War das schon wieder Russland?

Ein Schiff der deutschen Marine wurde offenbar sabotiert – das zeigt unsere heute veröffentlichte Recherche.

Teaser Bild des CORRECTIV Spotlight Newsletters
Autor Bild Anette Dowideit

Liebe Leserinnen und Leser, 

die deutsche Marine ist offenbar ein weiteres Mal Ziel eines Sabotage-Aktes geworden. Das fanden unsere Reporter Till Eckert und Alexej Hock heraus. War das schon wieder Russland? Darum geht es im Thema des Tages.

Davon, was Russland in Europa verdeckt tut, handelt auch eine andere aktuelle Story – von unserer Polen-Korrespondentin Anna Pawlowska. Sie konnte einen Bericht des polnischen Geheimdienstes auswerten. Er zeigt, wie massiv Russland in Polen agiert. Und das ist relevant, weil das, was Putins Regime in Polen ausprobiert, in der Regel wenig später auch im Rest Europas passiert.

Und noch eine Empfehlung: In diesem neuen Video erklärt Exiljournalist Can Dündar, wie der türkische Staatspräsident Erdogan derzeit die wichtigste Oppositionspartei lahmlegt.

Diese Woche haben wir eine wichtige Aktion gestartet: Wir wollen mit Ihrer Unterstützung unser Team CORRECTIV.Sunlight stärken. Das sind die Reporterinnen und Reporter bei uns, die den Hintergrund der Kandidaten checken, die für Wahlen antreten. Warum braucht es das? Das erklärt morgen mein Kollege Justus von Daniels.

Nun noch ein Hinweis: Unsere Jugendredaktion Salon5 sucht ab September Verstärkung durch einen Freiwilligen in Bottrop. Kennen Sie jemanden, der Lust auf jungen Journalismus im Ruhrgebiet hat? Dann leiten Sie dieses Video auf Instagram gerne weiter. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Ihre Recherche-Hinweise können Sie mir wie immer gern an diese Adresse schicken: anette.dowideit@correctiv.org.

Thema des Tages: War das schon wieder Russland?

Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste

Neueste CORRECTIV-Recherchen: Ein unerklärter Krieg: Polen als Testgebiet russischer Operationen gegen den Westen

Fun Facts – der satirische Blick auf die Nachrichtenlage: Good News aus dem Bunker

CORRECTIV Events: Falsche Wundermittel und Stadtrecherchen in Gelsenkirchen

Faktencheck: Leicht verkalkuliert: Beiträgen zu Matheprüfung aus NRW fehlt Kontext

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Grafik des Tages: Deutscher Wirtschaft drohen Milliardenschäden

Das Schiff lag zuletzt für eine planmäßige Wartung in Wilhelmshaven. Die Bundeswehr geht unseren Informationen zufolge davon aus, dass die Tankleitung absichtlich beschädigt wurde. Wir haben alles Relevante zu dem Vorgang hier aufgeschrieben:

Das Kriegsschiff „Rheinland-Pfalz“ (F 225) auf hoher See in der Nordsee. (picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer)
Foto: Picture Alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

Weshalb der Verdacht auf Russland fällt:
In den vergangenen Monaten haben sich vergleichbare Fälle gehäuft: Seit Anfang 2025 fielen unseren Informationen zufolge eine Reihe von Fällen bei den deutschen Seestreitkräften auf, bei denen Sabotage-Verdacht im Raum steht.

Neben dem Vorfall auf der Fregatte in Wilhelmshaven ist bisher mindestens ein weiterer bekannt, der sich auf einer Werft in Hamburg zugetragen haben soll: Die Tagesschau hatte im vergangenen Jahr berichtet, dass bei einer Korvette sogenanntes Strahlgut im Motorraum entdeckt worden sei. Es handelt sich um eine Art Sand, mit dem normalerweise die Schiffsoberfläche gereinigt wird.

Was die Bundeswehr offiziell dazu sagt:
Die Bundeswehr bestätigte uns gegenüber den Fall des Schiffs „Rheinland-Pfalz“. Sie teilt zudem mit:

„Prinzipiell können wir Ihnen bestätigen, dass sich die Bedrohungslage für seegehende Einheiten in Werften sowie im Bau befindlicher Einheiten der Marine aufgrund mehrerer Sabotageverdachtsfälle verändert hat.“

Sprecherin der Bundeswehr

Welches Interesse Russland mutmaßlich hat:
Deutschland ist – so zumindest sagen es Vertreter deutscher Sicherheitsbehörden – zu einem der Hauptziele für russische Angriffe geworden, weil die Bundesrepublik der größte Unterstützer der Ukraine ist.

Im vergangenen Oktober hatte der Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Martin Jäger, bei einer Anhörung gesagt: Russland wolle die NATO unterminieren und die Demokratien in Europa destabilisieren. Und zu den Mitteln, um diese Ziele zu erreichen, gehörten Spionage – und eben Sabotage.

EU und Deutschland verurteilen Drohneneinschlag in Rumänien  
Nahe der Grenze zur Ukraine soll eine russische Drohne in ein rumänisches Wohnhaus eingeschlagen sein. Nach Angaben Rumäniens wurden dabei zwei Personen verletzt. Der Vorfall löste international Empörung aus. Bundeskanzler Friedrich Merz kommentierte, der Vorfall zeige „einmal mehr Russlands Bereitschaft zur Eskalation.“ Nato-Mitglied Rumänien erbat in der Folge Unterstützung durch das Verteidigungsbündnis bei der Drohnenabwehr.  
spiegel.de

Pkw-Maut: Scheuer soll vor Gericht
Ex-Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) muss sich wegen des Vorwurfs einer Falschaussage im Zusammenhang mit der gescheiterten Pkw-Maut vor Gericht verantworten. Das Landgericht Berlin ließ eine Anklage zu, eine Hauptverhandlung werde angesetzt. Scheuer wird von der Berliner Staatsanwaltschaft vorgeworfen, vor dem Maut-Untersuchungsausschuss des Bundestages gelogen zu haben. 
zdfheute.de

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Der polnische Premier Donald Tusk (rechts) besucht im November 2025 den Ort eines Sabotage-Aktes auf die Bahn. Das Land sieht sich Russlands hybridem Krieg besonders ausgesetzt. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | KPRM

Aufgedeckt – die Stadt recherchiert, Gelsenkirchen
Was bewegt Sie in Gelsenkirchen? Welche Themen soll das Team von SPOTLIGHT Gelsenkirchen recherchieren? Am 4. Juni sind alle Bürgerinnen und Bürger zur gemeinsamen Redaktionskonferenz eingeladen – um darüber zu sprechen, was in Gelsenkirchen besser laufen muss und was bereits gut funktioniert.
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Symbolbild: Bibop / Shotshop / Picture Alliance

So geht’s auch
Deutschland diskutiert, die Regeln zum Achtstundentag zu lockern. In Brasilien geschieht das Gegenteil. Statt derzeit 44 Stunden (inklusive Samstag als halben Arbeitstag) soll die Regelarbeitszeit dort nun auf 40 Stunden sinken.
deutschlandfunknova.de


An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Karolin Arnold, Till Eckert, Sebastian Haupt und Elena Müller.