Stahlarbeiter in Angst
Der Stahlriese ThyssenKrupp will 500 Millionen Euro einsparen und plant dafür eine Fusion. Tausende Jobs stehen auf der Kippe. Die Angst vor der Arbeitslosigkeit entlud sich am Mittwoch vor den Toren des Werks in Duisburg
Der Stahlriese ThyssenKrupp will 500 Millionen Euro einsparen und plant dafür eine Fusion. Tausende Jobs stehen auf der Kippe. Die Angst vor der Arbeitslosigkeit entlud sich am Mittwoch vor den Toren des Werks in Duisburg
Nachdem in Hamburg Reformer die Mehrheit in der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer errungen haben, könnte endlich Bewegung in das oft erstarrte System der Kammern kommen. Auch in Nordrhein-Westfalen.
Bisher galten die deutschen Wirtschaftskammern als unantastbar. Doch seit einiger Zeit steht das Kammerwesen kräftig unter Druck. Immer mehr Gerichte geben Klagen gegen die verbindlichen Mitgliedsbeiträge recht. Die Landesregierung müsste eigentlich kontrollieren, ob die insgesamt 23 Kammern in NRW ihre Beiträge und Privilegien nicht für überhöhte Rücklagen und Profit nutzen. Doch das Wirtschaftsministerium vernachlässigt die Kontrolle der Kammern. Mit Absicht.
Als hätten die kommunalen Eigentümer des Energieerzeugers der Essener STEAG GmbH nicht schon genug Probleme. Jetzt droht noch eine Schadensersatzklage in Höhe von sagenhaften 750 Millionen Euro, über die im Sommer das Landgericht in Karlsruhe entscheidet.
Alte Teppiche werden in Deutschland in aller Regel verbrannt. Einige Teppichhersteller brüsten sich nun mit Nachhaltigkeitskonzepten und erwecken den Eindruck, dass sie alte Teppiche recyceln. Doch nach CORRECTIV-Recherchen werden weniger als fünf Prozent der Teppiche tatsächlich recycelt, die Deutsche Umwelthilfe kritisiert die Recycling-Werbung als „Greenwashing". Die EU fördert die Hersteller dennoch mit Millionen-Beträgen.
Im syrischen Ort Khan Scheichun kamen etwa 100 Menschen bei einem Chemiewaffenangriff ums Leben. Wir haben mit einigen der Helfer und Überlebenden gesprochen.
An den Polnischen Sozialrat wenden sich jedes Jahr 5000 Arbeiter, die sich von deutschen Arbeitgebern übers Ohr gehauen fühlen. Sie sprechen wenig deutsch und können sich kaum wehren gegen endlose Geflechte von Subunternehmen und Firmen, die nur aus einem Briefkasten bestehen. Bei einem deutsch-polnischen Anwalt in Berlin melden sich jeden Tag bis zu zehn Betroffene.
Fast drei Millionen Euro legt das Land NRW jährlich für eine Flüchtlingsunterkunft auf den Tisch – ohne sie zu nutzen. Kein Einzelfall. Im ganzen Land stehen angemietete Unterkünfte leer. Während das Land einige der Gebäude gerne wieder loswerden würde, gelten ihr andere als Absicherung – falls die Flüchtlingszahlen wieder steigen.
Der AfD-Parteitag in Köln endete mit einem taktischen Punktgewinn für die Bundesvorsitzende Frauke Petry. Die Nachwahl von vier Richtern, darunter der Rechtsanwalt Knuth Meyer-Soltau aus Bochum, macht einen Rauswurf von Parteirivale Björn Höcke möglich. Dazu haben vor allem die Delegierten aus NRW unter Petrys Ehemann Marcus Pretzell beigetragen.
„Ich stehe für den freiheitlich-konservativen Arm der AfD“, rief Alice Weidel auf dem AfD-Parteitag am Wochenende. Dort wurde sie zur Co-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl nominiert. Ihr elegantes Auftreten, ihre Karriere als Unternehmensberaterin, ihre vermeintliche Distanz zum Höcke-Lager: Auf den ersten Blick wirkt Alice Weidel wie das gemäßigte Gesicht der AfD. Doch das täuscht.
AfD-Faktencheck, Teil 5: In einer Pressemitteilung der AfD-Nordrhein-Westfalen heißt es: „Neben 22 TV- und 67 Hörfunksendern, die sich inhaltlich meistens nur marginal von privaten Angeboten unterscheiden, breiten sich ARD, ZDF und Deutschlandradio auch im Internet zunehmend aus – zu Lasten privatwirtschaftlicher Anbieter und damit der Meinungsfreiheit.“ Wieviel Wahrheit steckt in diesem Satz?
AfD-Faktencheck, Teil 7: Georg Pazderski, AFD-Chef in Berlin, hat behauptet: „Ich habe zwei Jahre in Kanada und fünf Jahre in den USA gelebt. Das sind Einwanderungsländer, diese Staaten suchen sich ihre Einwanderer aus. Zu uns kamen zuletzt aber 65 Prozent Analphabeten.“ Richtig oder falsch?