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Auszeichnung: CORRECTIV-Reporter gehören zu Journalisten des Jahres

Das Pillenkick-Rechercheteam von CORRECTIV und der ARD-Dopingredaktion wurde bei der Wahl der „Journalistinnen und Journalisten des Jahres“ in der Kategorie „Sport“ ausgezeichnet.

Pillenkick Titelbild von CORRECTIV und der ARD-Dopingredaktion
Im Sommer veröffentlichten CORRECTIV und die ARD-Dopingredaktion die gemeinsame Pillenkick-Recherche zum Schmerzmittelmissbrauch im Fußball. Foto: Ivo Mayr/ Correctiv

Eine 100-köpfige Jury des Fachmagazins Medium Magazin würdigte mit der Auszeichnung in der Kategorie „Sport“ die Pillenkick-Recherche von CORRECTIV und der ARD-Dopingredaktion über den Schmerzmittelmissbrauch im Fußball.

„Ein Team von Correctiv und der ARD-Dopingredaktion deckte nach aufwendiger Recherche im Sommer auf, wie weit der Schmerzmittelmissbrauch im Profifußball verbreitet ist, samt seiner ernsthaften Folgen“, heißt es in der Begründung. „Crossmedial national und lokal ausgespielt (u. a. pillenkick.de) mit der für die ARD produzierten Dokumentation „Geheimsache Doping: Hau rein die Pille!“ ist es das Beste, was es bisher zu dem Thema gibt.“ Für CORRECTIV haben Jonathan Sachse und Arne Steinberg das Team geleitet.

Zudem vergab das Medium Magazin weitere Auszeichnungen. Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim wurde als die Journalistin des Jahres gewürdigt. Weitere Preisträger sind Alice Hasters, Markus Lanz, Thilo Mischke, Isabel Schayani und das NDR-Podcastteam Coronavirus-Update. Der undotierte Preis wird im Mai 2021 in Berlin verliehen. Kurz vorher werden die Ausgezeichneten des Journalistenpreises „Langen Atem“ gewürdigt, bei denen die Pillenkick-Recherche auf der Liste der Nominierten steht.   

Folge der Recherche: Anhörung im Bundestag

Unsere Recherche „Pillenkick“ hat gezeigt, welche schwerwiegenden Folgen das unkontrollierte Einwerfen von Schmerzmitteln für diejenigen haben kann, die Fußball spielen und alles dafür tun: Profis und Amateure, Erwachsene und Kinder, Männer und Frauen. Diese Recherche, die in mehreren Ländern aufgegriffen wurde und zusätzlich von Lokalredaktionen aus ganz Deutschland mit zusätzlichen lokalen Geschichten bereichert wurde, hatte direkte Auswirkungen. 

Im Januar 2021 wird im Bundestag eine öffentliche Anhörung zum Schmerzmittelmissbrauch im Fußball stattfinden. Dann müssen sich der Deutschen Fußball-Bund (DFB) und weitere Akteure aus dem Fußballsystem den Fragen der Politik stellen.

Neben der Anhörung gab es mehrere Folgen der Recherche: In den Wochen nach der Veröffentlichung meldeten sich weitere Fußballerinnen und Fußballer sowie Athleten aus anderen Sportarten und berichteten über ihren eigenen Schmerzmittelmissbrauch und teilweise lebensgefährliche gesundheitliche Folgen. 

Handballbund startet Schmerzmittelstudie

Der Deutsche Handballbund hat beschlossen, im kommenden Jahr eine Studie zu initiieren, um den Schmerzmitteleinsatz im Spitzenhandball zu untersuchen. Der Deutsche Fußball-Bund veranstaltete bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung eine Aufklärungsschulung zum Thema und möchte nun Schmerzmittel als festen Bestandteil in den Ausbildungsplan von ihren Trainern aufnehmen. 

Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler, eine Spielergewerkschaft, übte deutlich Kritik und befürchtet durch die ganz aktuell engen Spielpläne der Covid-19-Pandemie eine Verschärfung der Problematik im Profifußball.