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Faktencheck

Fakten für die Demokratie

Falschmeldungen stellen eine Gefahr für die Demokratie dar. Unsere Faktenchecker gehen Gerüchten nach und veröffentlichen ihre Rechercheergebnisse auf dieser Seite. Mehr erfahren

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Facebook hat ein Desinformations-Problem. Wir versuchen mit der Kooperation, Falschmeldungen direkt auf der Plattform zu bekämpfen. (Foto von MANDEL NGAN / AFP)
Wie wir arbeiten

Stellungnahme zum Guardian-Artikel über die Faktencheck-Kooperation mit Facebook

Ein Artikel im Guardian behandelt die Kooperation zwischen Facebook und Faktencheckern, die auf Facebook gezielt Desinformation bekämpfen. Aus unserer Sicht stellt der Artikel verschiedene Abläufe verzerrt dar. Wir wurden wiederholt darauf angesprochen und möchten deshalb auf die Vorwürfe aus unserer Sicht eingehen. Wir finden die Kooperation mit Facebook wichtig im Kampf gegen Falschinformationen. Wir glauben, wir müssen mit allen Hinweisen und Vorbehalten transparent umgehen.

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Im Guardian-Artikel vom 13. Dezember behauptet eine Einzelperson, Facebook habe eine Faktencheck-Organisation dazu gedrängt, eine bestimmte Meldung zu prüfen – weil sie Werbekunden von Facebook betroffen habe.

So etwas kam bei uns noch nie vor. Es liegt auch der Basis unserer Kooperation fern. Wir entscheiden selbstständig über die Themen und Sachverhalte, die wir prüfen. Es würde gegen die Prinzipien unserer Arbeit verstoßen, uns von irgendjemandem vorschreiben zu lassen, welche Themen wir bearbeiten sollen.

Auch andere Faktencheck-Organisationen haben diesem Punkt widersprochen. Auch sie wurden nie aufgefordert, irgendeinen speziellen Vorgang zu prüfen. Facebook selbst hat ein Statement zu dem Artikel veröffentlicht.

Tatsächlich hat das Facebook-Team, das an dem Projekt arbeitet, im vergangenen Jahr viele Forderungen von internationalen Faktencheckern umgesetzt. So haben sie zum Beispiel die Bewertungs-Optionen angepasst und verbessert. Dass es jetzt Ratings wie Satire oder Falsche Überschrift gibt, liegt am Feedback das unsere Organisationen gegenüber Facebook gemacht haben. Wie die Kooperation mit Facebook genau abläuft, steht hier.

Weiterhin Kritik an Facebook

Auch wenn Facebook auf viele Forderungen der Faktenchecker eingeht, um die Arbeit besser zu machen, so ist die Kooperation mit Facebook nicht perfekt. Wir möchten noch mehr über die Wirkung unserer Faktenchecks erfahren und kritisieren, dass wir zu wenig Daten von Facebook über die Effektivität unserer Arbeit erhalten. Wir wollen zum Beispiel wissen: Wie viele Menschen klicken auf unsere Faktenchecks? Oder teilen Inhalte wegen dem Hinweis auf den Faktencheck doch nicht? Doch auch hier gibt es erfreulicherweise Bewegung: Facebook hat bereits vor einiger Zeit angekündigt, dass wir solche Daten bis Ende des Jahres erhalten sollen.

Eine detaillierte, gut recherchierte Übersicht der Kritikpunkte – wie auch der guten Seiten der Kooperation – hat das International Fact Checking Network gerade veröffentlicht. Dafür haben sie mit 19 Organisationen gesprochen, die aktuell mit Facebook kooperieren.

Wie finden die Kooperation mit Facebook wichtig. Fake News und gezielte Desinformation auf Facebook sind ein Problem für unsere Gesellschaft. Wir glauben, es ist sinnvoll, dem Problem an dem Ort entgegenzutreten, an dem es entsteht. Und dies funktioniert in Kooperation mit Facebook besser und effektiver als ohne. Nur über die Kooperation sind wir in die Lage, Faktenchecks dort sichtbar zu machen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. In den Echokammern der sozialen Medien.

Wie wir arbeiten

Über die Kooperation zwischen CORRECTIV.Faktencheck und Facebook

In unseren FAQ haben wir schon einige Details über die Facebook-Kooperation veröffentlicht. Hier ist eine detailliertere Übersicht.

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Wo das Problem herkommt

Es ist eine Art Dilemma: Facebook ist einer der Gründe, warum Desinformation zu einem größeren Problem für unsere Gesellschaft geworden ist. Soziale Medien arbeiten mit Algorithmen, die Echokammern verstärken, dadurch können einseitige oder falsche Informationen ein verzerrtes Weltbild kreieren. Die Menschen sehen Meldungen, die ihrem Weltbild entsprechen, gegenteiliges dringt dort nur schwer oder gar nicht herein. Lügen können so zu gefühlten Wahrheiten werden, weil die gleichen Falschinformationen im gesamten Umfeld von vielen „Facebook-Freunden“ wiederholt werden.

Facebook hat sich 2016 ein Projekt überlegt, wie das Unternehmen auf dieses Problem reagieren kann. Auslöser für die Überlegungen war die teils massive Kritik an der Verbreitung von Falschmeldungen, aber wohl auch die Angst vor einer Regulierung durch staatliche Organe. Facebook möchte im Rahmen dieses Projektes Fakten auf seiner Plattform prüfen lassen, die ständig weiterverbreitet werden. Für dieses so genannte Factchecking setzt Facebook aber keine eigenen Angestellten ein. Facebook sieht sich nämlich nicht als Anbieter von Nachrichten, der Fakten verifizieren muss, bevor sie veröffentlicht werden, sondern nur als Betreiber einer Plattform für den Austausch von Informationen.

Ein internationales Netzwerk von Faktencheck-Organisationen

Aus diesem Grund ist Facebook Kooperationen mit unabhängigen Faktencheck-Organisationen eingegangen, die vom ebenfalls unabhängigen International Fact Checking Network (IFCN) verifiziert wurden. Das IFCN ist an das Poynter-Institut in Florida angegliedert. Es handelt sich um eine sehr renommierte Organisation, die weltweit führend ist in der Forschung zu Desinformation.

Jede Faktencheck-Organisationen muss bestimmte Kriterien erfüllen, um vom IFCN anerkannt zu werden. Die Organisationen müssen unter anderem nachweisen, dass sie unparteiisch arbeiten, ihre Quellen offen legen und dass ihre Finanzierung transparent ist. Zu den verifizierten Partnern des IFCN gehören insgesamt 59 Organisationen aus vielen Ländern der Welt, darunter die Faktenchecker der französischen Nachrichtenagentur AFP oder der Washington Post, sowie die Organisationen Full Fact aus Großbritannien oder Rappler aus den Philippinen. In Deutschland ist CORRECTIV.Faktencheck der einzige Partner, der vom IFCN anerkannt ist. Unsere Prinzipien, nach denen wir arbeiten, haben wir hier veröffentlicht.

Facebook arbeitet weltweit mit 35 Partnern in 24 Ländern zusammen. In Deutschland kooperiert Facebook bislang nur mit CORRECTIV.Faktencheck.

Kooperation mit Facebook – wie funktioniert das?

Im Rahmen unserer Kooperation mit Facebook bekommen wir Zugang zu einer internen Facebook-Liste, in die ein Algorithmus Inhalte einfügt, die potentiell falsch sind – das sind Videos, Bilder oder Links zu Artikeln. Sie kommen in die Liste, weil Nutzer sie als Falschmeldungen gemeldet haben. Auch andere Signale gehen an den Algorithmus: Vielleicht wenn jemand „Das sind Fake News“ kommentiert oder wenn etwas sehr schnell und viel geteilt wird. Wir wissen bislang noch nicht genau, warum eine bestimmte Meldung in der Liste landet. Die Liste gibt aber einen deutlichen Hinweis auf die am weitesten verbreiteten Falschmeldungen auf Facebook.

Neben der Liste, die Facebook uns zur Verfügung stellt, setzen wir weitere Monitoring-Tools ein, um potentielle Falschmeldungen unter anderem auf Facebook und anderen sozialen Medien zu finden. Diese Meldungen, die wir anderswo finden, können wir ebenfalls in die Liste einfügen.

Niemand schreibt uns vor, was wir prüfen. Wir suchen die Inhalte, die wir prüfen, eigenständig aus.

Im nächsten Schritt können wir die Inhalte auf der Liste dann mit unseren Faktenchecks verknüpfen und so dafür sorgen, dass Desinformationen oder Falschmeldungen auf Facebook zusammen mit Faktenchecks gesehen werden. Dies ist der einzige Weg, Fake News dort zu begegnen, wo sie wirken: in den Newsfeeds der Nutzer.

Verknüpfung von Faktenchecks mit den falschen Inhalten

Haben wir einen Faktencheck-Artikel auf unserer Website veröffentlicht, können wir ihn mit der falschen Behauptung verknüpfen, die auf Facebook veröffentlicht wurde. Wir haben dabei verschiedene Rating-Optionen: „Wahr“, „Gemischt“, „Falsch“. Aber auch „Meinung“ (die sich nicht für Faktenchecks eignet), „Satire“ oder „Falsche Überschrift“.

Das Verknüpfen hat mehrere Folgen:

1. Laut Facebook wird die Reichweite der Meldungen verringert, die wir als falsch oder halb-falsch eingeschätzt haben. Das bedeutet, sie erscheinen weiter unten im Newsfeed.

Wir haben bisher keine Daten dazu, wie und ob das funktioniert. Facebook behauptet, dass sich die Reichweite um 80 Prozent verringert. Wir konnten bisher aber nicht anhand von Daten nachvollziehen, ob das stimmt. Wir führen unsere eigene Liste um zu beobachten, wie sich die Shares des geprüften Inhalts entwickeln. Dabei sehen wir, dass die Zahl in einigen Fällen nach unserem Faktencheck sinkt, in anderen stagniert, in manchen aber auch weiter steigt. Aber auch diese Aussagen sind nicht valide und abgesichert. Wir können auch nicht sagen, wie sich die Entwicklung der Shares auf die gesamte Reichweite der überprüften Inhalte auswirkt. Um hier verlässliche Aussagen zu treffen, sind wir auf Angaben von Facebook angewiesen.

2. Wer die falschen Inhalte sieht, bekommt darunter auch unseren Faktencheck angezeigt. Wir versuchen mit unseren Titeln direkt die falsche Behauptung zu widerlegen. Der Nutzer sieht also in seiner Timeline, dass er etwas wahrscheinlich unwahres liest.

Screenshot: So wird ein Faktencheck von uns auf Facebook angezeigt.

3. Wer den falschen Inhalt teilen will, bekommt ein Fenster angezeigt, in dem auf unseren Faktencheck hingewiesen wird.

Screenshot: Fenster, das Nutzer angezeigt bekommen, mit Link zu unserem Faktencheck.

4. Die Leute, die den falschen Inhalt geteilt haben, bekommen eine Benachrichtigung, dass es eine andere Einschätzung zum Thema gibt, mit Link zu unserem Faktencheck.

5. Facebook-Seiten, die wiederholt falsche Inhalte veröffentlichen, können laut Facebook die Möglichkeit verlieren, auf der Plattform Werbung zu schalten oder darüber Geld zu verdienen.

Wie finden die Kooperation mit Facebook wichtig. Fake News und gezielte Desinformation auf Facebook sind ein großes Problem für unsere Gesellschaft. Wir glauben, es ist sinnvoll, dem Problem an dem Ort entgegenzutreten, an dem es entsteht. Und dies funktioniert in Kooperation mit Facebook besser und effektiver als wenn es die Kooperation nicht gäbe. Nur über die Kooperation sind wir in die Lage, Faktenchecks dort sichtbar zu machen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. In den Echokammern der sozialen Medien.

Wie wir arbeiten

Häufig gestellte Fragen

Was sind Fake News?

Als Fake News gelten „falsche Nachrichten” oder „falsche Artikel”. Es handelt sich dabei nicht um Texte, die Fehler enthalten. Es geht auch nicht um Satire. Fake News – jene falschen Nachrichten, mit denen wir uns beschäftigen – werden vielmehr verfasst und verbreitet, um bewusst zu täuschen. Fake News imitieren die Form der Nachrichten, die man in etablierten Medien lesen kann, und verkleiden sich mit ihrem Stil und ihren Zeichen, um die Leichtgläubigkeit von manchen Lesern auszunutzen. Sie wollen den einzelnen und die Öffentlichkeit bewusst irreführen.

Die Ziele der Hersteller von Fake News können politisch sein, indem sie die Interessen von Bewegungen, Organisationen oder Parteien unterstützen, oder auch wirtschaftlich. Fake News werden also gezielt erfunden. Oft werden diese Texte auf Webseiten veröffentlicht, die denen von bekannten Medien ähneln, um die Internetnutzer zu täuschen.

Da der Begriff Fake News inzwischen stark politisiert ist und häufig falsch verwendet wird, verwenden wir ihn in unseren Faktenchecks nicht mehr. Stattdessen sprechen wir von Desinformation oder Falschinformation.

Wie wählt ihr eure Beiträge aus?

Viele der Beiträge, die wir prüfen, wählen wir anhand ihrer Relevanz aus. Wird ein Beitrag vielfach in sozialen Medien geteilt, verfügt aber über fragwürdige Inhalte, beginnen wir mit unserer Prüfung. Außerdem checken wir Artikel, die uns via Facebook oder über unser Formular gemeldet werden. Wenn wir feststellen, dass es sich um Satire handelt, prüfen wir in der Regel nicht.

Wie werden die Fakten überprüft?

Zunächst einmal schauen wir uns die Adresse des Absenders an. Wie lange gibt es die Seite bzw. den Account schon? Ist die URL echt? Welche Geschichte und wie viele Follower hat der Account? Auch die bisher veröffentlichten Beiträge schauen wir uns an. Was wird sonst auf der Website publiziert? Gibt es ein Impressum? Das alles gibt Hinweise darauf, wie glaub- oder vertrauenswürdig der Absender ist.

Wir überprüfen, ob der Beitrag überhaupt aktuell ist.

Wir überprüfen, ob Überschrift und Inhalt des Beitrags zusammenpassen. Dabei kontrollieren wir, ob in der Überschrift übertrieben wird oder eine These derart zugespitzt wird, dass sie mit den Fakten im Beitrag nicht mehr in Übereinstimmung zu bringen ist.

Wir überprüfen Zahlen und Daten: Auf welche Quellen beruft sich der Beitrag? Werden sie korrekt zitiert? Stimmt der Kontext? Gegebenenfalls checken wir die Daten gegen, indem wir andere Quellen hinzuziehen oder Fachleute und Behörden kontaktieren.

Wir überprüfen Fotos und Videos.

Wir stellen uns zunächst folgende Fragen: Passt das Foto zum Inhalt? Wurde das Foto tatsächlich am angegeben Ort aufgenommen? Werbetafeln, Verkehrsschilder und Autokennzeichen geben möglicherweise Hinweise. Wir benutzen die gängigen Techniken und Tools, um Bilder und Videos zu überprüfen. Ähnlich gehen wir bei zweifelhaften Videos vor.

Wir dokumentieren unsere Quellen und unsere Arbeitsweise.

Wer arbeitet im Fact-Checking Team?

Tania Röttger leitet das Team von CORRECTIV.Faktencheck. Nach ihrem Studium in England arbeitete sie ein Jahr lang in London und half NGOs, mit Auskunftsrechten Informationen zu beschaffen. Von Januar 2016 bis Dezember 2017 war sie Volontärin bei CORRECTIV, hospitierte beim Tagesspiegel und dem Center for Investigative Reporting.

Jacques Pezet ist ein französisch-honduranischer Journalist. Erfahrung im Kampf gegen Falschmeldungen hat er seit 2015 bei Désintox, dem Fact-Checking Team der französischen Zeitung Libération und des Fernsehsenders Arte, gesammelt. In der Vergangenheit berichtete er als Freier Journalist aus Berlin über Deutschland für französische Medien.

Cristina Helberg wuchs auf zwischen Ruhrgebiet und Rheinland, ging mit 18 auf Weltreise. Später studierte sie Lateinamerikanistik und Sozialwissenschaften in Köln und Havanna und absolvierte die Zeitenspiegel Reportageschule. Für ihre Abschlussarbeit recherchierte sie zu Leihmüttern in Georgien. Vor ihrem Einstieg bei CORRECTIV arbeitete sie als freie Journalistin in NRW – unter anderem für Spiegel, Süddeutsche, chrismon und RTL.

Caroline Schmüser ist studentische Hilfskraft bei CORRECTIV.Faktencheck. Das Faktencheck-Handwerk lernte sie bei einem Praktikum in unserer Redaktion. Zuvor schrieb Caroline bereits mehrere Jahre im Lokaljournalismus, sonst studiert sie Ethnologie in Heidelberg.

Wie kann ich einen Artikel zur Überprüfung einreichen?

Dir ist ein zweifelhafter Bericht aufgefallen? Dir kommt eine Geschichte unglaubwürdig vor? Du hast begründete Zweifel an einem Posting oder Tweet? Du fragst Dich, ob die Aussage oder Behauptung eines Politikers den Tatsachen entspricht? Dann schreib uns. Wir nehmen gerne Anregungen entgegen.

Betreibt CORRECTIV.Faktencheck Zensur?

Nein. Zensur geht von staatlichen Stellen aus. Wenn wir im Rahmen unserer Arbeit einen Artikel oder eine Information als ungenau oder falsch kennzeichnen, können diese nach wie vor gepostet werden. Wir prüfen Fakten, nicht deren Absender. Und, noch wichtiger: Wir prüfen Fakten und Tatsachenbehauptungen, aber keine Meinungen. Wir entscheiden auch nicht, was gepostet wird.

Warum arbeitet ihr mit Facebook zusammen?

Falschmeldungen verbreiten sich besonders stark auf den Sozialen Netzwerken. Um dem etwas entgegen zu setzen, arbeitet Facebook mit international anerkannten Faktencheckern zusammen. Durch die Kooperation werden unsere Faktenchecks denen angezeigt, die falsche Meldungen teilen wollen.

Löscht CORRECTIV.Faktencheck Inhalte auf Facebook?

Nein, wir verknüpfen nur Falschmeldungen mit Korrekturen. Wir sind der Meinung, dass  jeder Nutzer in der Lage sein soll, sich ein eigenes Bild zu machen: auf Basis von gesicherten Informationen und nicht auf Basis von Gerüchten, Halbwahrheiten oder Lügen.

Allerdings benutzt ein Algorithmus von Facebook unsere Bewertungen, um die öffentliche Verbreitung von falschen Nachrichten zu verringern.

Warum nehmt ihr Geld von Facebook?

Die Zusammenarbeit mit Facebook funktioniert gut. Facebook unterstützt unsere Arbeit in technischer Hinsicht und überlässt uns inhaltlich freie Hand. Deswegen spricht aus unserer Sicht nichts dagegen, dass sich Facebook auch finanziell beteiligt. Wir arbeiten weiterhin unabhängig.

Welche politische Richtung verfolgt CORRECTIV.Faktencheck?

Wir sind überparteilich in unserer Haltung und fair in unserer Beurteilung. Wir haben uns beim Fakten-Checken zur Neutralität verpflichtet. Wir arbeiten nach den Kriterien des internationalen Code of Principles des us-amerikanischen Poynter Instituts, einer unabhängigen, gemeinnützigen Akademie für Journalisten. Der Code wurden inzwischen weltweit von Faktencheck-Teams unterzeichnet. Wer aktuell dazu zählt, kann man hier einsehen.

Was ist, wenn ich einen Fehler bei Euch entdeckt habe?

Wir korrigieren klar und offen, wenn wir einen Fehler gemacht haben. Fehlermeldungen nehmen wir entgegen per Mail an den faktencheck (at) correctiv.org.

Wie bewertet CORRECTIV.Faktencheck?

Wir bewerten mit einer Skala von sieben Punkten. Sie reicht von „richtig“ über „derzeit nicht überprüfbar“ bis zu „völlig falsch“. Eine ausführliche Beschreibung findet ihr hier.

Wie wir arbeiten

Unsere Standards

Vorbemerkung:

CORRECTIV.Faktencheck ist überparteilich in seiner Haltung und fair in der Beurteilung. Wir ordnen Aussagen in ihren Kontext ein und überprüfen, welche Informationen der betreffenden Person zu diesem Zeitpunkt zugänglich waren.CORRECTIV.Faktencheck bekennt sich zu den Prinzipien des internationalen Fact-Checking-Netzwerks.

Gemeinsame Prinzipien des Internationalen Fact-Checking-Netzwerks (IFCN)

1. Verpflichtung zur Überparteilichkeit und Fairness

Wir überprüfen Aussagen, indem wir stets dieselben Kriterien anlegen. Wir gehen beim Fact-Checking nicht einseitig vor. Wir verpflichten uns zur Neutralität. Wir arbeiten stets nach dem gleichen Prinzip, und unsere Bewertungen basieren auf recherchierten, belegten Tatsachen. Wir beurteilen die Aussagen, die wir untersuchen, nicht politisch.

2. Verpflichtung zur Offenlegung unserer Quellen

Wir ermöglichen unseren Lesern, unsere Ergebnisse kritisch zu überprüfen. Unsere Arbeit ist dokumentiert. Wir legen alle Quellen detailliert dar, damit unsere Vorgehensweise nachvollziehbar ist und jeder so zu einer eigenen Beurteilung der Sachlage kommen kann. In Fällen, in denen Informationen von einer schützenswerten Quelle stammen, stellen wir so viele Informationen wie möglich zur Verfügung.

3. Verpflichtung zur Offenlegung unserer Unterstützer und unserer Organisation

Wir verpflichten uns, alle Spenden zu veröffentlichen, die wir im Rahmen unserer Arbeit erhalten. Wir erläutern unsere Organisationsstruktur. Wir stellen sicher, dass unsere Leser mit uns kommunizieren können.

4. Verpflichtung zur Transparenz der Arbeitsweise

Wir erklären, wie wir die zu prüfenden Aussagen auswählen, nachrecherchieren, richtigstellen oder in ihrer Belegbarkeit bestätigen. Wir ermuntern unsere Leser, uns Aussagen zum Fakten-Checken zuzusenden.

5. Verpflichtung zur offenen und ehrlichen Korrektur

Wir veröffentlichen unsere Korrekturregeln. Wir berichtigen unsere Fehler eindeutig und transparent entlang dieser Richtlinie. Wir stellen sicher, dass die Leser immer die aktuelle Fassung einsehen können.


Dieser Code of Principles wurde erstmals vom us-amerikanischen Poynter Institut im September 2016 veröffentlicht. Das Poynter Institut ist eine unabhängige, gemeinnützige Akademie für Journalisten. Der Code wurden inzwischen weltweit von Faktencheck-Teams unterzeichnet, wer aktuell dazu zählt, können Sie hier einsehen.

CORRECTIV.Faktencheck ist darüber hinaus an das Redaktionsstatut von CORRECTIV gebunden.

Wie wir arbeiten

Unsere Bewertungsskala

Wie bewertet CORRECTIV.Faktencheck?

Wir haben eine Skala von sieben Punkten, die wir strikt einhalten. Sie reicht von „richtig“ über „derzeit nicht überprüfbar“ bis zu „völlig falsch“:

Diese Aussage ist wahr

Die Behauptungen oder Aussagen sind richtig.

Wahrheitsgehalt unklar

Die Behauptungen oder Aussagen sind noch unklar oder nicht belegbar. Mögliche Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Pinocchio 1

Es gibt Flüchtigkeitsfehler, aber die Grundthese – bzw. tenor sind korrekt.

Eventuell falsche Zahlen oder Daten haben keinen Einfluss auf die Argumentation.

Personen werden nicht richtig zitiert oder es wird eine falsche Quelle genannt.

Die Bebilderung ist irreführend und/oder erweckt einen falschen Eindruck.

Pinocchio 2

Die Aussagen sind in einigen Teilen falsch.

Es handelt sich um einen sogenannten „Clickbait” – einen Köder: Die Überschrift suggeriert etwas anderes, als im Artikel zu lesen ist.

Der Kontext fehlt. Es wird etwas ausgelassen oder aus dem Zusammenhang gerissen.

Relation ist nicht stimmig, etwas wird bewusst übertrieben, um die These zu stärken

Es gibt falsche Tatsachenbehauptungen.

Pinocchio 3

Die Aussagen sind größtenteils falsch.

Es handelt sich um eine pauschalisierende Aussage, sie berücksichtigt nicht die Details.

Fakten, die sich auf offizielle Statistiken beziehen, sind möglicherweise zwar richtig, wollen aber absichtlich in eine bestimmte Richtung lenken.

Pinocchio 4

Die Aussage, der Bericht ist falsch.

Der Titel enthält eine Falschmeldung.

Kausalitäten und Zusammenhänge sind grob falsch.

Der Text will gezielt desinformieren und Zwietracht und Hass säen.

Es gibt einen starken möglichen Eigennutzen des Absenders oder Verursachers, und zwar aus ökonomischer oder politischer Sicht.

Pinocchio 5

Das ist völlig falsch.

Tania Röttger leitet das Team von CORRECTIV.Faktencheck. Nach ihrem Studium in England arbeitete sie ein Jahr lang in London und half NGOs, mit Auskunftsrechten Informationen zu beschaffen. Von Januar 2016 bis Dezember 2017 war sie Volontärin bei CORRECTIV, hospitierte beim Tagesspiegel und dem Center for Investigative Reporting.

Jacques Pezet ist ein französisch-honduranischer Journalist. Erfahrung im Kampf gegen Falschmeldungen hat er seit 2015 bei Désintox, dem Fact-Checking Team der französischen Zeitung Libération und des Fernsehsenders Arte, gesammelt. In der Vergangenheit berichtete er als Freier Journalist aus Berlin über Deutschland für französische Medien.

Cristina Helberg wuchs auf zwischen Ruhrgebiet und Rheinland, ging mit 18 auf Weltreise. Später studierte sie Lateinamerikanistik und Sozialwissenschaften in Köln und Havanna und absolvierte die Zeitenspiegel Reportageschule. Für ihre Abschlussarbeit recherchierte sie zu Leihmüttern in Georgien. Vor ihrem Einstieg bei CORRECTIV arbeitete sie als freie Journalistin in NRW – unter anderem für Spiegel, Süddeutsche, chrismon und RTL.

Caroline Schmüser ist studentische Hilfskraft bei CORRECTIV.Faktencheck. Das Faktencheck-Handwerk lernte sie bei einem Praktikum in unserer Redaktion. Zuvor schrieb Caroline bereits mehrere Jahre im Lokaljournalismus, sonst studiert sie Ethnologie in Heidelberg.

(Ehemalige) Praktikanten: Kjell Knudsen, Niklas Trinkhaus

Wie wir arbeiten

Unsere Methode

Wenn wir einen Artikel überprüfen, stellen wir viele Fragen. Dazu können gehören:

Verfasser

Wer hat die Nachricht verfasst, ist der genaue Verfasser verifizierbar?
Woher stammt diese Nachricht (URL/Impressum)?
Wer wird im Impressum genannt, falls vorhanden?
Handelt es sich um einen satirischen Beitrag?

Format

Bild/Video?
Was wird genau abgebildet, was ist erkennbar, was ist nicht erkennbar?
Welches Bild wird genutzt? Wie alt ist das Bild? Passt es zum Beitrag?
Ist die Originalaussage/das Bild/das Video in weiteren Quellen nachweisbar?

Zeit

Wann hat sich etwas abgespielt? Wann soll die Aussage getroffen worden sein (und seit wann steht die Nachricht online)?
Welche Informationen waren zu dem Zeitpunkt bekannt? Welchen Zeitrahmen umfasst die Aussage, ist dieser klar definiert?

Kontext

In welchem Kontext steht eine Aussage oder ein Bericht? Wo wurde die Aussage getroffen?

Wer ist von einer These oder Aussage betroffen, wer ist gemeint?

Wen (Einzelperson) oder welchen Personenkreis betrifft die Aussage?
Gibt es für den betreffenden Personenkreis oder die angesprochenen Faktoren (etwa Inklusion, Krankheit, Herkunft) amtliche Definitionen? Wie wird der Begriff ggf. dazu in der Umgangssprache verwendet? Welches Amt kann zu dem Personenkreis vertrauenswürdige Informationen geben?
Wenn ein Ort mit einbezogen wird, existiert dieser, wo liegt der Ort, etc. ?

Zahlen, Daten, Fakten

Was sind genau die zu belegenden Fakten? Wie werden sie belegt? In welchem Zusammenhang stehen die Fakten einer Nachricht, wird etwa in der Aussage eine klare Kausalität zwischen Fakten hergestellt? Stimmen die genannten Zahlen?

Quellen

Existieren die genannten Quellen? Wo sitzen diese Quellen? Wie viele Quellen oder Augenzeugen werden genannt? Sind die Aussagen von unabhängiger Seite und/oder Behörden bestätigt?

Wie wir arbeiten

CORRECTIV.Faktencheck

CORRECTIV.Faktencheck ist eine eigene Redaktion innerhalb des Recherchezentrums CORRECTIV und arbeitet gezielt gegen Desinformation im Internet.

Wahrheit, so könnte man angesichts vieler politischer Debatten meinen, ist eine Glaubensfrage. Das stimmt nicht. Es gibt objektive, nachvollziehbare und messbare Unterschiede zwischen Informationen, ihren Quellen und ihren Absichten. Wir beobachten Kräfte in unserer Gesellschaft, die nicht informieren, sondern gezielt desinformieren. Denen nicht einfach nur hin und wieder Fehler unterlaufen, sondern die Ereignisse schlicht erfinden, um politische oder wirtschaftliche Ziele zu verfolgen.

Wir verwenden bei CORRECTIV.Faktencheck bewusst nicht den Begriff „Fake News“, da er selbst längst zu einem politischen Instrument geworden und zudem diffus und damit irreführend ist. Populistische Politiker benutzen ihn zum Beispiel, um Medien zu diskreditieren, deren Inhalte ihnen nicht passen.

Unser Ziel sind aufgeklärte Bürger, die sich auf Basis von verlässlichen Informationen eine politische Meinung bilden und so am politischen Diskurs teilnehmen können.

Wie wir arbeiten

Wir arbeiten unabhängig, überparteilich, transparent und überprüfbar. Das Instrument von CORRECTIV.Faktencheck ist der transparente Rechercheprozess. Wir suchen aus eigenem Antrieb nach irreführenden Informationen in den sozialen Medien und greifen Hinweise von Lesern auf. Dabei orientieren wir uns an ihrer Relevanz für gesellschaftliche Debatten. Dann machen wir uns auf die Suche nach Belegen: Dokumente, Angaben von Augenzeugen, Betroffenen und Behörden sowie Einordnungen von Wissenschaftlern.  

Den Rechercheweg dokumentieren wir in unseren Artikeln und legen unsere Quellen offen.

Damit unsere Faktenchecks besser gefunden werden können, haben wir uns bei der sogenannten Claim Review angemeldet: ein System, mit dem die großen Suchmaschinen wie Google Faktenchecks als solche in den Suchergebnissen hervorheben.

Wir sind Teil des Faktencheck-Projekts von Facebook. Das heißt zum einen, dass uns die Plattform automatisch verdächtige Artikel schickt, die wir dann für eine Überprüfung in Betracht ziehen.

Unsere Faktenchecks verlinken wir mit den von uns überprüften Originalartikeln. Für diese Arbeit vergütet Facebook uns. In der Konsequenz verringert ein Algorithmus von Facebook gegebenenfalls die Reichweite dieser Artikel in den Newsfeeds der Nutzer.