Auf Facebook verbreitet sich tausendfach ein Bild (hier und hier), das die Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang zeigt. Darauf heißt es: „Stark steigende Lebensmittelpreise. Ricarda Lang zur Inflation: ‚Einfach Portionen verkleinern.‘“ Einige Nutzerinnen und Nutzer halten das angebliche Zitat für echt. Eine Nutzerin schreibt: „Was bilden die Grünen sich eigentlich ein, die machen ganz Deutschland kaputt.“
Das angebliche Zitat ist frei erfunden. Auf Anfrage schrieb uns die Pressestelle des Bundesvorstands der Grünen: „Ricarda Lang hat den genannten Satz so nicht geäußert, auch nicht im Kontext steigender Lebensmittelpreise oder der Inflation.“

Keine Hinweise, dass Ricarda Lang das angebliche Zitat gesagt hat
Eine Google-Suche nach dem Zitat führt zu keinen relevanten Ergebnissen. Um herauszufinden, woher das Foto stammt, haben wir zusätzlich eine Bilder-Rückwärtssuche über die Suchmaschine Yandex durchgeführt. So stießen wir auf ein Foto, auf dem Lang dasselbe Kleid trägt. Zusätzlich ist das Bild mit dem Logo der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ versehen.
Mithilfe der Internetseite Fernsehserien.de haben wir die Gästelisten aller Markus-Lanz-Sendungen in diesem Jahr geprüft. Ricarda Lang war bisher nur am 9. Februar in der Talkshow zu Gast, in der Sendung trägt sie dasselbe Kleid, das auch auf dem Bild zu sehen ist.
In der Sendung äußert Lang das angebliche Zitat nicht. Sie äußert sich auch nicht über die Inflation in Zusammenhang mit Lebensmittelpreisen, sondern spricht ab Minute 33:10 lediglich über eine „fossile Inflation“ und meint damit die steigenden Energiepreise von Gas und Kohle. Darauf bezieht sie sich noch einmal in einem Twitter-Beitrag vom 23. Februar.
Die Markus-Lanz-Sendung wurde bereits zuvor genutzt, um Desinformation zu verbreiten. So wurde ein Dialog zwischen Lanz und Lang erfunden, der die Politikerin in ein schlechtes Licht rücken sollte, wie wir am 18. Februar in einem Faktencheck berichteten.
Redigatur: Matthias Bau, Steffen Kutzner
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.

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