WM 1966: DFB geht gegen Forscher vor
Sie schlussfolgerten, dass die Spieler „streng genommen“ gedopt gewesen seien. Eine Einschätzung, mit der der DFB offenbar nicht leben kann. Der Verband gab im Rahmen seiner „Gesamtverantwortung für die Einheit des deutschen Fußballs“ umgehend ein Gutachten in Auftrag, zu dessen Kosten er auf Nachfrage keine Angaben machte. Der Jurist und Sportrechtsprofessor Martin Nolte beantwortete in dem Gutachten die Frage, ob Spieler gegen Anti-Doping-Regeln verstoßen haben, mit einem klaren Nein. Er bestreitet zwar nicht, dass die Tests so ausgefallen sind wie von Andrejevic beschrieben. Entscheidend sei jedoch, dass den Spielern die im Jahre 1966 für einen Regelverstoß notwendige Absicht zur künstlichen Leistungssteigerung nicht nachzuweisen sei.Eggers: Gutachten des DFB unhaltbarMit Hilfe des Gutachtens übte der DFB im Folgenden Druck auf die Forscher aus. In Briefen an die Humboldt Universität und das Bundesinstitut für Sportwissenschaft als Auftraggeber der Dopingstudie verlangte der DFB, dass künftig nicht mehr von Dopingverstößen bei der WM 1966 gesprochen werden dürfe. Die Forscher selbst erfuhren von dem Gutachten erst Monate später.