Hintergrund

Diese Falschinformationen und Gerüchte kursieren zum Russland-Ukraine-Krieg

International verbreiten sich in Sozialen Netzwerken Gerüchte und fragwürdige Informationen zum Krieg in der Ukraine. Was dahinter steckt, und welche Behauptungen auch in Deutschland kursieren, dokumentieren wir hier.

Aftermath of morning missile attack by Russian troops in Zaporizhzhia
Ein Loch in der Wand eines Wohnhauses, das durch einen Raketenangriff der russischen Truppen beschädigt wurde, Saporischschja, Südosten der Ukraine, Oktober 2022 (Quelle: Picture Alliance / Photoshot)

Triggerwarnung: In diesem Beitrag wird teilweise Bildmaterial verlinkt, das die Folgen von Gewalt zeigt. 

Hinweis: Hinweis: Wir haben diesen Sammel-Artikel bereits einige Tage vor Beginn des Angriffskriegs unter der Überschrift „Diese Falschinformationen und Gerüchte kursieren zum Russland-Ukraine-Konflikt“ begonnen. Die Überschrift haben wir am 28. Februar geändert.

Russland hat die Ukraine am 24. Februar angegriffen. Der Konflikt hatte sich zuvor rasant zugespitzt. Am 21. Februar hatte Russland die selbsternannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine als unabhängige Staaten anerkannt und die Entsendung von Soldaten dorthin angeordnet. 

Ende 2013 kam es in der Ukraine zu pro-europäischen Demonstrationen, auf die ein Regierungswechsel und bewaffnete Konflikte innerhalb des Landes folgten. Im Zuge dieser Auseinandersetzungen annektierte Russland im März 2014 die Halbinsel Krim im Süden der Ukraine. Wenig später spalteten sich im Osten des Landes (in der Donbass-Region) die sogenannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk ab. Seitdem kam es dort immer wieder zu Kämpfen.

Zur aktuellen Lage kursieren zunehmend Falschmeldungen im Internet. An dem verbreiteten Video- und Bildmaterial gibt es teilweise berechtigte Zweifel, teilweise werden aber auch authentische Aufnahmen infrage gestellt. CORRECTIV.Faktencheck dokumentiert hier, welche Meldungen auch in Deutschland kursieren, und was darüber bekannt ist.

Hinweis: Dieser Artikel wird fortlaufend mit allen Faktenchecks zum Thema aktualisiert.

Behauptung: Der Bürgermeister der polnischen Stadt Przemyśl klage über organisierte Gruppen von Roma aus der Ukraine, die sich in der Stadt ausbreiteten und das Sozialsystem missbrauchten. Sobald die Flüchtlinge in der Sozialversicherung registriert seien, erhielten sie vom Staat jeden Monat „umgerechnet bis zu 160 Franken“ (rund 162 Euro). Ein Beamter der Stadtverwaltung von Przemyśl habe von organisierten Transporten inklusive Rückfahrt in die Ukraine gesprochen.

Bewertung: Fehlender Kontext (Faktencheck vom 29. November 2022)

Geflüchtete aus der Ukraine seien nur auf Sozialleistungen aus – das ist ein in Deutschland bekanntes Narrativ. Nun verbreitet eine schweizerische Webseite, dass es in der polnischen Grenzstadt Przemyśl zu organisiertem Sozialbetrug komme. Was ist dran? Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: In Berlin-Friedrichshain seien in der Nacht vom 18. auf den 19. November ein russischstämmiger Mann und eine 32-jährige Frau, bei denen es sich um „Linke“ handelte, von fünf Ukrainern angegriffen worden, weil der Mann Russisch sprach. Die „ukrainischen Nationalisten“ hätten eine zwei Meter große, blau-gelbe Flagge dabei gehabt. Die Frau und der Mann seien „brutal zusammengeschlagen worden“.

Bewertung: Unbelegt (Faktencheck vom 29. November 2022)

Die „marxistische Tageszeitung“ Junge Welt berichtet, dass zwei Personen in Berlin-Friedrichshain von „ukrainischen Nationalisten“ angegriffen worden seien, weil einer Russisch sprach. Russische Medien schreiben daraufhin, zwei „russischsprachige Berliner“ seien von Ukrainern zusammengeschlagen worden. Das stimmt so nicht, und für die Nationalität der Angreifer gibt es keine Belege. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung:Julia P., die als pro-russische Influencerin bekannt wurde, sei aus Deutschland abgeschoben worden. Ein Video belege die Abschiebung.

Bewertung: Falsch (Faktencheck vom 28. November 2022)

Gegen eine 30-Jährige Russin wird aktuell in Bayern ermittelt, sie habe den russischen Angriffskrieg verherrlicht. Ein Video soll jetzt sogar ihre angebliche Abschiebung belegen. Laut Behörden ist die Frau aber nach wie vor in Deutschland und nicht in dem Video zu sehen. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Der arabische Sender Al Jazeera habe berichtet, dass drei betrunkene ukrainische Fußballfans in Katar verhaftet wurden, weil sie auf das WM-Maskottchen ein Hitler-Bärtchen malten und daneben „Sieg Heil“ schrieben.

Bewertung: Manipuliert (Faktencheck vom 25. November 2022)

In Sozialen Netzwerken verbreitet sich ein gefälschtes Video des Senders Al Jazeera über die angebliche Verhaftung ukrainischer Fußballfans bei der WM in Katar. Sie hätten Plakate des WM-Maskottchens mit Hitlerbart und dem Schriftzug „Sieg Heil“ bemalt. Dafür gibt es keine Belege. Ein Pressesprecher von Al Jazeera bezeichnete das Video als „komplett erfunden“. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Laut Angaben der Staatengruppe gegen Korruption, Greco, seien in der Ukraine Hilfsgelder von mehr als 55 Millionen Euro abgezweigt worden.

Bewertung: Größtenteils falsch (Faktencheck vom 23. November 2022)

Ein Blogartikel behauptet, die Staatengruppe gegen Korruption (Greco) habe berichtet, dass die Ukraine Hilfsgelder entwendet habe und von der EU gelieferte Hilfsgüter fast vollständig auf dem Schwarzmarkt gelandet seien. Die Greco dementiert, jemals solche Angaben gemacht zu haben. Auch die EU-Kommission ist über keinen Missbrauch von EU-Geldern informiert. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Ein Video zeige den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim Tanzen auf einer Bühne.

Bewertung: Falscher Kontext (Faktencheck vom 22. November 2022)

Ein Video scheint den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj tanzend auf einer Bühne zu zeigen. Die Aufnahmen werden genutzt, um Stimmung gegen die Ukraine zu machen. Doch es ist gar nicht Selenskyj, der im Video zu sehen ist. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Lyudmila Denisova, habe gegenüber zwei Komikern zugegeben, Kriegsverbrechen russischer Streitkräfte in der Ukraine erfunden zu haben und habe weitere Fälschungen angeboten.

Bewertung: Falsch (Faktencheck vom 21. November 2022)

Die russischen Komiker Vovan und Lexus sind bekannt für ihre Telefonstreiche. Online verbreitet sich die Behauptung, die ehemalige Menschenrechtskommissarin der Ukraine, Lyudmila Denisova, habe ihnen gegenüber zugegeben, sich russische Kriegsverbrechen ausgedacht zu haben. Das ist falsch, in dem Gespräch sagte sie nichts dergleichen. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Weil Deutschland die Ukraine monatlich mit 500 Millionen US Dollar unterstützen soll, sehe sich der Bundestag gezwungen, einen Solidaritätszuschlag für die Ukraine einzuführen. Dafür würden 5 Prozent der Bruttolöhne dem Ukraine-Soli zugeführt.

Bewertung: Frei erfunden (Faktencheck vom 21. November 2022)

Auf Tiktok verbreitet sich ein Video, in dem behauptet wird, der Bundestag führe einen „Solidaritätszuschlag“ für Ukrainerinnen und Ukrainer ein, der durch Abzüge bei deutschen Gehältern finanziert werden solle. Diese Behauptung ist falsch und wurde ursprünglich von einer Person verbreitet, die sich in ihrem Account als Satiriker bezeichnet. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge seien zwei ukrainische Organisationen direkt beauftragt worden, eine „schmutzige Bombe“ herzustellen.

Bewertung: Falsch (Faktencheck vom 15. November 2022)

Seit Beginn des Angriffskriegs streut Russland Behauptungen, die Ukraine würde eine „schmutzige Bombe“ herstellen. Seit Oktober mehren sich unbelegte Aussagen russischer Politiker dazu. Fotos, die das russische Außenministerium in dem Zusammenhang auf Twitter veröffentlichte, führen in vielen Fällen nach Russland selbst. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Aufnahmen belegten nicht, dass es bei einem Angriff in Kiew Verletzte gab, sie zeigten lediglich unverletzte Schauspieler.

Bewertung: Falsch (Faktencheck vom 9. November 2022)

Erneut wird behauptet, Opfer russischer Angriffe seien gar nicht wirklich verletzt worden, sondern lediglich Schauspieler, die sich mit Marmelade oder Kunstblut beschmiert hätten. Doch ein Angriff auf Kiew am 10. Oktober und dessen Folgen sind umfassend dokumentiert. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Außenministerin Annalena Baerbock habe bisher etwa 200 Milliarden Euro deutsches Steuergeld an die Ukraine „verschenkt“.

Bewertung: Falsch (Faktencheck vom 4. November 2022)

200 Milliarden Euro Steuergeld sollen über das Bundesaußenministerium von Annalena Baerbock an die Ukraine geflossen sein. Das wird auf Facebook und Telegram behauptet, stimmt aber nicht. Die tatsächliche finanzielle Unterstützung der Bundesregierung fällt deutlich geringer aus. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Für die Ukraine bestimmte Waffen seien in den Händen von Kriminellen in Finnland gelandet.

Bewertung: Unbelegt (Faktencheck vom 2. November 2022)

Ein finnischer Sender meldet: „Waffenlieferungen an die Ukraine in kriminellen Händen“ und bezieht sich als Quelle auf die finnische Polizei. Viele Medien in Deutschland greifen diese Meldung auf. Doch sie stimmt offenbar nicht – die Polizei dementiert, dass Waffen aus der Ukraine in Finnland gefunden worden seien. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Artikel 106 und 107 der Charta der Vereinten Nationen gestatteten Russland den Angriff auf die Ukraine.

Bewertung: Falsch (Faktencheck vom 31. Oktober 2022)

Russland habe laut Charta der Vereinten Nationen das Recht, „Nazis überall zu bestrafen“, heißt es in einigen Telegram-Beiträgen. Das ist falsch. Wir haben uns angeschaut, was wirklich in der UN-Charta steht. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Nato-Panzer würden durch Österreich in die Ukraine fahren.

Bewertung: Falscher Kontext (Faktencheck vom 28. Oktober 2022)

Mehrere Videos in Sozialen Netzwerken zeigen mit Panzern beladene LKW auf dem Weg durch Österreich. Sie fahren aber nicht, wie von manchen angenommen, in die Ukraine, sondern waren laut einem Sprecher des österreichischen Heers im Zuge einer Übung einer französischen Nato-Truppe unterwegs nach Ungarn. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Wenn Geflüchtete aus der Ukraine zum ersten Mal ein Auto in Deutschland anmelden, bekämen sie so viele schadensfreie Jahre angerechnet wie sie ihren Führerschein haben. Das sei bei Deutschen nicht der Fall.

Bewertung: Größtenteils falsch (Faktencheck vom 28. Oktober 2022)

Auf Tiktok heißt es, Geflüchtete aus der Ukraine bekämen in Deutschland bessere Versicherungskonditionen für ihre Autos. Das ist so pauschal falsch, die Aussage bezieht sich auf ein Sonderangebot einer kleinen Versicherung von März 2022. Die zwei größten deutschen Autoversicherer widersprechen der Behauptung. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Das israelische Fernsehen habe ein Animationsvideo ausgestrahlt, in dem Menschen aus der Ukraine als Schweine mit Nazi-Tattoos dargestellt werden.

Bewertung: Falscher Kontext (Faktencheck vom 27. Oktober 2022)

Ein Propaganda-Video über die EU und die Ukraine wurde, anders als auf Telegram behauptet, nicht von einem israelischen Fernsehsender verbreitet. Den angeblichen Sender gibt es nicht, die Quelle des Videos ist stattdessen ein pro-russischer Telegram-Kanal. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Ein Video zeige, wie ein ukrainischer „Fake“ über den Krieg gedreht werde. Die Überschriften, die dazu verbreitet werden, sollten nun „Psychologische Waffen / Schallwaffen der Russen“ heißen.

Bewertung: Falscher Kontext (Faktencheck vom 26. Oktober 2022)

Immer wieder verbreiten sich seit Beginn des Krieges Aufnahmen mit der Behauptung, Angriffe auf die Ukraine seien inszeniert. Aktuell kursiert auf Telegram und Twitter ein Video, das eine gestellte Szene eines vermeintlichen ukrainischen Soldaten zeigen soll. Im Video ist zwar tatsächlich ein Schauspieler zu sehen – jedoch in einem ganz anderen Kontext als behauptet. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Russische Soldatinnen hätten einen schwulen Mann vergewaltigt, der in die Frauen-Division versetzt worden sei.

Bewertung: Unbelegt (Faktencheck vom 25. Oktober 2022)

Im Netz kursiert ein Screenshot von einem angeblichen Nachrichtenartikel. Darin wird von einer Gruppenvergewaltigung durch russische Soldatinnen berichtet. Belege dafür gibt es keine, russische Seiten dementieren den Inhalt. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Außenministerin Annalena Baerbock habe auf dem Bundesparteitag der Grünen gesagt, sie wolle acht bis zehn Millionen „Asyltouristen“ ins deutsche Sozialsystem einwandern lassen.

Bewertung: Falscher Kontext (Faktencheck vom 21. Oktober 2022)

Ein kurzer Videoausschnitt, der in Sozialen Netzwerken geteilt wird, soll zeigen: Außenministerin Annalena Baerbock wolle bis zu zehn Millionen Geflüchtete aufnehmen. Ihre Rede ist jedoch älter als in den Beiträgen angegeben und aus dem Kontext gerissen. Baerbock sprach von einer globalen Verteilung von Geflüchteten aus der Ukraine und bezog sich nicht nur auf Deutschland. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Ein Foto zeige, wie die Reden des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Ukraine mit Greenscreens und Hightech-Schnitt produziert seien.

Bewertung: Fehlender Kontext (Faktencheck vom 21. Oktober 2022)

Ein Foto soll belegen, dass Selenskyjs Reden vor Greenscreens produziert werden. Das stimmt nicht. Es handelt sich bei der verbreiteten Greenscreen-Aufnahme um einen Einzelfall. Der ukrainische Präsident hält oft Ansprachen vor Ort in der Ukraine, was umfassend dokumentiert ist. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Ein Foto, das Vitali Klitschko nach einem angeblichen Bombeneinschlag zeige, sei inszeniert. Das erkenne man an den Fotografen im Hintergrund.

Bewertung: Falscher Kontext (Faktencheck vom 21. Oktober 2022)

In Sozialen Netzwerken wird ein Foto vom Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko genutzt, um zu behaupten, die aktuellen russischen Angriffe in der Ukraine seien inszeniert. Doch das Bild wird in einem falschen Kontext verbreitet. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Dieses Foto von Vitali Klitschko wird mit der Behauptung verbreitet, die Angriffe auf die Ukraine fänden gar nicht statt, sondern seien inszeniert. Das vermeintliche Indiz dafür: Die Fotografen im Hintergrund des Bildes. Doch das Foto entstand bei Protesten 2014. (Quelle: Facebook; Screenshot und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)
Dieses Foto von Vitali Klitschko wird mit der Behauptung verbreitet, die Angriffe auf die Ukraine fänden gar nicht statt, sondern seien inszeniert. Das vermeintliche Indiz dafür: Die Fotografen im Hintergrund des Bildes. Doch das Foto entstand bei Protesten 2014. (Quelle: Facebook; Screenshot und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)

Behauptung: Ein Foto zeige, wie die Reden des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Ukraine mit Greenscreens und Hightech-Schnitt produziert seien.

Bewertung: Fehlender Kontext (Faktencheck vom 21. Oktober 2022)

Ein Foto soll belegen, dass Selenskyjs Reden vor Greenscreens produziert werden. Das stimmt nicht. Es handelt sich bei der verbreiteten Greenscreen-Aufnahme um einen Einzelfall. Der ukrainische Präsident hält oft Ansprachen vor Ort in der Ukraine, was umfassend dokumentiert ist. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Ein Standbild zeige, die Berichterstattung eines BBC-Reporters aus einem Schützengraben in der ukrainischen Stadt Irpin sei eine schauspielerische Darbietung gewesen.

Bewertung: Fehlender Kontext (Faktencheck vom 21. Oktober 2022)

Ein Standbild aus einem Video soll belegen, dass die Berichterstattung eines BBC-Reporters aus der ukrainischen Stadt Irpin eine „schauspielerische Darbietung“ gewesen sei. Doch der Vorwurf ist falsch: Aus dem gesamten Videobeitrag geht hervor, dass der Reporter berichtete, während die Stadt Irpin unter Beschuss stand. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Im Juli hätten die Abgeordneten des ukrainischen Parlaments eine 70-prozentige Erhöhung ihrer Gehälter beschlossen. Es wird suggeriert, die Erhöhung werde aus den internationalen Hilfen für die Ukraine finanziert.

Bewertung: Größtenteils Falsch. (Faktencheck vom 20. Oktober 2022)

Auf verschiedenen Webseiten wird behauptet, Abgeordnete des ukrainischen Parlaments hätten im Juli eine 70-prozentige Erhöhung ihrer Gehälter beschlossen. Das ist falsch. Für die Behauptung, zusätzliche Ausgaben würden durch die internationalen Finanzhilfen gedeckt, gibt es zudem keine Belege. Das ukrainische Parlament widerspricht. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Es habe kürzlich einen Anschlag auf die Limousine von Wladimir Putin gegeben.

Bewertung: Unbelegt (Faktencheck vom 20. Oktober 2022)

Im Netz kursiert die Behauptung, im September habe es einen Anschlag auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin gegeben. Englischsprachige Medien griffen das Gerücht auf – ihre einzige Quelle: ein dubioser Telegram-Kanal, der schon häufiger unbelegte Behauptungen über Putin verbreitet hat. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Eine Klinik für Reproduktionsmedizin (Kinderwunschklinik) in Kiew habe auf einem Plakat verkündet, nur noch „Biomaterial von reinrassigen Ukrainern“ anzunehmen.

Bewertung: Manipuliert (Faktencheck vom 19. Oktober 2022)

Erneut soll eine Fälschung das Narrativ von Rassismus in der Ukraine untermauern: Russische Webseiten teilen ein Foto eines Plakats, auf dem eine ukrainische Kinderwunschklinik angeblich verkündet, nur noch Spenden von reinrassigen Ukrainern anzunehmen. Doch das Plakat ist ein Fake. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Ein Video und eine Röntgenaufnahme zeigten einen mit Sprengstoff beladenen LKW, der die Explosion auf der Krimbrücke am 8. Oktober 2022 verursacht habe.

Bewertung: Unbelegt (Faktencheck vom 19. Oktober 2022)

Auf Telegram kursieren ein Video und ein Röntgenbild, die angeblich den LKW zeigen, der die Explosion auf der Krimbrücke verursacht hat. Das Bildmaterial wurde mutmaßlich vom russischen Geheimdienst FSB veröffentlicht. Doch die Aufnahmen zeigen zwei unterschiedliche Fahrzeuge. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Grünen-Politiker Hofreiter habe sich mit der Aussage blamiert, in erbeuteten russischen Panzern fänden sich „immer öfter Waschmaschinen- und Spülmaschinen-Chips“.

Bewertung: Fehlender Kontext (Faktencheck vom 18. Oktober 2022)

In Sozialen Netzwerken kursiert ein Ausschnitt aus einer Sendung mit Grünen-Politiker Anton Hofreiter. Darin sagt er, man finde in erbeuteten russischen Panzern Chips von Haushaltsgeräten. Das sei eine Blamage für die Grünen, heißt es im Netz. Doch die Aussage ist nicht aus der Luft gegriffen – sie ist technisch plausibel. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Ségolène Royal habe gesagt, Wolodymyr Selenskyj sei ein Lügner und die „Geschichten“ über die Entbindungsstation in Mariupol und Butscha seien „falsch“.

Bewertung: Größtenteils falsch (Faktencheck vom 18. Oktober 2022)

Die französische Politikerin Ségolène Royal soll die Berichte über den Angriff auf eine Geburtsklinik in Mariupol und das Massaker von Butscha in der Ukraine als „falsch“ bezeichnet haben. Ihre Aussagen werden in Sozialen Netzwerken verzerrt wiedergegeben. Was stimmt: Sie kritisierte die Kriegspropaganda Selenskyjs. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Die Daily Mail habe 2012 berichtet, dass die Ukraine den größten bekannten Kinderpornografie-Ring der Welt betrieben habe.

Bewertung: Falsch (Faktencheck vom 13. Oktober 2022)

Im Netz kursiert eine falsche Übersetzung eines Artikels der britischen Zeitung Daily Mail aus dem Jahr 2012. Damit wird der Ukraine unterstellt, sie habe Kinderpornografie verbreitet. Es geht im Artikel aber nicht um das Land, sondern um einen einzelnen Ukrainer. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Ein Video zeige, dass in London ein ukrainischer Flüchtling gezwungen wurde, ein von ihm gemaltes Hakenkreuz zu entfernen

Bewertung: Falscher Kontext (Faktencheck vom 11. Oktober 2022)

In Sozialen Netzwerken wird ein Video verbreitet, das einen ukrainischen Geflüchteten in London als Neonazi entlarven soll. Auch ein russischer Diplomat teilte es. Das Video ist aber bereits mehrere Jahre alt. Belege dafür, dass der Mann, der darin zu sehen ist, aus der Ukraine kommt, gibt es nicht. Hier lesen Sie den ganzen Faktencheck.

Behauptung: Wolodymyr Selenskyj habe bei seinem Besuch in Isjum am 14. September einen Aufnäher mit Totenkopf getragen, der einem Abzeichen der Waffen-SS entlehnt sei

Bewertung: Falsch (Faktencheck vom 11. Oktober 2022)

Laut einem Blogartikel trug der ukrainische Präsident Selenskyj beim Besuch in Isjum ein Nazi-Symbol der Waffen-SS. Das stimmt nicht. Selenskyj trug das Abzeichen einer Brigade der ukrainischen Armee, das sich klar vom Totenkopfabzeichen der Waffen-SS unterscheidet. Zum ganzen Faktencheck bitte hier klicken.

Recherche / Sorgen vor Waffenschmuggel: Geraten an die Ukraine gelieferte Waffen in falsche Hände?

(Recherche vom 6. Oktober 2022)

Weltweit liefern Länder seit Beginn des Angriffskriegs Waffen an die Ukraine. Zeitgleich verbreiteten sich in Sozialen Netzwerken Videos und Fotos, die angeblich den Verkauf solcher Waffen auf dem Schwarzmarkt belegen sollen. Tatsächlich äußern Fachleute Sorgen vor Waffenschmuggel – was steckt dahinter? Wir haben recherchiert (hier entlang zum Artikel).

Behauptung: Ein Foto zeige Wolodymyr Selenskyj auf einer Gay Parade in New York 1991

Bewertung: Manipuliert (Faktencheck vom 5. Oktober 2022)

Ein Foto von einer Gay Parade in New York vor 30 Jahren soll den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zeigen. Das Foto ist eine Fälschung. Außerdem war Selenskyj 1991 erst 13 Jahre alt. Das steht in Widerspruch zum Aussehen der Person auf dem Foto. Hier lesen Sie den ganzen Artikel.

Recherche / Gefälschte Regierungsdokumente und Nachrichtenseiten: Russische Desinformationskampagne nimmt Deutschland ins Visier

(Recherche vom 30. September 2022)

Ein Netzwerk aus Fake-Nachrichtenseiten flutet seit Monaten Europa mit Desinformation und Hetze gegen die Ukraine. Besonders im Fokus steht dabei Deutschland. Recherchen von CORRECTIV.Faktencheck zeigen, dass die russische Kampagne noch über die gefälschten Webseiten von Bild, Spiegel und Co. hinausgeht. Das Mittel: gefälschte Regierungsdokumente. Die ganze Recherche finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige, wie ein chinesischer Militärkonvoi von Russland aus in die Ukraine einfahre.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 30. September 2022)

Ein Video soll belegen, dass China Russland im Krieg gegen die Ukraine unterstütze. Angeblich zeige es, wie ein chinesischer Militärkonvoi aus Russland in die Ukraine einfahre. Das Video zeigt einen solchen Konvoi, jedoch ist er innerhalb Russlands zu einer Militärübung unterwegs und nicht auf dem Weg in die Ukraine. Den ganzen Faktencheck finden Sie hier.

Behauptung: Präsident Wolodymyr Selenskyj habe ein Foto mit einem ukrainischen Soldaten veröffentlicht, der einen Aufnäher mit den Symbolen der SS-Division „Totenkopf“ trage. Das Foto sei in Isjum entstanden

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 30. September 2022)

In Sozialen Netzwerken verbreitet sich ein Foto von Präsident Selenskyjs Besuch in Isjum. Dazu heißt es, ein ukrainischer Soldat hinter ihm trage einen Aufnäher mit den Symbolen der SS-Division „Totenkopf“. Ein Faktencheck. Den ganzen Faktencheck finden Sie hier.

Behauptung: Laut eines Artikels fordere der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj monatliche Zahlungen in Höhe von 400 Euro von jedem Bundesbürger für die Kriegsbeteiligung der Ukraine im Russland-Krieg.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 26. September 2022)

Laut einem angeblichen Artikel der Berliner Zeitung habe der ukrainische Präsident Selenskyj gefordert, dass Deutsche sich mit 400 Euro monatlich an den Kosten des Ukrainekriegs beteiligen sollen. Der Artikel ist gefälscht. Den ganzen Faktencheck finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige einen 35km langen Stau an der russisch-finnischen Grenze, nachdem Wladimir Putin die Teilmobilisierung russischer Streitkräfte am 21. September verkündet hatte.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 26. September 2022)

Am 21. September verkündete Wladimir Putin die Teilmobilisierung russischer Streitkräfte. Ein in Sozialen Netzwerken geteiltes Video soll zeigen, dass sich noch am selben Tag ein 35 Kilometer langer Stau an einem Grenzübergang zu Finnland bildete. Doch es entstand mehrere Wochen vor Putins Ankündigung. Den ganzen Faktencheck finden Sie hier.

Behauptung: In der ukrainischen Stadt Isjum stehen Grabkreuze mit dem Todesdatum 9. März. Die russischen Truppen hätten die Kontrolle über Isjum jedoch erst später erlangt.

Bewertung: Unbelegt

(Faktencheck vom 23. September 2022)

Nach Angaben der Ukraine wurden in der Stadt Isjum Gräber mit mehr als 440 Leichen gefunden. In Sozialen Netzwerken kursieren Beiträge, die suggerieren, Russland könne nicht für die Toten verantwortlich sein. Das soll das Todesdatum 9. März auf einigen Kreuzen belegen. Doch es gibt zahlreiche Beweise für russische Angriffe vor diesem Datum. Den ganzen Faktencheck finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige eine Stinger-Rakete aus der Ukraine in Bremen. Ein Student habe die Waffe in einem Onlineshop gefunden und die Polizei verständigt.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 23. September 2022)

Ein kurzes Video eines Flugabwehr-Raketenwerfers (Stinger) soll in Bremen entstanden sein. Es wird als angeblicher Beleg verwendet, dass Waffen, die an die Ukraine geliefert werden, in Deutschland auf dem Schwarzmarkt verkauft werden. Das Video wurde jedoch manipuliert – und die Behauptung kursierte bereits in verschiedenen Versionen auf russischen Webseiten. Den ganzen Faktencheck finden Sie hier.

Behauptung: Ukrainerinnen und Ukrainer würden mit dem Flixbus nach Deutschland fahren, um Hartz IV zu beantragen.

Bewertung: Unbelegt

(Faktencheck vom 15. September 2022)

Auf Whatsapp verbreitet sich eine Sprachnachricht, in der Menschen aus der Ukraine vorgeworfen wird, Sozialbetrug in Deutschland zu begehen. Angeblich würden sie dafür mit der Flixbus-Verbindung nach Deutschland reisen. Wir fanden keine Hinweise darauf, dass diese Geschichte stimmt. Den ganzen Faktencheck finden Sie hier.

Behauptung: Ein Foto eines Mannes mit Neonazi-Tattoos zeige Wadim Trojan, der seit 2014 Chef der Polizei in Kiew sei.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 8. September 2022)

Aktuell wird ein Foto eines Mannes mit Hitlerporträt-, Hakenkreuz- und SS-Tattoos in Sozialen Netzwerken geteilt und behauptet, es zeige den Ukrainer Wadim Trojan. Das ist falsch: Das Foto zeigt nach unseren Recherchen einen russischen Neonazi aus St. Petersburg. Der Fake kursiert seit der umstrittenen Ernennung von Trojan zum Kiewer Polizeichef 2014 im Netz. Den vollständigen Faktencheck lesen Sie hier.

Behauptung: Eine Ukrainerin habe sich geweigert, eine Frisör-Rechnung von 200 Euro zu bezahlen. Das Sozialamt bezahle, habe sie behauptet. Polizisten, die gerufen worden seien, hätten das bestätigt.

Bewertung: Frei erfunden

(Faktencheck vom 8. September 2022)

Die Geschichte einer Ukrainerin, die sich beim Friseur weigerte zu bezahlen, weil das Sozialamt angeblich die Rechnung von 200 Euro übernehme, verbreitet sich in Sozialen Netzwerken und als Sprachnachricht über Messenger wie Whatsapp. Der zuständigen Polizeibehörde ist ein solcher Vorfall nicht bekannt. Das Sozialamt zahlt nicht für Friseurbesuche von Geflüchteten. Den ganzen Faktencheck finden Sie hier.

Behauptung: Die Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden rufe in einem Schreiben dazu auf, Bücher russischer Autoren zu spenden, die in der Bibliothek zum Heizen verwendet werden sollen.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 8. September 2022)

Im Netz kursiert ein gefälschter Aushang, wonach die sächsische Landesbibliothek in Dresden angeblich russische Bücher verbrennen will. Die Bibliothek wehrt sich gegen die Fälschung mit einer Strafanzeige. Den Faktencheck dazu lesen Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige angeblich inszenierte Aufnahmen von Zivilisten, die vor der russischen Armee aus dem Kiewer Vorort Hostomel fliehen würden.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 29. August 2022)

In Sozialen Netzwerken verbreitet sich die Behauptung, ein Video zeige die inszenierte Flucht von Zivilisten vor der russischen Armee im Kiewer Vorort Hostomel. Das Video wurde in einen falschen Kontext gesetzt: Die Aufnahme stammt von Dreharbeiten zu einem Spielfilm. Den Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Die Ukraine habe „massive Veruntreuung“ westlicher Hilfsgelder gestanden.

Bewertung: Fehlender Kontext

(Faktencheck vom 15. August 2022)

Hat die Ukraine einen Missbrauch westlicher Hilfsgelder zugegeben? Das behaupten russische und pro-russische deutsche Medien. Als Belege werden die Aussagen eines ukrainischen Behördenleiters und des Innenministers zitiert. Diese „gestehen“ jedoch keine Veruntreuung. Der Behördenleiter spricht von Betrügern, die in der Ukraine Spenden gesammelt hatten, der Innenminister berichtet von der Aufklärung von Vorfällen. Den ausführlichen Faktencheck finden Sie hier.

Behauptung: Olaf Scholz habe Anfang August keine Gasturbine besichtigt, sondern ein Flugzeugtriebwerk.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 11. August 2022)

In Sozialen Netzwerken kursiert die Behauptung, Olaf Scholz habe in Mülheim an der Ruhr nicht die Gasturbine aus Nord Stream 1 besichtigt, sondern ein Flugzeugtriebwerk. Das stimmt nicht. Den Faktencheck dazu finden Sie hier.

Olaf Scholz in Mülheim an der Ruhr vor der Gasturbine aus Nord Stream 1
Olaf Scholz bei seinem Besuch der Nord-Stream-1-Gasturbine in Mülheim am 3. August 2022 (Symbolbild: Picture Alliance / DPA / Bernd Thissen)

Behauptung: Eine für den Betrieb von Nord Stream 1 notwendige Turbine hänge wegen der Sanktionen gegen Russland in Kanada fest. Russland habe angeboten, die Gaslieferungen an Deutschland über Nord Stream 2 abzuwickeln, was Deutschland aber abgelehnt habe.

Bewertung: Fehlender Kontext

(Faktencheck vom 4. August 2022)

In einem Facebook-Beitrag wird behauptet, dass Russland kein Gas an Deutschland liefern konnte, weil eine Turbine von Nord Stream 1 nicht aus Kanada habe geliefert werden können. Der angebliche Grund dafür: die Sanktionen gegen Russland. Außerdem habe Deutschland das Angebot des Kreml ausgeschlagen, das Gas über Nord Stream 2 zu liefern. Den Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Das nieder­län­di­sche Parla­ment verab­schiede ein Gesetz, mit der die Regie­rung von Menschen verlangen könne, Geflüchtete in ihrem eigenen Haus unterzubringen und sie zu ernähren.

Bewertung: Größtenteils falsch

(Faktencheck vom 29. Juli 2022)

Hat das nieder­län­di­sche Parla­ment ein Gesetz verabschiedet, das von Bürgern verlangt, Geflüchtete aus der Ukraine aufzunehmen und sie zu ernähren? Eine Webseite interpretiert einen Beschluss der Regierung falsch. Mit dem Wohnraum von Bürgerinnen hat er nichts zu tun. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Einer Umfrage der ARD zufolge würden 11 Millionen Deutsche im Kriegsfall für Putin und Russland gegen die Nato kämpfen.

Bewertung: Frei erfunden

(Faktencheck vom 25. Juli 2022)

Mit einer erfundenen Umfrage werden Nutzende auf Facebook in die Irre geführt: Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich elf Millionen Deutsche bei einem Krieg zwischen der Nato und Russland auf die Seite Russlands schlagen würden. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Das Einkaufszentrum in Krementschuk sei geschlossen und es sei niemand dort gewesen. Es sei zufällig in Brand geraten, nachdem Russland ein militärisches Ziel in der Nähe beschossen habe.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 21. Juli 2022)

Nach einem Angriff auf ein Einkaufszentrum im ukrainischen Krementschuk behauptet das russische Verteidigungsministerium, das Einkaufszentrum sei am Tag des Raketenangriffs geschlossen gewesen. Das stimmt nicht – Videos, Kassenzettel und Augenzeugenberichte belegen, dass das Zentrum geöffnet war. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Fotos zeigen angeblich Aufkleber mit der Aufschrift „Russland und Russen: Das einzige Gas, das ihr und euer Land verdient, ist Zyklon B“ im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 20. Juli 2022)

Fotos auf Facebook zeigen Aufkleber, die angeblich im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gefunden wurden und dazu auffordern, Russen durch das Gas Zyklon B zu töten. Doch die Aufnahmen wurden mit großer Wahrscheinlichkeit manipuliert. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Foto zeige Elena Rybakina, die bei einer Pressekonferenz weine, weil sie von der Presse wegen ihrer russischen Abstammung in die Mangel genommen worden sei.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 15. Juli 2022)

Auf Twitter verbreitet sich ein Foto, auf dem die Tennisspielerin Elena Rybakina bei einer Pressekonferenz weint. Die Wimbledon-Siegerin soll angeblich wegen ihrer russischen Wurzeln „in die Mangel“ genommen worden sein. Das stimmt nicht, das geteilte Foto hat einen anderen Kontext. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige, wie eine russische Kinschal-Rakete in ein in 136 Metern Tiefe liegendes ukrainisches Waffendepot einschlage.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 14. Juli 2022)

In Sozialen Netzwerken verbreitet sich ein Video, das angeblich einen russischen Raketenangriff auf ein unterirdisches ukrainisches Waffendepot zeigt. Die vermeintliche Explosion ist jedoch nicht wirklich passiert, das Video wurde digital animiert. Die Vorlage hielt schon für andere fiktive Szenarien her. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Das US-Verteidigungsministerium habe eingeräumt, in der Ukraine 46 Biolabore finanziert zu haben.

Bewertung: Fehlender Kontext

(Faktencheck vom 12. Juli 2022)

Eine Webseite behauptet, das US-Verteidigungsministerium habe die Finanzierung von Laboren endlich „eingeräumt“ – eine scheinbar brisante Meldung, deren Inhalt jedoch weder neu ist, noch Aufschluss über ein Biowaffenprogramm gibt. Behauptungen zu der Finanzierung und der Arbeit in den Forschungslaboren fehlt wesentlicher Kontext. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen habe in Beiträgen in Sozialen Netzwerken angeboten, ukrainische Geflüchtete im ehemaligen Konzentrationslager unterzubringen.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 12. Juli 2022)

In Sozialen Netzwerken wird behauptet, die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen hätte auf Facebook und Instagram angeboten, ukrainische Geflüchtete in einem „speziell gebauten temporären Hotel“ auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers unterzubringen. Das stimmt nicht, die angeblichen Beiträge und das Foto sind manipuliert. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige eine Unterkunft in einem Flüchtlingswohnheim in Bamberg, die durch ukrainische Geflüchtete verwüstet worden sei.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 11. Juli 2022)

In einem Beitrag auf Telegram wird behauptet, ukrainische Geflüchtete hätten ein Flüchtlingswohnheim in Bamberg verwüstet, sowie Lebensmittel und Haushaltsgeräte gestohlen. Aber die Zuständigen der Einrichtung erklären, dort hätten keine Menschen aus der Ukraine gelebt. Auch der Polizei Bamberg liegen keine Hinweise auf Straftaten durch ukrainische Geflüchtete vor. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Wolodymyr Selenskyj habe ein Privatvermögen von 1,2 Milliarden Euro.

Bewertung: Unbelegt

(Faktencheck vom 11. Juli 2022)

Seit Monaten heißt es auf Facebook, der ukrainische Präsident Selenskyj habe ein Privatvermögen von 1,2 Milliarden Euro. Das ist laut Recherchen des Finanzmagazins Forbes jedoch stark übertrieben, vermutlich beläuft sich Selenkyjs Vermögen nur auf einen Bruchteil davon. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Foto zeige einen Gefangenen mit Hakenkreuz-Tattoos in Donezk.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 1. Juli 2022)

In Sozialen Netzwerken verbreitet sich aktuell ein Foto eines Häftlings mit Hakenkreuz-Tätowierungen bei einer ärztlichen Untersuchung – Ort der Aufnahme sei Donezk, so die Behauptung. Doch das Foto wurde bereits 2005 in einem Gefängnis in Belarus aufgenommen und hat keinen Bezug zur Ostukraine. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Robert Habeck habe gesagt, es sei „für jeden Bürger zumutbar, 42 Stunden in der Woche zu arbeiten, um die Waffenlieferungen in die Ukraine zu finanzieren“.

Bewertung: Frei erfunden

(Faktencheck vom 23. Juni 2022)

Eine 42-Stunden-Woche für Waffenlieferungen an die Ukraine? Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck wird in Sozialen Netzwerken unterstellt, er habe gesagt, dies sei für „jeden Bürger“ zumutbar. Doch das angebliche Zitat ist erfunden, das Wirtschaftsministerium dementiert. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Screenshot zeige, dass ein italienischer Fernsehsender ein Bild von Menschen auf der Flucht aus Kiew eingeblendet habe, das eigentlich eine Szene aus dem Film „Deep Impact“ zeige.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 22. Juni 2022)

Seit Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs gibt es immer wieder Behauptungen, Medien würden veraltete oder falsche Bilder als aktuelle Aufnahmen aus der Ukraine ausgeben. Auch ein italienischer Fernsehsender soll Aufnahmen aus einem Katastrophenfilm benutzt haben – doch das stimmt nicht. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Eine Frau aus Saarbrücken sei angeklagt worden, weil sie in einem handschriftlichen Plakat den Krieg Russlands gegen die Ukraine unterstützte.

Bewertung: Größtenteils richtig

(Faktencheck vom 21. Juni 2022)

Eine Frau in der saarländischen Gemeinde Quierschied wird beschuldigt, ein Plakat mit Verschwörungsmythen und Falschinformationen in ihr Fenster gehängt zu haben. Weil darauf der Krieg gegen die Ukraine ausdrücklich gutgeheißen wird, läuft nun ein Ermittlungsverfahren gegen sie. Ein russisches Medium nutzt den Fall, um Stimmung gegen Deutschland zu machen. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Die „Tagesschau“ habe einen Angriff in Donezk, bei dem auf einem Markt Zivilisten getötet wurden, Russland zugeschrieben.

Bewertung: Richtig

(Faktencheck vom 15. Juni 2022)

Dieselben Bilder, doch unterschiedliche Berichte – während die Nachrichtenagentur Reuters von einem ukrainischen Angriff im ostukrainischen Donezk berichtete, schrieb die „Tagesschau“ den Beschuss russischen Truppen zu. Der Bericht der „Tagesschau“ wurde nachträglich in der Mediathek korrigiert. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Mehrere Fotos zeigen angeblich eine Werbung von KFC und Booking.com an einem deutschen Bahnhof mit dem Text „Chicks from Ukraine are very welcome in Germany“.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 14. Juni 2022)

„Mädels aus der Ukraine sind in Deutschland sehr willkommen“ soll auf gemeinsamen Werbeplakaten von KFC und Booking.com am Münchener Hauptbahnhof stehen. Es verbreiten sich verschiedene Bilder im Netz, die Anzeigen mit diesem Spruch zeigen. Doch die Fotos sind manipuliert. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Die Bild-Zeitung habe mit einem Video darüber berichtet, dass ukrainische Flüchtlinge in Wulfen, Sachsen-Anhalt mit einer „Tesla-Maschine“ die russische Flagge verbrennen wollten und dabei die Unterkunft ihrer Gastgeber niederbrannten.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 31. Mai 2022)

Ein angebliches Video der Bild-Zeitung wird verbreitet, um Stimmung gegen ukrainische Flüchtlinge zu machen. Diese hätten bei dem Versuch, eine russische Flagge zu verbrennen, ihre Unterkunft in Wulfen niedergebrannt, heißt es darin. Der Vorfall ist frei erfunden, das Video eine plumpe Fälschung. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Auf dem Titelblatt des Magazins Stern vom 10. März 2022 werde der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als König der Lügen bezeichnet.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 27. Mai 2022)

Online verbreitet sich ein gefälschtes Titelblatt des Magazins Stern. Darauf wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als „König der Lügen“ bezeichnet. Das Titelblatt wurde jedoch manipuliert. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Drei TV-Sender hätten dasselbe Bild einer Rakete verwendet, aber unterschiedliche Angaben dazu gemacht, wo das Bild entstanden sei.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 27. Mai 2022)

Mit einer Collage vermeintlicher TV-Mitschnitte wird drei Sendern verzerrte Berichterstattung vorgeworfen – zu Unrecht. Denn die Collage ist nicht nur mehrere Jahre alt, die Bilder sind zudem manipuliert. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Foto zeige den US-Admiral Eric Olson, der vom russischen Militär am Asow-Stahlwerk in Mariupol gefangen genommen worden sei.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 24. Mai 2022)

Es gibt keine Hinweise darauf, dass russische Soldaten den US-Admiral Eric T. Olson nahe des Asow-Stahlwerks festgenommen haben. Der 70-Jährige wurde 2011 pensioniert. Dennoch wird in Sozialen Netzwerken ein angebliches Foto aus Mariupol verbreitet – das zeigt ihn aber nicht und es stammt aus Luhansk. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Mehrere Zitate belegen, dass „die deutsche Presse“ 2021 den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als „korrupt“ beschrieben habe, und dass „unabhängige Institutionen unter seiner Macht gleichgeschaltet“ seien.

Bewertung: Fehlender Kontext

(Faktencheck vom 12. Mai 2022)

Hat die deutsche Presse Wolodymyr Selenskyj noch vor einem Jahr als „korrupt“ bezeichnet? Diesen Eindruck erweckt ein Beitrag des Deutschland-Kurier auf Facebook. Doch die zitierten Aussagen stammen alle aus nur einem Artikel und wurden teilweise manipuliert. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video der ukrainischen Polizei vom 2. April bestätige, dass es kein Massaker der russischen Armee in Butscha gegeben habe, da darin keine Leichen zu sehen seien. Das Massaker müsse also nach dem 2. April geschehen sein, als ukrainische Kräfte die Stadt bereits wieder übernommen hatten.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 6. Mai 2022)

Auf einer Webseite wird behauptet, in einem Video der ukrainischen Polizei vom 2. April aus Butscha seien keine Leichen zu sehen. Das wird als Beweis interpretiert, dass russische Truppen nicht für die Tötung der dort gefundenen Menschen verantwortlich sein könnten. Frühere Aufnahmen aus Butscha sprechen gegen diese Behauptung. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Hartmann Lauterbacher, Obergruppenführer bei der SS, sei der Großvater von Karl Lauterbach.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 29. April 2022)

Karl Lauterbach und der SS-Mann Hartmann Lauterbacher haben zwei unterschiedliche Nachnamen. In Sozialen Netzwerken wird Lauterbacher jedoch falsch benannt und es wird behauptet, er sei der Großvater des heutigen Gesundheitsministers. Das Gesundheitsministerium dementiert. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Bild zeige mit Asow-Symbolen verziertes Ostergebäck aus der Ukraine.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 29. April 2022)

Auf Telegram und Facebook kursiert ein Foto, das angeblich Ostergebäck aus der Ukraine zeigt. Darauf sind der Name und Symbole des Asow-Regiments als Verzierung zu sehen. Doch das Bild ist manipuliert, die Zeichen wurden nachträglich hinzugefügt. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Weil Flixbus wieder mehr Fahrten in die Ukraine anbietet, herrsche in dem Land gar kein Krieg bzw. er sei nicht so schlimm

Bewertung: Fehlender Kontext

(Faktencheck vom 29. April 2022)

Weil Flixbus verkündete, wieder mehr Fahrten in die Ukraine anzubieten, wird auf Facebook argumentiert, es gebe keinen Krieg oder dieser sei nicht so schlimm. Das ist irreführend, in der Ukraine herrscht weiter Krieg. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige wie ukrainische Soldaten Leichen in Butscha für eine Filmkulisse auslegten.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 28. April 2022)

In einem Video ist angeblich zu sehen, wie das ukrainische Militär Leichen in Butscha drapiert, um die Tötung von Zivilisten zu inszenieren. Das ist falsch. Die Leichen werden von ukrainischen Soldaten aus der Ferne mit Kabeln bewegt, um etwaige Sprengfallen auszulösen und so die Soldaten zu schützen. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Gerhard Lindner, Brigadeführer bei der SS, sei der Großvater von Finanzminister Christian Lindner.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 28. April 2022)

Eine Reihe von Bildcollagen unterstellt deutschen Politikern, ihre Großväter seien bei der SS gewesen. Eine davon zeigt Finanzminister Christian Lindner und dessen angeblichen Großvater, der bei der SS gewesen sei. Laut Finanzministerium ist die Behauptung jedoch falsch – die Männer sind nicht verwandt. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: In einem Video sei Selenskyj zu sehen, der erklärt, dass er Kokain nehme und dessen anregende Wirkung lobe.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 28. April 2022)

In einem Interview sagte Wolodymyr Selenskyj, er konsumiere keine Drogen. Doch in Sozialen Netzwerken verbreitet sich davon eine manipulierte Version. Darin wirkt es, als würde Selenskyj von der belebenden Wirkung von Kokain schwärmen. Das ist falsch. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Der Bürgermeister von Butscha habe am 31. März die Befreiung Butschas verkündet, jedoch kein Wort über angebliche Leichen auf den Straßen verloren.

Bewertung: Fehlender Kontext

(Faktencheck vom 28. April 2022)

Neben zahlreichen Behauptungen zu den Geschehnissen in Butscha, wird im Netz auch behauptet, der Bürgermeister der Stadt habe am 31. März von der Befreiung Butschas gesprochen – ohne dabei Leichen zu erwähnen. So wird suggeriert, die Tötung von Zivilisten sei erst nach dem Abzug der russischen Truppen geschehen. Satellitenbilder und Zeugenaussagen widersprechen dem. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Der Bundesregierung sei durch Russland offiziell mitgeteilt worden, dass das Zwei-Plus-Vier-Abkommen mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden sei.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 27. April 2022)

Online heißt es, Deutschland und Russland befänden sich offiziell im Krieg, weil Russland den Zwei-plus-Vier-Vertrag verlassen habe. Das Auswärtige Amt teilte uns mit, dass dies nicht der Fall ist. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige Kokain auf Selenskyjs Schreibtisch.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 26. April 2022)

Lag auf dem Schreibtisch von Wolodymyr Selenskyj Kokain, als er sich mit Elon Musk austauschte? Nein, das Video wurde manipuliert und danach von pro-russischen Accounts verbreitet. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Das russische Militär habe einen Militärtransporter mit den Buchstaben A bis Z beschriftet.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 26. April 2022)

Im Netz verbreitet sich die manipulierte Aufnahme eines russischen Militärtransporters. Darauf sind alle Buchstaben des Alphabets zu lesen statt des Buchstabens „Z“. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige verbrannte Autos in Berlin beziehungsweise Hannover, deren Besitzer Russen seien beziehungsweise bei einem Autokorso mitgemacht hätten.

Bewertung: Teilweise falsch

(Faktencheck vom 25. April 2022)

Auf Facebook und Telegram kursiert ein Video, das Autos zeigt, die angeblich von Ukrainern in Berlin oder in Hannover in Brand gesteckt worden sein sollen. Gehören sollen diese Russen, die an einem pro-russischen Autokorso teilgenommen hätten. Belege dafür gibt es laut der Polizei jedoch nicht. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: 10 Kilometer von Nürnberg entfernt sei ein russischstämmiger Mann von drei ukrainischen Geflüchteten niedergestochen worden.

Bewertung: Frei erfunden

(Faktencheck vom 25. April 2022)

In Sozialen Netzwerken kursiert die Behauptung, in der Nähe von Nürnberg sei ein Mann von Geflüchteten aus der Ukraine niedergestochen worden, weil er Russisch sprach. Ein solcher Fall ist der Polizei Mittelfranken jedoch nicht bekannt. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video belege, dass ukrainische Randalierer in Berlin Autos zerstört hätten, die an prorussischen Autokorsos teilgenommen haben.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 22. April 2022)

Ukrainische Randalierer sollen Autos „zerstört“ haben, die Anfang April in Berlin bei einem Pro-Russland Autokorso teilgenommen hätten, heißt es in Beiträgen online. Dazu kursiert ein Video. Laut Angaben der Polizei stimmt das jedoch nicht. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Mädchen habe im Regierungsviertel gesungen: „Bald wird es keine Russen mehr geben, und dann wird Frieden auf der ganzen Welt.“

Bewertung: Richtig

(Faktencheck vom 14. April 2022)

In einem kurzen Video ist zu hören, wie ein Kind singt, es werde bald „keine Russnia“ mehr geben. Online wird behauptet, das richte sich gegen alle Russinnen und Russen. Die Sängerin, die das Lied geschrieben hat, behauptet, mit dem Ausdruck seien lediglich russische Angreifer in der Ukraine gemeint – dafür fanden wir aber keine Belege. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Die USA hätten ihren Import von russischem Öl um über 40 Prozent erhöht.

Bewertung: Fehlender Kontext

(Faktencheck vom 14. April 2022)

Ein irreführender Artikel des Anti-Spiegel über amerikanische Ölimporte aus Russland wird in Sozialen Netzwerken verbreitet. Anders als suggeriert, erhöhen die USA ihre Importe aus Russland nicht dauerhaft. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige Panzer in Recklinghausen. Teilweise wird spekuliert, die Fahrzeuge würden in die Ukraine geliefert.

Bewertung: Fehlender Kontext

(Faktencheck vom 14. April 2022)

Ein Video soll den Transport von Panzern in Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen zeigen. Nutzerinnen und Nutzer in Sozialen Netzwerken spekulieren, dass die Fahrzeuge in die Ukraine geschickt würden. Doch dem US-Militär zufolge handelt es sich um eine Truppenverlegung im Zusammenhang mit der Operation „Atlantic Resolve“, die schon vor dem Krieg angekündigt worden war. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Die USA hätten die Existenz von Biowaffen-Laboren in der Ukraine zugegeben.

Bewertung: Fehlender Kontext

(Faktencheck vom 12. April 2022)

Seit Wochen kursieren in Sozialen Netzwerken Behauptungen darüber, dass in der Ukraine Biowaffen hergestellt oder in Laboren erforscht würden. Eine US-Diplomatin soll das Anfang März in einer öffentlichen Sitzung auch zugegeben haben. Sie sprach jedoch von der generellen Forschung an Krankheitserregern, welche in Laboren weltweit üblich ist. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Von Russland veröffentlichte Dokumente aus zwei ukrainischen Laboren belegten, dass dort besonders gefährliche Krankheitserreger zerstört wurden und dies ein Beweis für ein geheimes Biowaffen-Programm in der Ukraine sei.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 12. April 2022)

Anfang März veröffentlichte Russland Dokumente zweier ukrainischer Labore. Sie sollen zeigen, dass das Land ein geheimes Biowaffen-Programm betreibt. Doch die Dokumente belegen dies nicht. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: ZDF Enterprises suche Komparsen, um die Verbrechen des russischen Militärs in Mariupol als Doku nachzustellen, da kein Originalmaterial vorhanden sei.

Bewertung: Frei erfunden

(Faktencheck vom 11. April 2022)

Das ZDF suche unter anderem 300 männliche Komparsen für eine Doku über den Angriff des russischen Militärs auf die ukrainische Stadt Mariupol: Das ist auf einem Bild zu lesen, das sich auf Facebook und Whatsapp verbreitet. Einen solchen Aufruf des Fernsehsenders gibt es jedoch nicht. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: In Hamburg seien im Zusammenhang mit dem Krieg Autos mit russischen Kennzeichen beschädigt worden. Dafür seien Geflüchtete aus der Ukraine verantwortlich.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 11. April 2022)

Unter anderem in Lettland und Russland verbreiten sich Aufnahmen beschädigter Autos aus Deutschland. Dafür werden teilweise Geflüchtete aus der Ukraine verantwortlich gemacht. Suggeriert wird ein Bezug zum Krieg. Dieser ist laut Polizei Hamburg jedoch nicht gegeben. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Butscha: Aufnahmen belegen Behauptungen zu fehlenden Totenflecken und Leichenstarre nicht

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 08. April 2022)

Ein Video aus Butscha soll belegen, dass die Leichen, die dort gefunden wurden, weder Leichenstarre noch Totenflecken aufweisen würden. Die Aufnahmen sind für diese Behauptungen jedoch nicht aussagekräftig. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Auf einem Video aus  Butscha sehe man, dass eine auf der Straße liegende Leiche ihren Arm bewege und eine andere aufstehe.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 06. April 2022)

In Sozialen Netzwerken kursiert die Behauptung, auf Aufnahmen aus der ukrainischen Stadt Butscha seien Bewegungen zweier auf der Straße liegender Körper zu sehen. Das ist falsch – die vermeintlichen Bewegungen sind gar keine, in dem Video sind Leichen zu sehen. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein CNN-Beitrag belege, dass der TV-Sender einen Brand in Edmonton in Kanada zeige und nicht wie behauptet in Lwiw

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 04. April 2022)

Ein CNN-Beitrag über die Explosion eines Kraftstofflagers in Lwiw sorgt in Sozialen Netzwerken für Spekulationen: der Beitrag sei nicht in der Ukraine, sondern in Kanada gedreht worden. Das verrate die Aufschrift „Edmonton“ auf der Jacke eines Feuerwehrmanns. Doch die Ausrüstung war eine Spende, die Explosion hat sich in Lwiw ereignet. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein kanadischer Scharfschütze, der als der tödlichste der Welt gelte, sei in der Ukraine nach nur 20 Minuten von russischen Spezialeinheiten getötet worden

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 31. März 2022)

In Sozialen Netzwerken heißt es: Der „tödlichste“ Scharfschütze der Welt, bekannt unter dem Namen Wali, soll in der Ukraine gefallen sein. Die Behauptung ist jedoch erfunden. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Foto zeige, wie Wolodymyr Selenskyj hinter dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit zwei Fingern ein Peacezeichen machte

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 29. März 2022)

Im Netz kursiert ein manipuliertes Bild von Wolodymyr Selenskyj, Wladimir Putin und Emmanuel Macron. Darauf hält der ukrainische Präsident hinter dem Kopf des russischen Präsidenten zwei Finger hoch und grinst. Bei dem Bild handelt es sich jedoch um eine Fotomontage. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Der Nachrichtensender CNN habe Aufnahmen eines serbischen Hotels als Aufnahmen aus der Ukraine ausgegeben

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 28. März 2022)

Im Netz verbreitet sich die Behauptung, der Sender CNN habe Aufnahmen eines verfallenen serbischen Hotels als aktuelle Aufnahmen aus der Ukraine ausgegeben. Ein Tweet, der als Beweis angeführt wird, ist jedoch gefälscht. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Eine Geburtsklinik in Mariupol, die zerbombt wurde, sei nicht in Betrieb gewesen und habe als militärischer Stützpunkt gedient

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 25. März 2022)

Nach einem mutmaßlich russischen Angriff auf eine Entbindungsstation in der ukrainischen Stadt Mariupol häufen sich im Netz die Zweifel daran, dass das Krankenhaus überhaupt in Betrieb gewesen sei und dass es wirklich Verletzte gegeben habe. Doch Videos und Bilder belegen das Gegenteil – die Klinik war demnach zum Zeitpunkt des Angriffes in Betrieb. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Das Foto einer Spritpreis-Anzeigetafel in Österreich zeige, dass sich der Krieg dort nicht „ganz so stark“ auf die Spritpreise auswirke, wie auf die Preise in Deutschland

Bewertung: Fehlender Kontext

(Faktencheck vom 25. März 2022)

Auf Facebook kursiert ein Foto, das angeblich aktuelle Spritpreise an einer Tankstelle in Österreich zeigt. Dazu wird suggeriert, der Russland-Ukraine-Krieg wirke sich dort nicht so stark aus wie in Deutschland. Doch auch in Österreich stiegen seit Beginn des Krieges die Preise. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige einen Mann, der in einem Geschäft mit russischen Produkten in Regensburg randaliere

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 24. März 2022)

In Sozialen Netzwerken kursieren Aufnahmen, die angeblich einen russenfeindlichen Vorfall in Regensburg zeigen. Doch die Aufnahmen sind weder aktuell, noch stammen sie aus Deutschland. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Fotos und ein Video zeigten keinen russischen Offizier, sondern einen Ukrainer, der einer Neonazi-Organisation in der Stadt Ternopol angehöre

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 24. März 2022)

In Sozialen Netzwerken kursiert ein Video einer Gefangennahme eines Beamten einer russischen Spezialeinheit. Deutschsprachige Telegram-Accounts behaupten, das Video sei eine Täuschung, der Mann sei ein ukrainischer Neonazi. Das stimmt so nicht. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Dimitri M. ist Beamter einer Spezialeinheit aus Russland, er ist kein Neonazi aus der Ukraine
Dimitri M. ist Beamter einer russischen Spezialeinheit (Quelle: Youtube / Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Behauptung: Ein Video zeige einen verschmutzten Zug, in dem „die Flüchtlinge aus der Ukraine“ gebracht worden seien

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 23. März 2022)

In einem Video schimpft ein Mann über leere Bierflaschen, Aufkleber und Schmierereien in einem Zug. Im Internet wird behauptet, Geflüchtete aus der Ukraine seien für die Verunreinigungen verantwortlich. Das stimmt nicht: Es waren offenbar Fußballfans. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Der Deutschlandfunk habe in einem Artikel vom 15. März den Ausdruck „Afrokrainer“ benutzt

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 23. März 2022)

Im Netz kursiert das Bild eines angeblichen Deutschlandfunk-Artikels. Der Sender soll für einige Geflüchtete aus der Ukraine den Ausdruck „Afrokrainer“ genutzt haben. Unstimmigkeiten im Layout deuten darauf hin, dass der Ausdruck nachträglich eingefügt wurde. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Um Kapazitäten für Menschen aus der Ukraine zu schaffen, seien Unterkünfte in Berlin-Reinickendorf für Geflüchtete geräumt worden

Bewertung: Richtig

(Faktencheck vom 22. März 2022)

Im Stadtbezirk Berlin-Reinickendorf stehen sogenannte Tempohomes – das sind Wohncontaineranlagen zur Unterbringung von Geflüchteten. Um Platz für Menschen aus der Ukraine zu schaffen, räumte der Senat kurzfristig mehrere Unterkünfte, in denen Asylbewerber lebten. Sie mussten in andere Unterkünfte ziehen. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video über die Ukraine zeige, dass sich unter einem vermeintlichen Leichensack eine Person bewegt – die Aufnahmen seien inszeniert

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 22. März 2022)

Im Internet wird ein Video von angeblichen Leichensäcken in der Ukraine verbreitet. In einem der Säcke liegt jedoch ein Mensch, der sich bewegt. Einige Nutzer leiten daraus ab, dass die Szene inszeniert sei. Unsere Recherche zeigt jedoch: Das Video wurde manipuliert und hat mit der Ukraine nichts zu tun – es zeigt eine Klima-Protestaktion in Wien. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: In Euskirchen sei ein Russisch sprechender 16-Jähriger von ukrainischen Geflüchteten zu Tode geprügelt worden

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 21. März 2022)

In Sozialen Netzwerken kursiert die Behauptung, Geflüchtete aus der Ukraine hätten einen russischsprachigen Jugendlichen in Euskirchen in Nordrhein-Westfalen verprügelt und dieser sei gestorben. Dafür gibt es keinerlei Belege. Die Polizei spricht von einem „Fake“. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Eine Bloggerin habe auf Fotos vom Angriff auf das Kinderkrankenhaus in Mariupol „die Rollen“ mehrerer schwangerer Frauen „gespielt“

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 18. März 2022)

In Sozialen Netzwerken wird einer schwangeren Bloggerin unterstellt, sie habe mehrere verletzte Frauen bei einem „angeblichen“ Bombenangriff in Mariupol gespielt. Doch Journalisten vor Ort haben den Einschlag dokumentiert – die Bloggerin war eine von mehreren Patienten. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Video zeige den Präsidenten der Ukraine bei einem Krankenhausbesuch zusammen mit der bereits Ende Februar verstorbenen Ärztin Inna Derusova

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 17. März 2022)

Ein aktuelles Video zeigt den Präsidenten der Ukraine angeblich mit einer Ärztin, die bereits am 26. Februar gestorben sei. Die Frau im Video ist jedoch eine andere. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: In der Oberpfalz seien Hilfsgüter für die Ukraine aus mehreren LKW entladen worden und in der örtlichen Müllverbrennung gelandet

Bewertung: Größtenteils falsch

(Faktencheck vom 17. März 2022)

In Sozialen Netzwerken kursiert ein Foto mit der Behauptung, Hilfsgüter für die Ukraine würden in der Oberpfalz verbrannt. Stattdessen sollen die bereitgestellten LKW angeblich Waffen liefern. Das ist größtenteils falsch – tatsächlich brachte der Konvoi Essen und Arzneimittel an die polnisch-ukrainische Grenze. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Die Deutsche Bank und die Postbank sanktionierten aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges all ihre russischen Kundinnen und Kunden in Deutschland, wenn sie keine Aufenthaltserlaubnis vorlegen

Bewertung: Frei erfunden

(Faktencheck vom 14. März 2022)

Mehrere Twitter-Nutzerinnen und Nutzer behaupten anhand unterschiedlicher Briefe, die Deutsche Bank und die Postbank sanktionierten all ihre russischen Kunden in Deutschland, wenn sie keine Aufenthaltserlaubnis vorlegen könnten. Die Briefe sind echt, doch sie betreffen nicht alle Russinnen und Russen. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Ein Foto zeige Menschen, die aus der Ukraine flüchten wollen, am Bahnhof von Charkiw

Bewertung: Richtig

(Faktencheck vom 14. März 2022)

Ein Foto soll den überfüllten Bahnhof in Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, zeigen. Einige Nutzerinnen und Nutzer in Sozialen Netzwerken zweifeln dies aber an. Doch das Bild stammt tatsächlich von dort. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Schwarze würden daran gehindert, in Züge zu steigen, um aus der Ukraine auszureisen. Ein Video belege das.

Bewertung: Größtenteils richtig

(Faktencheck vom 11. März 2022)

Seit Ende Februar berichten einige Flüchtlinge aus der Ukraine von Diskriminierung bei der Ausreise. Ein Video, das dazu in Deutschland kursiert, zeigt beispielsweise eine Auseinandersetzung an einem Bahnhof. Das Video ist authentisch. Die UN reagierte bereits auf solche Berichte. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: In der Ukraine würden Organe von noch lebenden Menschen entnommen und an die EU verkauft. Die Leichen würden danach mit mobilen Krematorien entsorgt werden.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 9. März 2022)

Laut eines Blog-Beitrags werden ukrainischen Soldaten Organe entnommen und in die EU verkauft. Die Leichen sollen danach angeblich in mobilen Krematorien entsorgt werden, um den Organhandel zu vertuschen. Die angeblichen Belege dafür stimmen jedoch nicht. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Am Atomkraftwerk in Tschernobyl sei stark erhöhte radioaktive Strahlung gemessen worden.

Bewertung: Größtenteils richtig

(Faktencheck vom 7. März 2022)

Nachdem russische Truppen die Anlage des ehemaligen Kernkraftwerks im ukrainischen Tschernobyl eingenommen haben, wird in Sozialen Netzwerken über eine angeblich stark erhöhte radioaktive Strahlung diskutiert. Nach Ansicht von Experten besteht jedoch keine Gefahr. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Schaufensterscheiben und Eingangsbereich eines russischen Geschäfts in Deutschland seien beschädigt worden.

Bewertung: Richtig

(Faktencheck vom 4. März 2022)

Ein Video auf Twitter soll ein russisches Geschäft in Deutschland zeigen, das mit Farbe beschmiert und bei dem ein Fenster zerstört worden sei. Die Polizei bestätigt, dass sie in dem Fall ermittelt. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Nein, dieses Bild zeigt keinen von der Ukraine abgeschossenen russischen Jet – es stammt von 1993.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 28. Februar 2022)

Auf Facebook und Twitter verbreitet sich das Bild eines brennenden Kampfjets mit der Behauptung, dieser sei vom ukrainischen Militär abgeschossen worden. Das stimmt nicht, das Foto hat nichts mit dem aktuellen Konflikt zu tun. Es entstand bei einer Flugshow in Großbritannien. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: US-Außenminister Antony Blinken habe in einer UN-Sitzung ein Foto eines bombardierten Kindergartens in Luhansk gezeigt.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 25. Februar 2022)

Es wird ohne Belege behauptet, dass der Angriff auf einen Kindergarten in der Oblast Luhansk eine „False Flag“ der Ukraine war. Das wird unter anderem von Alina Lipp auf Telegram verbreitet, und auch der österreichische Wochenblick griff die Behauptungen am 21. Februar in einem Artikel auf. Unter anderem heißt es darin, US-Außenminister Antony Blinken habe ein Foto des Kindergartens bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in die Kamera gehalten. Es wird ein Vergleich zu 2003 gezogen, als der damaligen US-Außenminister Colin Powell ein Fläschchen in die Kamera hielt, um zu beweisen, dass der irakische Diktator Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen habe. Eine Lüge, wie sich später herausstellte.

Die Behauptung, Blinken habe ein Foto des Kindergartens hochgehalten, ist aber ebenfalls falsch. Die AFP hat das Foto von Blinken mit dem Bild des Kindergartens bereits in einem Faktencheck als Fälschung entlarvt. Die Recherche zeigt, dass Blinkens Gesicht und das Bild des Kindergartens nachträglich in das Foto des ehemaligen US-Außenministers Colin Powell von 2003 eingefügt wurden. Unseren vollständigen Faktencheck zu diesem Thema finden Sie hier.

Behauptung: Bild-TV verbreite in einem Video „Fake News“ zur Russland-Ukraine-Krise.

Bewertung: Fehlender Kontext

(Faktencheck vom 25. Februar 2022)

In Sozialen Netzwerken wird behauptet, im Zuge des Russland-Ukraine-Kriegs würden „westliche Fake News“ verbreitet. Als Beispiel werden Aufnahmen von Bild-TV genannt, die eine Explosion und den Absprung von Fallschirmtruppen zeigen, doch tatsächlich nichts mit dem aktuellen Krieg zu tun haben. Der Fehler wurde aber korrigiert. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Videos von Luftangriffen auf den Militärflughafen Iwano-Frankiwsk seien nicht authentisch.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 25. Februar 2022)

Im Netz verbreiten sich Videos, die Luftangriffe auf den Flughafen der ukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk zeigen. Deutschsprachige Telegram-Accounts bezweifeln deren Echtheit. Doch die Videos lassen sich durch Recherchen eindeutig den Angriffen zuweisen. Den ganzen Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Foto zeige die Folgen einer Gasexplosion im Jahr 2018 und nicht eines aktuellen russischen Angriffs in der Ukraine.

Bewertung: Falscher Kontext

(Faktencheck vom 25. Februar 2022)

In Sozialen Netzwerken wird eine Collage verbreitet: Ein Bild-Artikel über einen russischen Raketenangriff auf ein Wohnhaus in der Ost-Ukraine wird einem russischen Bericht mit demselben Foto gegenübergestellt. Der russische Bericht soll angeblich belegen, dass das Foto die Folgen einer Gasexplosion 2018 zeige. Das stimmt nicht, das Foto ist aktuell und aus der Stadt Tschuhujiw. Den Faktencheck dazu finden Sie hier.

Behauptung: Angebliche Live-Übertragung der russischen Sondersitzung zur Anerkennung von Donezk und Luhansk wurde Stunden vorher aufgenommen.

Bewertung: Richtig

(Faktencheck vom 25. Februar 2022)

In einer Sondersitzung des Sicherheitsrates am 21. Februar beriet Russlands Präsident Wladimir Putin über die Anerkennung der selbsternannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine. Die Sitzung von dem Sender Channel One wurde gegen 17 Uhr Ortszeit im russischen Staatsfernsehen übertragen. Die russische Regierung veröffentlichte das Protokoll der Sitzung um 18.30 Uhr Ortszeit, was zu der Länge des Videos von 95 Minuten passt. Ein Twitter-Beitrag von RT mit dem Verweis auf eine angebliche Live-Übertragung auf Youtube wurde jedoch mutmaßlich um 18 Uhr Ortszeit veröffentlicht. 

Bereits am Tag nach der Sitzung wiesen Twitter-Nutzer (hier und hier) darauf hin, dass die Uhren der Teilnehmenden eine viel frühere Uhrzeit anzeigen. Mehrere Medien berichteten ebenfalls über die zeitlichen Unstimmigkeiten bei der angeblichen Live-Übertragung der Sondersitzung.    

Die Berichte wecken Zweifel an den zeitlichen Abläufen und dem Zeitpunkt der Entscheidung, die Volksrepubliken als unabhängige Staaten anzuerkennen. Denn: Nicht nur die Uhren auf der Sondersitzung zeigen eine andere Zeit, auch die spätere Unterzeichnung der Dekrete durch Putin war wohl nicht live. 

In der Aufzeichnung der Sitzung legte Putin seine Uhr am Anfang der Sondersitzung ab. Auf einem Bild, das die russische Regierung veröffentlichte, sind die Uhren von Verteidigungsminister Sergei Schoigu (links) und Außenminister Sergei Lawrow (rechts) jedoch gut zu erkennen. Dreht man die Bilder beider Uhren, zeigt Schoigus Uhr 11.45, also mehrere Stunden vor der angeblichen Live-Ausstrahlung. Bei Lavrov ist ein Zeiger zu sehen, der auf die 12 zeigt. 

Politiker auf der Sondersitzung
Im Foto von der Sondersitzung zu sehen: die Uhren des russischen Verteidigunsministers Sergei Schoigu (links) und des Außenministers Sergei Lawrow (rechts) (Quelle des Originalfotos: Kreml / Screenshot, Markierungen und Bearbeitungen: CORRECTIV.Faktencheck)

Bei der Unterzeichnung der Dekrete zur Anerkennung von Luhansk und Donezk, angeblich am Abend desselben Tages, waren Putin, der Luhansker Republikchef Leonid Passetschnik, sowie dessen Donezker Amtskollege Denis Puschilin in einem Raum zu sehen. Zum Zeitpunkt der Unterschrift hatte Putin seine Uhr um – sie zeigt Viertel nach 10. 

Ein Bild, das von der russischen Regierung veröffentlicht wurde, lässt auch die Uhr des Luhansker Republikchefs Leonid Pasetschnik erkennen. Gedreht zeigt auch sie 10.15 Uhr. 

Die Aufnahmen wurden im russischen Staatsfernsehen ab etwa 22.35 Uhr Ortszeit gesendet. Die eigentliche Aufnahme könnte somit entweder etwa 20 Minuten früher stattgefunden haben, oder schon am frühen Morgen, noch vor der Sondersitzung, bei der über die Anerkennung der Volksrepubliken beraten wurde. 

Laut Medienberichten bestätigte Putins Pressesprecher Dmitri Peskow mittlerweile, dass es sich bei den Übertragungen um Aufzeichnungen gehandelt habe. Auf dem Youtube-Kanal des russischen Senders RT ist das Video weiterhin als „live gestreamt“ markiert, jedoch mit dem Verweis „Tape“. Die genauen zeitlichen Abläufe der Sondersitzung und der anschließenden Anerkennung der Republiken bleiben weiterhin unklar. 

Behauptung des russischen Verteidigungsministeriums am 24. Februar 2022: Es würden keine ukrainischen Städte angegriffen, Zivilisten drohe keine Gefahr.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 24. Februar 2022)

Das staatlich kontrollierte russische Medium RT DE berichtet, das russische Verteidigungsministerium habe betont, russische Streitkräfte führten einen „Sondereinsatz zur Befriedung und Entmilitarisierung der Ukraine“ durch. In diesem Rahmen gebe es „keine Raketen-, Luft- oder Artillerieangriffe auf ukrainische Städte“. Und: „Zivilisten seien nicht in Gefahr.“ Dasselbe berichtete auch die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

Dem widersprechen jedoch mehrere Meldungen über Explosionen und Angriffe in ukrainischen Städten. Diese lassen sich mit Foto- und Videomaterial belegen. 

Konkret gibt es Aufnahmen eines bombardierten Wohnblocks in der Stadt Tschuhujiw (englische Berichte schreiben den Namen Chuhuiv oder Chuguiv). Die Stadt liegt in der Oblast Charkiw. Die Bilder wurden zum Beispiel von der AFP oder Al Jazeera veröffentlicht. Dabei gab es Berichten zufolge mindestens ein Todesopfer und mehrere Verletzte. In Sozialen Netzwerken wird teilweise angezweifelt, dass das Gebäude in Tschuhujiw durch einen Raketenangriff zerstört wurde – alles deutet jedoch darauf hin, dass die Aufnahmen und Berichte aktuell und authentisch sind. 

Zudem gingen am Morgen Videoaufnahmen einer Explosion auf einer Straße in der Stadt Uman viral (hier und hier). Uman liegt in etwa im Zentrum der Ukraine in der Oblast Tscherkassy. Bei dem Beschuss wurde eine Person auf einem Fahrrad getötet. Den Ort konnten wir verifizieren; auch hier deutet alles darauf hin, dass das Bildmaterial authentisch ist. Der Leiter der Oblast sprach auf Facebook von einem getöteten Zivilisten und fünf Verletzten und rief zur Evakuierung auf. 

Die ganze Recherche und alle Belege finden Sie hier in unserem ausführlichen Faktencheck.

Behauptung russischer Medien am 19. Februar: Ein festgenommener ukrainischer Agent, der an einem Anschlag beteiligt sei, habe Pläne der Ukraine zur Eroberung des Donbass offenbart.

Bewertung: Unbelegt 

(Faktencheck vom 24. Februar 2022)

Am 19. Februar berichteten russische Medien, darunter die deutschsprachige Webseite SNA: Vertreter der selbsternannten Volksrepublik Donezk (DVR) hätten einen ukrainischen Agenten namens Anton Matsanyuk festgenommen. Er werde verdächtigt, an der Sprengung eines Autos des Chefs der Separatisten-Miliz beteiligt gewesen zu sein und habe Pläne offenbart, dass die Regierung in Kiew die pro-russischen Separatistengebiete im Donbass erobern wolle. 

Dazu veröffentlichten russische TV-Sender ein Interview mit dem angeblichen Agenten. Der russische Sender Channel 1 hat Matsanyuk interviewt, es wurden ihm für die Dauer des Interviews die Handschellen abgenommen.

Die Aussagen des Mannes, dass die Ukraine eine Eroberung des Donbass plane, lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Ukraine selbst bestritt Vorwürfe von Sabotageakten oder Angriffen: Außenminister Dmytro Kuleba twitterte beispielsweise am 21. Februar, die Ukraine plane „keine derartigen Aktionen“.

Zudem gibt es Unstimmigkeiten bei der Geschichte der Festnahme des „Spions“: Russische Medien wie Sputnik und Channel 1 berichteten, diese habe sich am Donnerstag, 17. Februar, in einer Wohnung in Donezk ereignet. Die Explosion des Autos, an der der Mann beteiligt gewesen sein soll, war jedoch laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ria Novosti, die sich unter anderem auf Angaben der Volksmiliz DVR beruft, am Freitag, 18. Februar gegen 18 Uhr vor dem Verwaltungsgebäude in Donezk. (Die Zeitangabe im Medienbericht ist 19 Uhr Moskauer Zeit, der Zeitunterschied zu Donezk beträgt eine Stunde, also entspricht das 18 Uhr ukrainischer Zeit.) RIA Novosti veröffentlichte einen ersten Bericht um 19.04 Uhr, und einen Telegram-Beitrag um 19.08 Uhr (beides russischer Zeit).

Die Frage, warum Matsanyuk vor der Explosion festgenommen wurde, wird in den Berichten nicht beantwortet; Verletzte gab es demnach nicht. 

Es gibt auch Zweifel an der Geschichte über das gesprengte Auto des Separatisten-Anführers. Am 18. Februar um 19.25 Uhr lokaler Zeit veröffentlichte Sputnik mehrere Fotos des explodierten Autos, eines älteren grünen Militärfahrzeug-Modells. In den Aufnahmen ist das Kennzeichen des Fahrzeugs zu erkennen: ДК-0101. In einem Video des zerstörten Autos, das seit dem Abend des 18. Februar in Sozialen Netzwerken kursiert, ist das Kennzeichen aber nicht zu sehen.

Foto der russischen Agentur Sputnik zeigt das Kennzeichen des zerstörten Fahrzeugs
Das Foto der russischen Agentur Sputnik zeigt das Kennzeichen des zerstörten Fahrzeugs (Quelle: Sputnik; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Noch am selben Tag wies ein Nutzer auf Twitter darauf hin, dass auf früheren Fotos verschiedene Militärfahrzeuge dieses Kennzeichen trugen. Ein Bild zeigt dasselbe ältere Auto, die Aufnahme stamme vom 7. Februar in Donezk. Wir konnten das Foto nicht verifizieren.

Das zweite Foto zeigt ein anderes, offensichtlich moderneres Fahrzeug mit demselben Kennzeichen. Dieses Foto wurde bereits am 31. Mai 2021 auf Twitter veröffentlicht. Einige Internetnutzer und auch eine ehemalige Beraterin des ukrainischen Verteidigungsministeriums äußerten deshalb die Theorie, dass es sich bei dem gesprengten Auto in Donezk nicht um das Fahrzeug des Chefs der Separatisten-Miliz handelte, sondern um ein älteres Modell, auf das man das aktuelle Kennzeichen montiert habe. Diese Behauptungen konnten wir nicht verifizieren. 

Schwarzer SUV mit dem Kennzeichen DK0101
Ein Foto auf Twitter vom 31. Mai 2021 zeigt einen SUV mit einem schwarzen Kennzeichen – darauf steht dieselbe Nummer wie auf dem Kennzeichen des Militärfahrzeugs (Quelle: Twitter; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Behauptung durch pro-russische Separatisten am 18. Februar: Ein Video zeige Saboteure, die einen Angriff mit einem Chlor-Tank in der Region Donezk planten.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 22. Februar 2022)

International, aber auch im deutschsprachigen Raum auf Facebook kursiert ein Video, das scheinbar eine Kampfsituation zeigt. Die Qualität ist schlecht, die Aufnahme dunkel. Zu erkennen ist eine Person mit Helm zwischen blätterlosen Sträuchern oder Bäumen. Auch eine Waffe ist zu sehen, die abgefeuert wird. Zu hören sind Schüsse, eine Explosion und Funksprüche. 

Eine Person mit Helm
Ausschnitt aus dem Video, das in Sozialen Netzwerken kursiert und ursprünglich von einer pro-russischen Volksmiliz verbreitet wurde (Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

In deutschsprachigen Facebook-Beiträgen mit dem Video heißt es, in Donezk seien „die ersten Kämpfe“ ausgebrochen. Oder: Soldaten der DVR („Volksrepublik Donezk“) kämpften gegen einen Versuch einer „ukrainischen Sabotagegruppe“, die in das Territorium eindringen wollte.

Veröffentlicht wurde das Video am 18. Februar im russischsprachigen Telegram-Kanal des Pressedienstes der pro-russischen Volksmiliz der DVR. Dahinter steht eine paramilitärische Gruppierung in der Ost-Ukraine. Die Volksmiliz der DVR veröffentlichte das Video mit der Behauptung, man habe verhindert, dass Saboteure in das Territorium von Donezk eindringen. Demnach stamme das Video von diesen Saboteuren selbst und sei von einer Action-Kamera aufgezeichnet worden, die sie vor Ort zurückgelassen hatten. Die Personen hätten versucht, einen Chlorbehälter auf dem Gelände einer Kläranlage in der Nähe der Stadt Horliwka (Stadt im Oblast Donezk) zu sprengen. 

Es gebe jedoch einige Unstimmigkeiten, die Zweifel an der Echtheit des Videos weckten, berichtete der Journalist Eliot Higgins vom Recherchenetzwerk Bellingcat auf Twitter

Higgins fasste auf Twitter die Recherchen mehrerer Journalisten zu diesem Video folgendermaßen zusammen: Den Metadaten des Videos zufolge ist es am 8. Februar erstellt worden, also zehn Tage bevor es veröffentlicht wurde. Wer sich die Metadaten des Videos selbst genauer anschauen möchte, kann es sich von Telegram herunterladen, die Informationen dazu hat Bellingcat hier veröffentlicht. Wir haben das Video ebenfalls mit dem Tool Metadata2Go überprüft und die Metadaten hier gespeichert.

Die Metadaten belegen laut Higgins außerdem, dass dem Video Audio- und Videodaten hinzugefügt wurden, was auf eine Manipulation des Originals hindeute. Die Audiospur des angeblichen Saboteur-Videos passe zu einem älteren Video von 2010, das auf Youtube zu finden ist und auf einem militärischen Übungsplatz in Finnland entstand. Mutmaßlich wurde also der Ton dieses alten Videos benutzt. Higgins folgert daraus, dass das Video gefälscht sei. 

Behauptung durch pro-russische Separatisten am 18. Februar: Die Ukraine werde bald Teile des Donbass angreifen und man müsse sofort evakuieren.

Bewertung: Unbelegt

(Faktencheck vom 22. Februar 2022)

In deutschsprachigen Telegram– und Facebook-Kanälen wurden am 18. Februar Videos von den Separatisten-Führern der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk veröffentlicht. Denis Puschilin und Leonid Passetschnik behaupten darin, dass ein Angriff der Ukraine auf die Region Donbass bevorstehe, und rufen zur Evakuierung auf. 

Die Statements erwecken den Eindruck, sie seien eine aktuelle Reaktion auf Handlungen der Ukraine. Puschilin sagt in seiner Botschaft, dass „ab heute, dem 18. Februar, eine massive, zentralisierte Ausreise der Bevölkerung in die Russische Föderation organisiert“ werde. Die Metadaten der Videos zeigen jedoch, dass sie schon zwei Tage zuvor aufgezeichnet wurden – am 16. Februar.

Journalisten von Bellingcat und Radio Free Europe machten auf die Unstimmigkeiten zwischen den Metadaten und dem Veröffentlichungszeitpunkt aufmerksam. 

CORRECTIV.Faktencheck hat diese Recherchen überprüft und konnte die Ergebnisse bestätigen. Beide Videos wurden in Telegram-Kanälen der „Volksrepubliken“ veröffentlicht. Wir haben die Originaldateien heruntergeladen und uns die Metadaten angesehen: In beiden Videos fanden wir den 16. Februar als Erstellungsdatum. 

Metadaten eines Videos
Die Metadaten zeigen, dass die Video-Dateien schon zwei Tage vor ihrer Veröffentlichung erstellt wurden (Quelle: CORRECTIV.Faktencheck)

Die Ukraine bestritt Vorwürfe zu angeblich geplanten Angriffen. Das französische und das deutsche Außenministerium bezeichneten die Behauptungen der Separatisten in einem gemeinsamen Statement als unbegründet: „Wir befürchten, dass inszenierte Zwischenfälle als Vorwand für eine mögliche militärische Eskalation missbraucht werden könnten“, hieß es darin. 

Behauptung: Die Bombardierung eines Kindergartens in Luhansk sei nur vorgetäuscht worden.

Bewertung: Falsch

(Faktencheck vom 22. Februar 2022)

Seit dem 17. Februar kursieren in Sozialen Netzwerken Bilder von einem Kindergarten in der Ost-Ukraine, der mutmaßlich beschossen wurde. Fotos zeigen ein Loch in der Wand eines Turnraumes. Mehreren Berichten zufolge gab es tatsächlich einen Angriff auf das Gebäude. Im Netz kursieren Behauptungen, dass er nur vorgetäuscht sei, doch dabei handelt es sich offenbar um Desinformation. 

Mit einem digital bearbeiteten Foto, in das ein Bagger nachträglich eingefügt wurde, wird zum Beispiel suggeriert, das Loch in der Wand sei durch diesen Bagger verursacht worden. Wie Reuters berichtet, handelt es sich dabei jedoch um eine Fotomontage – ein Bagger stand ursprünglich nicht neben dem Loch in der Wand. Das zeigt ein Video auf Facebook, in dem der Kindergarten von außen zu sehen ist. 

Bagger vor einem Gebäude
Dieses manipulierte Foto kursiert auf Twitter und wird als vermeintlicher Beleg genutzt, dass der Kindergarten nicht beschossen wurde. Der Bagger wurde jedoch nachträglich eingefügt. (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV.Faktencheck)

Das Narrativ vom erfundenen Angriff kursiert auch in Deutschland: In einem deutschsprachigen Telegram-Beitrag wird behauptet, dass die Bilder des Kindergartens „Fake“ seien. Sie deutet an, dass der Einschlag nicht von einem Angriff pro-russischer Separatisten stamme und dass es keine Explosion gegeben habe. Ihre Begründung: Es fehlten Rußspuren und Geröll an der Einschlagstelle und die Fenster seien nicht zerbrochen. Um ihre Aussage zu belegen, zeigt sie Bilder von anderen Einschlägen, auf denen jedoch ebenfalls kaum Rußspuren zu sehen sind. Das Fenster im Kindergarten neben der Einschlagstelle ist zudem offensichtlich zerstört.

Raum in Trümmern
Das Bild des zerstörten Turnraumes (Quelle: Picture Alliance / Associated Press / Uncredited)

Dass der Angriff auf den Kindergarten stattfand, bestätigen zahlreiche Fotos und Medienberichte (hier und hier) – dort wird der Angriff pro-russischen Separatisten zugeordnet. Auch die ukrainischen Streitkräfte schreiben auf Facebook, die „russischen Besatzungstruppen“ seien dafür verantwortlich. 

Einige russische Webseiten geben dagegen der ukrainischen Seite die Schuld. In einem Artikel der Seite MK-RU vom 17. Februar hieß es: „Die ukrainische Armee bombardierte einen Kindergarten in [Luhansk]“. Als Quelle wird ein Telegram-Kanal, mutmaßlich von pro-russischen Separatisten, angegeben. Ein Faktencheck der ukrainischen Faktencheck-Organisation Stop Fake kam jedoch zu dem Schluss, dass es sich bei dem Artikel von MK-RU um eine Falschmeldung handele. 

Wie der Nachrichtensender NTV am 18. Februar berichtete, liegt der Kindergarten in Stanyzia-Luhanska und heißt „Skaska“. Das Dorf liegt nahe der Stadt Luhansk, wenige Kilometer westlich der ukrainisch-russischen Grenze. Ein Hinweis, dass es sich wirklich um diesen Kindergarten handelt, ist ein markanter Zaun, der auch auf einigen Bildern auf der Facebook-Seite des Kindergartens zu erkennen ist. Auch der getroffene Raum selbst ist in einem Facebook-Beitrag des Kindergartens von Anfang 2020 zu sehen.

Kinder und Erwachsene in einem Kindergarten
Derselbe Raum im Kindergarten „Skaska“ Anfang 2020. Im Hintergrund ist das Wandmotiv mit den Palmen zu sehen und rechts das Regal mit den Fußbällen. (Quelle: Facebook-Seite des Kindergartens „Skaska“)

Behauptung: CNN habe berichtet, Wladimir Putin wolle die Invasion in der Ukraine hinauszögern, bis die USA Waffen an die Ukraine liefern, damit Russland diese beschlagnahmen könne.

Bewertung: Manipuliert

(Faktencheck vom 17. Februar 2022)

Das Bild des angeblichen CNN-Berichts, das am 12. Februar in Deutschland auf Facebook kursiert, zeigt eine Moderatorin und den russischen Präsidenten Wladimir Putin. In dem eingeblendeten Schriftzug steht auf Englisch die vermeintliche Nachricht: „Sources: Putin to delay invasion until Biden delivers weapons to Ukraine for Russia to capture“.

Das Bild ist jedoch eine Fälschung, der CNN-Beitrag stammt aus dem Jahr 2017. Der Text im Bild wurde manipuliert. Wir haben dazu bereits einen ausführlichen Faktencheck veröffentlicht.

Eine Moderatorin und den russischen Präsidenten Wladimir Putin
Das Original-Video von CNN beweist, dass es in dem Bericht nicht um die Ukraine ging – er ist auch nicht aktuell (Quelle vom 30. März 2017: CNN; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Texte und Recherchen: Uschi Jonas, Alice Echtermann, Sarah Thust, Viktor Marinov, Steffen Kutzner, Matthias Bau, Sophie Timmermann, Marc Steinau, Florian Löffler