50.000 Euro fürs Rasensprengen
Eine handfeste Auswirkung des Klimawandels: Über 80 Landkreise und Städte rufen zum Wassersparen auf – und einige drohen mit hohen Bußgeldern.

Hier finden Sie unseren neuen Podcast „Was zählt“, der das Wichtigste des Tages für Sie jetzt auch zum Hören aufbereitet. Er ist auch auf Spotify, Amazon Music, Deezer und Apple Podcasts abrufbar.
Liebe Leserinnen und Leser,
vielleicht ist dies der Sommer, an den wir uns später zurückerinnern werden – als jenen, in dem der Klimawandel wirklich für jede und jeden spürbar wurde. Da war die Hitzewelle, die das Leben für viele schwer erträglich machte. Und da ist die Dürre.
Dass Wasser auch in Deutschland knapp werden kann, zeigt sich am eindrucksvollsten im eigenen Zuhause: Mehr als 80 Landkreise und Städte haben aktuell zum Wassersparen aufgerufen – und teils drohen drakonische Strafen für Privathaushalte, wenn sie sich nicht an die Vorgaben halten. Mehr dazu im Thema des Tages.
Sollten Sie in Ihrem Bekanntenkreis Leute haben, die daran zweifeln, ob das mit der Dürre wirklich so schlimm ist: hier nochmal unser „CORRECTIV-Spickzettel“ mit den wichtigsten Fakten zu diesem Thema. Zum Herunterladen oder Ausdrucken – und als Handreichung für schwierige Diskussionen.
Der Aufreger der Woche – neben Trumps Intervention wegen einer roten Karte bei der Herren-Fußball-WM, die ein Ausscheiden des US-Teams dann aber doch nicht verhindern konnte: Gestern kündigte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) an, er wolle kräftig an Förderprogrammen für Klimaschutz sparen.
Wie gehen Sie mit dem Thema Wasser sparen um: Achten Sie darauf, nicht zu viel zu wässern? Hatten Sie deshalb schon mal Ärger mit Behörden – oder Streit mit Nachbarn? Schreiben Sie unserer Reporterin: katarina.huth@correctiv.org.
Thema des Tages: 50.000 Euro fürs Rasensprengen
Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste
Faktencheck: Gerüchtekiller #12: Schläft man bei Vollmond schlechter?
Grafik des Tages: Drei neue Millionäre in Deutschland – pro Stunde
Wenn Sie einen Garten haben – und darin vielleicht sogar ein Aufstell-Pool steht, in dem Sie sich an heißen Tagen abkühlen – dann haben Sie vielleicht jetzt ein Problem. Jedenfalls je nachdem, wo Sie wohnen.
Unsere Klimareporterin Katarina Huth hat recherchiert: Mehr als 80 Städte und Landkreise rufen derzeit Privathaushalte zum Wassersparen auf. Und in einigen Kommunen drohen heftige Strafen. Zumindest, wenn man mehrfach gegen die Wasserspar-Vorgaben verstößt.
Hier geht es zum Text.

Einige von Ihnen haben zu der Recherche beigetragen, indem Sie uns Infos in den CrowdNewsroom zu diesem Thema geschrieben haben – vielen Dank!
Ein paar Beispiele für drohende Bußgelder:
– In der Region Hannover dürfen Rasensprenger an heißen Tagen nur noch zu bestimmten Uhrzeiten laufen– bei wiederholten Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.
– Im Bodenseekreis ist inzwischen selbst das Schöpfen von Wasser mit Gießkanne oder Eimer aus Bächen und Flüssen verboten. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro rechnen.
– In Stuttgart drohen bei Verstößen gegen das Wasserentnahmeverbot Bußgelder von bis zu 100.000 Euro.
In unserem Text finden Sie eine Deutschlandkarte. Sie zeigt, wo sonst noch Verbote herrschen.
Übrigens ergab sich nach der Veröffentlichung unseres Textes eine wichtige Leser-Diskussion: Einige fragten uns, weshalb wir denn über den Text ein Bild gestellt haben, das mit Künstlicher Intelligenz erstellt wurde – wo doch KI-Rechenzentren solche Wasserschlucker sind? Wir fanden, diese Leserinnen und Leser haben recht, wir haben das Bild ersetzt.
Wer übrigens kein Wasser sparen muss …
… sind die Großverbraucher aus der Industrie. Diese nämlich haben in der Regel langjährige Verträge mit den Kommunen – und die stellen sicher, dass auch in Dürrezeiten weiter Chemieprodukte, Papiererzeugnisse und andere wasserintensive Waren im selben Umfang hergestellt werden können.
Wir haben noch mal bei den Bundesländern nachgehakt, ob sie über Wasserentnahme-Einschränkungen für die Industrie nachdenken.
Ergebnis:
Keines der 15 Bundesländer, die uns geantwortet haben, plant derzeit, die erlaubten Wasserentnahmemengen der Industrie grundsätzlich zu verringern. Und Nummer 16, Niedersachsen, ignorierte unsere Frage.
Apropos Politik, apropos Klimawandel:
Für Mitte dieses Monats steht auf EU-Ebene eine elementare Entscheidung für die Klimapolitik an: Es geht um die Zukunft des Emissionshandels – also darum, was Industrieunternehmen dafür zahlen müssen, dass sie klimaschädliche Treibhausgase in die Luft blasen.
Bisher bekommen Unternehmen in sogenannten „energieintensiven Industrien“ wie der Chemiebranche Vergünstigungen. Dies war bei der Einführung des Emissionshandels als Übergangslösung gedacht, weil es ja seit damals (die Testphase startete ab 2005) für diese Firmen auf einmal viel teurer wurde, ihre Waren zu produzieren.
Diese Vergünstigungen sollen nun langsam auslaufen – mit der Konsequenz, dass die Verursacher künftig so viel zahlen, wie sie wirklich verursachen.
Das gefällt den Betroffenen freilich nicht …
… also wehrt sich vor allem die Chemie-Lobby gerade mit Händen und Füßen gegen die Pläne. Wie sie dabei genau vorgeht, hat unsere Klimareporterin Gesa Steeger recherchiert:

Ein hochrangiger Chemiekonzern-Mitarbeiter sagte meiner Kollegin, bei diesem Thema würden gerade „alle Geschütze hochgefahren“. Warum dieses Thema und ihre Recherche dazu so wichtig sind, beschreibt sie weiter unten im „Ganz persönlich“.
CDU und SPD planen Nachbesserung beim Heizungsgesetz
Die Fraktionen von CDU und SPD wollen das Heizungsgesetz überarbeiten. Noch in diesem Jahr soll ein Gesetz kommen, das eine vollständige Umstellung auf alternative Brennstoffe für Öl- und Gasheizungen bis 2045 vorschreibt. Biogas gewinnt dabei an Bedeutung. Umweltschützer kritisieren den Biobrennstoff. Dieser sei nicht klimaneutral und die Ressourcen zu knapp.
spiegel.de / rnd.de (€)
Sperre verkürzt: Marine Le Pen könnte zur Präsidentschaftswahl 2027 in Frankreich antreten
Das Pariser Berufsgericht hat Marine Le Pen, Vorsitzende der rechtsextremen Partei Rassemblement National (RN), zu 45 Monaten Wahlverbot, davon 30 Monate auf Bewährung, verurteilt. Damit wurde die Sperre für die Ausübung öffentlicher Ämter verkürzt und Le Pen könnte für die Präsidentschaftswahl 2027 antreten. Sie hatte aber einen Wahlkampf mit Fußfessel ausgeschlossen. Bei dem Urteil ging es um den Vorwurf, dass das RN EU-Gelder veruntreut haben soll – zum Vorteil der Partei.
tagesschau.de
Zahl der Drogentoten bleibt auf Rekordniveau: Besonders junge Menschen sind betroffen
Über 2100 Menschen starben im vergangenen Jahr in Deutschland an den Folgen ihres Drogenkonsums. Das geht aus einem Bericht des Bundeskriminalamtes hervor, der CORRECTIV vorliegt. Die Zahl der Todesfälle bei unter 30-Jährigen stieg um mehr als die Hälfte, bei den unter 20-Jährigen hat sie sich fast verdoppelt. Besonders gefährlich ist der Mischkonsum: Über 80 Prozent aller Drogentoten starben daran. Eine wachsende Gefahr sind auch Opioide. Zusammen mit dem Spiegel recherchiert CORRECTIV derzeit über die steigende Zahl von Opioidabhängigen und möchte dabei auch Perspektiven von Betroffenen und Angehörigen einbeziehen.
correctiv.org / spiegel.de

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Die Deutsche Bahn ist offenbar stärker von den dreckigen Geschäften eines mutmaßlich kriminellen Netzwerks betroffen als bislang angenommen. So steht ein weiterer Kiesbetrieb in NRW im Verdacht, belasteten Boden von einer Großbaustelle der Bahn illegal beseitigt zu haben.
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EU-Parlament bringt Verbotsverfahren von AfD-Europapartei ESN auf den Weg
Die EU-Parteienfamilie der AfD soll überprüft werden. Dafür stimmte das EU-Parlament am Dienstag. Ein Bericht legt nahe, dass die ESN gegen die Grundsätze der EU verstößt.
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Gerüchtekiller # 12: Schläft man bei Vollmond schlechter?
In Erzählungen zum Vollmond heißt es, er hätte negative Auswirkungen auf den Schlaf. Für alle Menschen, denen es vor dem Vollmond graut, haben wir nachgeforscht: Schläft man erwiesenermaßen schlechter in Vollmond-Nächten?
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Endlich verständlich
Kleine Hinweise im Supermarkt können bewirken, dass wir häufiger Produkte mit höheren Tierwohlstandards kaufen. Das zeigte eine Untersuchung der Uni Bonn in einem virtuellen Supermarkt. Infografiken und der Hinweis, dass immer mehr Menschen auf Tierwohl achten, führten dazu, dass Produkte mit besseren Standards öfter im Einkaufskorb landeten. Ob sich diese Ergebnisse aber auch auf das Einkaufen im „echten“ Laden übertragen lassen, bleibt offen.
deutschlandfunknova.de
So geht’s auch
Der kolumbianische Kongress hat ein Gesetz verabschiedet, das weibliche Genitalverstümmelung (FGM) verbietet. Damit ist Kolumbien das erste Land in Lateinamerika, das eine spezifische Gesetzgebung zu dieser Praxis einführt. Indigene Frauen haben jahrelang dafür gearbeitet, dass der Staat gegen FGM vorgeht.
utopia.de
Fundstück
Mit elf Jahren kam Anna von Kuba nach Thüringen. Im Gespräch mit unserer Jugendredaktion Salon5 berichtet sie, wie es für sie war, in Ostdeutschland aufzuwachsen. Sie spricht von ihren Erfahrungen mit Rassismus und Ausgrenzung, aber auch, wie sie ihre Kultur in der neuen Heimat fand. Den Podcast können Sie hier hören.
salon5.correctiv.net
Mitte Juli wird über das wichtigste Klimaschutzinstrument der EU entschieden: den Europäischen Emissionshandel. In meiner Recherche konnte ich anhand exklusiver Dokumente zeigen, wie die Chemieindustrie das System radikal schwächen will – auch mit politischer Unterstützung aus Deutschland.
Im Zentrum der Forderungen stehen vor allem die freien CO2-Zertifikate, die energieintensive Industrien bisher zugeteilt bekommen haben, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Nach Plänen der EU-Kommission sollen diese nun Stück für Stück auslaufen. Doch genau gegen diese Maßnahme regt sich nun Widerstand.
Warum sollten wir uns als Bürgerinnen und Bürger damit befassen? Die Antwort: Die Forderungen der chemischen Industrie könnten dazu führen, dass die EU ihre Klimaziele nicht erreicht. Das hat Folgen für uns alle.
Und es geht um Milliarden: Gelder, die den Staaten entgehen, wenn Zertifikate verschenkt werden, statt in die Kassen zu fließen. Dieses Geld fehlt dann bei der Dekarbonisierung der Industrie – Investitionen, von denen wir alle profitieren würden. Denn saubere Produktion entlastet die Umwelt, senkt die Gesundheitskosten und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Wir dürfen also alle gespannt sein auf den Entwurf der EU-Kommission, der Stand jetzt für den 17. Juli erwartet wird. Wir bleiben an dem Thema für Sie dran.

Pro Tag gibt es im Schnitt 2680 neue Millionäre auf der Welt. Das hat die Schweizer Bank UBS in ihrem Global Wealth Report ermittelt, über den die Wirtschaftswoche berichtet. Das sind 117 in der Stunde im Rest der Welt, drei immerhin in Deutschland. Und gleichzeitig liegt die Bundesrepublik beim Medianvermögen pro Erwachsenem „nur“ auf Platz 30. Das bedeutet, dass es hierzulande neben den stündlich drei neuen Superreichen auch sehr viele Menschen mit sehr wenig Geld gibt.
wiwo.de / ubs.com (Englisch)
An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Karolin Arnold, Tristan Devigne, Till Eckert, Pamela Kaethner, Elena Müller und Stefan Jonas-Stephany.
CORRECTIV arbeitet anders
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