Faktencheck

Nein, das RKI hat das Tragen von FFP2-Masken nicht als gefährlich eingestuft

Angeblich habe das Robert-Koch-Institut das Tragen von FFP2-Masken für gefährlich erklärt, so zumindest heißt es bei Facebook. Doch die Behauptung ist falsch, eine entsprechende Warnung des RKI gibt es nicht.

von Steffen Kutzner

Das Tragen von FFP2-Masken ist für gesunde Menschen unproblematisch, wie mehrere Untersuchungen gezeigt haben (Symbolbild: Pixabay / Antonio Cansino)
Behauptung
Das Robert-Koch-Institut (RKI) habe das Tragen von FFP2-Masken als gefährlich eingestuft.
Bewertung
Falsch. Das RKI hat nichts dergleichen erklärt. Für gesunde Menschen ist das Tragen einer FFP2-Maske ungefährlich.

Ein Foto, das angeblich einen Aufsteller im Eingangsbereich einer Zahnarztpraxis zeigen soll, kursiert auf Facebook. Auf dem Aufsteller ist unter anderem zu lesen: „Karl Lauterbach will, dass Ihr ab 1.10. bei uns wieder FFP2-Masken tragt! Entgegen der Empfehlung des RKI, das das Tragen als gefährlich einstuft.“ 

Auf welcher Grundlage die Behauptung beruht, ist unklar. Seit dem 1. Oktober 2022 gilt zwar eine bundesweite FFP2-Maskenpflicht in Arztpraxen, aber das Robert-Koch-Institut (RKI) hat das Tragen von FFP2-Masken nicht als gefährlich eingestuft.

Aufsteller in einer Zahnarztpraxis zur Maskenpflicht
Eine Nahaufnahme des Aufstellers, dessen Foto auf Facebook verbreitet wird (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

RKI informiert online ausführlich über Masken

Das RKI informiert auf seiner Webseite zu den verschiedenen Maskenarten und was beim Tragen beachtet werden muss. Unter der Frage „Was muss bei dem Einsatz von FFP2-Masken bei Laien beachtet werden?“ finden sich keine Hinweise auf gesundheitliche Gefahren durch FFP2-Masken. Darauf verweist auch Marieke Degen, stellvertretende Pressesprecherin des RKI auf unsere Anfrage.

Auf der Seite findet sich weiter der Hinweis, dass FFP2-Masken vor der Corona-Pandemie hauptsächlich im Gesundheitswesen zum Arbeitsschutz getragen worden seien (Stand: 29. August 2022). „Daher wurden außerhalb des Gesundheitswesens noch keine Untersuchungen zu den gesundheitlichen, gegebenenfalls auch langfristigen Auswirkungen ihrer Anwendung (z. B. bei Risikogruppen oder Kindern) durchgeführt.“ Bei Untersuchungen mit Gesundheitspersonal seien Atembeschwerden und Gesichtsdermatitis beschrieben worden.

Dennoch rät das RKI nicht davon ab, FFP2-Masken zu tragen und bezeichnet sie auch nicht als gefährlich.

Gesundheitliche Auswirkungen kann das RKI bei manchen Personengruppen nicht ausschließen

Das RKI weist jedoch auf Folgendes hin: „Beim Einsatz von FFP2-Masken bei Personen mit zum Beispiel eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind negative gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen.“ Das bedeutet jedoch nicht, dass das RKI FFP2-Masken grundsätzlich als gefährlich einstuft, wie wir etwa bereits im Januar 2021 erklärt hatten.

Auf einer Seite, die vom Bundesministerium für Gesundheit betrieben wird, wird auf den Nutzen von FFP2-Masken als Schutz vor einer Corona-Infektion hingewiesen. So zeige eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts, dass FFP2-Masken das Ansteckungsrisiko drastisch senkten. Selbst auf drei Meter Entfernung läge das Ansteckungsrisiko ohne Masken innerhalb weniger Minuten bei nahezu 100 Prozent; tragen sowohl die infizierte, als auch die nicht-infizierte Person eine gut sitzende FFP2-Maske, sinke das Risiko einer Ansteckung in den Promillebereich.

Redigatur: Kimberly Nicolaus, Matthias Bau