Correctiv
CORRECTIV unterstützen

Wir decken Missstände auf. Wir sind unabhängig und nicht gewinnorientiert.

England

Antibiotika-Resistenzen sind zu einem bedeutenden Thema in der britischen Politik geworden. Im Jahr 2013 entwickelte die Regierung eine parteiübergreifende Strategie zur antimikrobiellen Bekämpfung, ausgelegt auf fünf Jahre. Die Strategie konzentriert sich auf drei Bereiche: Förderung von Wissen über und Verständnis von antimikrobiellen Resistenzen, Erhalt der Wirkung von existierenden Antibiotika und Förderung der Entwicklung von neuen Antibiotika.

Wegen einer Serie von MRSA-Ausbrüchen in der Mitte der 2000er ist das Bewusstsein für die Gefahren hoch. Die Ausbrüche erreichten im Jahr 2006 ein Rekordhoch als MRSA 1652 Todesfälle verursachte oder dazu beitrug.Verschiedene Richtlinien zur Hygiene in Krankenhäusern haben sich seitdem verschärft und die Zahl der Todesfälle ist in den letzten Jahren gefallen. Außerdem führte Großbritanniens Regierung mehrere Kampagnen mit denen die Öffentlichkeit über den richtigen Gebrauch von Antibiotika aufgeklärt werden soll. 

Public Health England veröffentlicht jedes Jahr, jeden Monat und jedes Quartal Daten über E. coli, C. difficile und MRSA Infektionen.  Es gibt aber keine Informationen darüber, bei wie vielen dieser Infektionen Resistenzen gegen manche oder alle Antibiotika bestehen. Die Daten zu Infektionen sind meist nach Krankenhäusern kategorisiert. Das European Centre for Disease Prevention and Control analysiert regelmäßig Daten von teilnehmenden Krankenhäusern. Die zeigen, dass der Anteil von resistenten Formen von E. coli und S. aureus in Großbritannien im Vergleich zum europäischen Durchschnitt gering ist.

Neueste Daten zeigen, dass im Jahr 2013 531,2 Tonnen Antibiotika an Menschen abgegeben wurden. An Tiere wurden 418, 7 Tonnen verfüttert. Damit liegt Großbritannien im europäischen Durchschnitt. 

10 Euro für unabhängigen Journalismus