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Faktencheck

Fakten für die Demokratie

Falschmeldungen stellen eine Gefahr für die Demokratie dar. Unsere Faktenchecker gehen Gerüchten nach und veröffentlichen ihre Rechercheergebnisse auf dieser Seite. Mehr erfahren

Bewertung: teilweise falsch

Diese Bilder stammen nicht von den Gelbwesten-Protesten in Frankreich

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Die Bereitschaftspolizei konfrontiert Demonstranten der Gelbwesten-Bewegung am 24. November 2018 in der Nähe des Arc de Triomphe auf den Champs Elysees in Paris. Die Proteste richten sich gegen steigende Ölpreise und Lebenshaltungskosten. (Photo by Bertrand GUAY / AFP)

von Caroline Schmüser

Auf sozialen Netzwerken kursieren derzeit Bilder, die verletzte Demonstranten der Gelbwesten-Proteste in Frankreich zeigen sollen. Nicht alle Fotos wurden in Frankreich aufgenommen.

Die Facebookseite Döbeln wehrt sich veröffentlichte am 25. November einen Screenshot,  scheinbar von einem anderen Facebook-Post. Darauf zu sehen sind mehrere Fotoaufnahmen mit blutenden Personen und Szenen von Protesten. SO geht Macron mit friedlichen Demonstranten um!, kommentiert Döbeln wehrt sich die Fotos.

Laut der Facebookseite Döbeln wehrt sich stammen diese Fotos angeblich von den Gelbwesten-Protesten in Frankreich. (Screenshot von Correctiv)

Döbeln wehrt sich suggeriert, die Bilder seien während der Proteste der französischen „Gelbwesten“-Bewegung entstanden. Die Bewegung ist nach den gelben Auto-Warnwesten benannt. Sie richtete sich ursprünglich gegen zu hohe Spritpreise, inzwischen ist Präsident Emmanuel Macron persönlich ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Eine einheitliche politische Richtung verfolgt die Bewegung nicht.

Am Samstag den 17. November – dem Höhepunkt der Proteste –  hatten landesweit über 280.000 Menschen demonstriert. Das berichtete das französische Innenministerium. Am darauffolgenden Samstag sanken Medienberichten zufolge die Teilnehmerzahlen: demnach gingen an diesem Tag 106.000 Personen in ganz Frankreich auf die Straße.

Nicht alle Bilder auf dem Screenshot von Döbeln wehrt sich wurden in Frankreich aufgenommen. Wir haben den Ursprung der Fotografien recherchiert.

Foto von junger Frau mit blutüberströmten Gesicht in Madrid aufgenommen

Eines der Bilder zeigt eine Frau mit blutüberströmten Gesicht, neben ihr augenscheinlich ein Polizist mit Helm. Das Foto stammt nicht von den Protesten in Frankreich. Über die Google-Bildersuche konnten wir den Ursprung des Fotos nachvollziehen.

Die Aufnahme stammt von dem in Madrid lebenden Fotografen Denis Doyle. Auf seiner Webseite kann man nicht nur das Foto finden, sondern auch über dessen Hintergrund erfahren: Es zeigt eine von der spanischen Polizei festgenommene Frau während der Bergarbeiter-Proteste in Madrid am 11. Juli 2012.

Das Bild wurde vom Fotografen Denis Doyle aufgenommen. Es zeigt die Festnahme eine Demonstrantin in Madrid. (Screenshot von Correctiv)

Auch in der Datenbank der Bildagentur Getty Images ist das Foto auffindbar.

Herkunft des Fotos von älterer Frau liegt in Spanien

Auf einem weiteren Bild ist eine ältere Frau zu sehen. Sie hat ebenfalls ein blutendes Gesicht. Das Foto wurde nicht in Frankreich aufgenommen, sondern in Spanien.

Laut der Rückwärts-Suchmaschine Tineye.com tauchte die Aufnahme erstmals am 1. Oktober 2017 auf Twitter auf. Ein Nutzer veröffentlichte das Bild und schrieb: Shame on you Spain! We won’t forget #CatalanReferendum.

Das Bild soll laut einem Twitternutzer während den Auseinandersetzung um das Katalanische Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober 2017 aufgenommen worden sein. (Screenshot von Correctiv)

An diesem Datum hatte die Lokalregierung Kataloniens ein umstrittenes Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens abgehalten. Die spanische Regierung versuchte das Referendum durch mitunter gewaltsamen Einsatz der spanischen Polizei zu verhindern. Auf Twitter diskutieren Nutzer über die Echtheit des Bildes.

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Zwei Bilder zeigen Szene von Gelbwesten-Protesten

Ein anderes Bild zeigt einen Mann, der von Polizisten über den Boden gezogen wird. Er trägt eine gelbe Warnweste. Hierbei handelt es sich tatsächlich um eine Szene der Gelbwesten-Proteste in Frankreich.

Über die Google-Bildersuche landeten wir auf der Webseite der englischen Tageszeitung The Mercury News, die das Bild in einem Artikel über die Proteste in Frankreich verwendete. Als Urheber nennt die Zeitung den Fotografen Fred Tanneau.

Das Bild konnten wir ebenfalls in der Datenbank von Getty Images finden, so wie weitere Aufnahmen des Fotografen von den Protesten in Frankreich. Demonstranten werden am 17. November 2018 in Quimper, Westfrankreich, während eines landesweit initiierten Protests gegen hohe Spritpreise mit dem Namen ‘gelbe Westen’ evakuiert, heißt es in der offiziellen Beschreibung des Bildes.

Auf der Webseite der Bildagentur Getty Images konnten wir die Bilder von Fred Tanneau finden. (Screenshot von Correctiv)

Auch ein anderes Foto von Fred Tanneau ist auf dem Screenshot der Facebookseite Döbeln wehrt sich zu sehen. Darauf sieht man eine Person, die von Polizisten weggetragen wird. Es wurde ebenfalls am 17. November in Quimper aufgenommen.

Wer Bilder erstmals gebündelt teilte, bleibt unklar

Den Ursprung des verbleibenden Bildes – darauf zu sehen ist ein junger Mann mit schwarzer Kapuze und blutigem Gesicht – konnten wir nicht herausfinden.

Welcher Facebook-Account die Bilder erstmals gebündelt teilte, bleibt ebenfalls unklar.

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Zwei der Bilder haben ihren Ursprung in Spanien, die Herkunft eines anderen Bildes bleibt unklar. Zwei weitere Bilder wurden tatsächlich während der Gelbwesten-Proteste in Frankreich aufgenommen.

Bewertung: falsch

Junckers Schuhe hatten die gleiche Farbe

Participation of Jean-Claude Juncker, President of the EC in the EU-South Africa summit.
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Participation of Jean-Claude Juncker, President of the EC in the EU-South Africa summit.
Participation of Jean-Claude Juncker, President of the EC in the EU-South Africa summit. © European Union , 2018 / Source: EC - Audiovisual Service / Photo: Etienne Ansotte

von Jacques Pezet

Auf sozialen Netzwerken wird behauptet, dass der Präsident der europäischen Kommission eine Konferenz verließ, weil er einen braunen und einen schwarzen Schuh trug. Das stimmt nicht.

Es ist ein bisschen wie die Geschichte des schwarz-blauen Kleides, das 2015 im Internet auftauchte und das man in verschiedenen Farben sehen konnte. Mehrmals wurde ein Video aus einer Pressekonferenz geteilt, in dem Jean-Claude Juncker, der Präsident der EU-Kommission, den Raum verlässt. Als seine Assistentin zu ihm kommt, scheint sie auf seine Schuhe zu gucken. Für viele Menschen, die ihm im Internet eher feindselig gegenüberstehen, ist der Grund für seinen Abschied bei der Konferenz die Tatsache, dass er einen schwarzen Schuh und einen braunen Schuh trug.

Das Video mit dem Vorwurf wurde von der Facebook Seite „Voice of Europe“ und viele anderen geteilt und erhielt mehr als eine Million Views.

Here's EU boss Juncker who wants an EU army. He holds a press conference with a black and a brown shoe

Gepostet von Voice of Europe am Freitag, 16. November 2018

Correctiv hat nach anderen Bildern des Treffens gesucht, um zu sehen, ob der Kommissionspräsident sich an diesem Tag von Pierre Richards Kleidungsstil im „großen Blonde mit dem schwarzen Schuh“ inspirieren hat oder ob es sich um eine optische Illusion handelt.

Woher kommt das Video?

Das Originalvideo hat die Financial Times Journalistin Mehreen Kahn am 15. November um 13.36 Uhr auf Twitter gepostet. Sie schrieb: „Jean Claude Juncker hat eine Pressekonferenz mit dem südafrikanischen Präsidenten mittendrin verlassen. Nicht sicher, warum“.

In weiteren Tweets erklärte die Journalistin: „Juncker rief seine Assistentin auf der Bühne an und sagte ihr, dass er gehen müsse. Kein Zeichen dafür, dass er eine Nachricht oder Aufforderung erhalten hat. Juncker ist nach einem kurzen Zwischenspiel wieder da – die Assistentin sagt, dass er an Erkältung / Husten leidet. Sieht so aus, als ob diese Pressekonferenz nach ein paar Fragen abgebrochen wird – und Juncker hat es ein wenig schwer. Juncker wird von einem Journalisten gefragt, ob es ihm nach der Abreise und der Rückkehr zur Pressekonferenz gut geht. Er antwortet: Nein“

 Juncker trug nur schwarze Schuhen

Am 15. November nahmen Jean-Claude Juncker‚ Präsident der Europäischen Kommission, Donald Tusk, Präsident des Europäischen Rates und der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa an dem Gipfeltreffen EU-Südafrika teil. Von diesem Treffen kann man verschiedene Bilder in der Fotodatenbank verschiedener Nachrichtenagenturen finden. Für AP und AFP haben die Fotografen John Thys und Emmanuel Dunand Bilder vor der Pressekonferenz gemacht. Das weiß man, weil die Nachrichtenagentur AP teilt, dass die Fotos vor der Pressekonfenz an ihre Kunden geschickt worden sind. Auf beiden Fotos sind die Schuhen von Juncker schwarz.

South African President Cyril Ramaphosa (C) is welcomed by European Council President Donald Tusk (L) and European Commission President Jean-Claude Juncker at the start of a EU-South Africa summit at the European Council on November 15, 2018. (Photo by Emmanuel DUNAND / POOL / AFP)
South African President Cyril Ramaphosa (L) meets with European Council President Donald Tusk (C) and European Commission President Jean-Claude Juncker at the start of a EU-South Africa summit at the European Council on November 15, 2018. (Photo by Emmanuel DUNAND / POOL / AFP)

Einen anderen Beweis für die  schwarzen Schuhe vom EU-Kommisionspräsidenten kann man in den Fotos der EU-Kommission finden. Dort sind die Schuhen auch nur schwarz. Correctiv hat die Fotos des Treffens heruntergeladen und ihre Metadaten gelesen. So konnten wir herausfinden, dass das Bild im Stehen um 10.06 Uhr, wenige Minuten vor dem Bild im Sofa um 10.08 Uhr gemacht wurde. Bilder der Pressekonferenz zeigen, dass sie zwischen 13.28 Uhr und 13.55 stattfand.

Diese Reihenfolge beweist auch ein Video der EU-Kommission, in dem die drei Männer im Stehen fotografiert werden und dann in den Raum mit den Sofas gehen.

Unsere Bewertung:
Jean-Claude Juncker trug nicht einen schwarzen und einen braunen Schuh bei einem Gipfeltreffen mit dem südafrikanischen Präsidenten.

Bewertung: teilweise falsch

Nein — es gibt keine EU-Norm für zu große Zucchini

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Es gibt keine EU-Norm für die Größe von Zucchini. (Symbolbild)© krzys16 / pixabay

von Kjell Knudsen

Sind EU-Normen schuld, dass ein Bauer eine ganze Ladung Zucchinis wegwerfen musste? Nein. Warum das falsch ist, erklären wir in unserem Faktencheck.

Der Blog „Politikstube“ hat über einen deutschen Bauern berichtet, der angeblich eine Ladung Zucchini entsorgen musste. Schuld sei der „Normwahn der EU“ heißt es im Titel der Meldung. Weil die Früchte zu groß waren, dürfe der Bauer die Zucchini nicht auf den Markt bringen. CORRECTIV hat diese Behauptung überprüft und herausgefunden: Eine EU-Norm für Zucchini gibt es nicht.

Am 5. August 2018 hat der Bauer Andre Fennert Bilder seiner Zucchini-Ernte auf Facebook gepostet. Zu den Fotos veröffentlichte er einen Kommentar. Er schreibt, die Zucchini seien „Abfall“ und könnten nicht verkauft werden. Durch die anhaltende Hitze seien die Früchte außergewöhnlich schnell gewachsen und überschritten die zulässige Maximalgröße. Nur Zucchini, die maximal 28 Zentimeter lang seien, hätten in Deutschland eine Chance auf Vermarktung.

Den Text dieses „Facebook“-Posts hat die Seite „Politikstube“ übernommen und am 7. August unter dem Titel: „Bauer berichtet über den Normwahn der EU“ veröffentlicht. In seinem Facebook-Post erwähnte der Landwirt Andre Fennert jedoch gar keine EU-Normen.

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Screenshot des Facebook-Posts von Landwirt Andre Fennert

Gibt es eine EU-Norm für die Größe von Zucchini?

Stimmt die Behauptung, die die Seite „Politikstube“ aufstellt? Können wegen einer EU-Norm keine zu großen Zucchini verkauft werden?

Zum 1. Juli 2009 wurden alle speziellen Vorgaben der Europäischen Union für Zucchini und 25 weitere Obst- und Gemüsesorten aufgehoben. Für Zucchini gelten seitdem keine speziellen Vermarktungsnormen mehr.

Alle Obst- und Gemüsesorten müssen aber den allgemeinen Vermarktungsnormen entsprechen. Das heißt, sie müssen etwa frei von Schädlingen und Schimmel sein. Auch Früchte, die zu lange oder zu kurz gereift sind, dürfen nicht vermarktet werden. Eine Größenvorgabe gibt es von der EU aber nicht.

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Screenshot vom 15.08.2018 der allgemeinen Vermarktungsnorm für Obst und Gemüse in der EU

Unabhängig von der EU gibt es für Obst und Gemüse Richtlinien der Vereinten Nationen. Die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) schlägt in diesen Richtlinien Vermarktungsnormen für den internationalen Handel vor. Das hat uns der Deutsche Bauernverband in einer Antwort auf eine Presseanfrage von CORRECTIV mitgeteilt.

Die Richtlinien der UNECE sind nur eine Empfehlung und können vom Einzelhandel freiwillig befolgt werden. In den Richtlinien ist angegeben, dass Zucchini in einem Packstück beim Verkauf an den Einzelhändler eine einheitliche Größe haben müssen. Ein Packstück kann zum Beispiel eine Kiste mit fünf Kilogramm losen Zucchini sein. Eine Maximalgröße ist von der UNECE nicht vorgeschrieben. Alle Zucchini, die länger als 35 Zentimeter sind, können in einem Packstück verkauft werden.

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Screenshot der UNECE Normen für Zucchini aus der Antwortmail des Bauernverbandes vom 09.08.2018

Kommen große Zucchini nicht in den Verkauf?

In seinem Facebook-Post erwähnt der Landwirt Andre Fennert keine EU-Normen. Er schreibt, dass er seine Zucchini wegen der „vom LEH aufgelegten Norm zur Vermarktung“ entsorgen musste. „LEH“ bedeutet: Lebensmitteleinzelhandel.

Stimmen die Aussagen im Facebook-Post? Müssen deutsche Bauern zu große Zucchinis wegwerfen, weil sie nicht verkauft werden können?

Wir haben mit dem Landwirt Fennert gesprochen. Dabei erklärte Fennert, dass die „Handelspartner die Regeln vorgeben.“ Jede Ladenkette könne eigene Richtlinien aufstellen. Wir haben diese Aussagen geprüft und beim Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels nachgefragt.

„Die Regelungen über die Beschaffenheit des Produktes unterliegen der Vertragsfreiheit“, antwortete Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels auf unsere Presseanfrage. Supermärkte können also frei entscheiden, welche Zucchini sie annehmen oder nicht.

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Screenshot einer Antwortmail vom 14.08.2018 von Christian Böttcher, Pressesprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels, auf eine Presseanfrage von EchtJetzt

„Der deutsche Markt orientiert sich sehr stark an den UNECE-Normen“, schreibt eine Sprecherin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in ihrer Antwort auf eine Presseanfrage von EchtJetzt. „Auch Zucchini werden daher häufig nach der UNECE-Norm FFV-41 gehandelt“, erklärt sie. Daher ordere der deutsche Lebensmitteleinzelhandel oftmals 21 bis 28 cm große Zucchinis. Dabei könnten die Märkte auch strengere Kontrollen durchführen, als von der Norm vorgesehen.

Auf ihrer Website betont die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, dass generell der Verkauf von Zucchinis über 35 cm möglich ist.

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Screenshot vom 17.08.2018 von der Seite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Wieso erwähnt „Politikstube“ die EU?

Mit der Überschrift „Bauer berichtet über den Normwahn der EU“ zog die Seite „Politikstube“ eine Verbindung zwischen dem Facebook-Post und angeblichen EU-Normen.

Wir haben bei dem Blog „Politikstube“ nachgefragt, auf welchen Quellen diese Behauptung beruht.

In seiner Antwort erklärte das „Team Politikstube“, die Größenangaben für die Vermarktung hätten etwas mit der EU-Norm für Verpackungen zu tun und verwies auf einen Artikel der „Mallorca Zeitung“ als Quelle.

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Screenshot einer Antwortmail von „Politikstube“ vom 13.08.2018 auf eine Presseanfrage von EchtJetzt

Dort schreibt die Autorin: „Weil die EU-Norm es vorschreibt, dass in ein „Packstück” lauter gleich große Früchte kommen müssen, werden die Erntearbeiter darauf achten, dass jede Zucchini zwischen 14 und 21 Zentimeter lang ist.“

Eine EU-Norm gibt es aber seit 2009 nicht mehr, das hat die Pressestelle der europäischen Kommission gegenüber CORRECTIV bestätigt. Nach der UNECE-Norm, müssen die Zucchini in einem Packstück zwar gleichmäßig groß sein, es ist aber keine Höchstlänge festgelegt.

Tatsächlich können Supermärkte Obst und Gemüse ablehnen, sie unterliegen dabei keinen gesetzlichen Vorschriften. Eine maximale Größe von Zucchini schreiben weder die EU, noch die UNECE-Normen vor. Die Überschrift des „Politikstube“-Artikels ist deshalb irreführend.

Unsere Bewertung:
Falscher Titel. Es gibt keine EU-Norm, die eine maximale Größe für Zucchini vorschreibt. Supermärkte können eigene Richtlinien aufstellen und sind gesetzlich nicht gebunden.