Die ideologischen Brüche in der AfD
Schon seit der Gründung der AfD gibt es Streit um Inhalte. Beim Parteitag am Wochenende prallen die Lager wieder aufeinander. CORRECTIV analysiert ideologische Gräben: Wo sind Bruchlinien, worüber zerstreitet sich die Partei immer wieder?
Das Wichtigste in Kürze
- Schon seit ihrer Gründung gibt es Streit über den zentralen Kern der AfD – beim Parteitag am 4. und 5. Juli in Erfurt prallen diese Lager wieder aufeinander. CORRECTIV nimmt den Parteitag zum Anlass, die ideologische Landkarte der AfD zu analysieren: Wo sind Bruchlinien, worüber zerstreitet sich die Partei immer wieder?
- Zwölf Meinungsmacher in der AfD stehen für zwölf unterschiedliche Positionen, was Völkisches, Remigration, Russland- und Trump-Nähe, Islamophobie und Wehrdienst angeht. Mit den unterschiedlichen Positionen kommen verschiedene Interessen, Machtkämpfe und Risse in der Partei. In der Vergangenheit führten diese Themen oft zu Konflikten.
Die AfD trifft sich an diesem Wochenende in Erfurt zum Parteitag – und in diesem Jahr dürfte es besonders spannend werden. Es stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Niedersachsen an. Zwei AfD-Landesverbände, die als „gesichert rechtsextrem“ gelten, könnten dennoch Wahlerfolge einfahren.
Mit dem Erfolg wachsen Ambitionen und Ansprüche. Machtkämpfe und inhaltliche Gegensätze, die es schon seit Gründung der Partei gibt, drohen die Partei weiter zu spalten. Das Antragsbuch zum aktuellen Parteitag gibt hierauf einen Hinweis: Die Anträge sollen vor allem strukturelle Themen behandeln, berichtet ntv. Inhaltliche Bruchlinien werden ausgespart, die Partei solle jetzt mehr denn je zusammengehalten werden.
Dabei könnten genau diese wieder relevant werden, wenn die Delegierten über ein mögliches Verbotsverfahren ihrer Partei diskutieren. Die Debatte hat neuen Auftrieb durch ein vergangene Woche erschienenes Gutachten bekommen. CORRECTIV hat sich genau diese Brüche in der Partei angeschaut – und analysiert die Konflikte anhand von zwölf Köpfen in der AfD.
Zwölf Meinungsmacher und die ideologischen Grabenkämpfe der AfD
Schaut man oberflächlich auf die Positionen der Partei, könnte man denken, dass diese Meinungsmacher innerhalb der AfD in vielem einer – radikalen – Meinung sind: Sie sind dafür, die Nordstream-Gaspipelines nach Russland wieder in Betrieb zu nehmen, mehr abzuschieben, und lehnen die EU ab, sie sind für eine strikte Migrationspolitik und mehr Abschiebungen, stellen den Menschen gemachten Klimawandel in Frage und sind für eine völkische Familienpolitik.
Doch ganz so geeint, wie sich dieser Umriss gemeinsamer Positionen liest, ist die Partei nicht. Einer der zentralen Streitpunkte ist die völkische Ideologie, also unter anderem auch, wie homogen ein Staatsvolk zu sein hat, und die Folge daraus: die „Remigration“.
Viele Abgeordnete, wie Alice Weidel, äußern sich bewusst schwammig zur „Remigration“, distanzieren sich einerseits von der Definition des österreichischen Rechtsextremisten, Martin Sellner, und dem vermeintlichen „Bevölkerungsaustausch“. Andererseits bedienen sie den Begriff bewusst, wie Weidel auf dem Parteitag des vergangenen Jahres: „Wenn es dann Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration!“
Zusätzlich zur Diskussion um „Remigration“ und der völkischen Ideologie scheiden sich die Geister in der Partei auch an anderen Themen: Etwa die Nähe zu Trump oder Putin, dem Wehrdienst und, was den Islam angeht – da gibt es nämlich durchaus AfD-Funktionäre, die die Islamfeindlichkeit nicht für zielführend halten, und damit für Aufruhr in der Partei sorgen.
CORRECTIV hat zwölf relevante Personen aus der AfD ausgewählt, an denen sich diese innerparteilichen Konflikte besonders deutlich zeigen. Ausgewertet wurden ihre öffentlichen Positionen und Aussagen in sozialen Medien. Die Lager gibt es seit Gründung der Partei: Dahinter stehen eigene Interessen und Netzwerke, wie zum Beispiel Björn Höckes inzwischen offiziell aufgelöster „Flügel“. Sie üben formell oder informell Einfluss in der Partei aus, und die zwölf Personen stehen symbolisch für die verschiedenen Lager.
Alice Weidel nimmt eine wichtige Rolle durch den jahrelangen Parteivorsitz ein.
Björn Höcke, Matthias Helferich und Sebastian Münzenmaier sind durch ihre informellen Netzwerke, auch im rechtsextremen Vorfeld, relevant. Während Höckes Einfluss von Thüringen und als Begründer des inzwischen aufgelösten „Flügels“ aus noch mit am stärksten von den dreien ist, pflegen die Bundestagsabgeordneten Helferich und Münzenmaier ihre Kontakte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Beatrix von Storch steht vor allem für die Trump-Nähe der AfD und sitzt im Auswärtigen Ausschuss. Die AfD-Bundestagsabgeordnete definiert sich eher über ein reaktionäres Christentum als über die völkische Ideologie.
Die einen stehen hinter Trump, die anderen hinter Putin. Ein besonders russland-naher Vertreter ist Rainer Rothfuß, der außenpolitisch eine wichtige Stellung in der AfD einnimmt. Der Abgeordnete Rothfuß nahm bereits an einigen Konferenzen in Russland teil, gilt aber auch als Kuratoriumsmitglied der Desiderius-Erasmus-Stiftung als ideologischer Ideengeber.
In großen Teilen der AfD ist die völkische Ideologie tief verwurzelt – das Trugbild eines homogenen Staatsvolkes. Unter anderem die brandenburgische Abgeordnete Lena Kotré steht für diese Strömung, die sich Sellner-nah zeigt.
Ein anderes Beispiel ist Kay Gottschalk, einst SPD-Mitglied, nun im AfD-Bundesvorstand, der inzwischen offen die Nähe zu Sellner sucht. Innerhalb der Partei gilt er vielen als Opportunist, der sein Fähnchen setzt, von wo der Wind kommt.
Der Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah aus Sachsen will sich von der völkischen Ideologie abwenden und fordert eine klare Distanz zu Sellner – er ist daher eine relevante Figur.
Dimitrios Kisoudis ist Grundsatzreferent von Tino Chrupalla und gilt als Stichwortgeber für den AfD-Vorsitzenden. Er befürwortet ein von Russland dominiertes Eurasien. Er gilt auch als Vorbereiter für Chrupallas Positionierung zu Trump und oder Israel, die in Teilen der AfD kritisiert werden.
Die Bundestagsabgeordneten Hannes Gnauck und Rüdiger Lucassen sind Vertreter des Verteidigungsausschusses, die mit ihren Positionen innerhalb der AfD bereits auffielen, weil sie stärker russland-kritisch argumentieren und sich für eine Wehrpflicht einsetzen – gegensätzlich zu etwa Höcke.
Hinweis: Diese Liste ist erweiterbar, und wir planen, sie auszubauen. Diese zwölf Personen sind eine kleine Auswahl, die hilft die ideologische Landkarte in der AfD abzustecken.
Das völkische Trugbild der Homogenität begeistert weite Teile der Partei

Die völkische Ideologie geht von einem „ethnokulturellen Volksverständnis“ aus, also der Vorstellung, dass auch das Staatsvolk durch Abstammung, Herkunft und Kultur definiert wird. Sie folgt dem Trugbild der Homogenität. Dazu gehört die Verschwörungserzählung von einem vermeintlichen „Bevölkerungsaustausch“ und die daraus folgende Angst vor dem Untergang.
Die Staatsangehörigen werden mit Ausdrücken wie „Passdeutsche“ in Eigene und Fremde geteilt. Integration reicht nicht – die Völkischen fordern Assimilierung.
Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel sagte sogar im Bundestag, dem Grundgesetz liege der „ethnische Volksbegriff“ zugrunde. Dem widersprechen führende Verfassungsrechtler und Verwaltungsgerichte.
Sie sagen: Der Begriff ist nicht automatisch grundgesetzwidrig, er wird es erst, wenn daraus eine politische Zielsetzung zu Lasten von Staatsangehörigen erwächst. Denn nach dem Grundgesetz haben bei der Bestimmung des „Volkes“ ethnische Zuordnungen eben keine ausgrenzende Bedeutung.
Verfassungswidrig und mit der Menschenwürde unvereinbar ist allerdings die Verknüpfung eines „ethnisch-kulturellen Volksbegriffs“ mit einer politischen Zielsetzung, mit der die rechtliche Gleichheit aller Staatsangehörigen in Frage gestellt wird.
Welche Konsequenz eine solche politische Zielsetzung haben kann, schrieb bereits 1923 Carl Schmitt, der später die Rassegesetze der Nationalsozialisten rechtfertigte, denn, zu einer Demokratie gehöre „Homogenität“ und nötigenfalls „Ausscheidung“ und „Vernichtung“ des „Heterogenen“.
Verfechter der Sellnerschen „Remigration“ versus Angst vor Parteiverbots-Verfahren

Aus der völkischen Ideologie kommt das Konzept der „Remigration“: die Chiffre der völkischen Ideologie für Vertreibung. In der AfD legt Björn Höcke „nahe“, dass es sich auch auf Staatsbürger mit migrantischem Hintergrund bezieht. Im extremen Vorfeld der Partei nimmt der rechtsextreme Kopf der Identitären Bewegung, Martin Sellner, explizit Staatsbürger in den Fokus. Verwaltungsgerichte bezeichnen daher Sellners „Remigrationskonzept“ als grundgesetzwidrig.
Eine Partei, die sich dazu bekennt, wäre demnach verfassungswidrig – ein Verbotsverfahren könnte folgen. Die AfD hat aber eine abgeschwächte Definition der „Remigration“, die nicht auf Staatsbürger abzielt, im Programm.
Dennoch suchen Funktionäre der AfD die Nähe zu Sellner. Regelmäßig führt seine Personalie zu Konflikt innerhalb der AfD: Wenn sich Bundestagsabgeordnete mit Sellner treffen, wie die Abgeordnete Lena Kotré vor einigen Wochen, oder Sellner in den thüringischen Landtag eingeladen wird. Oder auch zuletzt in Nordrhein-Westfalen, wo der Sellner-Fan Matthias Helferich aus der Partei geschmissen werden soll – eine Entscheidung aber schon lange vertagt wird.
Beim Landesparteitag in Bayern vor zwei Wochen setzte sich dagegen Stephan Protschka aus dem Weidel-Lager durch. Die bloße Kandidatur eines Gegners wurde schon als Herausforderung der Parteichefin gesehen. Zusätzlich knickte Protschka jüngst vor Sellner ein, als dieser sich über Kritik an seiner Organisation beschwerte.
Während Höcke, Helferich, Kotré und Münzenmaier die Nähe zu Sellners Konzept suchen, fordert unter anderem Maximilian Krah eine eindeutige Distanzierung. „Finger weg von Staatsbürgern”, ist dessen wiederkehrende Warnung, und Krah fordert heute keine „Assimilierung“ mehr. Das ist allerdings eine Kehrtwende, 2023 war der AfD-Mann aus Sachsen noch im völkischen Lager und befürwortete Forderungen nach „Remigration“.
Krah verließ kurz vor Europawahl 2024 den Bundesvorstand und gilt inzwischen als Einzelkämpfer in der Partei. Seit 2025 ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche im Zusammenhang mit China gegen den AfD-Mann. Die Infragestellung der völkischen Ideologie und die Forderung nach klarer Trennung vom völkischen Flügel außerhalb und innerhalb der AfD trifft aber die Partei in ihren Grundfesten.
Vor diesem Hintergrund erhält gerade ein Antrag aus dem Lager Höckes für diesen Parteitag besondere Brisanz: Er fordert, die Unvereinbarkeitsliste der AfD zu überarbeiten. Auf ihr stehen bislang rechtsextremistische Organisationen, denen Parteimitglieder nicht angehören dürfen. Eine Überarbeitung könnte auch den Umgang mit der Identitären Bewegung betreffen – also eine Öffnung auch in Richtung Sellner, dem Anführer der Gruppe.
Islamfeindlichkeit als Schmierstoff der völkischen Ideologie

Islamfeindlichkeit ist in der AfD tief verwurzelt. Muslime in Deutschland werden in der AfD-Programmatik pauschal diffamiert – unabhängig davon, ob sie Staatsbürger sind. Das zeigt sich beispielsweise, wenn die AfD fordert, den Neubau von Minaretten oder Kopftücher generell zu verbieten.
Der Islam gilt einem Großteil in der Partei als „kulturfremd“ und Bedrohung. Doch diese Ablehnung gilt nicht prinzipiell: Die meisten AfD-Funktionäre lehnen den Islam zwar in Deutschland ab, das führt jedoch nicht per se dazu, dass beispielsweise der Iran abgelehnt würde.
Kritisiert wird die Islamfeindlichkeit nur von wenigen in der Partei: eine Ausnahme ist Dimitrios Kisoudis, Grundsatzreferent von Tino Chrupalla, der im Februar hierzu auf X schrieb: „Der Überbietungswettbewerb in Anti-Islam- und Ausländer-raus-Rhetorik (wie in UK) führt die Rechte ins Nirgendwo. Analytisch, falsch und strategisch blind. Statt souverän und ernsthaft die Machtfrage zu stellen, begibt man sich in eine Eskalationsspirale, die man nicht beherrscht“.
Russland als natürlicher Partner für die AfD

Die AfD lehnt seit Langem die EU ab – eine Vielzahl war bis zur Wiederwahl Donald Trumps auch gegen das transatlantische Bündnis. Diese Strömung in der AfD greift wieder einmal auf Ideen des Staatsrechtlers aus dem frühen 20. Jahrhundert Carl Schmitt zurück, der eine „Raumordnung“ propagierte, in der Großmächte Einflusssphären beanspruchen.
Die USA gelten in diesem Konzept als „raumfremde Macht“, während Russland als natürlicher Partner im „eurasischen Raum“ erscheint. Aus diesem Verständnis heraus wird Russland für viele in der AfD zum zentralen Partner. Übrigens lässt sich auch eine Nähe zum Iran bei einigen AfD-Politikern durch die Vorstellung eines eurasischen Machtzentrums erklären. Sie sind die Anhänger einer sogenannten multipolaren Weltordnung.
Nur wenige in der Partei zeigen Mitgefühl für die Ukraine, die sich gegen die russische Invasion verteidigt. Vertreter der AfD, wie Außenpolitiker Rainer Rothfuß, fordern, Waffenlieferungen für die Ukraine einzustellen und Sanktionen gegen Russland aufzuheben.
Dazu kommen noch die AfD-Politiker, die sich zusätzlich um enge Beziehungen zu Putins Machtapparat bemühen. So reiste im Juni eine Delegation von AfD-Politikern nach Sankt Petersburg, darunter auch der Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré, Ehemann der brandenburgischen Abgeordneten Lena Kotré.
Dem entgegen steht der eher NATO-nahe Verteidigungspolitiker Rüdiger Lucassen. Neben diplomatischen Bemühungen fordert er den Aufbau einer eigenen militärischen Stärke, um Russland abschrecken zu können.
MAGA und Trump, das Schutzschild für die AfD

Viele in der AfD feierten Donald Trumps Wahlsieg im November 2024. Sein disruptiver Politikstil, die EU- und NATO-Feindlichkeit, dessen Bewunderung für Putin und die harte Linie gegen Migranten, etwa durch die berüchtigte ICE-Truppe, fanden in der Partei großen Anklang.
Funktionäre wie der außenpolitische Sprecher der AfD, Markus Frohnmaier, Beatrix von Storch und andere suchten in Washington den Schulterschluss. Ein Grund: Seit US-Vizepräsident J.D. Vance die vermeintliche Einschränkung der Meinungsfreiheit in Europa kritisierte, sieht die AfD in den USA unter Trump einen Schutz vor einem möglichen Parteiverbot.
Doch der desaströse Krieg gegen den Iran hat die Begeisterung für Trump in der AfD gedämpft. Andere Akteure, wie Höcke, sind gegen die Westbindung, da diese die Identität Europas untergrabe. Auffällig ist die Kritik von Tino Chrupalla an Israel und Trump – dahinter könnte dessen Mitarbeiter Dimitrios Kisoudis stecken, der hier eher auf der Seite Irans steht, und von einer Vorstellung eines Mitteleuropa unter deutscher Führung bis Ostasien träumt.
Wehrdienst und NATO

Die AfD fordert in ihrem Programm die Wiedereinführung des Wehrdienstes. Doch Björn Höcke erklärte bereits im Sommer vergangenen Jahres, dass es sich nicht lohne, das „jetzige Deutschland“ zu verteidigen. Deutschland sei „außenpolitisch nicht souverän“ und stelle „patriotische Bürger unter Generalverdacht“. Eine Wehrpflicht für „fremde Kriege“ lehne er deshalb ab.
Zu Konflikten führte diese Aussage insbesondere mit dem ehemaligen Bundeswehr-Offizier Rüdiger Lucassen, der weiterhin zur NATO steht. Auf Druck aus der Partei trat Lucassen daraufhin vor einigen Wochen als verteidigungspolitischer Sprecher zurück. Auch Hannes Gnauck musste einen bereits veröffentlichten Post wieder zurücknehmen, weil er sich der Meinung der Parteispitze nach zu positiv zur NATO geäußert hatte.
Die AfD hat sich über die Jahre immer weiter radikalisiert, doch die Debatte über ein mögliches Parteiverbot schwebt über ihr. Wie völkisch soll es noch werden, bevor ein Ende droht? Dieser und viele weitere Grabenkämpfe in der AfD laufen – und auch potentielle Wähler und Wählerinnen werden nicht genau wissen, was sie mit der AfD bekommen. Der Parteitag wird wohl neue Diskussionen auslösen, in welche Richtung sich die Partei entwickeln will.
Redigatur und Faktencheck: Martin Böhmer
Collage: Ivo Mayr
Grafiken: Anwar