Faktencheck

Ein Artikel aus dem Jahr 1912, der den Klimawandel durch Kohleverbrennung vorhersagt, ist echt

In den Sozialen Netzwerken verbreitet sich das Foto eines Artikels aus dem Jahr 1912. Dieser warnt vor den Folgen der Kohleverbrennung für das globale Klima. Der Artikel ist echt und der darin thematisierte globale Klimawandel durch die Emission von Treibhausgasen ist wissenschaftlich belegt.

von Matthias Bau

Titelbild
Schon 1912 wurde der Effekt von CO2 auf den Klimawandel in einem Zeitungsartikel angesprochen (Symbolbild: Picture Alliance / Daniel Kubirski)
Behauptung
Ein Artikel aus dem Jahr 1912 habe beschrieben, dass CO2, welches bei der Verbrennung von Kohle entsteht, Auswirkungen auf das Klima habe.
Bewertung
Richtig. Der Artikel ist echt und unter anderem durch die neuseeländische Nationalbibliothek dokumentiert.

Auf Facebook und Instagram verbreitet sich das Foto eines Zeitungsartikels mit dem Titel „Kohleverbrauch beeinflusst Klima“ aus dem Jahr 1912. Darin heißt es, dass durch die Verbrennung von Kohle CO2 entstehe, dessen Freisetzung dazu führen könne, dass sich die Temperatur auf der Erde erhöhe. 

Der Artikel ist echt, stößt inhaltlich aber bei einigen Nutzern auf Ablehnung und Unglauben. Doch der Einfluss von CO2 auf das globale Klima ist wissenschaftlich nachgewiesen.

Zeitungsartikel ist echt und sagt Effekt von CO2 für den Klimawandel voraus

Bei dem Artikel, der auf Facebook und Instagram verbreitet wird, handelt es sich um einen Artikel aus der Rodney and Otamatea Times, Waitemata and Kaipara Gazette vom 14. August 1912. Der Artikel ist auf der Seite der neuseeländischen Nationalbibliothek dokumentiert. Laut der Nationalbibliothek erschien die Zeitung in der Region Auckland auf der Nordinsel Neuseelands.


Dieses Bild eines Zeitungsartikels aus dem Jahr 1912 kursiert aktuell auf Facebook und Instagram
Dieses Bild eines Zeitungsartikels aus dem Jahr 1912 kursiert aktuell auf Facebook und Instagram (Quelle: Facebook)

Die Faktenchecker der amerikanischen Webseite Snopes fanden heraus, dass der kurze Artikel ursprünglich eine Bildunterschrift in dem Magazin Popular Mechanics im März 1912 war. Es erschien unter dem Titel „Bemerkenswertes Wetter von 1911: Die Wirkung der Kohleverbrennung auf das Klima – Was Wissenschaftler für die Zukunft vorhersagen“. 

Wörtlich heißt es in dem Artikel, die „Öfen der Welt“ verfeuerten zwei Milliarden Tonnen Kohle pro Jahr, so würden jedes Jahr sieben Milliarden Tonnen CO2 entstehen und in die Atmosphäre gelangen. Das führe dazu, dass die Luft die Erde „effektiver umhülle“ und so die Temperatur steigen lasse. In „ein paar Jahrhunderten“ könne dieser Effekt „beachtlich“ sein. 

Diese Erklärung des Effekts von CO2 und anderen Treibhausgasen ist nach wie vor gültig, wie wir in einem anderen Faktencheck berichtet haben. Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid (CO2) oder Methan sorgen dafür, dass die Wärme, die die Erde durch Sonnenstrahlen erreicht, nicht einfach wieder ins Weltall abgegeben wird, wie die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat in einer Faktensammlung zum Klimawandel erklärt. Da die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre seit Jahren steigt, kommt es zu einem Energieüberschuss und somit zur globalen Erwärmung. 

Seit Jahren steigt der CO2-Gehalt in der Atmosphäre. Forschende führen das auf den CO2-Ausstoß durch Menschen zurück.
Seit Jahren steigt der CO2-Gehalt in der Atmosphäre. Forschende führen das auf den CO2-Ausstoß durch Menschen zurück. (Quelle: Leopoldina)

Redigatur: Tania Röttger, Steffen Kutzner

Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck:

  • Faktensammlung der Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaft, „Klimawandel: Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten“: Link (PDF)
  • Webseite der neuseeländischen Nationalbibliothek, die den Zeitungsartikel aus dem Jahr 1912 dokumentiert: Link




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