine Google-Bilderrückwärtssuche fanden wir den CBS-Beitrag vom 25. März mit dem Bild der Klinik. Tatsächlich wurde der Beitrag inzwischen gelöscht. Er ist zwar noch in der Google-Vorschau zu sehen, aber auf der Webseite nicht mehr aufrufbar.  

Google Vorschau
Google-Vorschau des CBS-Beitrags vom 25. März, der inzwischen gelöscht ist. (Screenshot: CORRECTIV)

Allerdings ist die Aufnahme noch für wenige Sekunden in einem Video auf der Webseite von CBS This Morning vom 25. März zu sehen (unteres Video, etwa bei Minute 1:20).

In einem anderen Artikel von CBS News vom 22. März ist ein Bild aus der Klinik aber korrekt verwendet worden. Dort steht in der Bildunterschrift, es zeige ein Krankenhaus in Italien. 

Bild aus dem Krankenhaus bei CBS News
Bild aus der Klinik in einem anderen Artikel von CBS News vom 22. März – mit der korrekten Bezeichnung. (Screenshot: CORRECTIV)

Es ist also plausibel, dass dem Sender am 25. März ein Fehler passierte und die Aufnahmen nicht absichtlich falsch verwendet wurden. Für eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit zum Thema Coronavirus durch die Medien gibt es in diesem Fall keine Belege.

Falsch ist die Unterstellung, die Videoaufnahmen aus dem Krankenhaus seien gefälscht oder alt. CBS News hat bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht auf unsere Presseanfrage geantwortet. 

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Die Bilder zeigen die Überlastung einer Klinik in Bergamo in Italien durch Covid-19-Patienten. Der Sender CBS News verwendete sie einmal in falschem Kontext.  

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Im Interview mit dem privaten Radiosender 94,3 rs2 sagte Stefan Hockertz, das neuartige Coronavirus sei nicht gefährlicher als die Grippe. Die Reaktion der Politik hält er für maßlos. (Quelle: 94,3 rs2, Screenshot: CORRECTIV)

von Lea Weinmann

Der Immunologe Stefan Hockertz behauptet in einem Radiointerview, das neuartige Coronavirus sei nicht gefährlicher als die Grippe, die Reaktion der Politik sei maßlos und überzogen. Der Mitschnitt verbreitet sich rasant, vor allem auf Whatsapp. Seine Behauptungen sind jedoch teilweise irreführend.

In einem Radiointerview bei dem privaten Sender 94,3 rs2 in Berlin stellt Stefan Hockertz, der von den Moderatoren als Immunologe und Toxikologe mit Professorentitel vorgestellt wird, verschiedene Behauptungen rund um das neuartige Coronavirus und die Krankheit Covid-19 auf. Sein Grundtenor: Die Reaktion der Politiker sei überzogen; das Virus sei nicht gefährlicher als ein Grippevirus.

Der Interview-Mitschnitt wurde am 24. März in zwei verschiedenen Versionen (hier und hier) auf der Webseite des Radiosenders veröffentlicht. Der Mitschnitt und der dazugehörige Facebook-Beitrag von 94,3 rs2 wurden zusammengenommen mehr als 12.500 Mal auf Facebook geteilt (Stand: 31. März). Zudem haben zahlreiche Blogs und Webseiten den Mitschnitt aufgegriffen, es gibt Artikel auf PI-News, der Achse des Guten und Zur Zeit. Auch auf Whatsapp verbreitet sich das Interview aktuell vermehrt. Der Journalist Jakob Augstein hat das Interview auf Twitter mit einem Link zu einem Youtube-Video empfohlen. Das Video wurde mittlerweile jedoch wegen Urheberrechtsverletzung gelöscht.

Stefan Hockertz selbst hat nach eigenen Angaben zuletzt vor 16 Jahren im Forschungsbereich gearbeitet. Heute ist er demnach Geschäftsführer einer Beratungsfirma für toxikologische und pharmakologische Technologie.

Der BR hat zu den Aussagen von Hockertz bereits einen Faktencheck veröffentlicht. Das Ergebnis: Für einen Vergleich des Coronavirus mit Influenza ist es zu früh. Zu dieser Schlussfolgerung kommt auch CORRECTIV: Viele der Behauptungen von Hockertz sind irreführend, wie unser Faktencheck zeigt.

1. Behauptung: Covid-19 besitze die gleiche Gefährlichkeit wie Influenza und die Todesraten seien vergleichbar

Hockertz behauptet in dem Interview (ab Minute 1:17), das neuartige Coronavirus sei vergleichbar mit dem Virus, das Influenza auslöst und besitze auch „in etwa die gleiche Gefährlichkeit“ (ab Minute 1:40). Diese Behauptung ist irreführend.

Es ist richtig, dass beide Virentypen Atemwegserkrankungen auslösen und schnell von Person zu Person übertragbar sind. Abgesehen davon seien SARS-CoV-2 und die saisonalen Grippeviren aber „sehr unterschiedlich“, schreibt das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC)

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbreitet sich Influenza wegen ihrer kürzeren Inkubationszeit schneller als Covid-19. Gleichwohl deuteten die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse an, dass es bei Covid-19 mehr schwere Infektionsverläufe gebe als bei einer Influenza-Infektion. 

Hinzu kommt laut WHO, dass es im Gegensatz zu Influenza gegen Covid-19 keine Impfstoffe gibt. Da es ein neuer Virus sei, sei außerdem niemand gegen die Krankheit immun, schreibt das ECDC. Das bedeute: „Theoretisch ist die gesamte menschliche Bevölkerung potenziell für eine Infektion mit Covid-19 anfällig.“

Diese Punkte lässt Hockertz in dem Interview unerwähnt.

Letalität von SARS-CoV-2 ist noch unklar

Der Immunologe behauptet außerdem, die Todesrate liege bei beiden Krankheiten zwischen 0,5 und einem Prozent (ab Minute 1:26). Für SARS-CoV-2 gibt es aber noch gar keine gesicherten Erkenntnisse zur Sterberate. Die Todesfälle sind nicht miteinander vergleichbar, weil sie unterschiedlich gemessen werden. 

Das ECDC erklärt, an der saisonalen Grippe würden in Europa wegen der hohen Zahl der Ansteckungen jedes Jahr geschätzt zwischen 15.000 und 75.000 Menschen sterben. Dies sei etwa einer von 1.000 Infizierten (0,1 Prozent).

Die WHO schreibt, auf Basis bisheriger Erkenntnisse scheine die Sterblichkeitsrate für Covid-19 höher zu sein als bei Influenza, insbesondere höher als bei der saisonalen Grippe. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gibt es über die Letalität – also den Anteil der Verstorbenen an den tatsächlich Erkrankten – für SARS-CoV-2 noch keine verlässlichen Daten (unter Punkt 8), weil nicht klar ist, wie viele Menschen momentan infiziert sind. Die bisherigen Studien liefern je nach Region und Messzeitpunkt sehr unterschiedliche Werte zwischen 0,8 und 7,7 Prozent, schreibt das Institut.

Zahl der Grippetoten basiert auf statistischen Schätzungen

Die Zahl der Grippetoten basiert auf der sogenannten Exzess-Mortalität, erklärte das RKI in seinem Grippe-Saisonbericht 2018 (Seite 21 und 22). Häufig werde Influenza nicht als Todesursache in den Totenschein eingetragen und „verberge“ sich hinter anderen Vorerkrankungen. Deshalb werde die Sterberate statistisch geschätzt: Experten beobachten, wie viele Menschen in der Grippesaison im Vergleich zu den übrigen Monaten im Jahr sterben. Sollte es in der Zeit einen „Mortalitätsanstieg“ geben, werden diese zusätzlichen Todesfälle der Influenza zugeordnet. Dies wird auch als „Übersterblichkeit“ bezeichnet (PDF, Seite 34). 

Die statistische Schätzung liegt oft weitaus höher als die Zahl der tatsächlich als Grippetote gemeldeten Fälle. In der Grippesaison 2017/2018, die im Radiointerview von dem Moderator erwähnt wird (Minute 3:05), errechnete man so 25.000 Tote in Deutschland – was eine „ungewöhnlich starke“ Grippewelle gewesen sei, heißt es in dem Bericht des RKI (Seite 7 und 8). Zum Vergleich: 1.674 Todesfälle wurden in dieser Saison tatsächlich „mit laborbestätigter Influenza-Infektion“ an das RKI gemeldet (Seite 35). 

RKI: Jeder Verstorbene, der positiv auf Corona getestet wurde, zählt als Corona-Todesfall

Beim Coronavirus ist es für solche statistischen Schätzungen zu früh. Es werden aktuell die Covid-19-positiv getesteten Todesfälle gemeldet. Auch hier vermutet Hockertz Verzerrungen (ab Minute 2:13): Die bisherigen Corona-Toten seien „so oder so gestorben, und zwar sind sie mit Corona gestorben und nicht an Corona.“ 

Richtig ist, dass jeder, der positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurde und dann stirbt, als Corona-Todesfall zählt. Das sagte der Präsident des RKI, Lothar Wieler, in einem Lagebericht am 20. März (Minute 17:50). Das schließt nicht aus, dass diese Personen auch andere Erkrankungen hatten. Es bedeutet aber auch nicht, dass sie an diesen anderen Erkrankungen „so oder so“ gestorben wären.

Bisher sei in Europa (noch) kein nationaler Anstieg der Übersterblichkeit erkennbar, den man auf die Covid-19-Pandemie zurückführen könne, heißt es auf dem Portal Euromomo (European Mortality Monitoring Project), das die Mortalitätsraten europäischer Länder auswertet. Das bedeute aber nicht, dass es nicht in bestimmten Gebieten oder Altersgruppen doch einen Anstieg gebe, der mit Covid-19 zusammenhänge. Zudem sei die Registrierung und Meldung von Todesfällen immer einige Wochen verzögert.

Auch RKI-Präsident Wieler warnte am 20. März (Minute 17:30): „Wir stehen am Anfang einer Epidemie […] und wir werden leider in Zukunft mehr Fälle haben.“ Es ist also momentan noch nicht möglich abzuschätzen, wie viele Todesfälle es durch Covid-19 geben wird.

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2. Behauptung: Covid-19 sei nur für fünf Prozent der Bevölkerung gefährlich

An einer weiteren Stelle im Radiointerview (ab Minute 8:25) behauptet Hockertz, Covid-19 sei für etwa fünf Prozent der Bevölkerung wirklich gefährlich: alte, kranke, schwache, vorgeschädigte Menschen und Raucher. Die übrigen 95 Prozent „machen diese Krankheit leicht durch oder haben gar keine Symptome“, sagt Hockertz.

Zu den Risikogruppen von Covid-19 zählen nach Angaben des RKI (Punkt 2) tatsächlich ältere Menschen ab 50 bis 60 Jahren, Raucher und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen. 

Ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland raucht, 28 Prozent sind 60 Jahre oder älter

Allerdings sind allein fast ein Viertel aller Erwachsenen in Deutschland Raucher, sagt das Bundesgesundheitsministerium (23,8 Prozent). Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind 28,2 Prozent der Deutschen 60 Jahre oder älter (Stand: 2018). 

Zwar gibt es keine Angaben dazu, wie viel Prozent der deutschen Bevölkerung insgesamt zur Risikogruppe gehören – es dürften aber vor dem Hintergrund dieser Zahlen deutlich mehr als fünf Prozent sein. Zuerst hatte eine Analyse des ARD-Faktenfinders diesen Widerspruch aufgedeckt.

Experten gehen momentan davon aus, dass die Krankheit Covid-19 bei etwa 80 Prozent der Infizierten „mild bis moderat“ und bei 20 Prozent schwerer verläuft (Punkt 2). Dabei wurden auch bei jüngeren Patienten und Personen ohne Vorerkrankungen schon schwere Verläufe beobachtet, schreibt das RKI.

3. Behauptung: Die vielen Todesfälle in Italien seien auf mangelnde Krankenhaushygiene zurückzuführen

Hockertz nennt in dem Interview ab Minute 6:15 eine Studie, anhand der er belegen will, dass die hohe Zahl der Todesfälle in Italien nicht auf Covid-19, sondern auf die mangelnde Krankenhaushygiene in dem Land zurückzuführen sei. Diese führe zu sogenannten nosokomialen Infektionen, sagt Hockertz: „Das sind Menschen, die kommen mit einem Beinbruch ins Krankenhaus und sterben an einer Lungenentzündung.“ Diese Infektionen kämen in Italien besonders häufig vor, behauptet er.

Nosokomiale Infektionen sind Infektionen, die sich Patienten in einem Kranken­haus zuziehen. 

Es gibt zwar Hinweise darauf, dass die Hygiene in italienischen Krankenhäusern schlechter ist als in anderen Ländern. So sagte beispielsweise ein Gesundheitssoziologe, Claus Wendt, am 24. März gegenüber dem ZDF, dass Italien im europäischen Vergleich besonders schlecht abschneide. 

Für die 2018 vom ECDC veröffentlichte Studie, deren Ergebnisse Hockertz zitiert, wurden Todesfälle in Folge von Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien geschätzt – und nicht etwa, wie er behauptet, Todesfälle durch Krankenhausinfektionen insgesamt. Die Daten dazu wurden schon im Jahr 2015 erhoben.

Die Studie, die Hockertz zitiert, belegt nicht seine These

Nach Informationen des RKI machen antibiotikaresistente Bakterien, um die es in der Studie geht, jedoch nur einen Teil aller Krankenhausinfektionen aus. Umgekehrt sind auch nicht alle Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien auf einen Krankenhausaufenthalt zurückzuführen (Frage: „Wie viele Infektionen werden durch multiresistente Erreger verursacht?“). 

Zahlen zu diesen Infektionen als Beleg für eine mangelnde Krankenhaushygiene anzuführen, ist also irreführend. Wie viele Krankenhausinfektionen (und daraus resultierende Todesfälle) es in Italien wirklich gibt, konnte CORRECTIV nicht herausfinden.

Es gibt zudem keine Belege für die These, dass Krankenhauskeime statt SARS-CoV-2 für die Todesfälle in Italien verantwortlich sind; dies ist Spekulation. Im Widerspruch dazu steht außerdem, dass laut den italienischen Behörden die bestätigten Todesfälle mit dem Coronavirus infiziert waren (Bericht des italienischen Gesundheitsinstituts vom 30. März). 

4. Behauptung: In Italien gebe es mehr Corona-Tote, weil die Luftverschmutzung dort hoch ist

Zu der Behauptung Hockertz’, die hohe Zahl der Todesfälle in Italien sei auf die hohe Luftverschmutzung in Italien zurückzuführen (ab Minute 8:25), gibt es bisher keine wissenschaftlichen Belege. Jedoch vermuten einige Forscher einen Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung und der Virusverbreitung. 

So schrieben Forscher verschiedener italienischer Universitäten sowie der Gesellschaft für Umweltmedizin im März in einem gemeinsamen Positionspapier, dass die Luftverschmutzung durch Feinstaubpartikel in Norditalien die Ausbreitung von Viren möglicherweise begünstigen könnte. Diese Vermutung ist aber noch nicht belegt.

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Es gibt noch nicht ausreichend Informationen über das neuartige Coronavirus, um es mit Grippeviren zu vergleichen oder seine Gefahr für den Menschen abschließend zu beurteilen.

Särge
Dieser Facebook-Beitrag stellt eine Behauptung über die ARD ohne Belege auf. (Screenshot: CORRECTIV)

von Cristina Helberg

In mehreren Facebook-Beiträgen werfen Nutzer der ARD vor, sie habe Bilder von Särgen aus dem Jahr 2014 in aktuellen Beiträgen über das Coronavirus genutzt. Dafür gibt es jedoch weder Belege noch irgendwelche Hinweise.

„ARD hat wieder zugeschlagen“, so beginnt ein Facebook-Beitrag, der aktuell viel geteilt wird. Weiter steht dort: „Haben Bilder von Särgen der Corona Opfer gezeigt. Jetzt hat sich herausgestellt, dass sie genau dieselben Bilder 2014 in einer Doku: ‘Tod vor Lampedusa’ bei dem Schiffsunglück benutzt haben. Scheiss Lügenpresse […]“. Belege für diese Behauptung nennt der Autor nicht. Nach unseren Recherchen wurde der Beitrag von verschiedenen Nutzern mindestens 1.400 Mal geteilt. 

Tatsächlich zeigen die Bilder in dem Screenshot Särge von Menschen, die 2013 bei einem Schiffsunglück vor der italienischen Insel Lampedusa starben, in einem Flughafen-Hangar. 

Erst vor Kurzem verbreiteten Nutzer ein ähnliches Foto derselben Szene auf Facebook und behaupteten, die Särge gehörten zu Opfern des Coronavirus in Italien. In einem Faktencheck zeigten wir bereits, dass diese Behauptungen falsch sind. Allerdings hatten die Behauptungen damals keinen Zusammenhang mit der ARD, die Fotos wurden in falschem Kontext von Privatpersonen auf Facebook verbreitet. 

Richtig ist: Der Fotograf Alberto Pizzoli nahm beide Fotos am 5. Oktober 2013 im Hangar des Flughafen Lampedusa auf, wie sich auf der Webseite der Bilddatenbank Getty Images verifizieren lässt (Bild 1, Bild 2). 

Die Bilder in dem aktuell verbreiteten Facebook-Screenshot zeigen einen Artikel der Süddeutschen Zeitung aus dem Jahr 2014, in dem als Ort der Fotos korrekt Lampedusa angegeben ist. Eine Google-Suche nach Bildern von Särgen auf der Webseite der ARD liefert keinen Hinweis auf eine aktuelle Nutzung der Bilder im falschen Kontext. Ebensowenig eine zeitlich eingegrenzte  Google-Rückwärtssuche für seit Januar 2020 veröffentlichte Bilder. 

Ein Ergebnis: 2013 verwendete die Tagesschau ein ähnliches Bild wie in dem Facebook-Beitrag in korrekter Weise für einen Artikel über verstorbene Geflüchtete vor Lampedusa. Am 28. März 2020 veröffentlichte die Tagesschau einen Artikel über Opfer des Coronavirus in Italien mit einem Bild, auf dem Särge zu sehen sind. Sie sind jedoch deutlich heller als die Särge auf den Aufnahmen im Facebook-Beitrag und die Bilder wurden offensichtlich an einem anderen Ort aufgenommen. 

Links der Bericht der Tagesschau vom 28. März 2020 und rechts das bei Facebook verbreitete Foto. Offensichtlich handelt es sich um unterschiedliche Orte. (Screenshots: CORRECTIV)

Auf eine Presseanfrage von CORRECTIV schrieb eine Sprecherin der ARD per E-Mail: „Bei Facebook wurde offenbar ein Bezug zur ARD hergestellt, ohne irgendeine konkrete Sendung oder ein Ausstrahlungsdatum zu benennen oder dies mit Fakten zu belegen. Es ist für uns im Moment nicht nachvollziehbar, wo das entsprechende Foto aus dem Zusammenhang gerissen aktuell in unserem Programm verwendet worden sein könnte. Was nicht heißt, dass uns nicht auch Fehler unterlaufen können, mit denen wir aber grundsätzlich offen und transparent umgehen.“ 

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Unsere Bewertung:
Unbelegt. Es gibt keine Hinweise, dass die ARD das Bild tatsächlich im falschen Kontext verwendete.

Coronavirus - Robert-Koch-Institut - Pressekonferenz
Lothar Wieler, Leiter des Robert-Koch-Instituts, auf einer Pressekonferenz. Zu Fake News äußert sich das Institut nicht. (Foto Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa)

von Frederik Richter , Alice Echtermann , Till Eckert , Cristina Helberg

Deutschland bekämpft mit allen Mitteln den Ausbruch der Corona-Pandemie. An eines hat jedoch kaum einer gedacht: den Einfluss von Desinformation. Das Robert-Koch-Institut und weitere Einrichtungen geben Faktencheckern selten Auskunft. Das kann gefährlich sein.

Desinformation rund um die Corona-Pandemie erreicht in sozialen Netzwerken Millionen Menschen. Sie hängen an den Lippen von Ärzten und angeblichen Experten, die behaupten, die Pandemie sei nicht viel schlimmer als eine Grippe-Welle.

Solche Falschinformationen haben konkrete Auswirkungen: Wer glaubt, das Coronavirus sei nicht so schlimm, ist weniger bereit, sich an Hygieneregeln und Maßnahmen zur Eindämmung zu halten. Es kann um Leben und Tod gehen.

„Desinformation über Gesundheit kann Ausbrüche von Ansteckungskrankheiten verschlimmern“, schrieben zwei britische Forscher in einer Studie vom November 2019. Sie verwiesen darauf, dass während des Ausbruchs von Ebola in Westafrika das Verhalten der Menschen davon abhing, welche Informationen über Übertragungswege der Krankheit sie erhalten hatten.

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Bereits am 2. Februar wies die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Situationsbericht darauf hin, dass die Corona-Pandemie von einer „massiven Infodemie“ begleitet werde. Seitdem beobachtet die WHO Gerüchte und Mythen rund um den Corona-Ausbruch und kämpfen mit Aufklärung gegen sie an.

Es gibt bei Bundesbehörden und in den Ländern auch positive Beispiele. Doch beim Robert-Koch-Institut (RKI), der wichtigsten Bundesbehörde im Kampf gegen Pandemien, und anderen Einrichtungen findet dieser Teil der Pandemie-Bekämpfung kaum statt. Manche Pressesprecher halten den „Quatsch“ im Internet offenkundig für unwichtig im Vergleich zu anderen Anfragen und antworten nicht auf Fragen von Faktencheckern, die der Desinformation entgegentreten wollen.

Das RKI ließ seit Januar etwa ein halbes Dutzend Anfragen zu jeweils verschiedenen Falschbehauptungen zum Coronavirus unbeantwortet oder verwies auf andere Behörden. Erst als wir uns massiv bei der Bundesregierung beschwerten, erhielten wir Ende März Informationen.

Die Pandemie ist eine beispiellose Herausforderung für die Gesellschaft, die Medien und vor allem auch für die Behörden. Einige Aspekte der Pandemie-Bekämpfung in Deutschland gelten international als vorbildlich. In Frankreich wie auch in Großbritannien zum Beispiel führen Kommentatoren in der innenpolitischen Debatte immer wieder die vergleichsweise großen Testkapazitäten in Deutschland an.

Mitten im Sturm

Das RKI steht im Zentrum des Sturms. Ohne Frage sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überlastet und arbeiten sehr hart, um die Krise zu bewältigen. Das Institut erhält nach eigenen Angaben derzeit über 100 Medienanfragen pro Tag. Das ist mit den Kapazitäten aus normalen Zeiten nicht zu bewältigen. Doch wenn über mehrere Wochen hinweg Anfragen unbeantwortet bleiben, entsteht der Eindruck, dass das Institut die Bedeutung von Desinformation bei der Bekämpfung von Pandemien unterschätzt.

Anfang Februar wandten wir uns an einen Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts. Wir wollten über ein weitverbreitetes Gerücht schreiben, dass das Virus aus einem Biowaffen-Labor im chinesischen Wuhan stamme, und baten um eine Einschätzung. Entsprechende Facebook-Posts waren schon im Januar tausendfach geteilt worden.

Stattdessen antwortete die Pressesprecherin des RKI. Sie bat uns, Anfragen in Zukunft nur an die Pressestelle zu richten. Unsere Fragen beantwortete sie nicht.

Die Pressesprecherin lieferte lediglich einen vagen Verweis auf eine Äußerung des Virologen Christian Drosten zur Entstehung des Virus. Diesen Verweis sollten wir jedoch nicht zitieren. „Mein Kommentar bezog sich auf alle diese Verschwörungs-Behauptungen und ist nur für Ihren Hintergrund gemeint gewesen. Ich möchte solche Behauptungen nicht durch Zitate aufwerten“, schrieb die Sprecherin zur Begründung.

Diese Haltung ist überholt. Nach ihr wird das, was im Internet steht, erst dann wichtig, wenn eine Pressesprecherin es mit einem Zitat würdigt. Offenkundig ist den Presseverantwortlichen fremd geblieben, dass das Internet anders funktioniert. Desinformationen führen an offiziellen Verlautbarungen vorbei ein Eigenleben – und sie können Leben kosten.

Nichts hinzuzufügen

Als wir dem RKI die Bedeutung von Faktenchecks noch einmal schriftlich erläuterten und um Auskunft baten, antwortete die Sprecherin lediglich: „Ich kann meinen Ausführungen nichts hinzufügen.“ Die Falschinformation, dass das Virus aus einem chinesischen Labor für Biowaffen stammt, zirkuliert bis heute. Ein ehemaliger AfD-Politiker griff sie noch vor wenigen Tagen im baden-württembergischer Landtag auf – dieses Mal in der Version, dass das Virus aus einem Biowaffenlabor in den USA stammen könnte.

Erst Ende März, nachdem wir noch mehrfach angefragt haben, äußerte sich das RKI dazu uns gegenüber – und wir konnten schließlich einen ersten Faktencheck dazu veröffentlichen.

Andere Faktenchecker wie die Kolleginnen und Kollegen vom Bayerischen Rundfunk haben ähnliche Erfahrungen gemacht.

„In den ersten Tagen und Wochen der Berichterstattung über das Coronavirus hat das Robert-Koch-Institut auf die Fragen unserer Faktencheck-Redaktion relativ schnell geantwortet, aber eher knapp“, sagt Sophie Rohrmeier, Teamlead Verifikation und Faktenfuchs beim Bayerischen Rundfunk.

„Auf Details sind sie nicht eingegangen. Der nächste Schritt war dann, dass sie uns gesagt haben, aus Kapazitätsgründen könnten sie nicht mehr antworten. Inhaltlich haben wir also keine Fragen mehr beantwortet bekommen.“

Das RKI habe zum Beispiel nicht auf den Vorwurf der sogenannten Überzählung reagiert. Dabei geht es um die Frage, ob nicht zuviele Tote in der Corona-Statistik auftauchen, weil Patienten an mehreren Krankheiten sterben können. Auch das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit habe nicht geantwortet, sagt Rohrmeier.

„Ich verstehe, dass das RKI und andere Behörden gerade sehr viele Anfragen bekommen und es etwas länger dauern kann. Aber wenn man das Virus eindämmen will, muss man auch Ängste und Gerüchte eindämmen. Desinformation zu bekämpfen, gehört aus meiner Sicht dazu, um das Virus zu bekämpfen.“

Die Bevölkerung überzeugen

Die Haltung des RKI verwundert, wenn man eine Risikoanalyse der Bundesregierung zum Bevölkerungsschutz aus dem Januar 2013 liest. Die Analyse enthält das fiktive Szenario einer globalen Pandemie – ausgelöst durch ein neuartiges Coronavirus.

Darin findet sich ein Abschnitt zum Thema Kommunikation. „Nur wenn die Bevölkerung von der Sinnhaftigkeit von Maßnahmen (z. B. Quarantäne) überzeugt ist, werden sich diese umsetzen lassen“, heißt es.

Die Autorinnen und Autoren des Berichts – der unter der Federführung des RKI verfasst wurde – gehen davon aus, dass die Behörden Verunsicherungen und verschiedenen Erklärungen mit Informationen begegnen müssen. „Es ist von einer vielstimmigen Bewertung des Ereignisses auszugehen, die nicht widerspruchsfrei ist“, schrieben sie.

Und weiter: „Dementsprechend ist mit Verunsicherung der Bevölkerung zu rechnen. Zusätzlich ist ein (mehr oder minder qualifizierter) Austausch über neue Medien (z. B. Facebook, Twitter) zu erwarten.“

„Leider nicht die Kapazität“

Die Analyse stammt aus einer Zeit, in der über soziale Netzwerke verbreitete Desinformationen und „Fake News“ noch nicht im heutigen Ausmaß als Problem erkannt waren. Doch die Autoren erkannten bereits, dass sie ein Faktor bei der Bekämpfung von Epidemien sind. Hält man sich die Reaktion des RKI vor Augen, scheint diese Erkenntnis dort noch nicht angekommen zu sein.

Oder es sieht sich als nicht zuständig an. Auf seiner Webseite schreibt das Institut, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) sei dafür zuständig, die Bevölkerung zu informieren. Tatsächlich schaltet die BzgA zahlreiche Anzeigen in sozialen Netzwerken. Wer auf Twitter, Instagram oder Youtube „Coronavirus“, „Covid-19“ oder ähnliche Suchwörter eingibt, bekommt einen Link zur Webseite der Behörde eingeblendet.

Die BzgA jedoch verbreitet lediglich die fachlichen Informationen des RKI, wie uns eine Pressesprecherin auf Nachfrage mitteilte. Damit kann auch die BzgA die Fragen von Faktencheckern nicht beantworten.

Factchecker sind für ihre Arbeit auf Aussagen von Expertinnen und Wissenschaftlern angewiesen (Foto: Ivo Mayr/CORRECTIV)

Zum Entkräften von Desinformation, die auf vielschichtige, aber immer andere Weise Falschmeldungen, Halbwahrheiten und Spekulationen mit Fakten vermischt, müssen Medien auch spezifische Fragen zu Falschinformationen stellen, die Expertinnen und Experten und Behörden lächerlich vorkommen. Es sind Fragen, die viele Menschen in Deutschland umtreiben und die sie verunsichern.

Am 25. März versuchten wir es wieder bei der Pressestelle des RKI.

„Wir haben leider nicht die Kapazität, hier Infos bereitzustellen und können nur auf unsere Internetseiten verweisen. Vielleicht kann auch jemand von der Gesellschaft für Virologie weiterhelfen“, lautete die Antwort.

Doch da wissen wir bereits, dass die Gesellschaft für Virologie auch nicht helfen kann. Am 16. März fragten wir die Gesellschaft an. Wir suchten einen Virologen, der die Aussage entkräften kann, dass Vitamin C in hohen Dosen das Coronavirus abtöten kann. Facebook-Posts mit dieser Aussage wurden mehrere tausend Mal geteilt, Youtube-Videos mehrere zehntausend Mal aufgerufen.

Zu banal

Das klingt aus Sicht von Experten vielleicht zu banal, um sich damit abzugeben. Doch Faktenchecker sind darauf angewiesen, in ihren Texten Wissenschaftler zitieren zu können. Die Öffentlichkeit muss auf ihr Wissen zurückgreifen können, um Informationen einzuordnen.

Ohne Zitate von Wissenschaftlern und Expertinnen ist ein Faktencheck nicht möglich. Nur mit den unabhängigen Einordnungen wird die Arbeit der Faktenchecker gründlich und glaubwürdig.

Die Pressesprecherin der Gesellschaft für Virologie lehnte unsere Anfrage jedoch ab. Man habe nicht mehr die Kapazität, jede Anfrage zu beantworten, sagte sie am Telefon. Es gebe zu viele Anfragen, als dass man sich mit allem beschäftigen könne, was im Internet geschrieben werde. Die Pressesprecherin entschuldigte sich vielmals und sandte uns anschließend auch noch den Verweis auf eine wissenschaftliche Studie zum Thema.

Ähnlich ist es bei der Berliner Charité. Am 24. Januar, noch bevor der Ausbruch des Coronavirus in China das größte Thema in den Medien war, wandten wir uns zum ersten Mal an das dortige Institut für Virologie. Wir erhielten keine Antwort. Am 6. Februar stellten wir eine weitere Anfrage. Es sei der Charité ein Anliegen, mit der eigenen Expertise zur Einordnung von Fake News und Gerüchten beizutragen, lautete die Antwort. Der Leiter der Virologie, Christian Drosten, stehe jedoch wegen des erhöhten Aufkommens von Presseanfragen zum Coronavirus für die Beantwortung unserer Fragen nicht zur Verfügung.

Nicht unsere Aufgabe

Das Landeszentrum Gesundheit in Nordrhein-Westfalen – das Bundesland war zunächst am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen – hat eine Fachabteilung Infektionsschutz. Doch die Behörde konzentriert sich auf die Zusammenarbeit mit anderen Behörden. Als wir um Informationen zur Einordnung der millionenfach verbreiteten Aussagen von Wolfgang Wodarg baten, teilte eine Sprecherin mit: Nicht unsere Aufgabe. Wodarg zählt zu den Ärzten, die die Corona-Pandemie für Panikmache von Regierungen, Experten und Medien halten.

Ganz anders agiert die WHO: Sie hat eine Liste mit „Myth busters“, also Faktenchecks falscher Behauptungen über das Coronavirus auf der eigenen Webseite veröffentlicht. Auch in sozialen Netzwerken verbreitet sie diese.

Das Bundespresseamt sagte uns auf Anfrage, dass die Bundesregierung sehr wohl gegen Desinformationen vorgehe. „Auf unseren Kanälen versuchen wir, kursierende Falschinformationen klar zu benennen“, teilte ein Sprecher mit. „Wir sensibilisieren für das Aufkommen von Desinformation und zeigen den Bürgerinnen und Bürgern verlässliche Quellen auf.“ Das Bundesministerium für Forschung und Bildung zum Beispiel hat auf seiner Webseite einige Faktenchecks veröffentlicht.

Der Sprecher verwies auch darauf, dass sich verschiedene Bundesminister täglich in Pressekonferenzen Fragen der Medien stellten. Doch das hilft der Arbeit in Sachen Desinformation wenig, denn diese verbreitet sich spontan und beinhaltet meist sehr spezielle Behauptungen, die die Glaubwürdigkeit von Wissenschaft untergraben. Das Bundesgesundheitsministerium verwies uns bei einer Anfrage übrigens ebenfalls an das RKI.

Gegenüber dem Bundespresseamt beschwerten wir uns massiv über die mangelnde Auskunftsbereitschaft des RKI. Drei Tage später beantwortete die Behörde zum ersten Mal eine Anfrage von uns.

So ein „Quatsch“

Zuvor hatten wir uns auf unserer Suche nach Informationen auch an den Pressesprecher eines großes Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen gewandt. Um es deutlich zu machen: Das Krankenhaus dient ausschließlich der Versorgung von Patienten und sei keine Forschungseinrichtung. Es wäre nicht zu erwarten, dass es der Presse wissenschaftliche Einschätzungen zur Verfügung stellt.

Doch die spontane Antwort des Sprechers bringt eine offenbar weit verbreitete Haltung bei deutschen Institutionen und Behörden auf den Punkt: „Wenn ich offen sein darf: Zu so einem Quatsch äußern wir uns also nicht; dazu ist die Zeit gerade zu kostbar“, schrieb er.

Auch das ist eine Binsenweisheit. Es muss auch nicht jeder Antworten geben. Es wäre aber hilfreich, wenn sich zumindest eine Stelle im RKI um die Belange der Faktenchecker kümmern könnte – damit Falschinformationen in den sozialen Medien schnell auf Augenhöhe begegnet werden kann.

Es gibt auch positive Beispiele. Das Bundesinstitut für Risikobewertung beantwortete eine Anfrage von uns sehr zügig. Die Staatskanzlei des Saarlands kontaktierte uns diese Woche und zeigte Interesse an einem Austausch im Kampf gegen Fake News. Das Bundesland informiert bereits mit einem automatisierten Messenger-Dienst über das Coronavirus.

Julii Brainard und Paul Hunter, die Autoren der eingangs erwähnten Studie, untersuchten den Einfluss von Desinformation auf die Schwere eines Pandemie-Ausbruchs. Die Wissenschaftler der Universität East Anglia modellierten verschiedene Kommunikations-Strategien zur Bekämpfung von Desinformation. Sie kamen in ihrem theoretischen Modell zu dem Schluss, dass diese den Einfluss von Desinformationen auf einen Krankheitsausbruch reduzierten.

„Die Wirksamkeit der Anwendung solcher Strategien im Kampf gegen „Fake News“ muss unter realen Bedingungen getestet werden“, schrieben sie.

Die Welt, und damit auch deutsche Behörden, hat jetzt die Gelegenheit dazu.

Mitarbeit: Tania Röttger, Marcus Bensmann, Bianca Hoffmann, David Schraven und Lea Weinmann

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Hilft Alkohol gegen das neuartige Coronavirus? Nein, er macht sogar anfälliger für Erkrankungen. (Foto: Gerrie van der Walt / Unsplash)

von Matthias Bau

In einer Meldung, die auf Whatsapp kursiert, wird behauptet, ein erhöhter Alkoholkonsum helfe, Coronaviren im Mund- und Rachenraum abzutöten. Das ist falsch. Alkohol macht das Immunsystem anfälliger für Erkrankungen.

Auf einem Bild mit Text, welches derzeit vor allem auf Whatsapp geteilt wird, wird behauptet, dass ein erhöhter Alkoholkonsum gegen das Coronavirus hilft. Es wird angedeutet, Alkohol könne die Viren im Rachen abtöten. Die Meldung enthält das Logo des Robert Koch Instituts (RKI) und das Datum 19. März 2020. Darin heißt es: „Ab einer Menge von 100g Alkohol pro Tag soll sich eine ausreichende Desinfizierung im Mund und Rachenraum einstellen […] Wer mehr verträgt soll und darf sogar auch mehr zu sich nehmen.” Dies entspreche der Menge von fünf Bier.

Diese Behauptung ist falsch und das Bild eine Fälschung. 

Die angebliche Meldung vom RKI. (Screenshot: CORRECTIV)

Auf ihrem Twitter Account erklärte die WHO am 29. März ausdrücklich: „Alkohol zu trinken schützt nicht gegen Covid-19 und kann gefährlich sein.” Das RKI ist zudem nicht die Quelle der Mitteilung: In keinem der Situationsberichte des RKI (Stand 30. März) finden sich Ausführungen zum Thema Alkohol. Insbesondere auch nicht in dem vom 19. März

Die Ärztin Dr. Susanne Huggett erklärte in einem Artikel der Bild-Zeitung: „Wenn wir Alkohol trinken, landet dieser in der Speiseröhre und im Magen-Darm-Trakt und nicht tief in der Lunge und in den Atemwegen, in denen sich das Coronavirus befindet. Die Annahme, dass man sich vor einer Infektion schützen kann, indem man hochprozentigen Alkohol trinkt, ist folglich falsch.” Genauso wenig lässt sich das Virus abtöten, indem man sich mit Alkohol oder Chlor besprüht. Meldungen, die das behauptet hatten, wurden offiziell von der WHO zurückgewiesen

Erhöhter Alkoholkonsum schadet der Gesundheit

Wer 100 Gramm Alkohol pro Tag konsumiert, bringt seine Gesundheit in Gefahr. Einen risikofreien Alkoholkonsum bescheinigt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung allen, die nicht mehr als 12 bis 24 Gramm Alkohol am Tag zu sich zu nehmen. Der Wert für Frauen liege bei 12 Gramm; das entspreche einem kleinen Bier oder einem Glas Wein. Männer könnten die doppelte Menge trinken. 

Ab dann jedoch gilt: „Wer die Grenzwerte von 12 bzw. 24 Gramm reinen Alkohols pro Tag überschreitet, kann seine Gesundheit gefährden. Nicht nur die Leber, nahezu jedes Organ kann durch Alkoholkonsum dauerhaft beeinträchtigt werden.” Und dabei handelt es sich nur um die Langzeitwirkungen des übermäßigen täglichen Konsums. Akut führt er dazu, dass das Immunsystem geschwächt und der Körper anfälliger für Erkältungsviren wird.  

Ist das Coronavirus „alkoholsensibel“?

Warum glauben offenbar dennoch einige Menschen, dass sie sich durch den Konsum von Alkohol desinfizieren könnten? Sie haben möglicherweise eine Aussage des Gesundheitsministers Jens Spahn falsch verstanden. Spahn hatte am am 11. März 2020 auf einer Pressekonferenz, erklärt, das Coronavirus sei „alkoholsensibel”.  

Die Äußerung Spahns fiel, als er über Desinfektionsmittel sprach. Vermutlich bezog er sich auf eine Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung vom 30. März (Seite 2). Dieses hat mitgeteilt, dass Coronaviren „als behüllte Viren, deren Erbgut von einer Fettschicht (Lipidschicht) umhüllt ist, […] empfindlich auf fettlösende Substanzen wie Alkohole oder Tenside” reagieren. Weiter heißt es von Seiten des Instituts, es sei „hoch wahrscheinlich, dass durch diese Substanzen die Virusoberfläche beschädigt und das Virus inaktiviert wird“. Dieses Aussage bezieht sich allerdings auf die Desinfektion von Oberflächen. 

Eine gute Handhygiene und der Abstand zu anderen Menschen bleiben also, wo die Kontaktvermeidung nicht möglich ist, derzeit immer noch die besten Mittel, um sich gegen eine Ansteckung mit Covid-19 zu schützen. Ein Medikament steht laut der WHO und dem Robert Koch Institut gegen das Virus noch nicht zur Verfügung. „Verschiedene spezifische Therapieansätze – darunter experimentelle Wirkstoffe und bereits zugelassene Medikamente – werden derzeit im Rahmen von Studien geprüft”, schreibt das RKI auf seiner FAQ-Seite.

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Auf die gefälschte Meldung bei Whatsapp haben uns Leser hingewiesen. Zu dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sind zahlreiche Falschmeldungen im Umlauf. Um sie effektiv zu bekämpfen, sind wir auf Hilfe angewiesen. In unserem CrowdNewsroom zum Coronavirus kann jeder Nachrichten oder Artikel einreichen, die unser Team sichtet und gegebenenfalls Faktenchecks dazu veröffentlicht. 

Unsere Bewertung:
Völlig falsch. Die Meldung ist eine Fälschung. Alkohol hilft nicht gegen Coronaviren im Mund und Rachenraum.

Landtag Baden-W¸rttemberg
Der ehemalige AfD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon im November 2019 bei einer Rede im baden-württembergischen Landtag. (Foto: Tom Weber / dpa)

von Till Eckert

Der ehemalige AfD-Politiker Wolfgang Gedeon suggerierte in einer Rede im baden-württembergischen Landtag, beim neuartigen Coronavirus könnte es sich um eine US-amerikanische Biowaffe aus dem Labor handeln. Die Wissenschaft widerspricht.

„Gott scheint geopolitisch ein Amerikaner zu sein“, sagte Wolfgang Gedeon, fraktionsloser Abgeordneter, in einer Rede im baden-württembergischen Landtag am 4. März (ab Minute 1:28:54). Thema: Das neuartige Coronavirus. Er erklärt seine Aussage damit, dass die USA „kaum“ vom Virus betroffen seien, stattdessen aber Iran, Deutschland und China. Auch Israel würde angeblich vom Virus verschont, so Gedeon. Ein Ausschnitt der Rede wurde auf Facebook bisher mehr als 14.000 Mal geteilt. 

„Könnte es sein, dass hier jemand dem Schicksal nachgeholfen hat?“, fragt Gedeon. Und behauptet: „Es gibt ganz ernst zu nehmende wissenschaftliche Hinweise, dass dieses Virus nicht in der Natur, sondern in Laboratorien entstanden ist. […] Sind diejenigen, die einen Biowaffen-Angriff von vornherein ausschließen, nicht diejenigen, die an den Weihnachtsmann glauben?“ 

Damit greift Gedeon eine Theorie auf, die schon seit den ersten Nachrichten über den Ausbruch des Coronavirus im Januar im Netz kursiert und nach wie vor verbreitet wird. Nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Robert-Koch-Instituts (RKI) sowie einem Statement von mehr als 25 Forschern im Journal The Lancet hat sie aber keinerlei Grundlage – es gibt also keine „wissenschaftlichen Hinweise“ dafür. 

USA waren und sind, anders als von Gedeon behauptet, von Coronavirus betroffen

Gedeon behauptet in seiner Rede unter anderem, die USA seien selbst „überhaupt nicht“ betroffen vom Coronavirus. Das stimmt – und stimmte – nicht. In den USA gibt es laut Centers for Disease Control and Prevention (CDC), einer Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministerium, aktuell 163.500 Infizierte (Stand: 31. März 2020). Am 4. März, dem Zeitpunkt von Gedeons Rede, lag diese Zahl zwar weitaus niedriger, bei 98 Fällen; aber dass die USA gar nicht betroffen waren, ist falsch.

Coronavirus-Infizierte in den USA laut dem CDC: Am 4. März gab es demnach 98 Fälle. (Screenshot: CORRECTIV)

WHO, RKI und mehr als 25 Forscher widersprechen Theorie von der Biowaffe

Wir haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu der Theorie befragt, das neuartige Coronavirus könnte keinen natürlichen Ursprung haben und im Labor gezüchtet worden sein. Ein Sprecher antwortete uns per E-Mail: „Es gibt immer mehr Beweise für die Verbindung zwischen dem Covid-19 und anderen ähnlichen bekannten Coronaviren, die in Fledermäusen zirkulieren, insbesondere denen der Unterart Rhinolophus.“  

Der Übertragungsweg auf den Menschen zu Beginn dieses Ereignisses ist laut WHO jedoch bisher unklar. „Die derzeit wahrscheinlichste Hypothese ist, dass ein intermediäres Wirtstier bei der Übertragung eine Rolle gespielt hat. Sowohl chinesische als auch externe Expertengruppen arbeiten daran, die tierische Quelle dieses neuen Virus zu identifizieren“, schreibt uns der Sprecher. Auf ihrer Webseite informiert die WHO ausführlich über die Herkunft des Virus.

E-Mail der WHO auf die Frage, ob das neuartige Coronavirus als Biowaffe im Labor gezüchtet worden sein könnte. (Screenshot: CORRECTIV)

Wir haben zur Biowaffen-Behauptung außerdem beim RKI angefragt. Per E-Mail antwortete uns eine Sprecherin: „Zu einer solchen Behauptung liegt uns keinerlei Evidenz vor. Aufgrund der bisherigen Datenlage vermutet man, dass SARS-CoV-2 aus einem Fledermaus-Coronavirus hervorgegangen ist.“ Das RKI verweist dazu auf eine Studie im Journal Nature von Anfang Februar, in der dieser Ursprung des Virus als wahrscheinlich bezeichnet wird; es sei 96 Prozent genetisch identisch mit einem Fledermaus-Coronavirus.

E-Mail des RKI auf die Frage, ob das neuartige Coronavirus als Biowaffe im Labor gezüchtet worden sein könnte. (Screenshot: CORRECTIV)

Im Journal The Lancet schrieben mehr als 25 Forscher, darunter der deutsche Virologe und Leiter der Virologie der Charité Berlin, Christian Drosten, außerdem ein Statement, in dem sie der Behauptung widersprechen: „Wissenschaftler aus mehreren Ländern haben die Genome des Erregers, des Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) des schweren akuten respiratorischen Syndroms, veröffentlicht und analysiert, und sie kommen mit überwältigender Mehrheit zu dem Schluss, dass dieses Coronavirus wie so viele andere neu auftretende Krankheitserreger aus der Tierwelt stammt.“ 

Die Forscher verweisen dafür auf mehrere Studien und Einschätzungen verschiedener Institutionen aus Wissenschaft und Medizin. „Verschwörungstheorien schaffen nichts anderes als Angst, Gerüchte und Vorurteile, die unsere weltweite Zusammenarbeit im Kampf gegen dieses Virus gefährden“, schreiben die Forscher zudem.

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Gedeons Andeutung, das Virus sei möglicherweise als Biowaffe in einem Labor entstanden, ist demnach irreführend – es gibt laut führenden Gesundheitsinstituten keine Belege dafür, dass das Virus keinen natürlichen Ursprung hat, im Gegenteil. 

Gedeon wurde nach einer Entscheidung des Bundesschiedsgerichts am 20. März 2020 wegen „israelfeindlicher und antisemitischer Positionen“ aus der AfD ausgeschlossen. Er ist seitdem Abgeordneter ohne Parteizugehörigkeit im baden-württembergischen Landtag. 

Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. Die USA waren und sind vom Virus betroffen; für die Biowaffen-Theorie gibt es keine Belege, die Wissenschaft widerspricht.

Youtube-Video von Roby Facchinetti
Der Sänger Roby Facchinetti möchte die Erlöse mit seinem Lied „inascerò, Rinascerai“ an ein Krankenhaus in Bergamo spenden. Er hat der Klinik aber nicht die Rechte daran übertragen. (Quelle: Youtube, Roby Facchinetti / Screenshot: CORRECTIV)

von Alice Echtermann

In einem Whatsapp-Kettenbrief wird ein Link zu einem Youtube-Video verbreitet und behauptet, mit jedem Klick werde Geld an ein Krankenhaus in Bergamo gespendet, denn der Sänger habe die Rechte an das Hospital übertragen. Das ist falsch. 

Derzeit kursiert in Messenger-Apps wie Whatsapp ein Text mit einem Youtube-Link und der Behauptung: „Dieses Lied ist von der berühmtesten Band Italiens der 70er Jahre. Sie haben die Urheberrechte an das Krankenhaus in Bergamo überschrieben. Jeder Klick auf das Video ist damit quasi eine Spende, da YouTube dem Inhaber Geld pro Klick bezahlt. Im Krankenhaus von Bergamo sind alleine gestern 800 Menschen gestorben. Bitte teilt das!“

Inzwischen hat das Video mit dem Lied „Rinascerò, Rinascerai“ des Sängers Roby Facchinetti mehr als sieben Millionen Aufrufe. Es wurde mit englischen Untertiteln und deutscher Video-Beschreibung am 27. März 2020 auf Youtube veröffentlicht und soll laut der Aussage von Facchinetti der Hilfe für den Kampf gegen Covid-19 dienen. Wer es anklickt, spendet aber nicht automatisch an ein Krankenhaus in Bergamo. Die Aussage, jeder Klick käme direkt einer Spende an das Krankenhaus gleich, ist falsch.

Zwar ist dem Video Werbung vorgeschaltet, mit der Facchinetti ebenfalls Geld über Youtube verdient. Dieses Geld ist jedoch offenbar nicht primär gemeint mit der Unterstützung des Krankenhauses. Facchinetti schreibt in der Beschreibung des Videos und auf seiner Webseite, wie er helfen will: „Alle Einnahmen aus Downloads, Urheberrechten und Redaktionsrechten (Facchinetti / D’Orazio) werden vollständig gespendet zugunsten des Papa Giovanni XXIII Krankenhauses in Bergamo für den Kauf von medizinischen Geräten.“ 

Aus dieser Formulierung wird klar, dass der Sänger die Urheberrechte nicht auf das Krankenhaus übertragen hat – er besitzt sie weiterhin selbst. Für den Fall, dass jemand direkt an die Klinik in Bergamo spenden möchte, gibt Facchinetti die Bankverbindung des Krankenhauses an. 

Webseite von Roby Facchinetti
Hinweis auf der Webseite des Sängers Roby Facchinetti (Screenshot: CORRECTIV)

Auf seiner Webseite weist der Sänger außerdem seit dem 27. März darauf hin, dass die Informationen, die per Whatsapp verschickt werden, falsch seien. Klicks auf das Video seien keine Spenden. Der einzige Weg der Hilfe sei der Download des Liedes über einen Link, den er zur Verfügung stelle.

Auch die Aussage aus der Whatsapp-Nachricht, allein in Bergamo seien 800 Menschen an einem Tag gestorben, ist irreführend. Zwar meldete Italien teilweise 800 bis 900 Todesfälle pro Tag, diese Zahlen bezogen sich aber auf das ganze Land, nicht nur auf Bergamo. Aus den Zahlen des italienischen Gesundheitsministeriums geht hervor, dass Menschen in Italien insgesamt nicht nur in der Lombardei (wo Bergamo liegt) sterben, sondern auch in anderen Regionen. Über die hohen täglichen Todeszahlen berichteten auch Medien, zum Beispiel die BBC oder das ZDF

Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. Klicks auf das Video helfen dem Krankenhaus in Bergamo nicht direkt. Der Sänger möchte vielmehr die Erlöse durch den Song spenden.