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Wie Staatsanwälte mit Konzernen um Bußgelder feilschen

Wirtschaftsskandale gibt es in Deutschland reichlich. Doch ihre Aufarbeitung durch die Justiz ist eingeschränkt, weil sie gegen Unternehmen nur Bußgelder verhängen kann. CORRECTIV liegen Unterlagen und geheime Tonbänder zu einem der größten deutschen Schmiergeldskandale vor, die zeigen, welche Blüten das treibt: Münchner Staatsanwälte ließen ein Unternehmen offenbar am Bußgeldentscheid mitwirken – auch um damit den Ruf des Konzerns zu schützen.

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Justiz in Niedersachsen

Rheinmetall wollte Kriegsschiff in Embargoland Eritrea aufrüsten

Der Rüstungskonzern Rheinmetall tätigte nach Recherchen von CORRECTIV und Stern fragwürdige Millionenzahlungen nach Abu Dhabi und plante, sich über ein Waffenembargo hinwegzusetzen. Die niedersächsische Justiz zeigt wenig Interesse an diesen Vorgängen. Sie ermittelt stattdessen gegen einen Lobbyisten, mit dem sich der Konzern überworfen hat.

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Korruption

Wenn die Lichter ausgehen

Venezuela liegt am Boden. Auch, weil sich eine kleine Elite bereichert. Ein Insider erhebt jetzt schwere Vorwürfe: auch Firmen aus Deutschland und Österreich seien in die Korruption verstrickt. Bei der Modernisierung des größten Kraftwerks des Landes sollen Schmiergelder geflossen sein. Damit könnte sich die US-Justiz noch einmal mit einem Konzern beschäftigen, um den es in dieser Hinsicht lange ruhig war: Siemens. Die Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück.

Korruption

Große Geschenke, große Aufträge

Deutschland wurde auch deshalb Exportweltmeister, weil das Essener Unternehmen Ferrostaal für andere Konzerne im Ausland Schmiergeld zahlte. Der Skandal flog 2011 auf. Seither soll alles sauber sein. Doch auch nach dem vermeintlichen Schlussstrich hielt sich ein Teil der alten Methoden. So zahlte die Firma nach Informationen von CORRECTIV noch 2014 in Brasilien fragwürdige Provisionen an eine der Schlüsselfiguren im Petrobras-Skandal. Auftakt unserer Serie über „Die deutsche Schmierindustrie“.

Korruption

Dubiose U-Boot-Deals mit Tradition

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu steht unter Druck. Ermittler prüfen, ob sein Umfeld in mögliche Schmiergeldzahlungen beim Kauf deutscher U-Boote verwickelt war. Der Einsatz fragwürdiger Zahlungen in diesem Geschäft ist kein Einzelfall. Es gibt viele vergleichbare Bespiele in der Geschichte. Teil 3 unserer Serie über die deutsche Schmierindustrie.

Korruption

Die Ferrostaal-Tonbänder

Im Jahr 2009 kauft ein Staatsfond aus Abu Dhabi die deutsche Firma Ferrostaal. Kurz darauf wird der Schmiergeldskandal des Konzerns bekannt. Die neuen Eigentümer drängen auf Aufklärung, besprechen sich in endlosen Aufsichtsratssitzungen. Die Mitschnitte liegen CORRECTIV exklusiv vor. Sie zeigen, wie schwer sich die neuen Besitzer im Geflecht der Briefkastenfirmen zurecht fanden. Und was sie zunächst von der Arbeit der Justiz dachten. Zweiter Teil unserer Serie über „Die deutsche Schmierindustrie“.

Stories

Ein Sumpf vor Brasiliens Küste

Jahrelang überwies der niederländische Ölmulti SBM Offshore zur Geschäftsanbahnung in Brasilien Gelder an dubiose Firmen in Steuerparadiesen. Dass dabei sogar Geld an brasilianische Regierungsbeamte floss, will niemand gemerkt haben.

System Putin

Beamte auf Raubzug

Die unheilvolle Allianz zwischen Geheimdienst und Generalstaatsanwaltschaft hat dazu geführt, dass Hunderttausende Unternehmer im Gefängnis sitzen. Auch deshalb ist Russlands Wirtschaft ruiniert.